Der Tag im Überblick Riskante Immobilien-Investments und Geldflut für die Reeder

Wer sich einmal die Finger verbrannt hat … richtig, der probiert es gleich noch mal. Hans Peter Haselsteiner (82), österreichischer Milliardär und ehemaliger Strabag-Chef, hat mit Investments in die Signa-Gruppe von René Benko (49) bereits Hunderte Millionen Euro versenkt. Das hält ihn aber nicht davon ab, es noch einmal zu versuchen – und zwar mit Baupromi Christoph Gröner (58).

Gröner ist ähnlich selbstbewusst wie seinerzeit Benko. In eine von Gröners Immobilienfirmen stieg Haselsteiner Anfang des Jahres ein: Aktuelle Zahlen offenbaren, wie schwierig sein Investment noch werden dürfte. Meine Kollegin Hannah Steinharter hat sich die Bilanzen genau angeschaut: Erst Benko, jetzt Gröner – wie Hans Peter Haselsteiner weiter zockt .

Milliardär mit Hang zum Risiko: Hans Peter Haselsteiner

Foto: Florian Wieser / APA / dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Porsche-Chef Michael Leiters (54) will die eingebrochenen Renditen beim Sportwagenbauer wieder verbessern. Mit dem Betriebsrat hat er sich jetzt auf ein Sparpaket geeinigt: Wie manager magazin vorab berichtete , sollen weitere 5000 Stellen in den kommenden Jahren wegfallen. Insgesamt werden damit bis 2035 rund 9000 Jobs bei Porsche gestrichen.

  • Der Onlinemodehändler Shein ist vor seinem Börsengang in die roten Zahlen gerutscht. Das in China gegründete Unternehmen hat lange von Zollausnahmen profitiert und konnte Billigware günstig versenden. Damit ist in den USA seit Mai 2025 Schluss, die EU will folgen.

  • Zum Börsenstar in China dagegen ist der KI-Chiphersteller CXMT aufgestiegen. Am Tag des Börsengangs sprang das Papier des Halbleiterherstellers um rund 500 Prozent in die Höhe. Damit steigt CXMT zum teuersten Unternehmen Chinas auf.

  • Apropos teuer: Der Dax nähert sich erneut seinem Rekordhoch. Anlass für die Kursrallye sind die Feuerpause am Golf, sinkende Ölpreise sowie eine geplante Milliardenbürgschaft von Nvidia für OpenAI.

Die Aufsteiger des Tages:

  • Richtig gut im Geschäft sind aktuell die Reedereien, die auf Tanker spezialisiert sind. Bei ihnen läuft es so gut, dass sie neue Schiffe en masse ordern. Die Bestellungen neuer Tanker bei Werften sind im Vergleich zum Vorjahr fast um das Zehnfache gestiegen. Rund 600 Neubauten stehen momentan in den Orderbüchern, die veraltete Flotte soll kontinuierlich ersetzt und ausgebaut werden. Wird hier bereits die Saat für die nächste Überkapazität gelegt? Die Schiffseigner profitieren aktuell von enorm hohen Frachtraten: Je mehr Bedrohungen es in der Straße von Hormus gibt, desto teurer wird der Transport. Mein Kollege Helmut Reich hat die Gewinner der Krise porträtiert: Boom am Tankermarkt – das sind die Profiteure .

Krisenprofiteure: Die Tankerreeder Maria Angelicoussis, John Fredriksen, Gianluigi Aponte und George Prokopiou (im Uhrzeigersinn) verdienen derzeit an hohen Frachtraten

Foto: Gallo Images / Getty Images, Yonhap / YONHAPNEWS AGENCY / picture alliance, Ints Kalnins / REUTERS, Thomas Samson / AFP, Vasilis Rebapis / Eurokinissi / ANE / picture alliance

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Chefinnen und Chefs tragen Verantwortung – nicht nur für Ergebnisse, sondern auch dafür, wie es ihren Teams geht. Der IMD-Professor und Leadership-Experte Andrew Sharman hat für unser wöchentlich erscheinendes „Leadership weekly“ aufgeschrieben, welche fünf Prinzipien Sie zu einer besseren Führungskraft machen . Dazu gehört auch: Fürsorge.

  • Abonnentinnen und Abonnenten aufgepasst: Am 29.7. dreht sich unser digitaler Community-Talk vom Harvard Business manager um die menschlichen Seiten von KI-Transformationen. Der KI-Forscher José Parra Moyano wird Ihre Fragen dazu beantworten, wie Führungskräfte ihre Teams an KI heranführen. Abonnentinnen und Abonnenten können sich hier anmelden.

Meine Empfehlung für den Abend:

Das kann Open-AI-Chef Sam Altman nicht gefallen: Viele Dax-Konzerne nutzen derzeit eher den Copilot von Microsoft

Foto: Chip Somodevilla / Getty Images
  • Wie steht es in Ihrem Unternehmen um KI-Tools? OpenAI oder Anthropic? Oder doch lieber Copilot von Microsoft? Bei den deutschen Dax-Unternehmen hat Microsoft aktuell klar die Nase vorn. Wir haben bei den 40 Börsenunternehmen nachgefragt: Mehr als 70 Prozent der Konzerne, die geantwortet haben, verwenden demnach den KI-Chatbot von Microsoft (24 von 30 Unternehmen mit Angaben); 14 Konzerne stellen den Copilot sogar allen Angestellten zur Verfügung, darunter Commerzbank, DHL und Henkel. Meine Kollegen Caspar Schlenk und Jonas Rest haben sich die Ergebnisse der Umfrage angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass die meisten Konzerne noch kein fixes Set-up an Tools haben. Und: Die Sorge, von US-Modellen abhängig zu werden, besteht offenbar nicht, denn nur drei Firmen arbeiten mit der europäischen KI-Firma Mistral zusammen.

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