Der Montag im Überblick Apples Baustellen und Union Investments Schwachstellen

Steve Jobs war nicht nur Chef von Apple, er war zugleich ein Prophet der gesamten Techwelt. Daran muss sich jeder CEO des iPhone-Konzerns bis heute messen lassen. Das galt bislang für Jobs’ Nachfolger Tim Cook (65), und es wird künftig für John Ternus (51) gelten, der Cook nachfolgt und ab morgen neuer Apple-Chef sein wird.

Hinzu kommen die Anforderungen des operativen Geschäfts. Ternus übernimmt einen Konzern in Bestform, es dürfte nicht leicht sein, den Erfolg fortzusetzen. Apple fehlt seit Jahren ein neuer Kassenschlager als Nachfolger für das iPhone. Beim Thema künstliche Intelligenz wartet die Fangemeinde ebenfalls noch vergeblich auf ein „Heureka“ aus Cupertino. Wird John Ternus es liefern? Mein Kollege Theo Harzer stellt Ihnen den kommenden Apple-Chef vor und zeigt auf, welches dessen wichtigste Baustellen sind.

Große Fußstapfen: John Ternus folgt an der Apple-Spitze auf Tim Cook – und auf Steve Jobs

Foto: David Swanson / REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Offene Immobilienfonds befinden sich seit geraumer Zeit in der Krise, das geht auch am Branchenriesen Union Investment nicht spurlos vorüber. Wie mein Kollege Hannes Breustedt erfahren hat, richtet die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken die Führungs- und Personalstrukturen ihrer Immobilientochter Union Investment Real Estate (UIRE) neu aus. Sprich: Es werden Jobs abgebaut. 10 bis 15 Prozent der Stellen in dem Bereich sollen wegfallen, berichtet Hannes – das Unternehmen dementiert das nicht .

  • Kürzlich sorgte der Verkauf des Ventilatorenspezialisten EBM Papst an einen US-Konzern für Schlagzeilen, eine Studie des IW Köln zeigt nun: Der Deal passt zu einem größeren Trend. Demnach sind ausländische Investitionen in Deutschland zuletzt wieder sprunghaft angestiegen. Zuvor hatte es bei den Zahlen allerdings auch einen ziemlichen Einbruch gegeben.

  • Bei Volkswagen gab es im Werk in Hannover heute die letzte einer Reihe von Betriebsversammlungen, in denen der Vorstand der Belegschaft seine Sparpläne erläutert hat. Den Stand der Dinge sowie die verschiedenen Standpunkte haben wir hier noch einmal für Sie zusammengefasst. Am kommenden Freitag wird es bei dem Thema dann erneut ernst: Dann kommt der Aufsichtsrat, der die Pläne bereits einmal abgelehnt hatte, ein weiteres Mal zusammen, um darüber zu beraten.

Der Turnaround-Manager des Tages:

Ungeduldig: Gea-Chef Stefan Klebert schaut häufig auf die Uhr

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  • Beim Maschinenbauer Gea, der Anlagen für die Lebensmittel- und Pharmabranche sowie für die Landwirtschaft herstellt, lief es alles andere als gut, nach sieben Gewinnwarnungen in Folge drohte der komplette Absturz. Dann übernahm 2019 Stefan Klebert (61) das Ruder. Der neue Chef krempelte das Unternehmen kräftig um (fünf statt zwei Sparten, Einführung klarer Kennziffern zur Steuerung und anderes), siebte überflüssige Mitglieder der Führungsriege beim Wandern aus und machte aus einem Verlust von mehr als 100 Millionen Euro binnen weniger Jahre einen ansehnlichen Jahresgewinn. Meine Kollegin Kirsten Bialdiga hat Klebert getroffen – sie porträtiert einen Mann, der es dauernd eilig hat.

Der Rückzug des Tages:

  • „Moderne Sklaverei“ bei Enpal – so lautet der Titel unserer Berichterstattung über die Solarfirma, gegen die das Unternehmen und sein Gründer Mario Kohle (41) rechtlich vorgegangen waren. Doch die Berichterstattung des manager magazins ist voll zulässig. Enpal und Gründer Kohle nehmen im Berufungsverfahren vor dem Kammergericht Berlin sämtliche Unterlassungsanträge zurück, in allen Punkten. Die Recherche ist ab sofort wieder vollständig abrufbar (bitte hier entlang ). Alle weiteren Infos gibt es hier.

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Tief sitzende Routinen, Erwartungen anderer, die Sorge, Anerkennung zu verlieren – es kann viele Gründe geben, weshalb Leute in ihren Jobs stecken bleiben, obwohl sie womöglich unzufrieden sind und sich etwas Neues wünschen. Eine Lösung kann sogenanntes Network-Reaching bringen. Wie das funktioniert, erklärt Ihnen meine Kollegin Julia Großmann-Krieger im neuen Leadership Weekly des Harvard Business managers.

Meine Empfehlung für den Abend:

Anpassungsfähig: Moderne Unternehmen können sich bei ihrer Organisation an Oktopussen orientieren

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A. E. d'Audebard de / Image courtesy of BHL

  • Noch mal Leadership, diesmal in Bezug auf ganze Unternehmen: Die sind heute oft sehr gradlinig aufgebaut, damit sie effiziente und vorhersehbare Ergebnisse liefern können. Doch das passt nicht mehr unbedingt in unsere immer komplexere Welt. Ein neuer Ansatz ist die sogenannte Oktopus-Organisation, benannt nach einem der anpassungsfähigsten und intelligentesten Meeresbewohner überhaupt. Die Consultants Jana Werner und Phil Le-Brun beschreiben Ihnen im Harvard Business manager, wie diese Organisation funktioniert und welche Vorzüge sie hat .

  • Als Bonus spricht Autorin Jana Werner zudem im digitalen Community-Talk „HBM live“ am Freitag dieser Woche über das Thema. Alle Infos dazu gibt es hier.

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