Schwaches zweites Quartal Operatives Ergebnis von Mercedes’ Pkw-Sparte bricht um 94 Prozent ein

Mercedes-Benz setzt trotz seines unablässig sinkenden Absatzes in China weiter auf Präsenz auf dem weltgrößten Automarkt. „Wir bekennen uns strategisch weiterhin ​voll und ganz zu China“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius (57) am Dienstag. Als Global Player müsse der Stuttgarter Autobauer auf diesem Markt, von dem aus auch immer mehr andere Weltregionen bedient werden, präsent sein. „Wir haben als Unternehmen die Stärke und Widerstandsfähigkeit, diese Phase ‌zu überstehen“, betonte der Manager.

Der Absatz der Marke mit dem Stern in China ist seit Ende 2024 auf Talfahrt. Zuletzt beschleunigte sich der Rückgang auf 30 Prozent im zweiten Quartal, obwohl der Vorstand den Tiefpunkt schon im Vorquartal erreicht glaubte. Der Konkurrenzkampf sei in China härter denn je, erklärte Källenius. Dennoch wolle sich Mercedes keine Marktanteile sichern durch starke Preissenkungen. „Wir wollen keinen Jojo-Effekt durch einen Preiskrieg.“

Konzerngewinn steigt, Umsatz fällt

Unter dem Strich hat Mercedes-Benz seit Langem wieder seinen Konzerngewinn gesteigert. Doch das schwache China-Geschäft zieht die Pkw-Sparte eben nach unten. Der Konzerngewinn stieg im zweiten Quartal von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro – ein Plus von 13,5 Prozent. Zuletzt hatte der Konzern im zweiten Quartal 2023 ein Plus beim Konzernergebnis im Vorjahresvergleich erzielt. Der Umsatz ging hingegen um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 32 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro.

Die Aktie des Konzerns zählte mit einem Plus von 3,6 Prozent gegen Dienstagmittag zu den größten Gewinnern. „Die Investoren fokussieren sich auf eine mögliche Aufhellung im Automotivsektor und kaufen bevorzugt die Papiere von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW“, sagte Marktstratege Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Mercedes habe seine Effizienz und Produktivität weiter verbessert, hieß es laut Mitteilung. Kostenmaßnahmen aus einem Sparprogramm hätten das Ergebnis im zweiten Quartal gestützt. Zudem stützten die Ergebnisse der Sparten Vans und Financial Services die schwächelnde Pkw-Sparte.

„Auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unsere Modelloffensive beschleunigt“, sagte Källenius. In der zweiten Jahreshälfte konzentriere sich Mercedes darauf, „mehr neue Modelle zu unseren Kundinnen und Kunden zu bringen und unsere Kostenposition sowie Produktivität weiter zu verbessern“.

Ein deutliches Minus in China hatte im zweiten Quartal erneut für einen Absatzrückgang gesorgt. Mercedes verkaufte rund 512.000 Pkw und Vans, was einem Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprach. Bei den Pkw ging der Absatz in China um 30 Prozent zurück.

Operatives Ergebnis der Pkw-Sparte bricht um 94 Prozent ein

Die Veränderungen in China seien unter anderem von einem verstärkten Marktdruck, einem weniger günstigen Modellmix sowie Kosten im Zusammenhang mit Anlaufkampagnen geprägt gewesen, hieß es laut Mitteilung. Das schwache China-Geschäft hat Folgen. Das operative Ergebnis der Pkw-Sparte brach um rund 94 Prozent von 783 Millionen Euro auf gerade einmal 49 Millionen Euro ein. Hier sei eine Wertminderung an chinesischen Beteiligungen in Höhe von über 700 Millionen Euro enthalten. Aber auch bereinigt sank das Ebit bei den Pkw um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro.

Vor dem Hintergrund des „weiterhin herausfordernden Marktumfelds in China“ passte Mercedes Teile seiner Prognose für dieses Geschäftsjahr an. So rechnen die Schwaben nun mit einem Pkw-Absatz leicht unter Vorjahresniveau statt wie zuvor auf Vorjahresniveau. Entsprechend werde auch der Konzernumsatz leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Nach den ersten sechs Monaten des Jahres ist das Konzernergebnis um 6,3 Prozent auf rund 2,52 Milliarden Euro zurückgegangen. Beim Umsatz steht nach dem ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 4,1 Prozent in den Büchern. Beim Ebit ist es ein Minus von 3,1 Prozent.

  • Der Maybe-Man aus Stuttgart: Wie Ola Källenius Mercedes zum Reparaturfall machtVon Margret Hucko17 Min17 Min
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Bei Mercedes läuft es schon länger nicht mehr rund . 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er bereits 2024 um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen war.

Der Autobauer hatte vor mehr als einem Jahr reagiert und ein Sparprogramm aufgelegt. Ende Juni dieses Jahres verschärfte Mercedes den Sparkurs und verschob als Sofortmaßnahme eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Zugleich trat der Vorstand eine Diskussion über Arbeitskosten in Deutschland los, indem er mitteilte, dass für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden sollte. In der Folge kam es zu Protesten von Beschäftigten.