Aktienrückkauf geplant Deutsche Bank überrascht mit Milliardengewinn

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal dank ihrer Investmentbank überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau erzielt. Das Vorsteuerergebnis war mit 2,68 Milliarden Euro nur minimal geringer als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2007, wie der Dax-Konzern in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 1,64 Milliarden Euro – 10 Prozent mehr als im Vorjahr, aber etwas weniger als 2007. Im zweiten Halbjahr will die Bank weitere 500 Millionen Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken.

„Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können“, sagte Konzernchef Christian Sewing (56). Der Manager, der die Führung des Geldhauses nach etlichen Krisenjahren im April 2018 übernommen hatte, hat das Ziel ausgegeben, die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent zu steigern. Im zweiten Quartal lag sie bei 11 Prozent. Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie effizient Banken das Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.

Künstliche Intelligenz (KI) eröffne „neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen“, bekräftigte Sewing. Im Zeitraum April bis Juni 2026 ging es besonders stark in der Investmentbank nach oben, die zum Beispiel mit Finanzierung und Beratung von Unternehmen sowie Begleitung bei Börsengängen und Wertpapieremissionen Geld verdient: Der Vorsteuergewinn der Sparte stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Tochter DWS verwaltet Rekordvermögen

Auch der Vermögensverwalter DWS befindet sich in Rekordsphären: Die Deutsche-Bank-Tochter hat im zweiten Quartal dank Zuflüssen vor allem im Geschäft mit passiven Indexfonds ​ein nie dagewesenes Volumen beim verwalteten Vermögen erreicht. Die Kundengelder stiegen bis Ende Juni auf den neuen ‌Höchststand von 1,19 Billionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit. Einschließlich der Cash-Produkte sammelte die DWS im abgelaufenen Jahresviertel frische Gelder von 24,8 Milliarden Euro ein. Im gesamten ersten Halbjahr beliefen sich die Zuflüsse auf 35,8 ​Milliarden Euro. „Die DWS hat im zweiten Quartal wieder an Tempo zugelegt, angetrieben von den ⁠strategischen Anpassungen, ⁠die wir Anfang des Jahres vorgenommen hatten“, sagte Konzernchef Stefan Hoops (46).

Trotz des Neugeschäfts ging der Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ‌zurück. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn sank ​um 10 Prozent ‌auf 237 Millionen Euro. Die Erträge schrumpften um 6 Prozent auf 773 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete dies mit einer im ersten Quartal verbuchten Performancegebühr im Infrastruktur-Bereich. Allerdings stiegen auch die Kosten: ‌Sie lagen um 5,5 Prozent höher als im Vorquartal. Deshalb verschlechterte sich die Aufwand-Ertrag-Relation auf 60,5 Prozent. Im ersten Quartal hatte ‌sie noch bei 54,1 Prozent ​gelegen. Mittelfristig strebt die DWS ‌hier einen Wert von 55 Prozent an.

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Auf Halbjahressicht ‌verzeichnete ​der Konzern einen Gewinnanstieg von 21 Prozent auf 501 Millionen Euro. Die Prognose, wonach der Gewinn ​je Aktie in diesem ⁠Jahr um zehn bis 15 Prozent ​steigen ​soll, bekräftigte die DWS.