Der Donnerstag im Überblick Mercedes-Boss floppt, Bosch-Chef mahnt
Was haben Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel (52) und Mercedes-Boss Ola Källenius (57) gemeinsam? Richtig, ihre Strategien floppen. Tuchel wechselte defensiv, nachdem seine Mannschaft gestern im Halbfinale gegen Argentinien in Führung gegangen war – die Mannschaft brach ein und verlor das Spiel. Auch Källenius vercoacht sich – sogar regelmäßig. Der Schwede wollte Mercedes schon 2030 bereit für „Electric Only“ haben, früher als die Konkurrenz. Und er wollte Mercedes zur reinen Luxusmarke machen. Beides ist gescheitert .
Gut sieben Jahre nach seinem Start als Vorstandschef steht Källenius wieder da, wo er gestartet ist – nur mit fast 600.000 verkauften Autos weniger. Die Rendite sackte im ersten Quartal 2026 auf 3,5 Prozent ab. Und der Aktienkurs, von Källenius zwischendurch fast verdoppelt, sinkt wieder in Regionen wie bei seiner Amtsübernahme. Mercedes ist ein Reparaturfall, analysiert meine Kollegin Margret Hucko in der Titelgeschichte des neuen manager magazins. Ihren Inside-Report zur Krise bei Mercedes lesen Sie hier .
Geknickter Stern: Mercedes-Benz, eine der wertvollsten Marken der Welt, ist angeschlagen
Illustration: Lisa Sheehan / manager magazinDie Wirtschaftsnews des Tages:
Nach dem Verkauf von Aleph Alpha an Cohere räumt die Lidl-Mutter Schwarz ihr Start-up-Portfolio weiter auf. Wie das manager magazin am Donnerstag aus informierten Kreisen erfuhr, übernimmt US-Konkurrent Crowdstrike das geistige Eigentum der XM-Cyber-Technologie. Die Schwarz Gruppe hatte 2021 noch kolportierte 700 Millionen Dollar für das israelische Sicherheits-Start-up gezahlt. Die Hintergründe des Verkaufs lesen Sie hier .
Die Aktien von SpaceX sind erstmals seit dem Börsengang Mitte Juni unter den Ausgabepreis von 135 US-Dollar gefallen. Seit dem Rekordhoch wenige Tage nach IPO hat Elon Musks Weltraumfirma mittlerweile eine Billion Dollar an Börsenwert verloren. Kontrollierter Sinkflug – aber immer noch in großer Höhe.
Gewinnmitnahmen in der Chipbranche: Um 77 Prozent hat der Chipauftragsfertiger TSMC seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert; der fünfte Rekordquartalsgewinn in Folge. Warum die Aktie dennoch nachgab, lesen Sie hier.
Der Mahner des Tages:
Ende Juni kam es bei Bosch zum großen Knall: Stefan Hartung (60), Chef des Technologieriesen, verlässt den Konzern – trotz Vertrags bis 2031. Das ließ Raum für Spekulationen. Und die Lage bei Bosch ist ohnehin angespannt: Im vergangenen Geschäftsjahr fiel mit 400 Millionen Euro Minus erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder ein Verlust an. Christian Fischer (58), der zuletzt die Sparte für Haushaltsgeräte leitete, soll den Konzern jetzt sanieren und tritt direkt als Mahner auf. Meine Kollegen Michael Freitag und Margret Hucko haben die Hintergründe des Bosch-Bebens recherchiert. Alle Details zur neuen Härte bei Bosch finden Sie hier.
Härter als Hartung: Der neue Bosch-CEO Christian Fischer gilt als Sanierungsspezialist
Foto: Martin Stollberg / BoschDie Aufsteiger des Tages:
München statt Brüssel: Dorothea von Boxberg (52), derzeit CEO der Fluggesellschaft Brussels Airlines, wird neue Personalvorständin bei BMW. Die belgische Airline gehört zum Lufthansa-Konzern, in dem von Boxberg verschiedene Führungspositionen bekleidete – ein Vorstandsmandat blieb ihr jedoch verwehrt. Bei BMW beerbt von Boxberg die langjährige Vorständin Ilka Horstmeier (57), die kürzlich noch selbst als Kandidatin für den CEO-Posten bei BMW gehandelt wurde.
Das Münchner Start-up MicroAGI um Bercan Kilic (26) hat eine Seedrunde über 55 Millionen Dollar abgeschlossen . Das Unternehmen entwickelt Software, mit der Industrieroboter auf Basis eigener Produktionsdaten trainiert werden können.
Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:
In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit bremsen unentschlossene Führungsteams vielfach die Dynamik aus und richten viel Schaden an – nicht nur auf den unteren Ebenen. Wie Sie Ihre Projekte trotz fehlender oder verzögerter Entscheidungen erfolgreich an den Start bringen, lesen Sie hier .
Meine Empfehlung für den Abend:
Endspiel: Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg wirbt für eine Übernahme durch Uber
Foto: PRDer monatelange Übernahmepoker um Delivery Hero hat offenbar ein Ende gefunden. Der US-Konzern Uber hat sich bereits einen Großteil der Delivery-Hero-Aktien gesichert und will den defizitären Berliner Konzern nun für knapp 13 Milliarden Euro vollständig schlucken. Uber-Chef Dara Khosrowshahi (57) und Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg (46) warben am Donnerstag in trauter Einigkeit für den Zusammenschluss. Eigentlich hätte es das Werben gar nicht gebraucht: In einem gnadenlos umkämpften Markt gibt es für Delivery Hero keine ernsthafte Alternative zum schützenden Dach des US-Riesen. Klingt nach einem klaren Fall: Doch statt in Richtung des von Uber gebotenen Preises von 41,50 Euro je Aktie zu klettern, gab das Papier nach Bekanntgabe des Deals auf 38 Euro nach. Warum Anleger dem Uber-Deal nicht so recht trauen wollen , erklären meine Kollegen Kai Lange und Jonas Rest.
Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend
Ihr Tim Spark
Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter [email protected] .
Diesen Newsletter finden Sie auch auf unserer Website.