Europaweite Fahndung Windkraftbetrüger Holt hat Familie zurückgelassen
Der Windkraftbetrüger Hendrik Holt (36) ist seit Anfang vergangener Woche auf der Flucht – seine Ehefrau und sein Kind hat er dabei zurückgelassen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.
Vor Gericht: Hendrik Holt (r.) 2020 im Sitzungssaal des Amtsgerichts Meppen
Foto: David Ebener / picture allianceHolt ist auf der Flucht, seitdem er nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt Berlin zurückkehrte, wie die Staatsanwaltschaft Osnabrück mitteilte. In Berlin war Holt im offenen Vollzug. Nach dem aus dem emsländischen Haselünne stammenden Holt wird mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Wo genau sich Holt aufhält und wie ihm die Flucht gelungen ist, dazu schweigen die Ermittler derzeit – mit Verweis auf „fahndungstaktische Gründe“.
Rund die Hälfte der Haft war abgesessen
2022 hatte das Landgericht Osnabrück Holt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Holt war seit Ende Oktober 2024 im offenen Vollzug.
Holt, über den es auch eine ARD-Doku gibt („Holt – Der Windkraft-Schwindler“), hatte unter anderem Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um mit einem Diplomatenpass die Strafverfolgung zu verhindern.