Lutz Meschke Aktionär verklagt Porsche SE wegen Millionenvergütung
Seit Ende vergangenen Jahres ist Lutz Meschke (60) nicht mehr im Vorstand der Porsche SE, dennoch dürfte er die Volkswagen-Mehrheitseignerin nochmal beschäftigen: Wie das „Handelsblatt“ berichtet , verklagt der Corporate-Governance-Experte und langjährige Aktionär der Porsche SE Christian Strenger (83) die Beteiligungsgesellschaft, weil deren Aufsichtsrat Strengers Auffassung nach Meschke bei dessen Vergütung unangemessen begünstigt habe. Ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart bestätigte der Zeitung den Eingang der Klage.
In seiner Klage ficht Strenger dem Bericht zufolge die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 25. Juni an, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 entlastet wurden. Strenger werfe dem Gremium vor, dem früheren Vorstand Meschke zu viel gezahlt und damit seine Pflichten verletzt zu haben. Wie die Zeitung aus dem Konzernumfeld erfahren hat, werde sich die Holding gegen die Klage verteidigen und dabei von der Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller vertreten.
Die Klage richte sich nicht persönlich gegen Meschke, sondern gegen die Verantwortung des Aufsichtsrats. Nach Ansicht Strengers hätte die Hauptversammlung das Gremium angesichts der umstrittenen Vergütungsentscheidungen nicht entlasten dürfen.
Christian Strenger gegenüber dem „Handelsblatt“
Im Zentrum der Klage steht der bis Mitte 2030 laufende Arbeitsvertrag von Meschke, der im August 2024 verlängert worden war. Zwar verließ Meschke schon im Februar 2025 den Vorstand der Porsche AG, also des Autobauers, und im Dezember 2025 den Vorstand der Holding Porsche SE. Sein Vertrag besteht aber fort, Meschke wird weiterhin bezahlt.
Noch vor seinem Ausscheiden bei der SE, im April 2025, wurde Meschkes Vergütung zudem erheblich angehoben. Das feste Jahresgehalt stieg von 600.000 auf 850.000 Euro, der Zielbonus von 500.000 auf 750.000 Euro. Die Porsche SE begründete diesen Schritt damit, dass Meschke nach dem Ende seiner Tätigkeit bei der Porsche AG seine volle Arbeitskraft der Holding zur Verfügung gestellt habe. Strenger dagegen bezweifelt dem Bericht zufolge, dass die Vergütung Meschkes Leistungen nach seinem Ausscheiden entspricht.
Zudem kritisiere Strenger laut „Handelsblatt“ die Bonusregelung für die Jahre 2026 bis 2030. Für diesen Zeitraum wird eine Zielerreichung von 145 Prozent angesetzt, obwohl Meschke nicht mehr im Vorstand ist. Zum Vergleich: Für die Jahre 2024 und 2025 hatte die Zielerreichung während seiner aktiven Vorstandstätigkeit bei 135 und 143 Prozent gelegen. „Lutz Meschke erbringt für die Porsche SE außer Stillschweigen nichts mehr – trotzdem wird er bis 2030 fürstlich weiterbezahlt“, sagte Strenger dem „Handelsblatt“.
Meschke dürfte die Porsche SE knapp 21 Millionen Euro kosten
Für die finanziellen Folgen von Meschkes Ausscheiden stellte die Porsche SE rund 9,1 Millionen Euro zurück. Auf der Hauptversammlung bezifferte das Unternehmen den damit verbundenen Aufwand nach Angaben aus der Klage sogar auf etwa 10 Millionen Euro. Rechnet man die Abfindung von rund 11,6 Millionen Euro hinzu, die Meschke von der Porsche AG erhielt, summiert sich das Gesamtvolumen auf ungefähr 21 Millionen Euro.
Damit Strenger mit seiner Klage Erfolg habe, müsse er belegen, dass die Vergütungsentscheidungen einen derart klaren und gravierenden Pflichtverstoß darstellten, dass die Entlastung des Aufsichtsrats rechtlich unzulässig war, heißt es weiter. Zugleich werfe das Verfahren die grundsätzliche Frage auf, welche Grenzen für Aufsichtsräte bei der Vergütung von Managern gelten.