Panne bei der Flugsicherung : Flugausfälle und Chaos an britischen Flughäfen

Wegen einer Störung in Großbritannien können hunderte Maschinen nicht wie geplant starten. Der Vorfall wirkt sich auch in Deutschland aus. Die Fluggesellschaften Ryanair und Wizz Air üben Kritik.

Eine technische Störung bei der Flugsicherung hat an etlichen britischen Flughäfen für Chaos gesorgt. Berichten zufolge konnten viele Maschinen nicht wie geplant starten. Betroffen waren demnach unter anderem die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick und Stansted, aber auch die Airports in Manchester und Birmingham. Dem Flugdatenportal Flightradar24 zufolge fielen bis zum frühen Abend rund 300 Flüge aus.

Auch an deutschen Airports machten sich die Probleme bemerkbar. Zum Beispiel wurden Flüge von Frankfurt oder Düsseldorf nach London gestrichen, wie auf den Webseiten der jeweiligen Flughäfen zu sehen war. Ähnlich sah es an Flughäfen in anderen Ländern aus, zum Beispiel in Zürich.

Keine Flüge mehr nach London

In München gab es Durchsagen, wonach es am Dienstag keine Flüge mehr nach London geben solle. Reisende wurden aufgefordert, sich eine Übernachtung zu buchen, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

Das Unternehmen Nats, das vielerorts für die Flugsicherung zuständig ist, teilte mit, es handle sich um ein Problem mit dem System zur Flugabwicklung. Am späten Nachmittag hieß es in einem Update auf der Plattform X, eine technische Lösung sei umgesetzt worden, und das Flugsystem beginne, sich wieder zu normalisieren.

Die erneute Panne rief Kritik der Billigfluggesellschaften Wizz Air und Ryanair hervor. Ein Anbieter kritischer nationaler Infrastruktur dürfe das Luftfahrtsystem nicht ⁠wiederholt zum Stillstand bringen, erklärte ein Wizz-Air-Sprecher. „NATS ist in seiner jetzigen Form einfach nicht zweckmäßig.“ Ryanair-Betriebschef Neal McMahon forderte den Rücktritt von Nats-Chef Martin Rolfe. Nach dem Zusammenbruch 2023 sei den Airlines versprochen worden, dass die Systeme repariert seien und die Widerstandsfähigkeit verbessert werde. „Und doch ⁠sind wir ‌wieder hier“, sagte McMahon. Nats äußerte sich zunächst nicht zu der Kritik. Die britische Zivilluftfahrtbehörde (CAA) kündigte an, einen vollständigen Bericht von Nats anzufordern, um über mögliche weitere Schritte zur Sicherung der Zuverlässigkeit des Systems zu entscheiden.

In der Vergangenheit hatte ⁠es in Großbritannien ⁠wiederholt Probleme mit der Flugsicherung gegeben. Im Jahr 2023 hatte eine Fehlfunktion bei der automatischen Verarbeitung von Flugplänen ein Chaos ⁠im britischen Luftraum ausgelöst. Den ⁠Airlines entstanden durch den damaligen Vorfall Kosten von mehr als 100 Millionen Pfund für Entschädigungen und Rückerstattungen. Die Luftfahrtbehörde forderte ‌Nats daraufhin im Jahr 2024 auf, die Notfallpläne zu überarbeiten. Im Juli 2025 führte zudem ein Radarausfall dazu, dass der Flugbetrieb an mehreren Flughäfen für mehr als vier Stunden unterbrochen werden musste.