Privilegien Bundesbank kündigt Beschäftigten ihre kostenlosen Konten
Die Bundesbank kündigt ihren Beschäftigten und Pensionären die kostenlosen Girokonten und Depots. Eine intern vom Vorstand eingeschaltete Einigungsstelle habe die Sparmaßnahme gebilligt, berichtet das „Handelsblatt“. Etwa 21.000 Konten seien von der Maßnahme betroffen.
Die Notenbank bestätigte den Schritt auf Anfrage. „Wir können bestätigen, dass die Bundesbank entschieden hat, das Mitarbeitergeschäft mit den Personalkonten einzustellen“, teilte eine Sprecherin mit.
Beschäftigte der Bundesbank haben seit jeher Anspruch auf ein kostenloses Girokonto und ein Wertpapierdepot. Das gilt auf Lebzeiten, auch im Ruhestand. Viele Betroffene sind längst pensioniert.
Dem Bericht zufolge genügten die Konten und Depots nicht mehr aktuellen Standards und müssten dringend modernisiert werden. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel (60) hatte die Kosten für eine Modernisierung laut „Handelsblatt“ im Sommer 2024 auf einen größeren zweistelligen Millionenbetrag beziffert.
Kündigung sorgt für Ärger in Belegschaft
Intern stieß die Kündigung der Konten und Depots dem Bericht zufolge auf scharfe Kritik. Das „Handelsblatt“ zitiert Personalvertreter, die den Vorstand im Intranet heftig kritisieren. Die Bundesbank-Spitze habe „Gespräche zur Suche nach einer einvernehmlichen und selbstbestimmten Lösung“ zu den Personalkonten verweigert, hieß es.
Die Kündigungen sollen dem Bericht zufolge spätestens bis zum Ende einer Übergangsphase Mitte 2029 wirksam werden. In der Zwischenzeit müsse die Bundesbank Partnerschaftsangebote von Geschäftsbanken einholen und den Kontoinhabern vorstellen. Zudem stelle die Bundesbank Betroffenen Kontowechselhilfen in Aussicht.
Zu Details wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Die Inhalte der Beratungen in der Einigungsstelle unterlägen der Verschwiegenheit. „Einzelne Schritte und Einzelheiten zur Umsetzung der Entscheidung werden in den kommenden Monaten erarbeitet.“
Im Frühjahr hatte Nagel bereits entschieden, die legendäre Zentrale im Frankfurter Norden aufzugeben. Eigentlich sollte der asbestverseuchte Betonbau saniert werden, doch die Kosten liefen aus dem Ruder. Nach Informationen des manager magazins beschäftigt die Bundesbank nach wie vor mehr als 100 Mitarbeiter, die teils eigens für den Umbau eingestellt worden waren. Was mit ihnen passieren soll, ist nach wie vor unklar.