Der Tag im Überblick Letzter Anlauf für den Smart, Brose-Drama und neuer Job für Isabel Schnabel

Der Autozulieferer Brose mit seinem ewigen Wiedergängerchef Michael Stoschek (78) hat dem manager magazin schon jede Menge Schlagzeilen beschert. Mittlerweile ist dort – so sieht es zumindest derzeit aus – nun wirklich sein Sohn Maximilian (48) am Zug.

Noch schreibt das Unternehmen Gewinne, wie mein Kollege Christoph Seyerlein mit Verweis auf bislang unbekannte Zahlen berichtet. Doch das wegbrechende Auto- und Chinageschäft führt bereits zu massiven Problemen. Bei Brose in Coburg hängen allein 40 Prozent des Umsatzes an Volkswagen. Neue Geschäftsfelder müssen her, und zwar schnell. Womöglich in der Robotik, in der Satelliten- oder sogar Drohnenherstellung. Und ein neues Mindset, das die Mutlosigkeit vertreibt, am besten gleich noch mit .

Zeitenwende: Die Brose-Gesellschafter Maximilian (o.) und Michael Stoschek

Fotos [M]: manager magazin; Brose; Daniel Vogl / dpa / picture alliance; Daniel Vogl / dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Zu Beginn des Besuchs von Chinas Staatschef Xi Jinping (73) bei US-Präsident Donald Trump (80) haben die USA und China ihren Handelskrieg um weitere zwei Monate ausgesetzt. Wäre die Einigung ausgelaufen, hätte China Exportkontrollen auf seltene Erden ausgeweitet. Mit schmerzhaften Konsequenzen auch für Europa.

  • Der Automarkt in der EU ist leicht gewachsen. Deutsche Hersteller profitierten von der Erholung allerdings deutlich weniger als die Konkurrenz aus China. Deren Marktanteil beträgt inzwischen knapp 10 Prozent, während der Anteil der deutschen Hersteller auf 41 Prozent absackte.

  • Ein autonomer KI-Agent des US-Unternehmens OpenAI hat in Australien ein Regierungsportal mit Gesundheitsdaten gehackt. Premierminister Anthony Albanese (63) ist darüber sehr verstimmt – auch weil es drei Monate dauerte, bis OpenAI den Vorfall kommunizierte – per E-Mail an ein öffentliches Postfach.

Die Umsteiger des Tages:

  • EZB-Direktorin Isabel Schnabel (55) tritt ​vorzeitig ab und wird zum Internationalen Währungsfonds (IWF) ‌wechseln. Ab Januar 2027 wird die deutsche Ökonomin die Abteilung Geld- und Kapitalmärkte beim IWF leiten. Schnabels achtjährige ⁠Amtszeit ⁠bei der EZB endet eigentlich erst Ende 2027. Ihre Nachfolge im Direktorium der Zentralbank ist noch offen.

Wechselt von der EZB zum IWF: Isabel Schnabel

Foto: Bloomberg / Getty Images
  • Auch Mark Zuckerberg wagt sich in ein neues Geschäftsfeld. Dass die Konkurrenten Apple und Google über ihre Betriebssysteme und App-Shops gewissermaßen auch zum Gatekeeper für Meta geworden sind, wurmt den 42-Jährigen seit Jahren. Nun startet der Meta-Chef einen neuen Anlauf, selbst auf direkte Tuchfühlung mit seinen Kunden zu gehen: mit einer neuen Audioversion seiner Smartbrillen – und einer Art KI-Tamagotchi für den Schlüsselbund namens Muse Charm.

Hosentaschenformat: Meta-Chef Mark Zuckerberg mit dem neuen Gerät „Muse Charm“

Foto: Carlos Barria / REUTERS

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Mai Thi Nguyen-Kim (39) hat in Harvard und am MIT geforscht. Mittlerweile erklärt sie als Wissenschaftsjournalistin die Welt. Sie hat auch für Führungskräfte ein paar Weisheiten parat: Wie man Menschen überzeugt, zu denen man eigentlich keinen Draht hat. Warum Argumente nicht immer reichen. Und wie man in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie Inhalte verkaufen muss. All das hat sie meiner Harvard-Business-manager-Kollegin Sara Mously in einem Interview dargelegt.

Meine Empfehlung für den Abend:

Letzte Hoffnung: Der Smart #2 soll die Marke retten

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  • „Its coming back.“ Mit bunten Wandmalereien im Street-Art-Style bewirbt Smart seit Wochen in Großstädten wie Berlin oder Paris die Wiedergeburt des Kleinstwagens. Der Winzling, heute heißt er #2 statt Fortwo, soll am 12. Oktober bei der Paris Motor Show seine Weltpremiere feiern. Er fährt rein elektrisch, bleibt Zweisitzer. Und: Er muss die Marke retten, schreibt mein Kollege Franz Anko-Hubik. Was sich die Macher erhoffen, wie es tatsächlich um das Kleinstwagensegment, die Marke Smart sowie den Mini von BMW steht und wie sich die Autokonzerne in der Vergangenheit verpokert haben, erfahren Sie hier : eine lesenswerte „cautionary tale“ für den Feierabend.

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