Apples Millionengehälter Ex-CEO Tim Cook verdient fast so viel wie Nachfolger John Ternus

Apple hat seinem ehemaligen CEO Tim Cook (65) für seine neue Rolle als Executive Chairman ein Vergütungspaket in Höhe von 47 Millionen Dollar (40,5 Millionen Euro) geschnürt. Das teilte der Konzern am Dienstag in einer Pflichtmitteilung mit. Somit rangiert Cooks neuer Lohn nur knapp unter dem seines Nachfolgers auf dem Stuhl des Vorstandsvorsitzenden, John Ternus (51). Der ehemalige Leiter von Apples Hardware-Sparte erhält ein Paket im Umfang von 58 Millionen Dollar.

Cooks Jahresgrundgehalt wurde von Apple auf 2 Millionen Dollar festgesetzt. Hinzu kommen Aktien im Wert von 45 Millionen Dollar. Im Vergleich zu seiner Vergütung als CEO im Jahr 2025 entspricht das einer Kürzung von 20 Prozent. Laut der „Financial Times“ könnten jedoch noch Boni und andere Vergütungsbestandteile, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden, hinzukommen.

Das Grundgehalt von Ternus beträgt 3 Millionen Dollar, zudem erhält der CEO ein jährliches Aktienpaket in Höhe von 55 Millionen Dollar, dessen Ausschüttung leistungsabhängig sei, wie Apple mitteilte. Ternus folgte am Dienstag als CEO auf Cook, der der direkte Nachfolger des Apple-Mitgründers Steve Jobs war. Er ist erst der dritte Vorstandsvorsitzende von Apple in diesem Jahrhundert.

Ternus übernimmt mit Apple einen Konzern in Bestform, der zugleich vor großen Problemen steht . Wie er die anstehende Transformation Apples zu einem KI-Konzern und die geopolitischen Herausforderungen im Umgang mit China meistern wird, dürfte in den kommenden Jahren das Maß für seinen Erfolg als Apple-CEO sein.

Wie stark wird sich Cook operativ einbringen?

Cook wird Ternus dabei offenbar weiterhin zur Seite stehen. Analysten an der Wall Street werteten die Höhe seines Gehalts als Bestätigung dafür, dass Cook seinen Nachfolger operativ stärker unterstützen werde, als bislang angenommen und weniger als Verwaltungsratsmitglied mit eher distanzierter Funktion agieren werde.

Die Position des Executive Chairman – eines geschäftsführenden Verwaltungsratschefs – wurde eigens für Cook geschaffen. Der langjährige Verwaltungsratsvorsitzende Arthur Levinson (76) wechselte am Dienstag in die Rolle des Lead Independent Director, also des unabhängigen Leiters des Verwaltungsrats. Für das Geschäftsjahr 2025 erhielt Levinson lediglich 557.231 Dollar.

Der Politik-Versteher: Apples Ex-CEO Tim Cook baute enge Beziehungen zu den Regierungen in Washington und Peking auf, hier schüttelt er die Hand von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Foto: Jonathan Ernst / REUTERS

Apple hatte zuvor erklärt, Cook werde das Unternehmen „bei bestimmten Aufgaben unterstützen, unter anderem bei der Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt“. Während der 15-jährigen Amtszeit Cooks baute er enge Beziehungen zu den Regierungen in Washington und Peking auf und wurde zu einer weltweit bekannten Persönlichkeit.

Eine seiner größten Leistungen war es, Apple – als amerikanisches Unternehmen, das stark von der Produktion in China abhängig ist – durch die komplexe weltpolitische Gemengelage aus Handelskriegen und Zollkonflikten zu steuern. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg während seiner Zeit an der Unternehmensspitze um mehr als 2000 Prozent.

Ternus arbeitet seit 25 Jahren bei Apple und ist, anders als Cook, eigentlich Hardware-Ingenieur. An seinem ersten Arbeitstag wandte er sich mit einer Nachricht an die Beschäftigten. Darin dankte er Cook und zeigte sich erfreut darüber, dass dieser dem Unternehmen als Executive Chairman erhalten bleibt.

„Es ist mir eine Ehre, diese Aufgabe in dem Bewusstsein zu übernehmen, dass dies wirklich das großartigste Unternehmen der Welt ist. Ich freue mich riesig auf alles, was vor uns liegt“, schrieb Ternus in einer Nachricht an die Mitarbeiter, die der „FT“ vorliegt.

Ternus kündigt einen „riesigen“ und „phänomenalen“ Produktstart an

Für die kommende Woche kündigte Ternus einen „riesigen“ und „phänomenalen“ Produktstart an – am 9. September steht sein erster größerer öffentlicher Auftritt als Vorstandschef bei der traditionellen September-Keynote von Apple an. Das Unternehmen dürfte dort ein neues faltbares Smartphone vorstellen. Zudem erklärte er, er freue sich auf „die unglaublichen Produkte, die sich bereits in der Entwicklung befinden – und auf jene, die wir uns noch gar nicht vorgestellt haben“.

Laut „FT“ liegt Cooks Vergütungspaket am oberen Ende dessen, was Executive Chairmen großer US-Unternehmen erhalten. James Gorman (68) von Morgan Stanley bekam demnach 2024 eine Vergütung von 27 Millionen Dollar, als er die Führung an seinen Nachfolger Ted Pick (57) übergab, der 34 Millionen Dollar erhielt. Der Vorstandschef von Mastercard, Ajay Banga (66), musste eine ähnlich deutliche Gehaltskürzung hinnehmen: Als er Ende 2020 von der CEO-Stelle zur Chairman-Funktion wechselte, sank seine Vergütung um 37 Prozent auf 17 Millionen Dollar.