Der Tag im Überblick Siemens Energy hadert mit Abspaltung, Manager schwitzen in Sandhurst

Die geplante Abspaltung der Industriesparte von Siemens Energy löste Euphorie aus und beflügelte den Aktienkurs des Dax-Superstars. Die Chefin der besagten Sparte, Anne-Laure de Chammard (44), hatte vor wenigen Tagen intern ihren bisher wohl wichtigsten Auftritt. Gemeinsam mit CEO Christian Bruch (56) erklärte de Chammard vor dem 20-köpfigen Kontrollgremium, warum die Einheit mit 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Beschäftigten als eigenständige Firma besser dran wäre.

Aber sie konnten nicht alle überzeugen, bei Aufsichtsrat und Betriebsrat bleiben Fragen und Zweifel. Bis zum 25. August, so der Auftrag der Räte, sollen de Chammard und Bruch erst einmal alternative Konzepte prüfen, etwa für einen Verbleib der Sparte im Konzern – komplett oder teilweise. Kann CEO Christian Bruch seine bislang höchst erfolgreiche Börsenstrategie, die auch die Zukunft der Windkraftsparte Gamesa betrifft, trotzdem durchsetzen? Mein Kollege Franz Anko-Hubik hat dazu exklusive Hintergrundinformationen gesammelt.

Orchestriert das Spaltungsprojekt „Voyager“: Energy-Vorständin Anne-Laure de Chammard

Foto: Matthias Balk / dpa / picture alliance

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Bei Tui herrscht keine ausgelassene Urlaubsstimmung: Irankrieg, Hitzewellen und wirtschaftliche Unsicherheiten führten dazu, dass der Gewinn des Reisekonzerns im dritten Quartal um 27 Prozent eingebrochen ist. Hoffnung ruht jetzt auf der Nachsaison: Die Buchungen würden langsam wieder anziehen.

  • Solide Zahlen hat dagegen der Marineschiffbauer TKMS vorgelegt. Die Auftragsbücher sind voll, vor allem bei der Elektroniksparte Atlas Electronics sowie bei Überwasserschiffen erwartet das Unternehmen starkes Wachstum. Thyssenkrupp hatte die Werfttochter Marine Systems im Oktober an die Börse ​gebracht, die Mehrheit aber ‌behalten.

Die Aufsteiger der Zukunft:

  • Abitur – und dann? Damit der Nachwuchs bei der Berufswahl möglichst auf Anhieb die richtige Entscheidung trifft, investieren Eltern viel Energie und manchmal auch die Summe eines Kleinwagens. Dann kommen Karrierecoaches ins Spiel: Das Geschäft mit der Unsicherheit ist äußerst lukrativ. Das Ziel der meist eintägigen Checks ist ganz unbescheiden: die passende Lebenslaufstrategie. Meine Kollegin Viola Keeve hat eine Abiturientin dabei begleitet .

Wer bin ich? Abiturientin Elisa sucht Antworten in den Aufgaben

Foto:

Jann Höfer / manager magazin (Ausschnitt)

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Dieser eine Kollege aus dem Marketing, der wäre perfekt für die neue Arbeitsgruppe. Oder die Kollegin aus der IT, die in ihrer Freizeit mit KI experimentiert, die hätten Sie gern für die eigene Abteilung. Aber wie können Sie intern abwerben, ohne es sich mit den anderen Führungskräften zu verscherzen? Tipps dafür gibt es beim Harvard Business manager: Wie Sie Ihren Kollegen einen Mitarbeiter ausspannen .

Meine Empfehlung für den Abend:

Strategiespieler: Ratingagenturchef Vivek Anand-Dattani versetzt sich bei der Planungsübung in die Rolle eines CEO in Zeiten von Ebola

Foto: Ossi Piispanen / manager magazin
  • Zum Abschluss ein etwas anderes Fitnessprogramm: Im weitläufigen Gelände der Royal Military Academy Sandhurst, Kaderschmiede des britischen Militärs bei London, können sich Managerinnen und Manager fit für fast jede Krise machen. Neben sportlichem Einsatz stehen im Führungskräfteprogramm „Future Leaders“ auch Strategieübungen auf dem Programm. Mein Kollege Sascha Zastiral war für uns einen Tag lang dabei. Und beobachtete, wie die Teilnehmer morgens bei Kniebeugen und Ausfallschritten schwitzten. Und am Nachmittag in Kleingruppen grübelten, wie sie als CEO einer fiktiven Firma auf einen Ebola-Ausbruch am wichtigsten Produktionsstandort reagieren: Management und Militär – wie Nachwuchs-CEOs gedrillt werden .

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