Der Tag im Überblick Notfallpläne der DWS und ein musikalischer Gewerkschaftsboss

Die Krise der Immobilienfonds hat nun auch die DWS um CEO Stefan Hoops (46) voll erfasst. Die Deutsche-Bank-Tochter kämpft seit Monaten mit massiven Mittelabflüssen, die Verkäufe von Fondsobjekten im schwierigen Marktumfeld erzwingen. Die Liquiditätsquote des DWS-Flaggschiffs „Grundbesitz Europa“ lag Ende August mit 5,8 Prozent nur noch knapp über dem gesetzlichen Minimum von 5 Prozent. Auch andere DWS-Fonds steuern auf den kritischen Schwellenwert zu.

Die Verantwortlichen bei der DWS diskutieren deshalb mittlerweile Notfalloptionen, wie meine Kollegen Hannes Breustedt und Katharina Slodczyk berichten. Auf dem Tisch: Strafgebühren und Rücknahmebeschränkungen. Auch die Volksbanken und Union Investment geraten nach einem neuen Urteil im Kontext eines Problemfonds weiter unter Druck.

Crunchtime: Die Immobilienfondskrise bringt DWS-Chef Stefan Hoops unter Druck

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Betty Laura Zapata / Bloomberg / Getty Images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Angesichts der hohen Spritpreise plant die Bundesregierung nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (70; CDU) kurzfristig eine finanzielle Entlastung der Verbraucher. Wie die aussehen soll, ist allerdings noch völlig unklar. Unter Experten ist sie hochumstritten.

  • Inflationssorgen und hohe Staatsschulden lassen die Renditen von Staatsanleihen weiter steigen. Zehnjährige US-Papiere rentieren bereits jenseits von 5 Prozent, so hoch wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Was zuletzt Hedgefonds anlockte. Auch in Deutschland steigen Renditen und Zinsen.

  • Russisches Geld, die Bahamas und mittendrin der Sohn des US-Präsidenten, der sich bombastische Hochzeitsfeierlichkeiten von einem putinnahen Oligarchen finanzieren lässt. In Vor-Trump-Zeiten hätte die detailreiche Recherche der US-Plattform Pro Publica einen waschechten Politskandal ausgelöst. Heute gerade einmal einen Instagram-Post mit einem Dank an den „lieben Freund“.

Die Aufsteigerin des Tages:

  • In Deutschland haben wahrscheinlich nur die wenigsten bislang etwas von Beth Barnes gehört. In den USA liegt die Sache ähnlich. Doch: Geht es nach dem Willen von Anthropic-Chef Dario Amodei (43), soll die Endzwanzigerin mit ihrer Non-Profit-Organisation METR künftig die großen KI-Konzerne kontrollieren, damit sie die Menschheit nicht in den Abgrund stoßen. Was es damit auf sich hat und wer bereits Sturm gegen Barnes läuft, lesen Sie hier.

Soll die führenden KI-Firmen überwachen: METR-Chefin Beth Barnes

Foto: Ulysses Ortega / The New York Times / Redux / laif

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Sie fühlen sich in letzter Zeit ziemlich gestresst? Damit sind Sie nicht allein. Laut einer Erhebung der Brunswick Group liegt das Stresslevel von Führungskräften derzeit über dem während der Pandemie. Wie Manager mit Stress umgehen, ist dabei sehr unterschiedlich. Die Harvard-Business-manager-Autoren Drew Keller und Jon Miller haben sechs verschiedene Stresstypen identifiziert . Und geben Tipps, wie man eigene Verhaltensmuster klug nutzt, um wirksamer und widerstandsfähiger zu führen.

Meine Empfehlung für den Abend:

„An diesem Erfolgsmodell zur Unzeit herumgepfuscht“: Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis kritisiert die Industriepolitik

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  • Dass in einem Interview mit einem Gewerkschaftschef mit „Stairway to Heaven“, „Dear Mr. President“ und „Halleluja“ gleich drei Songs vorkommen, könnte man schon mal als Anzeichen werten, dass es sich um ein eher ungewöhnliches Gespräch handelt, das meine Kollegen David Baldysiak und Claas Taatje mit IGBCE-Chef Michael Vassiliadis (62) geführt haben . Natürlich, das würde man schon eher erwarten, wird darin auch wieder geklagt: über missglückte Reformen, schlechte Kommunikation und die Verzweiflung, die Menschen in die Arme der AfD treibt. Aber nicht nur: Es geht auch um ein neues Geschäftsmodell für Deutschland, gelungene Klimapolitik und darum, wie die EU sich besser verteidigen kann. Nicht nur musikalisch interessanter Stoff.

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