Der Donnerstag im Überblick Kühne(s) Deals und schmutzige Geschäfte

Auch bei Klaus-Michael Kühne (89) ist nicht jedes Investment ein Volltreffer. Man denke an die halbe Milliarde Euro, die er bei Immobilien-Wunderwuzzi René Benko (49) versenkte. Oder die Millionen, die er in den einstigen Europapokalsieger der Landesmeister (1983, Sie erinnern sich sicherlich), den Hamburger Sportverein, pumpte. Entmutigen lässt sich der Patriarch davon nicht, im Gegenteil: Kühne agiert in den vergangenen Jahren wie im Kaufrausch. Unter dem Dach der Kühne Holding versammeln sich Anteile prominenter Unternehmen wie Brenntag, Flix oder der Lufthansa.

Unweigerlich stellt sich die Frage, was Kühne – einer der reichsten Deutschen – mit fast 90 Jahren eigentlich vorhat. Wozu soll diese Mini-Deutschland-AG, die er da zu formen scheint, gut sein? Mein Kollege Michael Machatschke hat sich auf Spurensuche im Kühne-Universum begeben und die wichtigsten Vertrauten des Milliardärs in der Schweiz getroffen. Die Antworten zum großen Kühne-Finale finden Sie hier .

Stets Herr des Hauses: Logistik-Tycoon Klaus-Michael Kühne in seiner Schweizer Firmenzentrale

Foto:

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Die Europäische Zentralbank ​hält den Leitzins trotz stark gestiegener Öl- und Lebensmittelpreise konstant. Damit bleibt der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bei 2,25 Prozent.

  • Googles Cloudgeschäft wächst rasant. Doch Anleger werden durch hohe KI-Investitionen verschreckt. Google brauchte erstmals seit dem Börsengang seine Barmittel auf. Hinzu kommt Ärger aus Brüssel. Die EU verhängt gegen Google eine Strafe von 890 Millionen Euro.

  • Geldgeber, darunter die Deutsche Bank, wollen Varta zerschlagen: Das Geschäft mit Haushaltsbatterien soll herausgelöst werden. Was hinter dem Kurswechsel steckt, lesen Sie hier.

  • Mercedes droht Ärger in den USA. US-Senatoren diskutieren über ein Verkaufsverbot. Hintergrund sind die Beteiligungen des chinesischen BAIC-Konzerns sowie des Geely-Gründers Li Shufu (63) an dem Autobauer. Und ansonsten läuft es bei Mercedes auch nicht rund: Wie Ola Källenius den Autobauer zum Reparaturfall macht.

  • Und noch mal Geely: Ford verbündet sich mit den Chinesen. Der US-Hersteller will dadurch die Kosten bei seinen Elektroautos senken. Die Chinesen erhoffen sich besseren Zugang zum EU-Markt.

Der Absteiger des Tages:

  • Als Politiker ist Ex-Finanzminister Christian Lindner (47) gescheitert. Jetzt versucht er sich als Automanager. Lindner und Autos, das sollte doch eigentlich passen. Selten hat der Ex-FDP-Chef eine Gelegenheit ausgelassen zu erzählen, dass er ein großer Auto-, insbesondere Porsche-Fan ist. Mittlerweile ist er unter die Gebrauchtwagenhändler gegangen. In wenigen Monaten soll er beim Auto-Discounter Autoland den Vorstandsvorsitz übernehmen. Bis 2030 will Lindner den Umsatz auf 2 Milliarden Euro verdoppeln. Wachstumshebel soll der Onlinevertrieb sein. Im Zentrum des Plans: die frisch zugekaufte Plattform Auto.de. Doch um diese tobt ein erbitterter Rechtsstreit. Die Recherche meines Kollegen Caspar Schlenk lesen Sie hier .

Autoverkäufer auf Onlinekurs: Ex-Minister Christian Lindner (l.) und Autoland-Gründer Wilfried Wilhelm Anclam wollen Auto.de groß machen

Foto:

Was Ihnen im Unternehmen weiterhilft:

  • Stellen Sie sich vor, der Produktionsleiter eines Industrieunternehmens möchte ganz anders führen als sein Vorgänger: mit mehr Eigenverantwortung. Doch seine Leute ziehen nicht mit. Immer wieder muss er eingreifen. Was macht er falsch? Antworten auf dieses Szenario finden Sie in unserer neuen Fallstudie.

Meine Empfehlung für den Abend:

„Maus, es geht wieder los“: Die Kaulitz-Brüder zeigen sich in der dritten Netflix-Staffel erneut mit extravaganten Outfits

Montage: manager magazin Fotos [M]: Netflix

  • Die Fußball-WM ist vorbei. Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen seichten Abendprogramm sind, habe ich einen Tipp für Sie: Heute startet auf Netflix die dritte Staffel von „Kaulitz & Kaulitz“. Die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz (35) bieten den gewohnten Dreiklang aus Dauergrinsen, Dauerwerbung und Dauergeplauder. Meine Kollegin Maren Jensen hat sich das Millionenbusiness rund um die Kaulitz-Brüder genauer angeschaut – und wie sie ihr Netzwerk nutzen, um omnipräsent zu sein. Den Deep Dive in das verzweigte Kaulitz-Firmennetzwerk lesen Sie hier .

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter [email protected] .

Diesen Newsletter finden Sie auch auf unserer Website.