Kurz vor Mehrheit Großaktionär Frasers stockt Anteile an Hugo Boss auf

Der Großaktionär Frasers Group hat seinen Anteil an Hugo Boss weiter aufgestockt. Frasers habe seine Beteiligung an dem Modekonzern auf 47,89 Prozent ausgebaut, teilten die Briten am Dienstag mit. Sie versuchen bereits seit Mitte Juni das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Angebots bewertete Frasers das MDax-Unternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro. Die Hugo-Boss-Aktie reagierte mit leichten Verlusten.

Die Konditionen hielt das Management von Hugo Boss zwar für nicht ausreichend. Offenbar gelingt es Frasers aber trotzdem, weitere Anteile einzusammeln. Die zusätzliche Annahmefrist lief bis zum 13. August. Die EU-Komission hat der Übernahme zugestimmt. Frasers ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley (61) steckt.

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Ergebnis sinkt

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht.

Hugo Boss befindet sich derzeit in einer Neuausrichtung. Das Unternehmen hatte im Dezember vergangenen Jahres angekündigt, das Sortiment und den Vertrieb in ‌den nächsten drei Jahren grundlegend umzubauen und dafür 2026 sinkende Umsätze und Gewinne in Kauf zu nehmen. Danach verspricht Konzernchef Daniel Grieder (64) rasantes Wachstum. Mitten in der Neuausrichtung verließ dabei Amerikachef Stephan Born das Unternehmen, wie das manager magazin recherchierte.