Gesundheitsversorgung : Kassenärzte-Chef hält Facharzttermine von innerhalb einer Woche für möglich
Endlich zügiger einen Facharzttermin erhalten? Kassenärzte-Chef Gassen fordert dies für „objektiv medizinisch dringende“ Fälle. Eine generelle Garantie für Facharzttermine sieht er hingegen kritisch.
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen hat sich für schnellere Facharzttermine in medizinisch dringenden Fällen ausgesprochen, lehnt eine allgemeine gesetzliche Termingarantie jedoch ab. Denkbar sei eine schnelle Terminvermittlung für objektiv medizinisch dringende Termine mit einer entsprechenden Vergütung für die Praxen, sagte Gassen der „Bild“ (Samstag).
Das sei unter diesen Bedingungen „in der Regel innerhalb einer Woche darstellbar“, ergänzte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
Laut Gassen könnte damit Patienten in besonders dringenden Fällen schneller geholfen werden. Die Zahl solcher Termine würde „wohl für die, beispielsweise durch eine als dringende begründete hausärztliche Überweisung oder durch die 116.117 so eingestuften Fälle ausreichen, da wirklich dringende Termine den kleineren Teil des Versorgungsgeschehens betreffen“.
Medizinische Notwendigkeit ist maßgeblich
Eine generelle Garantie für Facharzttermine sieht Gassen hingegen kritisch. Eine pauschale gesetzliche Termingarantie sei nicht umsetzbar, weil es dafür keine Kapazitäten gebe. Maßgeblich sei die medizinische Notwendigkeit.
Nach Angaben der Bundesregierung lag die Wartezeit für gesetzlich Versicherte in Facharztpraxen 2024 im Schnitt bei 42 Tagen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte sich bereits im März für einen gesetzlichen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt ausgesprochen.