Business-Ticker : Millionen-Geldbuße gegen Reifenunternehmen

Mehrere Händler und Importeure haben illegale Preisabsprachen getroffen.dpa

Bitburger profitiert von Fußball-WM +++ HHLA senkt Prognose +++ Amazon erhöht Einstiegslohn +++ Oettinger-Brauerei braucht schon wieder neuen Chef +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Bitburger profitiert von Fußball-WM

Der Biersponsor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft sehr zufrieden: „Wir haben von der WM profitiert“, teilte die Braugruppe mit. Das Turnier habe im Juni für „spürbar positive Impulse“ gesorgt. Bitburger hat demnach im Juni im Handel 28 Prozent mehr Bier verkauft. Auch das Exportgeschäft in Nordamerika habe profitiert. Erstmals habe Bitburger in den Vereinigten Staaten mehr als 1000 Fassbierkunden. Bitburger ist seit 2025 wieder Sponsor der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Andere Vertreter der Bierbranche äußerten sich deutlich zurückhaltender. Die Großbrauerei Veltins bezeichnete die Fußball-Weltmeisterschaft als „Flop“ für die deutschen Brauereien. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes Holger Eichele sagte lapidar: „Von der Fußball-WM hatten wir nichts erwartet, und wir wurden auch nicht enttäuscht."

Millionen-Geldbuße wegen Preisabsprachen von Reifenunternehmen

Das Bundeskartellamt hat gegen drei Unternehmen Geldbußen von insgesamt 11,9 Millionen Euro verhängt, weil sie die Preisbildung beim Vertrieb von Reifen der Marken Maxxis und CST auf dem deutschen Markt unerlaubt eingeschränkt haben sollen. Die Absprachen seien über sogenannte Margengarantievereinbarungen getroffen worden. Das teilte die Bonner Behörde am Dienstag mit. Betroffen sind eine Einzelperson, das Unternehmen Maxxis aus dem schleswig-holsteinischen Dägeling, das Reifen des taiwanesischen Herstellers Cheng Shin Rubber importiert, sowie die Reifengroßhändler B4T Berlin und Reifen Müller aus dem unterfränkischen Hammelburg und eine Einzelperson. In den Vereinbarungen sei den Großhändlern eine bestimmte Marge je verkauftem Reifen zugesichert worden.

„Vertikale Preisbindungen gehen regelmäßig zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. „Sie führen häufig dazu, dass überhöhte Preise gezahlt werden müssen.“ Die Praktiken seien schon seit Anfang der 1970er Jahre verboten. Sie seien dann kartellrechtswidrig, „wenn sie – wie hier – Vorgaben für die Verkaufspreise der Händler enthalten und damit deren Preissetzungsfreiheit einschränken“. Die Bußgeldbescheide sind allerdings noch nicht rechtskräftig und ein Einspruch noch möglich.

JPMorgan holt M&A-Experten von der Deutschen Bank

Die US-Investmentbank JPMorgan bekommt ​eine neue Doppelspitze für ihr Geschäft mit ⁠Fusionen und Übernahmen in Deutschland und Österreich. Henrik Jansen, der bisher Kunden aus dem ‌Telekom-, Medien- und Technologiesektor (TMT) beraten hatte, steigt in die Rolle des Co-Chefs für Mergers & Acquisitions (M&A) ‌auf, wie ‌aus einer internen Mitteilung von Europa-M&A-Chef Cassander Verwey hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

Jansen ​war 2019 zu JPMorgan ⁠gekommen, vorher hatte er für Credit Suisse und Goldman Sachs gearbeitet. ​Im Laufe des Jahres werde zudem ⁠Simon Schneider zur Bank ‌stoßen, der gleichberechtigt mit Jansen Co-Chef M&A wird. Er arbeitet derzeit für die ⁠Deutsche Bank, wo er ⁠sich um Kunden aus der Finanzinvestoren-Branche ⁠kümmert. Er war ​vor ⁠fünf Jahren – ebenfalls ​von der Credit Suisse – zur Deutschen Bank ‌gewechselt.

Jansen ​war 2019 zu JPMorgan ⁠gekommen, vorher hatte er für Credit Suisse und Goldman Sachs gearbeitet. ​Im Laufe des Jahres werde zudem ⁠Simon Schneider zur Bank ‌stoßen, der gleichberechtigt mit Jansen Co-Chef M&A wird. Er arbeitet derzeit für die ⁠Deutsche Bank, wo er ⁠sich um Kunden aus der Finanzinvestoren-Branche ⁠kümmert. Er war ​vor ⁠fünf Jahren – ebenfalls ​von der Credit Suisse – zur Deutschen Bank ‌gewechselt.

US-Richterin legt Warner-Übernahme für zwei Wochen auf Eis

Nach der Klage von zwölf US-Bundesstaaten wird die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount für zunächst zwei Wochen per Gerichtsbeschluss ausgesetzt. In dieser Zeit soll über die von den Bundesstaaten angestrebte längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals verhandelt werden.

Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin konnten sie zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten – was eine zeitweise Aussetzung der Fusion rechtfertige. Die US-Regierung hatte zuvor den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt.

Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin konnten sie zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten – was eine zeitweise Aussetzung der Fusion rechtfertige. Die US-Regierung hatte zuvor den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt.

Hamburger ​Hafenkonzern HHLA kassiert seine Prognose

Der Hamburger ​Hafenkonzern HHLA senkt seine Umsatz- ⁠und Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Containerterminals ‌hätten zu stärkeren operativen Beeinträchtigungen geführt als erwartet, teilte das von ‌der Stadt ‌Hamburg und der weltgrößten Reederei MSC kontrollierte Unternehmen am Montag mit. ​

Auch die Auswirkungen ⁠des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht ​mehr vollständig kompensieren. Für den ⁠Teilkonzern Hafenlogistik wird nunmehr ‌ein weniger starker Umsatzanstieg erwartet, auch das operative Betriebsergebnis (Ebit) ⁠soll mit 135 ⁠bis 155 (zuvor: 160 bis 180) ⁠Millionen ​Euro ⁠geringer ausfallen als ​bisher erwartet.

Auch die Auswirkungen ⁠des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht ​mehr vollständig kompensieren. Für den ⁠Teilkonzern Hafenlogistik wird nunmehr ‌ein weniger starker Umsatzanstieg erwartet, auch das operative Betriebsergebnis (Ebit) ⁠soll mit 135 ⁠bis 155 (zuvor: 160 bis 180) ⁠Millionen ​Euro ⁠geringer ausfallen als ​bisher erwartet.

Oettinger-Brauerei braucht schon wieder neuen Chef

Die Großbrauerei Oettinger muss sich nach wenigen Monaten abermals einen neuen Geschäftsführer suchen. Wie das Unternehmen berichtet, hat sich Thilo R. Pomykala entschieden, sein Amt als Chef der Geschäftsführung der Brauerei im schwäbischen Oettingen niederzulegen. Die Entscheidung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen mit der Gesellschafterfamilie. "Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Ausrichtung des Unternehmens", hieß es zur Begründung. Es sei bereits die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin eingeleitet.

Pomykala hatte erst im April den Posten übernommen, nachdem der vorhergehende Unternehmenschef Stefan Blaschak nach drei Jahren bei Oettinger seinen Vertrag auslaufen ließ und nicht verlängerte. Zu der Geschäftsführung des Unternehmens gehört auch Inhaberin Pia Kollmar, die die Bereiche Finanzen und Strategie verantwortet.

Dritte Geschäftsführerin ist Dominika Steinberg, die unter anderem für die Produktion zuständig ist. Das Familienunternehmen hat rund 700 Beschäftigte und produziert außer am Stammsitz in Bayern auch in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen.

Laut einer Statistik des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg war der Bierausstoß von Oettinger im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 674 Millionen Liter gesunken. Damit ist das Unternehmen nach Bierausstoß weltweit die Nummer 32, innerhalb Deutschlands die Nummer vier hinter Radeberger, Paulaner und der TCB Beteiligungsgesellschaft, zu der unter anderem Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen und die Gilde Brauerei gehören. (dpa-AFX)

Thyssen-Tochter TK Accelis setzt sich neue Umsatz- und Gewinnziele

Die Thyssenkrupp-Werkstoff-Handelstochter TK Accelis will nach ihrem angestrebten ​Börsengang den Umsatz steigern und profitabler arbeiten. Accelis strebe mittelfristig ⁠ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent an und wolle bei der Gewinnmarge (bereinigte Ebitda-Marge) vier bis fünf Prozent erreichen, teilte das ‌Unternehmen in einer im Internet veröffentlichten Präsentation für seinen Kapitalmarkttag am Montag mit. Chancen für eine weitere Expansion sehe die Thyssenkrupp-Tochter vor ‌allem in ‌Nordamerika. Auch Zukäufe seien möglich, um das Wachstum zu stützen.

Die Tochter TK Accelis (bisher Thyssenkrupp Materials Services), soll an die Frankfurter Börse gebracht werden. ​Die Thyssenkrupp-Aktionäre bekommen dabei zu je ⁠20 ihrer Aktien eine TK-Accelis-Aktie zusätzlich. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent der Anteile. Über die ​Transaktion sollen die Thyssenkrupp-Aktionäre am 7. August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. ⁠Materials Services war ‌im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die den Handel mit und die Verarbeitung von Materialien wie ⁠Stahl und ⁠Kunststoffen umfasst, beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter.

Die Tochter TK Accelis (bisher Thyssenkrupp Materials Services), soll an die Frankfurter Börse gebracht werden. ​Die Thyssenkrupp-Aktionäre bekommen dabei zu je ⁠20 ihrer Aktien eine TK-Accelis-Aktie zusätzlich. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent der Anteile. Über die ​Transaktion sollen die Thyssenkrupp-Aktionäre am 7. August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. ⁠Materials Services war ‌im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die den Handel mit und die Verarbeitung von Materialien wie ⁠Stahl und ⁠Kunststoffen umfasst, beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter.

Teures Kerosin kostet Ryanair viel Gewinn – Aktienkurs sackt ab

Der Anstieg der Kerosinpreise infolge des Irankriegs hat dem Billigflieger Ryanair überraschend viel Gewinn gekostet. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2026/27 sank der Überschuss im Jahresvergleich um gut ein Drittel auf 538 Millionen Euro. Um die Kunden anzulocken, verkauft Ryanair Flugtickets auch für den Sommer trotzdem günstiger als im Vorjahr. An der Börse kamen die Neuigkeiten vom Montagmorgen schlecht an.

Die Ryanair-Aktie verlor in Dublin zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 24,11 Euro. Damit wurde sie rund 18 Prozent billiger gehandelt als noch zum Jahreswechsel, allerdings noch deutlich teurer als zu den Tiefständen vom April und Mai. Analysten zeigten sich von dem jüngsten Gewinneinbruch negativ überrascht. Sie hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.

Europas größte Billigfluggesellschaft hatte zwar 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Der Preis für die restlichen 20 Prozent habe sich aber mehr als verdoppelt, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. Daher konnte die Gesellschaft den Kostenanstieg nicht ausgleichen, zumal die Kundschaft wegen der allgemeinen Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten beim Buchen eher zögert.

Die Ryanair-Aktie verlor in Dublin zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 24,11 Euro. Damit wurde sie rund 18 Prozent billiger gehandelt als noch zum Jahreswechsel, allerdings noch deutlich teurer als zu den Tiefständen vom April und Mai. Analysten zeigten sich von dem jüngsten Gewinneinbruch negativ überrascht. Sie hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.

Europas größte Billigfluggesellschaft hatte zwar 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Der Preis für die restlichen 20 Prozent habe sich aber mehr als verdoppelt, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. Daher konnte die Gesellschaft den Kostenanstieg nicht ausgleichen, zumal die Kundschaft wegen der allgemeinen Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten beim Buchen eher zögert.

Amazon erhöht Einstiegslohn an vielen Standorten auf 17 Euro je Stunde

Der amerikanische Internetkonzern Amazon will seinen Beschäftigten in der Logistik in Deutschland ​ab September mehr Lohn zahlen. Dann würden die Einstiegslöhne für Logistikjobs in Deutschland ⁠von derzeit durchschnittlich 16 Euro auf im Mittel 16,66 Euro brutto pro Stunde und mehr steigen, kündigte Amazon am Montag an. An 40 Standorten liege der Einstiegslohn ab ‌September bei mindestens 17 Euro. In den vergangenen fünf Jahren seien die Einstiegslöhne damit um rund 29 Prozent gestiegen. Die Erhöhung betreffe 23 Logistikzentren, neun Sortierzentren und ‌mehr als 70 Verteilzentren. Die ‌Gespräche mit den Betriebsräten haben dem Unternehmen zufolge begonnen.

"Mit einem durchschnittlichen Einstiegslohn von 16,66 Euro pro Stunde deutschlandweit und nirgends unter 16,22 Euro investieren wir weiter in wettbewerbsfähige Vergütung und langfristige ​Karrieremöglichkeiten", erklärte Amazon-Deutschlandchef Rocco ⁠Bräuniger der Nachrichtenagentur Reuters. Amazon beschäftigt in Deutschland mehr als 40.000 Menschen, den Löwenanteil davon in der Logistik. Der Konzern baut zudem ​seine Präsenz in Deutschland weiter aus. Bis Ende 2026 soll ein neues Logistikzentrum in Zweibrücken mit rund ⁠1000 Arbeitsplätzen eröffnen. Auch ‌entstehen im laufenden Jahr fünf neue Verteilzentren.

Amazon liegt in Deutschland seit Jahren mit der Gewerkschaft Verdi im Streit. Verdi fordert, dass der US-Konzern die Flächentarifverträge für den Handel anerkennt ⁠und unterstreicht dies immer ⁠wieder mit Protesten. „Dass Amazon jährliche Lohnerhöhungen eingeführt hat, ist der Entschlossenheit der Beschäftigten zu verdanken, die ⁠seit ​nunmehr zwölf ⁠Jahren für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpfen", ​sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. „Trotz der Lohnerhöhungen bleibt es dabei: Die ‌Beschäftigten fordern rechtsverbindliche Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und Verhandlungen auf Augenhöhe", unterstrich sie. Amazon ​betont dagegen immer wieder, Bezahlung, Zusatzleistungen und Karrierechancen in ​dem Unternehmen seien „exzellent". 

Mieten steigen um vier Prozent

Wohnungsmieten sind einer Studie zufolge im Frühjahrsquartal deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten zogen bundesweit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ​an, wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht, über die der Finanzdienst Reuters berichtet. Zum Vergleich: Die ⁠allgemeine Inflationsrate lag trotz infolge des Iran-Kriegs stark gestiegener Energiepreise mit rund 2,6 Prozent deutlich niedriger. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.

„Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus", erklärten die Autoren Pekka Sagner und ‌Michael Voigtländer. Hier habe der Zuwachs bei 4,9 Prozent gelegen. Im Umland dieser Städte fiel das Plus mit 3,9 Prozent ebenfalls kräftig aus. In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf fiel das Plus mit 2,9 Prozent geringer aus.

Die Angebotsmieten stiegen in ‌nahezu allen Großstädten deutlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Köln ‌mit 7,9 Prozent. Auch Hamburg mit 5,5 Prozent, Leipzig mit 5,4 Prozent und Essen mit 5,0 Prozent wiesen eine hohe Dynamik auf. In Dortmund legten die Mieten um 4,7 Prozent zu, in Düsseldorf und München um 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Moderater fielen die Zuwächse in Frankfurt am Main mit 2,9 Prozent aus. ​Stuttgart und Berlin liegen mit 0,9 und ein Prozent deutlich unter dem Durchschnitt ⁠der übrigen Städte.

Gestiegen sind auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal legten die ​Preise um 0,2 beziehungsweise ein Prozent zu. "Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden", betonten Sagner und Voigtländer.

Regional nimmt die Differenzierung zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge ⁠in den ‌Top-7-Städten, während die übrigen Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Bei den Kaufpreisen reicht die Jahresentwicklung von einem Plus von fünf Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München.

Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gestiegen, fanden die Forscher heraus: Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu ⁠doppelt so ⁠viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. "Das ist vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des ⁠Wohnungsbestands", hieß es.

Das Mietangebot bleibt dagegen ​vielerorts deutlich reduziert: ⁠Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter ​dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare ‌Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig aber weiterhin deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück, so das ​IW.

Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem ​Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional ​sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.

Das Mietangebot bleibt dagegen ​vielerorts deutlich reduziert: ⁠Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter ​dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare ‌Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig aber weiterhin deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück, so das ​IW.

Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem ​Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional ​sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.

Bafin verhängt Geldbuße gegen Teamviewer

Die ​Finanzaufsicht Bafin hat eine Geldbuße ⁠gegen das schwäbische Softwareunternehmen Teamviewer wegen Insiderinformationen im Zusammenhang mit ‌einer Cyberattacke verhängt. Gegen Teamviewer sei am 16. Juli eine ‌Buße ‌in Höhe von 240.000 Euro festgesetzt worden, teilte die ​Behörde am ⁠Montag mit. Demnach habe das Unternehmen ​gegen die Marktmissbrauchsverordnung verstoßen. ‌Die Tatsache, dass Teamviewer Opfer eines Cyberangriffs wurde, ⁠hätte das ⁠Unternehmen unverzüglich als Insiderinformation transparent ⁠machen ​müssen.

Adidas setzt viel mehr WM-Trikots ab

Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat im Zuge der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft viermal so viele Trikots verkauft wie beim vorangegangenen Turnier. Die Ballverkäufe hätten sich zugleich verdoppelt, teilte der Dax-Konzern am Wochenende auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Insgesamt erwarte Adidas nun Verkäufe mit Blick auf die WM in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro, sagte Adidas-Chef Björn Gulden laut Mitteilung. Dies entspricht dem oberen Ende der bisher angepeilten Spanne. Darin enthalten ist auch Freizeitkleidung mit WM-Bezug.

Insgesamt spielten 14 Teams im Adidas-Outfit. Am besten hätten sich die Trikots von Mexiko verkauft, berichtete der Hersteller. Im Finale spielen nun Spanien und Argentinien gegeneinander, beide in Trikots von Adidas, ebenso wie die Schiedsrichter.

Tesla will in Deutschland expandieren

Der US-Elektroautohersteller Tesla setzt dank wachsender Nachfrage und einer Gewinnsteigerung auf einen rasanten Ausbau der Produktion im deutschen Werk in Grünheide bei Berlin. „Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert die Gesellschaft eine deutlich steigende Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr“, heißt es im Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025. Die Kapazitätsauslastung solle entsprechend steigen. Mehr als 30 Märkte würden aus Grünheide beliefert, weitere Märkte sollten erschlossen werden. Der „Tagesspiegel“ hatte darüber bereits berichtet.

Tesla kündigte in diesem Jahr schon das Ziel an, seine Produktion in Grünheide auf bis zu 7500 Fahrzeuge pro Woche – das wären 375.000 im Jahr – hochzufahren und die Batteriezellfertigung auszubauen. Insgesamt sollen 3500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Die Tesla-Tochtergesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2025 trotz eines bis dahin schwierigen Marktumfelds mit einem höheren Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro ab, das war ein Plus von rund 20 Millionen Euro zu 2024. Die Kapazitätsauslastung lag mit 54 Prozent leicht unter dem Jahr zuvor mit 56 Prozent. Aktuell wird dort das Model Y produziert.

Die Umsatzerlöse sanken von 7,7 Milliarden Euro 2024 auf 7,1 Milliarden Euro 2025. Dies gehe vor allem auf gesunkene Produktionskosten zurück. Im Jahr 2025 rollten 202.000 Fahrzeuge von den Bändern in Grünheide, das war ein Minus von 9000 Fahrzeugen. Die Entwicklung sei vor allem durch die Modellumstellung sowie die Integration neuer Varianten beeinflusst worden. Dennoch sei eine stabile Produktionsmenge erreicht worden.

Indiens erste private entwickelte Trägerrakete gestartet

Erstmals hat eine privat entwickelte indische Trägerrakete Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Der erste Testflug der Vikram-1 sei erfolgreich gewesen, teilte das Unternehmen Skyroot Aerospace auf der Plattform X mit. Die erste privat entwickelte Orbitalrakete des Landes habe ihre Nutzlasten in einer Umlaufbahn in etwa 450 Kilometer Höhe ausgesetzt.

Mit dem Start sei Indien das weltweit dritte Land, das über die Fähigkeit zu privaten Orbitalstarts verfüge, hieß es. Der Start sollte die Rakete auf ihren kommerziellen Einsatz hin testen. Bisher können die USA und China Orbitalstarts mit privaten Unternehmen ausführen. In Europa arbeiten Firmen wie Isar Aerospace daran.

Glückwünsche für den geglückten Start kamen unter anderem von Premierminister Narendra Modi sowie der indischen Weltraumbehörde Isro. „Die Mission markiert einen bedeutenden Meilenstein für den privaten Raumfahrtsektor Indiens und spiegelt die wachsende Leistungsfähigkeit des Raumfahrt-Ökosystems des Landes wider“, erklärte Isro auf X.

Die mehrstufige Rakete hob zuvor um kurz nach 12 Uhr (Ortszeit) im Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre an der Ostküste Indiens ab, wie Livebilder indischer Sender zeigten.

Skyroot Aerospace entwickelt nach eigenen Angaben „On-Demand-Trägerraketen“, die auf Abruf Satelliten ins All befördern sollen. Die Vikram-1 des Start-ups ist für kleine Satelliten bis zu 350 Kilogramm ausgelegt. Beim Testflug im Rahmen der Mission „Aagman“ (Sanskrit für „Ankunft») beförderte sie sechs Nutzlasten. Darunter befanden sich ein Roboterarm, mit dem Weltraumschrott im Orbit aufgesammelt werden soll, sowie kleinere Satelliten.

Der Weltraumsektor Indiens durchläuft nach Angaben der Regierung derzeit eine Periode wichtiger Veränderungen. Vor drei Jahren habe die Weltraumpolitik es ermöglicht, dass auch nicht-staatliche Akteure an der gesamten Wertschöpfungskette der Raumfahrt teilnehmen könnten.

Salzgitter-Chef warnt vor Lockerung beim EU-Emissionshandel

Salzgitter-Chef Gunnar Groebler kritisiert die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels. Die Pläne gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. „Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen“, schreibt Groebler auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.

Sein Unternehmen habe bereits Milliarden in den Umstieg auf grünen Stahl investiert – „im Vertrauen auf einen stabilen und verlässlichen Rechtsrahmen“. Das dürfe nicht durch Lockerungen beim Emissionshandels entwertet werden. „Wer im Vertrauen auf die europäische Gesetzgebung investiert oder so wie wir bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden“, so Groebler.

Der niedersächsische Stahlkonzern hat Ende 2023 mit der Umrüstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land fördern den Umbau mit gut 1,3 Milliarden Euro. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff laufen kann.

„Die Entlastungen, die für die Zeit nach 2030 geplant sind, könnten schon heute die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Dekarbonisierungsprojekten in Europa erschweren“, warnt Groebler. „Innovative, CO2-arme Geschäftsmodelle drohen dadurch an Attraktivität zu verlieren – mit nachteiligen Folgen für die Investitionsbereitschaft und die industrielle Resilienz Europas.“