Hidden Star der Lufthansa Dorothea von Boxberg wird Personalvorständin bei BMW

Der Münchner Autobauer BMW bekommt eine neue Personalvorständin: Dorothea von Boxberg (52) übernimmt vom 1. September an den Posten von Ilka Horstmeier (57), die im Rahmen einer frühzeitigen Nachfolgeregelung ihr Amt als Mitglied des Vorstands, zuständig für Personal und Immobilien, abgibt, wie BMW am Donnerstag bekannt gab.

Von Boxberg ist derzeit CEO der Fluggesellschaft Brussels Airlines, die zum Lufthansa-Konzern gehört. Das Amt übernahm sie im April 2023. Zuvor war sie in mehreren Leitungsfunktionen bei der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa Cargo AG aktiv – darunter als Vorstandsvorsitzende und Finanzchefin von Lufthansa Cargo. Bei der Lufthansa selbst wurde der Topmanagerin bislang ein Vorstandsmandat verweigert.

Sie hat Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre in Berlin und Paris studiert. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst mehrere Jahre in der Unternehmensberatung.

Horstmeier galt einst selbst als Kandidatin für die Spitze

Der personelle Wechsel in der BMW-Arbeitsdirektion kommt laut Insidern nicht gänzlich überraschend. Das liegt auch daran, dass Horstmeier einst selbst als Kandidatin für den CEO-Posten bei BMW gehandelt wurde. Insbesondere der ehemalige Konzernchef Oliver Zipse (62) soll sie laut Eingeweihten lange gefördert haben. Der Draht der beiden galt zumindest phasenweise als eng. Im Vorstand sei Horstmeier immer Zipses „treue Adjutantin“ gewesen, erinnert sich einer der Mächtigen im Konzern.

Bei einigen Managern kam das nicht gut an, sie empfanden Horstmeier teils als „schwierig“. Auch bei Betriebsrat und Gewerkschaft stieß Horstmeier auf wenig Gegenliebe, heißt es intern. Und Aufsichtsratschef Nicolas Peter (64) hatte ohnedies andere Pläne. Im finalen Wettstreit um die CEO-Stelle ließ er nur noch Entwicklungsvorstand Joachim Post (55) und den heutigen Konzernchef Milan Nedeljković (57) gegeneinander antreten.

Umbau ohne Aufstand

In München wird Horstmeier indes zugutegehalten, dass die Betriebswirtin etwa das Ende der Motorenproduktion am Stammsitz relativ geräuschlos mit vorbereitet hat, ebenso die Kürzung von Weihnachtsgeldern. Der Umbau erfolgte ohne Aufstand.

Peter dankte der scheidenden Vorständin. Horstmeier habe dem Personalwesen der BMW Group entscheidende Impulse gegeben und damit wesentlich dazu beigetragen, dass die BMW Group heute zu den attraktivsten Arbeitgebern in Deutschland zähle.

Zu ihrer Nachfolgerin erklärte er: „Dorothea von Boxberg bringt nicht nur umfangreiche Erfahrung in der Umsetzung von Transformationsprozessen mit, sondern auch einen Blick von außen auf unsere Industrie.“ Gleichzeitig passe sie mit ihrem technischen Hintergrund perfekt zur BMW Group. Von Boxberg verfüge über die entscheidende Führungsstärke, um die erforderliche strukturelle Transformation der BMW Group in den kommenden Jahren voranzutreiben.

BMW-Chef Milan Nedeljković erklärte, die BMW Group stehe vor neuen Herausforderungen, die eine konsequente Anpassung unserer Strukturen und Arbeitsweisen erfordern. „Ich bin überzeugt, dass Dorothea von Boxberg den Vorstand hervorragend ergänzt, um diese Aufgaben erfolgreich umzusetzen.“

Letzte Aufgabe: Stellenabbau

Bis zum Wechsel im September hat Horstmeier noch eine letzte, entscheidende Aufgabe bei BMW: Sie soll den geplanten Stellenabbau orchestrieren . Nach Volkswagen und Mercedes-Benz muss auch BMW drastisch sparen. Insbesondere im weltgrößten Absatzmarkt in China sind Umsatz und Gewinn zuletzt viel stärker eingebrochen als intern angenommen wurde. In der Folge könnten auch im Großraum München in der Verwaltung und Entwicklung mehrere Tausende Stellen wegfallen. Vorstand und Betriebsrat verhandeln aktuell über den Rahmen dieser Einsparungen, etwa über Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand.

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Angestrebt wird intern eine Einigung bis zum 29. Juli. Dann strömen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Stammsitz in München zur Betriebsversammlung, bei der auch Konzernchef Nedeljković erwartet wird. Noch ist aber offen, ob bis dahin wirklich eine Übereinkunft erzielt werden kann.