Arabellahaus in München : „Wenn wir unsere Städte umbauen, sollte man auch etwas merken“

Mit einem Trick will Architekt Andreas Hild das bekannte Arabellahaus vor dem Abriss retten. Im Interview erklärt er, was eine XXL-Rolltreppe damit zu tun hat, wie man Investoren einen Umbau schmackhaft macht und warum der Denkmalschutz meistens nicht weiterhilft.

Das Arabellahaus im Münchener Nordosten ist gerettet. Der Betonkoloss, den der Bauunternehmer Josef Schörghuber mit seiner Bayerischen Hausbau auf einer vormaligen Schafswiese Mitte der sechziger Jahre errichten ließ, machte in vielerlei Hinsicht von sich reden. Etwa als mondäner Blickfang in Gestalt eines sogenannten Scheibenhauses mit extravaganter Fassade. Scheibenhäuser, hohe, eher rechteckige Gebäude mit schmalem Grundriss, waren in jener Zeit beliebt. Doch nicht nur die äußere Erscheinung, die bis heute das umliegende Quartier prägt, sorgte für Aufsehen. Das Gebäude beherbergt bis heute mehr als 500 Wohnungen, ein Hotel, Läden, Arztpraxen, eine Klinik, Gastronomie – was nicht nur ungewöhnlich war, sondern ein radikaler Gegenentwurf zur damals herrschenden Stadtplanungsidee. Die setzte auf Monokultur: hier die Bürostadt, da das Wohnquartier, dort das Einkaufszentrum.

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