Der Tag im Überblick Wettlauf der KI-Giganten, Kursexplosion von Palantir

Kein Tag, an dem das Thema KI es nicht in die Schlagzeilen schafft. Mal mit erschreckenden Hacks, neuen Koalitionen oder milliardenschweren Finanzierungsrunden. Häufig ist es nur geschickt positioniertes PR-Geklingel. Doch was passiert momentan tatsächlich auf dem boomenden Markt? Welche KI nutzen deutsche Unternehmen? Und wie sind die großen US-Anbieter OpenAI und Anthropic gegenüber der chinesischen Konkurrenz aufgestellt?

Meine Kollegen Caspar Schlenk und Jonas Rest sind diesen Fragen für einen ausführlichen Hintergrundbericht im aktuellen Heft nachgegangen. Die zentralen Ergebnisse haben sie mit meiner Kollegin Rebecca Söhlke in einer Visual Story zusammengefasst: Die Grafiken zeigen auf einen Blick die wichtigsten Entwicklungen. Zum KI-Deepdive bitte hier entlang.

KI-Konkurrenten: OpenAI-Chef Sam Altman (l.) und Anthropic-CEO Dario Amodei

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Fotos [M] mm, Adam Vaughan / EPA, Winni Wintermeyer / Redux / laif, Jessica Chou

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer freut sich nach seinem Sieg vor dem obersten US-Gerichtshof im Glyphosat-Streit nun auch über ein Umsatzplus im zweiten Quartal. Das Plus war allein dem Agrargeschäft zu verdanken. Im Pharmabereich laufen dagegen mehrere Patente aus. Sollte Bayer das ewige Glyphosat-Drama eines Tages abhaken – die Aktionäre könnten durchatmen.

  • Kräftige Turbulenzen erlebt derzeit die Lufthansa. Angesichts massiv gestiegener Kerosinkosten und Streiks ist das Betriebsergebnis der Airline im zweiten Quartal um 56 Prozent eingebrochen. Fürs Gesamtjahr hält CEO Carsten Spohr (59) auch einen Gewinnrückgang für möglich.

  • Auftritte von Palantir-CEO Alex Karp (58) haben eigentlich immer Unterhaltungswert. Und sie produzieren Schlagzeilen. Auch jetzt wieder: Der Spezialist für die Analyse großer Datenmengen meldete einen Umsatzanstieg von mehr als 90 Prozent innerhalb eines Quartals auf fast 2 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte davon stammt jedoch von der US-Regierung. Die Aktie hob um mehr als 20 Prozent ab.

Umsteiger des Tages:

  • ... ist heute Papst Leo XIV. Als erster Papst aus den USA hat er offenbar weniger Berührungsängste mit dem Kapitalismus als sein Vorgänger. Nun hat er grünes Licht für den Umbau eines siebenstöckigen Palazzo in der Nähe des Pantheons zum Hotel gegeben. Das Gebäude gilt als Filetstück im 4281 Objekte umfassenden Immobilienbesitz des Vatikans. Leos Vorgänger Franziskus hatte sich stets gegen einen Umbau gewehrt. Und auch bei den bei Sammlern begehrten Euromünzen des Vatikans vollzieht Leo eine eher weltliche Kehrtwende, nachdem Franziskus die Münzenprägung mit Papst-Bildnis noch gestoppt hatte. Auf Münzen von 10 Cent bis 2 Euro wird künftig wieder das Konterfei des regierenden Papstes – also Leo XIV. – zu sehen sein.

Foto: Vatican Media / Catholicpressphoto / IMAGO

Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:

  • Während KI-Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Co. sich einen kostenintensiven Wettlauf um die leistungsfähigsten Frontier-Modelle liefern, konzentrieren sich Unternehmen in China vor allem auf den praktischen Einsatz von KI. Davon sollten sich Führungskräfte inspirieren lassen, schreibt der in der Schweiz lehrende Professor Howard Yu in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business managers. „Es geht nicht darum, Marketingtexte schneller zu schreiben, sondern komplett neu zu denken, wie Marktbeobachtung, Produktdesign, Lieferkette und Kundenfeedback in einer Schleife zusammenspielen“, schreibt Yu.

Was Sie finanziell voranbringt:

  • Batteriespeicher sind angesichts des weltweiten Ausbaus der KI-Infrastruktur heiß begehrt. Bislang ist der Markt chinesisch dominiert. Doch es gibt auch europäische Spieler und Themenfonds, die in der Branche agieren. Wie Sie am Boom der Stromspeicher mitverdienen können, haben Thomas Mersch und Stefan Merx für das manager magazin beleuchtet.

Meine Empfehlung für den Abend:

Im Streit: Der ehemalige Starbanker Michele Faissola, hier mit der US-Modemanagerin Laura Lendrum, ringt mit der Deutschen Bank um dreistellige Millionensummen

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  • Showdown in der Bankenwelt. In der Hauptrolle: der ehemalige Deutsche-Bank-Starbanker Michele Faissola. Der streitbare 58-Jährige hat gemeinsam mit ehemaligen Kollegen vor dem Londoner Highcourt Klage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber eingereicht. Der Vorwurf im sogenannten Santorini-Fall: Die Deutsche Bank habe die Karriere der Männer faktisch zerstört, indem sie mit irreführenden Informationen einst eine Verurteilung durch ein italienisches Gericht befördert habe. Ihre Forderung: 700 Millionen Pfund Entschädigung. Nun ist die Deutsche Bank mit einem 200-seitigen Dokument zum Gegenangriff übergegangen – und fordert ihrerseits Millionen aus einem früheren Vergleich mit Faissola zurück, wie meine Kollegen Katharina Slodczyk und Lukas Heiny berichten . Da sage noch mal jemand, Banking sei langweilig.

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