Verstöße gegen Meldepflichten KKR zahlt Rekordstrafe im US-Kartellverfahren
Der Finanzinvestor KKR zahlt 250 Millionen Dollar (rund 215 Millionen Euro), um ein Kartellverfahren in den USA beizulegen. In dem Verfahren wurde dem Beteiligungskonzern vorgeworfen, bei mindestens 16 Transaktionen wiederholt gegen bundesweite Meldepflichten vor Unternehmensübernahmen verstoßen und sich so der kartellrechtlichen Prüfung entzogen zu haben.
Das US-Justizministerium teilte am Mittwoch mit, die zivilrechtliche Strafe sei die bislang höchste wegen Verstößen gegen den sogenannten Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen, Kartellbehörden vor dem Abschluss bestimmter Fusionen und Übernahmen zu informieren.
KKR erklärte, dem Vergleich zugestimmt zu haben, widersprach jedoch entschieden der Darstellung des Justizministeriums. „Wir sind der Ansicht, dass unser Unternehmen im Rahmen unseres bisherigen Meldeverfahrens stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat und dieses der branchenüblichen Praxis entsprach.“
Die Strafe werde keine finanziellen Auswirkungen auf KKR, seine Fonds oder Investoren haben, da externe Anwaltskanzleien sie vollständig erstatten würden, teilte das Unternehmen mit. KKR ist mit mehr als 700 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen einer der weltweit größten Finanzinvestoren.
Mehr als 100 Vorabmeldungen
Die Zivilklage war 2025 eingereicht worden. Sowohl die Regierungen von Joe Biden (83) als auch von Donald Trump (80) haben Fusionen und die Einhaltung der Regeln für ihre kartellrechtliche Prüfung genauer unter die Lupe genommen.
Dem Justizministerium zufolge hat KKR seit 2021 mehr als 100 Vorabmeldungen eingereicht und sei daher mit den gesetzlichen Anforderungen vertraut gewesen. Der stellvertretende US-Justizminister Stanley Woodward erklärte, der Vergleich sende „eine deutliche Botschaft: Das Ministerium setzt die Vorschriften konsequent durch“. Der Vergleich wurde beim US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereicht.
Als neuer Übernahmekandidat für KKR rückt derzeit der Diagnostikkonzern Qiagen in den Fokus. Bloomberg hatte bereits im Juli berichtet, dass EQT und KKR Gespräche über einen Verkauf aufgenommen hätten. Berichten von Händlern und weiteren Medien zufolge prüfen die Finanzinvestoren das Unternehmen nun eingehend.