Business-Ticker : Merz plant zunächst keine Gespräche mit Unicredit
Bundeskanzler Friedrich Merz ist zugleich Vorsitzender der CDU.dpa
Chemieindustrie bewertet Geschäftslage erstmals seit vier Jahren positiv +++ Kullmann erkrankt, Rettig wird Interims-Chef von Evonik +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Merz plant offenbar zunächst keine Gespräche mit UniCredit zur Commerzbank
Bundeskanzler Friedrich Merz plant derzeit keine Gespräche mit der italienischen UniCredit zur Übernahme der Commerzbank. Ein Regierungssprecher sagte am Freitag in Berlin, er habe keine Treffen dazu anzukündigen. Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle für die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland und sei damit wichtig für Finanzstandort. Dies müsse auch künftig sichergestellt werden.
Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegenüber einer Übernahme der Commerzbank aufgibt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wolle nun doch mit UniCredit-Chef Andrea Orcel reden und habe ihn zu einem Treffen am 14. September 2026 nach Berlin eingeladen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren. Orcel nahm die Einladung einem Vertrauten zufolge an.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, die Position der Bundesregierung sei bekannt. Sie habe sich nicht geändert und solle in dem Gespräch deutlich gemacht werden. Das Treffen komme zustande, weil auch die beiden Banken mittlerweile in Gesprächen seien.
Die Mailänder haben mittlerweile Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Commerzbank-Anteile. Der Bund, der nach der Rettung in der globalen Finanzkrise aktuell noch gut zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut hält, hatte sich lange gegen die Übernahme gestemmt, ebenso wie das Management der Commerzbank. Das Vorgehen von Orcel wurde als feindselig und aggressiv beschrieben. Der UniCredit-Chef hatte seinerseits auf Gespräche mit der Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern gedrängt.
Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegenüber einer Übernahme der Commerzbank aufgibt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wolle nun doch mit UniCredit-Chef Andrea Orcel reden und habe ihn zu einem Treffen am 14. September 2026 nach Berlin eingeladen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren. Orcel nahm die Einladung einem Vertrauten zufolge an.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, die Position der Bundesregierung sei bekannt. Sie habe sich nicht geändert und solle in dem Gespräch deutlich gemacht werden. Das Treffen komme zustande, weil auch die beiden Banken mittlerweile in Gesprächen seien.
Die Mailänder haben mittlerweile Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Commerzbank-Anteile. Der Bund, der nach der Rettung in der globalen Finanzkrise aktuell noch gut zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut hält, hatte sich lange gegen die Übernahme gestemmt, ebenso wie das Management der Commerzbank. Das Vorgehen von Orcel wurde als feindselig und aggressiv beschrieben. Der UniCredit-Chef hatte seinerseits auf Gespräche mit der Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern gedrängt.
Was passiert mit den Filialen der insolventen Baumarktkette Hellweg?
Die Baumarktkette Hellweg aus Nordrhein-Westfalen hatte Mitte Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Wie viele Geschäfte noch eine Zukunft haben würden, war zu diesem Zeitpunkt offen.
Am Freitag teilte die Baumarktkette Obi mit, dass sie im Bieterverfahren um die Übernahme von Standorten von Hellweg und BayWa Bau & Garten den Zuschlag für mindestens fünf Filialen erhalten habe. Die Freigabe durch das Bundeskartellamt stehe aber noch aus. Nach Unternehmensangaben kommt Obi außerdem für weitere Standorte als bevorzugter Investor in Betracht. Insgesamt strebe das Unternehmen an, bis zu zwölf bisherige Läden von Hellweg und BayWa zu übernehmen.
Am Freitag teilte die Baumarktkette Obi mit, dass sie im Bieterverfahren um die Übernahme von Standorten von Hellweg und BayWa Bau & Garten den Zuschlag für mindestens fünf Filialen erhalten habe. Die Freigabe durch das Bundeskartellamt stehe aber noch aus. Nach Unternehmensangaben kommt Obi außerdem für weitere Standorte als bevorzugter Investor in Betracht. Insgesamt strebe das Unternehmen an, bis zu zwölf bisherige Läden von Hellweg und BayWa zu übernehmen.
Chemieindustrie bewertet Geschäftslage erstmals seit vier Jahren positiv
In der deutschen Chemieindustrie zeichnet sich eine Trendwende ab: Die Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage erstmals seit vier Jahren wieder positiv. Das entsprechende Barometer stieg im August auf plus 11,6 Punkte, von minus 14,6 Zählern im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag in seiner Manager-Umfrage mitteilte. Auch die Erwartungen hellten sich deutlich auf von minus 37,2 auf minus 15,5 Punkte. Dadurch kletterte das Barometer für das Geschäftsklima, das sich aus Lage und Erwartungen zusammensetzt, von minus 26,3 Punkten im Juli auf nunmehr minus 2,4 Zähler.
„Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichne, rechneten die Unternehmen mit einer Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuten auf eine Ausweitung der Fertigung hin.
„Auch das Exportgeschäft gewinnt weiter an Schwung“, hieß es. Der entsprechende Indikator stieg auf plus 10,1 Punkte, von minus 22,7 Zählern im Juli. Zugleich hat sich die Versorgungslage etwas entspannt: Im dritten Quartal berichteten nur noch 13,8 Prozent der Chemieunternehmen von Materialknappheit, während es im zweiten Quartal noch jeder dritte Betrieb war.
Die strukturellen Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasten die Chemiebranche jedoch weiter, betonte das Ifo-Institut. Die Unternehmen rechnen daher trotz der Belebung mit weiterem Personalabbau. „Mittelfristig könnten allerdings die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen stützen, sofern die angekündigten Projekte zügig umgesetzt werden“, sagte Ifo-Expertin Wolf.
„Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichne, rechneten die Unternehmen mit einer Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuten auf eine Ausweitung der Fertigung hin.
„Auch das Exportgeschäft gewinnt weiter an Schwung“, hieß es. Der entsprechende Indikator stieg auf plus 10,1 Punkte, von minus 22,7 Zählern im Juli. Zugleich hat sich die Versorgungslage etwas entspannt: Im dritten Quartal berichteten nur noch 13,8 Prozent der Chemieunternehmen von Materialknappheit, während es im zweiten Quartal noch jeder dritte Betrieb war.
Die strukturellen Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasten die Chemiebranche jedoch weiter, betonte das Ifo-Institut. Die Unternehmen rechnen daher trotz der Belebung mit weiterem Personalabbau. „Mittelfristig könnten allerdings die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen stützen, sofern die angekündigten Projekte zügig umgesetzt werden“, sagte Ifo-Expertin Wolf.
Hat die Deko-Kette Depot noch eine Zukunft?
Das hinter der Kette Depot stehende Unternehmen, die insolvente GDC Deutschland GmbH, stellt Ende September seinen Geschäftsbetrieb ein. Das sagte Inhaber Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur. Sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie Mietverträge werden zum 30. September gekündigt. Die Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwoch. Die Marke solle jedoch fortbestehen, so Gries.
Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe nannte Gries Zölle, zunehmende Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher.
Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August folgten rund 30 weitere. Dass nun auch alle übrigen Verträge gekündigt werden, begründete Gries mit Masseunzulänglichkeit. Das Vermögen der Firma reicht demnach nicht, um alle Verbindlichkeiten zu bezahlen. Zu Ende September wird laut Gries nun etwa 730 Beschäftigten gekündigt, zu Ende Juli waren es bereits 350.
Für Depot muss dies laut Gries jedoch nicht das Aus bedeuten. Trotz der gekündigten Verträge sollen nach seinen Vorstellungen nicht alle der rund 50 noch verbliebenen Filialen bis Ende September schließen. Er will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen.
Kullmann erkrankt – Rettig wird Interims-Chef bei Evonik
Beim Spezialchemiekonzern Evonik muss Vorstandschef Christian Kullmann überraschend wegen einer Erkrankung vorübergehend ersetzt werden. Der frühere Interims-Finanzchef und aktuelle Asien-Chef Evoniks, Claus Rettig, sei in den Vorstand berufen worden und solle Kullmanns Ämter übernehmen, bis der 57-Jährige wieder genesen sei, teilte der Essener Konzern am Donnerstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Kullmann solle sich in den kommenden Wochen von einer „schweren, ungeplanten Operation“ erholen. „Wir gehen fest davon aus, dass er nach seiner Rehabilitation seine Aufgaben wieder übernehmen wird“, sagte Aufsichtsratschef Bernd Tönjes.
Kullmann steht seit Mai 2017 an der Spitze des Essener Konzerns. Erst im April war sein Vertrag bis 2030 verlängert worden. Damals war auch Michael Rauch als neuer Finanzchef vorgestellt worden, der sein Amt zum 1. Mai antrat. Rettig war auf seinen Posten in Asien zurückgekehrt.
Kullmann hat in seiner Amtszeit Evonik auch durch Übernahmen auf das lukrative Geschäft mit der Spezialchemie ausgerichtet. Von Massengeschäften hat er sich getrennt und den Konzern schlanker aufgestellt. Aktuell durchlaufen die Essener auch angesichts der Branchenkrise ein Sparprogramm, durch das auch zahlreiche Stellen wegfallen. „Evonik befindet sich mitten in der größten Transformation der Konzerngeschichte“, sagte Rettig: „Gemeinsam mit den Kollegen im Vorstand werden wir den eingeschlagenen Kurs konsequent vorantreiben.“ (Reuters)
Kullmann steht seit Mai 2017 an der Spitze des Essener Konzerns. Erst im April war sein Vertrag bis 2030 verlängert worden. Damals war auch Michael Rauch als neuer Finanzchef vorgestellt worden, der sein Amt zum 1. Mai antrat. Rettig war auf seinen Posten in Asien zurückgekehrt.
Kullmann hat in seiner Amtszeit Evonik auch durch Übernahmen auf das lukrative Geschäft mit der Spezialchemie ausgerichtet. Von Massengeschäften hat er sich getrennt und den Konzern schlanker aufgestellt. Aktuell durchlaufen die Essener auch angesichts der Branchenkrise ein Sparprogramm, durch das auch zahlreiche Stellen wegfallen. „Evonik befindet sich mitten in der größten Transformation der Konzerngeschichte“, sagte Rettig: „Gemeinsam mit den Kollegen im Vorstand werden wir den eingeschlagenen Kurs konsequent vorantreiben.“ (Reuters)
ESA fördert Isar Aerospace mit 200 Millionen Euro
Die Europäische Weltraumagentur ESA fördert das Münchner Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace mit 200 Millionen Euro. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, werden diese Mittel dafür eingesetzt, die nächste Generation von Trägerraketen zu entwickeln sowie den Ausbau von Test- und Startinfrastruktur zu beschleunigen, um die Startfrequenz zu erhöhen und künftige Missionen zu unterstützen. Für das Start-up sind die nun von der ESA zugesagten Mittel eine wichtige Bestätigung, nachdem in diesem Jahr der zweite Testflug der Trägerrakete Spectrum viermal fehlgeschlagen war. Die Fördermittel erfolgen im Rahmen des ESA-Programms „European Launcher Challenge“, mit dem die europäischen Regierungen ihre Startkapazitäten für Raketen ausbauen wollen. „Wir haben bereits die ersten wichtigen Meilensteine des Programms erreicht und nehmen damit eine Führungsrolle in Europa ein, wenn es darum geht, unabhängigen Zugang zum Weltraum zu sichern“, sagte Stella Guillen, die im Vorstand von Isar Aerospace den Vertrieb verantwortet.
Europa investiert nach ihren Worten entschieden in seine Souveränität im Weltraum. Die heutige Vereinbarung mit der ESA sei ein weiterer Beleg dafür. Isar Aerospace treibe die nächste Generation europäischer Raumfahrtkapazitäten voran und setze den Maßstab für die Branche. „Mit dieser Finanzierung unterstützt die ESA den Aufbau europäischer Raumfahrtkapazitäten, trägt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas bei und erweitert das Angebot an Startdienstleistungen für institutionelle und kommerzielle Kunden", erklärte Géraldine Naja, Direktorin für Raumtransport bei der ESA.
Anlässlich seines Besuchs des Isar-Aerospace-Werks in Ottobrunn hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Ende Juli über Pläne für einen Raketenstartplatz der Bundeswehr gesprochen. In Europa gibt es einen Raketenstartplatz auf der schottischen Shetlandinsel Unst (Saxavord) sowie einen im norwegischen Andøya, von wo aus Isar Aerospace in diesem Jahr viermal vergeblich seine Trägerrakete Spectrum zu starten versucht hat.
Die 200 Millionen Euro sind für das Unternehmen ein beträchtlicher Betrag. Bislang dürfte Isar Aerospace knapp 800 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt haben. In der jüngsten Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro wurde das Unternehmen, bei dem sich auch der NATO-Innovationsfonds und der VW-Großaktionär Porsche Automobil Holding engagiert haben, mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.
Europa investiert nach ihren Worten entschieden in seine Souveränität im Weltraum. Die heutige Vereinbarung mit der ESA sei ein weiterer Beleg dafür. Isar Aerospace treibe die nächste Generation europäischer Raumfahrtkapazitäten voran und setze den Maßstab für die Branche. „Mit dieser Finanzierung unterstützt die ESA den Aufbau europäischer Raumfahrtkapazitäten, trägt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas bei und erweitert das Angebot an Startdienstleistungen für institutionelle und kommerzielle Kunden", erklärte Géraldine Naja, Direktorin für Raumtransport bei der ESA.
Anlässlich seines Besuchs des Isar-Aerospace-Werks in Ottobrunn hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Ende Juli über Pläne für einen Raketenstartplatz der Bundeswehr gesprochen. In Europa gibt es einen Raketenstartplatz auf der schottischen Shetlandinsel Unst (Saxavord) sowie einen im norwegischen Andøya, von wo aus Isar Aerospace in diesem Jahr viermal vergeblich seine Trägerrakete Spectrum zu starten versucht hat.
Die 200 Millionen Euro sind für das Unternehmen ein beträchtlicher Betrag. Bislang dürfte Isar Aerospace knapp 800 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt haben. In der jüngsten Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro wurde das Unternehmen, bei dem sich auch der NATO-Innovationsfonds und der VW-Großaktionär Porsche Automobil Holding engagiert haben, mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.
109 Klagen gegen Zalando nach Kündigungen in Erfurt
Zahlreiche Mitarbeiter des von der Schließung betroffenen Zalando-Logistikzentrums in Erfurt wehren sich juristisch gegen ihre Kündigung. Beim Arbeitsgericht Erfurt seien in den vergangenen Wochen insgesamt 109 Klagen gegen Zalando eingegangen, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte. Die Arbeitnehmer wendeten sich damit vor allem gegen die vom Unternehmen Ende Juli ausgesprochenen Kündigungen.
Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts, hieß es. Zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien seien bis November Termine anberaumt worden. Die ersten Güteverhandlungen soll es an diesem Freitag vor dem Arbeitsgericht geben.
Zalando will den Erfurter Standort Ende September schließen. Der Dax-Konzern begründet dies mit einer Neuausrichtung des eigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Modehändlers About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen.
Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts, hieß es. Zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien seien bis November Termine anberaumt worden. Die ersten Güteverhandlungen soll es an diesem Freitag vor dem Arbeitsgericht geben.
Zalando will den Erfurter Standort Ende September schließen. Der Dax-Konzern begründet dies mit einer Neuausrichtung des eigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Modehändlers About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen.
Klingbeil lädt Unicredit-Chef zu Gespräch über Commerzbank
Die Bundesregierung schaltet sich in das Übernahmeringen zwischen Commerzbank und der italienischen Großbank Unicredit ein. Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) hat Unicredit-Chef Andrea Orcel für den 14. September zu einem Gespräch ins Bundesfinanzministerium eingeladen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Es gehe darum, die Position der Bundesregierung darzulegen und in einen Austausch zu treten, hieß es.
„Dies begleitet die Gespräche der beiden Banken, denen es weiterhin obliegt, in direkten Beratungen über den weiteren Weg zu sprechen.“ Die Einladung Klingbeils markiert einen Kurswechsel in der bisherigen Position der Bundesregierung. Noch im Juli hatte sie das Vorgehen der Unicredit als „aggressiv und feindlich“ bezeichnet und als „inakzeptabel“ abgelehnt.
„Dies begleitet die Gespräche der beiden Banken, denen es weiterhin obliegt, in direkten Beratungen über den weiteren Weg zu sprechen.“ Die Einladung Klingbeils markiert einen Kurswechsel in der bisherigen Position der Bundesregierung. Noch im Juli hatte sie das Vorgehen der Unicredit als „aggressiv und feindlich“ bezeichnet und als „inakzeptabel“ abgelehnt.
Die Unicredit, die vor rund zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen war, wirbt seit Langem um eine Übernahme des Frankfurter Dax-Konzerns und hat sich bereits den Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile gesichert. Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuermilliarden vor den Kollaps gerettet hat, hält noch gut zwölf Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär. Bei einer möglichen Übernahme kommt der Bundesregierung daher eine wichtige Rolle zu.
Die Bundesregierung hatte wiederholt betont, die Commerzbank habe für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands hohe Priorität und sei „als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt“. Das gelte es auch künftig sicherzustellen. „Die Bundesregierung wird daher weiterhin im Sinne des deutschen Mittelstands, des Finanzstandorts Frankfurt und der Beschäftigten handeln."
Der Bund hatte bisher einen Verkauf seines Commerzbank-Anteils abgelehnt. Zuletzt gab es aber Spekulationen, wonach die Bundesregierung offen für einen Ausstieg sein könnte, sofern sich Commerzbank und Unicredit auf eine gemeinsame Strategie verständigen sollten. Unicredit-Chef Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliarden-Einsparungen. Er plant den Abbau Tausender Jobs und will das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Die Arbeitnehmervertreter der Commerzbank fürchten einen Kahlschlag.
Meyer Werft macht fast 384 Millionen Euro Verlust
Die Meyer Werft hat das vergangene Jahr trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs abermals mit einem hohen Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 384 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Verlust noch rund 569 Millionen Euro betragen. Auch operativ blieb der Schiffbauer deutlich in den roten Zahlen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank den Angaben zufolge von rund 528 Millionen auf rund 252 Millionen Euro. Die Werft begründete das Minus vor allem mit Rückstellungen für erwartete Verluste aus älteren, nicht profitablen Aufträgen.
Der Umsatz stieg von rund 1,4 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Auslieferung der Kreuzfahrtschiffe „Asuka III“ und „Disney Destiny“ in Papenburg sowie zweier Binnenfahrgastschiffe der Neptun Werft bei. Zudem wurde am Standort Wismar ein Kreuzfahrtschiff umgebaut. Die Zahlen der beiden Jahre seien wegen gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen im Jahr 2024 allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, hieß es.
Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Verbesserung in Aussicht. Obwohl in diesem Jahr kein Kreuzfahrtschiff ausgeliefert werden soll, erwartet sie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Entwicklung in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Erreicht werden soll dies unter anderem durch geringere Material- und Personalkosten sowie effizientere Abläufe. Die Werft beziffert den erwarteten jährlichen Effekt ihrer Spar- und Effizienzmaßnahmen mittelfristig auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.
Nach Angaben des Unternehmens bestätigte ein Gutachter, dass die Werft ihren vereinbarten Sanierungspfad einhält. Der Finanzierungsbedarf sei im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 durch zugesagte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt. Als Grundlage für den weiteren Sanierungskurs nennt die Werft profitabler kalkulierte Neuaufträge für Kreuzfahrtschiffe, den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen in Rostock und die Nachfrage nach Binnenfahrgastschiffen.
Der Umsatz stieg von rund 1,4 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Auslieferung der Kreuzfahrtschiffe „Asuka III“ und „Disney Destiny“ in Papenburg sowie zweier Binnenfahrgastschiffe der Neptun Werft bei. Zudem wurde am Standort Wismar ein Kreuzfahrtschiff umgebaut. Die Zahlen der beiden Jahre seien wegen gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen im Jahr 2024 allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, hieß es.
Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Verbesserung in Aussicht. Obwohl in diesem Jahr kein Kreuzfahrtschiff ausgeliefert werden soll, erwartet sie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Entwicklung in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Erreicht werden soll dies unter anderem durch geringere Material- und Personalkosten sowie effizientere Abläufe. Die Werft beziffert den erwarteten jährlichen Effekt ihrer Spar- und Effizienzmaßnahmen mittelfristig auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.
Nach Angaben des Unternehmens bestätigte ein Gutachter, dass die Werft ihren vereinbarten Sanierungspfad einhält. Der Finanzierungsbedarf sei im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 durch zugesagte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt. Als Grundlage für den weiteren Sanierungskurs nennt die Werft profitabler kalkulierte Neuaufträge für Kreuzfahrtschiffe, den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen in Rostock und die Nachfrage nach Binnenfahrgastschiffen.
Spielzeughersteller Schleich könnte vor einer Übernahme stehen
Beim angeschlagenen Spielzeughersteller Schleich bahnt sich nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ abermals ein Eigentümerwechsel an. Kreditgeber des Unternehmens, darunter die Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital, wollen die Kontrolle bei Schleich übernehmen, wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise berichtete. Geplant sei, Forderungen der Finanzgläubiger in Anteilsrechte umzuwandeln.
H.I.G. Capital habe beim Bundeskartellamt bereits den „indirekten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung“ an der Schleich Group Holding angemeldet. Auch bei den österreichischen Wettbewerbsbehörden sei ein Antrag eingereicht worden. Eine Gruppe von Kreditgebern beabsichtige im Zuge einer finanziellen Restrukturierung „mittelbar sämtliche Anteile an der Schleich Group Holding“ zu erwerben, heißt es darin. H.I.G. wollte den Vorgang auf Anfrage der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren.
Das 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründete Unternehmen zählt zu den bekanntesten Spielwarenherstellern Deutschlands. Die Spielfiguren aus Hartgummi – Bauernhoftiere, wilde Tiere, Dinosaurier sowie Ritter, Elfen und Schlümpfe – werden in mehr als 50 Länder verkauft. Seit 2019 gehört Schleich der Schweizer Private-Equity-Gesellschaft Partners Group. Auch sie wollte den Bericht der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren. Die Partners Group hatte das Unternehmen von der französischen Investmentgesellschaft Ardian übernommen.
Schleich kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Umsätze stark angestiegen, brachen danach aber wieder ein. Das Management reagierte mit Sparmaßnahmen. Unter anderem gab Schleich seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs auf. Der Hauptsitz wurde nach München verlegt.
H.I.G. Capital habe beim Bundeskartellamt bereits den „indirekten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung“ an der Schleich Group Holding angemeldet. Auch bei den österreichischen Wettbewerbsbehörden sei ein Antrag eingereicht worden. Eine Gruppe von Kreditgebern beabsichtige im Zuge einer finanziellen Restrukturierung „mittelbar sämtliche Anteile an der Schleich Group Holding“ zu erwerben, heißt es darin. H.I.G. wollte den Vorgang auf Anfrage der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren.
Das 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründete Unternehmen zählt zu den bekanntesten Spielwarenherstellern Deutschlands. Die Spielfiguren aus Hartgummi – Bauernhoftiere, wilde Tiere, Dinosaurier sowie Ritter, Elfen und Schlümpfe – werden in mehr als 50 Länder verkauft. Seit 2019 gehört Schleich der Schweizer Private-Equity-Gesellschaft Partners Group. Auch sie wollte den Bericht der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren. Die Partners Group hatte das Unternehmen von der französischen Investmentgesellschaft Ardian übernommen.
Schleich kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Umsätze stark angestiegen, brachen danach aber wieder ein. Das Management reagierte mit Sparmaßnahmen. Unter anderem gab Schleich seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs auf. Der Hauptsitz wurde nach München verlegt.
Uber startet offizielles Milliardenangebot für Delivery Hero
Der US-Fahrdienstvermittler Uber macht bei der geplanten Milliardenübernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero ernst und treibt damit die Konsolidierung in der Branche voran. Nach der Genehmigung durch die Finanzaufsicht BaFin legte der Konzern am Donnerstag das offizielle öffentliche Angebot vor. Es werde erwartet, dass Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero zu gegebener Zeit ihre gemeinsame begründete Stellungnahme veröffentlichen und das Angebot unterstützen werden, hieß es in den Angebotsunterlagen.
Den Aktionären werden demnach wie bereits Mitte Juli angekündigt 41,50 Euro je Aktie in bar geboten, was einer Gesamtbewertung von bis zu 13 Milliarden Euro entspricht. Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettkampf gilt als ausgeschlossen, da sich Uber bereits eine Mehrheit von rund 53 Prozent an dem Berliner Dax-Konzern gesichert hat. Dies geschah durch eigene Anteile sowie eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.
Durch den Zusammenschluss entstünde der weltweit größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Um Bedenken der Kartellbehörden zuvorzukommen, verkauft Delivery Hero parallel Geschäftsbereiche in 14 Märkten an den Finanzinvestor SSW Partners. Die Aktie von Delivery Hero notierte am Donnerstag mit 38,34 Euro deutlich unter dem Angebotspreis.
Den Aktionären werden demnach wie bereits Mitte Juli angekündigt 41,50 Euro je Aktie in bar geboten, was einer Gesamtbewertung von bis zu 13 Milliarden Euro entspricht. Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettkampf gilt als ausgeschlossen, da sich Uber bereits eine Mehrheit von rund 53 Prozent an dem Berliner Dax-Konzern gesichert hat. Dies geschah durch eigene Anteile sowie eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.
Durch den Zusammenschluss entstünde der weltweit größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Um Bedenken der Kartellbehörden zuvorzukommen, verkauft Delivery Hero parallel Geschäftsbereiche in 14 Märkten an den Finanzinvestor SSW Partners. Die Aktie von Delivery Hero notierte am Donnerstag mit 38,34 Euro deutlich unter dem Angebotspreis.
Deutsche Bank startet nach Postbank-Debakel neuen IT-Umbau
Die Deutsche Bank startet nach den massiven Problemen bei der Postbank-Integration einen neuen Anlauf zur Modernisierung ihrer IT-Systeme. Die Privatkundensparte des Instituts hat sich für die Kernbanken-Plattform „Vault Core“ des britischen Finanztechnologie-Unternehmens Thought Machine entschieden und den IT-Dienstleister GFT mit der Umsetzung beauftragt, wie das Geldhaus und GFT am Donnerstag mitteilten. Die neue Plattform solle die veraltete Technik für Privat- und Vermögenskunden in Deutschland ersetzen und es ermöglichen, neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen.
Bei den GFT-Anlegern kam die Nachricht gut an: Die Aktie schnellte um 7,1 Prozent auf 24,15 Euro in die Höhe. Die Titel des Geldhauses tendierten mit 34,65 Euro auf Vortagesniveau. Dem Schritt vorausgegangen war die Pannen-Integration der Postbank in die IT-Systeme der Deutschen Bank, die bei Millionen Kunden zu teils erheblichen Problemen geführt hatte. Der jetzige Umbau ist Teil der Strategie, die Zahl der Kernbankensysteme im Konzern von 15 auf zwei zu reduzieren. Die Bank will bis Ende 2028 rund 600 Millionen Euro in die IT investieren und rechnet ab dann mit jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Die Umstellung der Produkte auf das neue System soll schrittweise ab 2027 erfolgen.
Bei den GFT-Anlegern kam die Nachricht gut an: Die Aktie schnellte um 7,1 Prozent auf 24,15 Euro in die Höhe. Die Titel des Geldhauses tendierten mit 34,65 Euro auf Vortagesniveau. Dem Schritt vorausgegangen war die Pannen-Integration der Postbank in die IT-Systeme der Deutschen Bank, die bei Millionen Kunden zu teils erheblichen Problemen geführt hatte. Der jetzige Umbau ist Teil der Strategie, die Zahl der Kernbankensysteme im Konzern von 15 auf zwei zu reduzieren. Die Bank will bis Ende 2028 rund 600 Millionen Euro in die IT investieren und rechnet ab dann mit jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Die Umstellung der Produkte auf das neue System soll schrittweise ab 2027 erfolgen.
Land prüft Einstieg bei VW Osnabrück
Das Land Niedersachsen prüft einen Einstieg beim bisherigen Volkswagen-Werk Osnabrück. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte: „Wir prüfen derzeit, ob und in welcher Form eine Beteiligung an einer möglichen industriellen Zukunftslösung für den Standort Osnabrück in Betracht kommen kann.“ Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.
„Der Erhalt und die Sicherung von Standort, Beschäftigung und Wertschöpfung am Standort Osnabrück haben für die Landesregierung höchste Priorität, daran arbeiten wir gemeinsam hart“, sagte der Ministerpräsident. Volkswagen sucht nach einer neuen Verwendung für das Werk mit rund 2.000 Beschäftigten, wenn dort 2027 die Pkw-Fertigung ausläuft. Nach früheren Angaben verhandelt der Konzern vor allem mit Rüstungsunternehmen über eine künftige Nutzung. Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen.
Denkbar ist laut dem Bericht der Zeitung eine Übernahme des Werkes durch das Land Niedersachsen, möglicherweise zusammen mit dem Bund und einer weiteren Beteiligung von Volkswagen. Im Raum steht demnach ein Investment von mindestens 200 Millionen Euro. Der Standort könnte dann vermietet und zahlreiche Arbeitsplätze könnten gerettet werden.
Lies, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, hatte in der Vergangenheit gesagt: „Meine Vorstellung ist nicht, dass Volkswagen den Standort abgibt und andere sich darum kümmern, sondern dass gemeinsam mit neuen Partnern tragfähige Perspektiven entwickelt werden.“ Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Ein Sprecher des Ministerpräsidenten sagte: „Die konkreten Strukturen einer solchen Beteiligung sind derzeit noch Gegenstand laufender Prüfungen und Gespräche“. Und weiter: „Insofern können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder einer konkreten Beteiligungshöhe noch einem bestimmten Beteiligungsmodell vorgreifen.“
Bei Volkswagen wird derzeit über weitere Sparmaßnahmen debattiert. Aktuell läuft eine Reihe von Betriebsversammlungen mit Konzernchef Oliver Blume. Im Raum steht der Abbau weiterer zehntausender Stellen. Die VW-Werke Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Für sie gibt es laut Blume noch keine „keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“.
Salesforce hebt Jahresziele dank KI-Boom an
Eine starke Nachfrage nach neuen Werkzeugen für Künstliche Intelligenz stimmt Salesforce zuversichtlicher: Der SAP-Rivale hob am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Die Aktien des US-Konzerns legten im nachbörslichen Handel um sieben Prozent zu.
„Wir sehen eine unglaubliche Nachfrage nach unseren KI- und Datenprodukten“, sagte Konzernchef Marc Benioff. Der jährlich wiederkehrende Umsatz in diesem Bereich stehe kurz davor, die Marke von vier Milliarden Dollar zu überschreiten. Salesforce sieht in KI-gestützten Werkzeugen und autonomen Agenten, die Aufgaben in Vertrieb, Service und Marketing automatisieren, einen wichtigen Wachstumstreiber.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce nun einen Umsatz zwischen 46,1 und 46,4 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 45,9 bis 46,2 Milliarden in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 16,67 bis 16,71 Dollar steigen. Bislang war das Unternehmen aus San Francisco von 14,06 bis 14,12 Dollar ausgegangen.
Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag bei 11,35 Milliarden Dollar rund damit leicht über den 11,32 Milliarden, die LSEG zufolge von Experten erwartet wurden. Der Gewinn je Aktie von 5,90 Dollar lag ebenfalls über den prognostizierten 3,26 Dollar. Das Unternehmen selbst hatte hier Erlöse von 11,27 bis 11,35 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 3,25 und 3,27 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.
Im vorangegangenen Quartal hatte Salesforce zwar ein Rekordergebnis erwirtschaftet, mit einem enttäuschenden Ausblick jedoch der Furcht vor einer „SaaSpocalypse“ neue Nahrung gegeben. Darunter verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS). Einige Anleger befürchten, dass sich Unternehmen ihre Anwendungen für Buchhaltung oder Lagerverwaltung künftig zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von ChatGPT & Co programmieren lassen. Vor allem das Startup Anthropic hat in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen für seine KI „Claude“ wiederholt für Unruhe gesorgt. Daher haben die Aktien von Unternehmen wie Salesforce oder SAP seit Anfang 2025 teilweise knapp 50 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Zur Stärkung des KI-Geschäfts kündigte Salesforce vor einigen Wochen die Übernahme des Startups Fin für 3,6 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen bietet eine Plattform für sogenannte KI-Agenten an, die komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen können. Diese können unter anderem Supportanfragen über Live-Chat, Telefon oder andere Kanäle bearbeiten. Zu den Kunden von Fin gehören unter anderem Anthropic und DoorDash, die Mutter des Essenslieferanten „Wolt“.
OpenAI nach KI-Ausbruch: Hätten früher reagieren können, um Angriff womöglich zu verhindern
Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hätte früher reagieren können, um den Hackerangriff seiner KI-Modelle auf die Plattform Hugging Face zu verhindern. Das teilte das Unternehmen in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht mit. „Im Nachhinein betrachtet hätten einige der in diesem Bericht identifizierten frühen Anzeichen eine frühzeitigere Reaktion auslösen können“, schrieb das Unternehmen. Laut dem Bericht führten die KI-Modelle den Großteil des Angriffs in 13 Stunden durch.
In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.
So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.
In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.
So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.
Der Bericht erläutert zudem, dass die Modelle mit weitreichenden Hacking-Aufgaben betraut wurden, um ihre Fähigkeit zum Aufspüren und Ausnutzen von Cybersicherheitslücken zu testen. Dafür wurden demnach die normalerweise in den kommerziellen Produkten von OpenAI verwendeten Sicherheitsvorkehrungen deaktiviert, um zu sehen, wie weit die Modelle gehen würden. Dem Bericht zufolge fehlten den Modellen Systeme, die potenziell riskante Aktivitäten automatisch überprüfen und blockieren. OpenAI hatte beabsichtigt, die Modelle in einem Testbereich zu belassen, der als „Sandbox“ bezeichnet wird — eine isolierte virtuelle Softwareumgebung, die dazu dient, Sicherheitstests durchzuführen oder unsicheren Code auf kontrollierte Weise zu testen. Diesem Testbereich entkamen sie aber letztendlich.
In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.
Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.
In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.
Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.