Business-Ticker : Krankheit zwingt Chemiekonzern Evonik vorübergehend zu Chefwechsel

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hier auf der Bilanzpressekonferenz 2025dpa

Klingbeil lädt Unicredit-Chef zu Gespräch über Commerzbank +++ Spielzeughersteller Schleich könnte vor einer Übernahme stehen +++ ESA fördert Isar Aerospace mit 200 Millionen Euro +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Kullmann erkrankt – Rettig wird Interims-Chef bei Evonik

Beim Spezialchemiekonzern Evonik muss Vorstandschef Christian Kullmann überraschend ​wegen einer Erkrankung vorübergehend ersetzt werden. Der frühere Interims-Finanzchef und ⁠aktuelle Asien-Chef Evoniks, Claus Rettig, sei in den Vorstand berufen worden und solle Kullmanns Ämter übernehmen, bis der 57-Jährige wieder genesen sei, teilte ‌der Essener Konzern am Donnerstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Kullmann solle sich in den kommenden Wochen von einer „schweren, ungeplanten ‌Operation“ erholen. „Wir gehen fest ‌davon aus, dass er nach seiner Rehabilitation seine Aufgaben wieder übernehmen wird“, sagte Aufsichtsratschef Bernd Tönjes.

Kullmann steht seit Mai 2017 an der Spitze ​des Essener Konzerns. Erst im April ⁠war sein Vertrag bis 2030 verlängert worden. Damals war auch Michael Rauch als neuer ​Finanzchef vorgestellt worden, der sein Amt zum 1. Mai antrat. Rettig war auf ⁠seinen Posten in ‌Asien zurückgekehrt.

Kullmann hat in seiner Amtszeit Evonik auch durch Übernahmen auf das lukrative Geschäft mit der Spezialchemie ausgerichtet. Von Massengeschäften hat er ⁠sich getrennt und ⁠den Konzern schlanker aufgestellt. Aktuell durchlaufen die Essener auch angesichts der Branchenkrise ⁠ein ​Sparprogramm, durch ⁠das auch zahlreiche Stellen wegfallen. „Evonik befindet ​sich mitten in der größten Transformation der Konzerngeschichte“, ‌sagte Rettig: „Gemeinsam mit den Kollegen im Vorstand werden wir den eingeschlagenen ​Kurs konsequent vorantreiben.“ (Reuters)

Kullmann steht seit Mai 2017 an der Spitze ​des Essener Konzerns. Erst im April ⁠war sein Vertrag bis 2030 verlängert worden. Damals war auch Michael Rauch als neuer ​Finanzchef vorgestellt worden, der sein Amt zum 1. Mai antrat. Rettig war auf ⁠seinen Posten in ‌Asien zurückgekehrt.

Kullmann hat in seiner Amtszeit Evonik auch durch Übernahmen auf das lukrative Geschäft mit der Spezialchemie ausgerichtet. Von Massengeschäften hat er ⁠sich getrennt und ⁠den Konzern schlanker aufgestellt. Aktuell durchlaufen die Essener auch angesichts der Branchenkrise ⁠ein ​Sparprogramm, durch ⁠das auch zahlreiche Stellen wegfallen. „Evonik befindet ​sich mitten in der größten Transformation der Konzerngeschichte“, ‌sagte Rettig: „Gemeinsam mit den Kollegen im Vorstand werden wir den eingeschlagenen ​Kurs konsequent vorantreiben.“ (Reuters)

ESA fördert Isar Aerospace mit 200 Millionen Euro

Die Europäische Weltraumagentur ESA fördert das Münchner Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace mit 200 Millionen Euro. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, werden diese Mittel dafür eingesetzt, die nächste Generation von Trägerraketen zu entwickeln sowie den Ausbau von Test- und Startinfrastruktur zu beschleunigen, um die Startfrequenz zu erhöhen und künftige Missionen zu unterstützen. Für das Start-up sind die nun von der ESA zugesagten Mittel eine wichtige Bestätigung, nachdem in diesem Jahr der zweite Testflug der Trägerrakete Spectrum viermal fehlgeschlagen war. Die Fördermittel erfolgen im Rahmen des ESA-Programms „European Launcher Challenge“, mit dem die europäischen Regierungen ihre Startkapazitäten für Raketen ausbauen wollen. „Wir haben bereits die ersten wichtigen Meilensteine des Programms erreicht und nehmen damit eine Führungsrolle in Europa ein, wenn es darum geht, unabhängigen Zugang zum Weltraum zu sichern“, sagte Stella Guillen, die im Vorstand von Isar Aerospace den Vertrieb verantwortet. 

Europa investiert nach ihren Worten entschieden in seine Souveränität im Weltraum. Die heutige Vereinbarung mit der ESA sei ein weiterer Beleg dafür. Isar Aerospace treibe die nächste Generation europäischer Raumfahrtkapazitäten voran und setze den Maßstab für die Branche. „Mit dieser Finanzierung unterstützt die ESA den Aufbau europäischer Raumfahrtkapazitäten, trägt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas bei und erweitert das Angebot an Startdienstleistungen für institutionelle und kommerzielle Kunden", erklärte Géraldine Naja, Direktorin für Raumtransport bei der ESA.

Anlässlich seines Besuchs des Isar-Aerospace-Werks in Ottobrunn hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Ende Juli über Pläne für einen Raketenstartplatz der Bundeswehr gesprochen. In Europa gibt es einen Raketenstartplatz auf der schottischen Shetlandinsel Unst (Saxavord) sowie einen im norwegischen Andøya, von wo aus Isar Aerospace in diesem Jahr viermal vergeblich seine Trägerrakete Spectrum zu starten versucht hat.

Die 200 Millionen Euro sind für das Unternehmen ein beträchtlicher Betrag. Bislang dürfte Isar Aerospace knapp 800 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt haben. In der jüngsten Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro wurde das Unternehmen, bei dem sich auch der NATO-Innovationsfonds und der VW-Großaktionär Porsche Automobil Holding engagiert haben, mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.

Europa investiert nach ihren Worten entschieden in seine Souveränität im Weltraum. Die heutige Vereinbarung mit der ESA sei ein weiterer Beleg dafür. Isar Aerospace treibe die nächste Generation europäischer Raumfahrtkapazitäten voran und setze den Maßstab für die Branche. „Mit dieser Finanzierung unterstützt die ESA den Aufbau europäischer Raumfahrtkapazitäten, trägt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas bei und erweitert das Angebot an Startdienstleistungen für institutionelle und kommerzielle Kunden", erklärte Géraldine Naja, Direktorin für Raumtransport bei der ESA.

Anlässlich seines Besuchs des Isar-Aerospace-Werks in Ottobrunn hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Ende Juli über Pläne für einen Raketenstartplatz der Bundeswehr gesprochen. In Europa gibt es einen Raketenstartplatz auf der schottischen Shetlandinsel Unst (Saxavord) sowie einen im norwegischen Andøya, von wo aus Isar Aerospace in diesem Jahr viermal vergeblich seine Trägerrakete Spectrum zu starten versucht hat.

Die 200 Millionen Euro sind für das Unternehmen ein beträchtlicher Betrag. Bislang dürfte Isar Aerospace knapp 800 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt haben. In der jüngsten Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro wurde das Unternehmen, bei dem sich auch der NATO-Innovationsfonds und der VW-Großaktionär Porsche Automobil Holding engagiert haben, mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.

109 Klagen gegen Zalando nach Kündigungen in Erfurt

Zahlreiche Mitarbeiter des von der Schließung betroffenen Zalando-Logistikzentrums in Erfurt wehren sich juristisch gegen ihre Kündigung. Beim Arbeitsgericht Erfurt seien in den vergangenen Wochen insgesamt 109 Klagen gegen Zalando eingegangen, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte. Die Arbeitnehmer wendeten sich damit vor allem gegen die vom Unternehmen Ende Juli ausgesprochenen Kündigungen.

Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts, hieß es. Zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien seien bis November Termine anberaumt worden. Die ersten Güteverhandlungen soll es an diesem Freitag vor dem Arbeitsgericht geben.

Zalando will den Erfurter Standort Ende September schließen. Der Dax-Konzern begründet dies mit einer Neuausrichtung des eigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Modehändlers About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen.

Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts, hieß es. Zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien seien bis November Termine anberaumt worden. Die ersten Güteverhandlungen soll es an diesem Freitag vor dem Arbeitsgericht geben.

Zalando will den Erfurter Standort Ende September schließen. Der Dax-Konzern begründet dies mit einer Neuausrichtung des eigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Modehändlers About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen.

Klingbeil lädt Unicredit-Chef zu Gespräch über Commerzbank

Die Bundesregierung schaltet sich in das Übernahmeringen zwischen Commerzbank und der italienischen Großbank Unicredit ein. Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) hat Unicredit-Chef Andrea Orcel für den 14. September zu einem Gespräch ins Bundesfinanzministerium eingeladen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Es gehe darum, die Position der Bundesregierung darzulegen und in einen Austausch zu treten, hieß es.

„Dies begleitet die Gespräche der beiden Banken, denen es weiterhin obliegt, in direkten Beratungen über den weiteren Weg zu sprechen.“ Die Einladung Klingbeils markiert einen Kurswechsel in der bisherigen Position der Bundesregierung. Noch im Juli hatte sie das Vorgehen der Unicredit als „aggressiv und feindlich“ bezeichnet und als „inakzeptabel“ abgelehnt.

„Dies begleitet die Gespräche der beiden Banken, denen es weiterhin obliegt, in direkten Beratungen über den weiteren Weg zu sprechen.“ Die Einladung Klingbeils markiert einen Kurswechsel in der bisherigen Position der Bundesregierung. Noch im Juli hatte sie das Vorgehen der Unicredit als „aggressiv und feindlich“ bezeichnet und als „inakzeptabel“ abgelehnt.

Die Unicredit, die vor rund zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen war, wirbt seit Langem um eine Übernahme des Frankfurter Dax-Konzerns und hat sich bereits den Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile gesichert. Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuermilliarden vor den Kollaps gerettet hat, hält noch gut zwölf Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär. Bei einer möglichen Übernahme kommt der Bundesregierung daher eine wichtige Rolle zu. 

Die Bundesregierung hatte wiederholt betont, die Commerzbank habe für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands hohe Priorität und sei „als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt“. Das gelte es auch künftig sicherzustellen. „Die Bundesregierung wird daher weiterhin im Sinne des deutschen Mittelstands, des Finanzstandorts Frankfurt und der Beschäftigten handeln."

Der Bund hatte bisher einen Verkauf seines Commerzbank-Anteils abgelehnt. Zuletzt gab es aber Spekulationen, wonach die Bundesregierung offen für einen Ausstieg sein könnte, sofern sich Commerzbank und Unicredit auf eine gemeinsame Strategie verständigen sollten. Unicredit-Chef Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliarden-Einsparungen. Er plant den Abbau Tausender Jobs und will das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Die Arbeitnehmervertreter der Commerzbank fürchten einen Kahlschlag.

Meyer Werft macht fast 384 Millionen Euro Verlust

Die Meyer Werft hat das vergangene Jahr trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs abermals mit einem hohen Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 384 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Verlust noch rund 569 Millionen Euro betragen. Auch operativ blieb der Schiffbauer deutlich in den roten Zahlen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank den Angaben zufolge von rund 528 Millionen auf rund 252 Millionen Euro. Die Werft begründete das Minus vor allem mit Rückstellungen für erwartete Verluste aus älteren, nicht profitablen Aufträgen.

Der Umsatz stieg von rund 1,4 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Auslieferung der Kreuzfahrtschiffe „Asuka III“ und „Disney Destiny“ in Papenburg sowie zweier Binnenfahrgastschiffe der Neptun Werft bei. Zudem wurde am Standort Wismar ein Kreuzfahrtschiff umgebaut. Die Zahlen der beiden Jahre seien wegen gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen im Jahr 2024 allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, hieß es.

Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Verbesserung in Aussicht. Obwohl in diesem Jahr kein Kreuzfahrtschiff ausgeliefert werden soll, erwartet sie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Entwicklung in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Erreicht werden soll dies unter anderem durch geringere Material- und Personalkosten sowie effizientere Abläufe. Die Werft beziffert den erwarteten jährlichen Effekt ihrer Spar- und Effizienzmaßnahmen mittelfristig auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Nach Angaben des Unternehmens bestätigte ein Gutachter, dass die Werft ihren vereinbarten Sanierungspfad einhält. Der Finanzierungsbedarf sei im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 durch zugesagte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt. Als Grundlage für den weiteren Sanierungskurs nennt die Werft profitabler kalkulierte Neuaufträge für Kreuzfahrtschiffe, den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen in Rostock und die Nachfrage nach Binnenfahrgastschiffen.

Der Umsatz stieg von rund 1,4 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Auslieferung der Kreuzfahrtschiffe „Asuka III“ und „Disney Destiny“ in Papenburg sowie zweier Binnenfahrgastschiffe der Neptun Werft bei. Zudem wurde am Standort Wismar ein Kreuzfahrtschiff umgebaut. Die Zahlen der beiden Jahre seien wegen gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen im Jahr 2024 allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, hieß es.

Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Verbesserung in Aussicht. Obwohl in diesem Jahr kein Kreuzfahrtschiff ausgeliefert werden soll, erwartet sie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Entwicklung in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Erreicht werden soll dies unter anderem durch geringere Material- und Personalkosten sowie effizientere Abläufe. Die Werft beziffert den erwarteten jährlichen Effekt ihrer Spar- und Effizienzmaßnahmen mittelfristig auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Nach Angaben des Unternehmens bestätigte ein Gutachter, dass die Werft ihren vereinbarten Sanierungspfad einhält. Der Finanzierungsbedarf sei im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 durch zugesagte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt. Als Grundlage für den weiteren Sanierungskurs nennt die Werft profitabler kalkulierte Neuaufträge für Kreuzfahrtschiffe, den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen in Rostock und die Nachfrage nach Binnenfahrgastschiffen.

Spielzeughersteller Schleich könnte vor einer Übernahme stehen

Beim angeschlagenen Spielzeughersteller Schleich bahnt sich nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ abermals ein Eigentümerwechsel an. Kreditgeber des Unternehmens, darunter die Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital, wollen die Kontrolle bei Schleich übernehmen, wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise berichtete. Geplant sei, Forderungen der Finanzgläubiger in Anteilsrechte umzuwandeln.

H.I.G. Capital habe beim Bundeskartellamt bereits den „indirekten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung“ an der Schleich Group Holding angemeldet. Auch bei den österreichischen Wettbewerbsbehörden sei ein Antrag eingereicht worden. Eine Gruppe von Kreditgebern beabsichtige im Zuge einer finanziellen Restrukturierung „mittelbar sämtliche Anteile an der Schleich Group Holding“ zu erwerben, heißt es darin. H.I.G. wollte den Vorgang auf Anfrage der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren.

Das 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründete Unternehmen zählt zu den bekanntesten Spielwarenherstellern Deutschlands. Die Spielfiguren aus Hartgummi – Bauernhoftiere, wilde Tiere, Dinosaurier sowie Ritter, Elfen und Schlümpfe – werden in mehr als 50 Länder verkauft. Seit 2019 gehört Schleich der Schweizer Private-Equity-Gesellschaft Partners Group. Auch sie wollte den Bericht der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren. Die Partners Group hatte das Unternehmen von der französischen Investmentgesellschaft Ardian übernommen.

Schleich kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Umsätze stark angestiegen, brachen danach aber wieder ein. Das Management reagierte mit Sparmaßnahmen. Unter anderem gab Schleich seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs auf. Der Hauptsitz wurde nach München verlegt.

H.I.G. Capital habe beim Bundeskartellamt bereits den „indirekten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung“ an der Schleich Group Holding angemeldet. Auch bei den österreichischen Wettbewerbsbehörden sei ein Antrag eingereicht worden. Eine Gruppe von Kreditgebern beabsichtige im Zuge einer finanziellen Restrukturierung „mittelbar sämtliche Anteile an der Schleich Group Holding“ zu erwerben, heißt es darin. H.I.G. wollte den Vorgang auf Anfrage der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren.

Das 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründete Unternehmen zählt zu den bekanntesten Spielwarenherstellern Deutschlands. Die Spielfiguren aus Hartgummi – Bauernhoftiere, wilde Tiere, Dinosaurier sowie Ritter, Elfen und Schlümpfe – werden in mehr als 50 Länder verkauft. Seit 2019 gehört Schleich der Schweizer Private-Equity-Gesellschaft Partners Group. Auch sie wollte den Bericht der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren. Die Partners Group hatte das Unternehmen von der französischen Investmentgesellschaft Ardian übernommen.

Schleich kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Umsätze stark angestiegen, brachen danach aber wieder ein. Das Management reagierte mit Sparmaßnahmen. Unter anderem gab Schleich seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs auf. Der Hauptsitz wurde nach München verlegt.

Uber startet offizielles Milliardenangebot für Delivery Hero

Der US-Fahrdienstvermittler Uber macht bei der geplanten Milliardenübernahme des Essenslieferdienstes Delivery ​Hero ernst und treibt damit die Konsolidierung in der Branche voran. Nach der Genehmigung durch ⁠die Finanzaufsicht BaFin legte der Konzern am Donnerstag das offizielle öffentliche Angebot vor. Es werde erwartet, dass Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero zu gegebener Zeit ihre gemeinsame begründete ‌Stellungnahme veröffentlichen und das Angebot unterstützen werden, hieß es in den Angebotsunterlagen.

Den Aktionären werden demnach wie bereits Mitte Juli angekündigt 41,50 Euro je Aktie in bar geboten, was ‌einer Gesamtbewertung von bis zu ‌13 Milliarden Euro entspricht. Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettkampf gilt als ausgeschlossen, da sich Uber bereits eine Mehrheit von rund 53 Prozent an dem Berliner ​Dax-Konzern gesichert hat. Dies geschah durch eigene Anteile ⁠sowie eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.

Durch den Zusammenschluss entstünde der weltweit größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Um Bedenken ​der Kartellbehörden zuvorzukommen, verkauft Delivery Hero parallel Geschäftsbereiche in 14 Märkten an den Finanzinvestor SSW Partners. Die ⁠Aktie von ⁠Delivery Hero notierte am Donnerstag mit 38,34 Euro deutlich unter dem Angebotspreis.

Den Aktionären werden demnach wie bereits Mitte Juli angekündigt 41,50 Euro je Aktie in bar geboten, was ‌einer Gesamtbewertung von bis zu ‌13 Milliarden Euro entspricht. Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettkampf gilt als ausgeschlossen, da sich Uber bereits eine Mehrheit von rund 53 Prozent an dem Berliner ​Dax-Konzern gesichert hat. Dies geschah durch eigene Anteile ⁠sowie eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.

Durch den Zusammenschluss entstünde der weltweit größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Um Bedenken ​der Kartellbehörden zuvorzukommen, verkauft Delivery Hero parallel Geschäftsbereiche in 14 Märkten an den Finanzinvestor SSW Partners. Die ⁠Aktie von ⁠Delivery Hero notierte am Donnerstag mit 38,34 Euro deutlich unter dem Angebotspreis.

Deutsche Bank startet nach Postbank-Debakel neuen IT-Umbau

Die Deutsche Bank startet nach den massiven ​Problemen bei der Postbank-Integration einen neuen Anlauf zur Modernisierung ihrer ⁠IT-Systeme. Die Privatkundensparte des Instituts hat sich für die Kernbanken-Plattform „Vault Core“ des britischen Finanztechnologie-Unternehmens Thought Machine entschieden und den IT-Dienstleister GFT mit der ‌Umsetzung beauftragt, wie das Geldhaus und GFT am Donnerstag mitteilten. Die neue Plattform solle die veraltete Technik für Privat- und Vermögenskunden in ‌Deutschland ersetzen ‌und es ermöglichen, neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen.

Bei den GFT-Anlegern kam die Nachricht gut an: Die Aktie schnellte um 7,1 ​Prozent auf 24,15 Euro in ⁠die Höhe. Die Titel des Geldhauses tendierten mit 34,65 Euro auf Vortagesniveau. Dem Schritt vorausgegangen ​war die Pannen-Integration der Postbank in die IT-Systeme der Deutschen Bank, ⁠die bei Millionen Kunden ‌zu teils erheblichen Problemen geführt hatte. Der jetzige Umbau ist Teil der Strategie, die Zahl der Kernbankensysteme im Konzern von 15 auf ⁠zwei zu ⁠reduzieren. Die Bank will bis Ende 2028 rund 600 Millionen Euro in ⁠die ​IT ⁠investieren und rechnet ab dann mit ​jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen ‌Euro. Die Umstellung der Produkte auf das neue System soll schrittweise ab ​2027 erfolgen.

Bei den GFT-Anlegern kam die Nachricht gut an: Die Aktie schnellte um 7,1 ​Prozent auf 24,15 Euro in ⁠die Höhe. Die Titel des Geldhauses tendierten mit 34,65 Euro auf Vortagesniveau. Dem Schritt vorausgegangen ​war die Pannen-Integration der Postbank in die IT-Systeme der Deutschen Bank, ⁠die bei Millionen Kunden ‌zu teils erheblichen Problemen geführt hatte. Der jetzige Umbau ist Teil der Strategie, die Zahl der Kernbankensysteme im Konzern von 15 auf ⁠zwei zu ⁠reduzieren. Die Bank will bis Ende 2028 rund 600 Millionen Euro in ⁠die ​IT ⁠investieren und rechnet ab dann mit ​jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen ‌Euro. Die Umstellung der Produkte auf das neue System soll schrittweise ab ​2027 erfolgen.

Land prüft Einstieg bei VW Osnabrück

Das Land Niedersachsen prüft einen Einstieg beim bisherigen Volkswagen-Werk Osnabrück. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte: „Wir prüfen derzeit, ob und in welcher Form eine Beteiligung an einer möglichen industriellen Zukunftslösung für den Standort Osnabrück in Betracht kommen kann.“ Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

„Der Erhalt und die Sicherung von Standort, Beschäftigung und Wertschöpfung am Standort Osnabrück haben für die Landesregierung höchste Priorität, daran arbeiten wir gemeinsam hart“, sagte der Ministerpräsident. Volkswagen sucht nach einer neuen Verwendung für das Werk mit rund 2.000 Beschäftigten, wenn dort 2027 die Pkw-Fertigung ausläuft. Nach früheren Angaben verhandelt der Konzern vor allem mit Rüstungsunternehmen über eine künftige Nutzung. Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen.

Denkbar ist laut dem Bericht der Zeitung eine Übernahme des Werkes durch das Land Niedersachsen, möglicherweise zusammen mit dem Bund und einer weiteren Beteiligung von Volkswagen. Im Raum steht demnach ein Investment von mindestens 200 Millionen Euro. Der Standort könnte dann vermietet und zahlreiche Arbeitsplätze könnten gerettet werden.

Lies, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, hatte in der Vergangenheit gesagt: „Meine Vorstellung ist nicht, dass Volkswagen den Standort abgibt und andere sich darum kümmern, sondern dass gemeinsam mit neuen Partnern tragfähige Perspektiven entwickelt werden.“ Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Ein Sprecher des Ministerpräsidenten sagte: „Die konkreten Strukturen einer solchen Beteiligung sind derzeit noch Gegenstand laufender Prüfungen und Gespräche“. Und weiter: „Insofern können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder einer konkreten Beteiligungshöhe noch einem bestimmten Beteiligungsmodell vorgreifen.“

Bei Volkswagen wird derzeit über weitere Sparmaßnahmen debattiert. Aktuell läuft eine Reihe von Betriebsversammlungen mit Konzernchef Oliver Blume. Im Raum steht der Abbau weiterer zehntausender Stellen. Die VW-Werke Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Für sie gibt es laut Blume noch keine „keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“. 

Depot-Betreiberfirma kündigt alle Verträge – Marke soll bleiben

Hat die Deko-Kette Depot noch eine Zukunft? Das dahinterstehende Unternehmen, die insolvente GDC Deutschland GmbH, stellt Ende September seinen Geschäftsbetrieb ein. Das sagte Inhaber Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur. Sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie Mietverträge werden zum 30. September gekündigt. Die Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwoch. Die Marke solle jedoch fortbestehen, so Gries.

Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe nannte Gries Zölle, zunehmende Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August folgten rund 30 weitere. Dass nun auch alle übrigen Verträge gekündigt werden, begründete Gries mit Masseunzulänglichkeit. Das Vermögen der Firma reicht demnach nicht, um alle Verbindlichkeiten zu bezahlen. Zu Ende September wird laut Gries nun etwa 730 Beschäftigten gekündigt, zu Ende Juli waren es bereits 350.

Für Depot muss dies laut Gries jedoch nicht das Aus bedeuten. Trotz der gekündigten Verträge sollen nach seinen Vorstellungen nicht alle der rund 50 noch verbliebenen Filialen bis Ende September schließen. Er will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen. „Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden“, sagte Gries. Wie viele Filialen erhalten bleiben könnten und bis wann endgültig darüber entschieden wird, ließ er offen.

Gries verhandelt zudem über die Fortführung weiterer kleinerer Depot-Shops, die unter anderem in Märkte von Einzelhändlern wie Rewe oder Edeka integriert sind. Beide Unternehmen äußerten sich auf Nachfrage zunächst nicht. Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch, viele Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.

Der Einzelhandel in Deutschland steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Neben Depot meldeten auch die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz sowie die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an.

Salesforce hebt Jahresziele dank KI-Boom an

Eine starke Nachfrage nach neuen Werkzeugen für Künstliche Intelligenz stimmt Salesforce zuversichtlicher: Der SAP-Rivale hob am ​Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Die Aktien des US-Konzerns legten im nachbörslichen Handel um sieben ⁠Prozent zu.

„Wir sehen eine unglaubliche Nachfrage nach unseren KI- und Datenprodukten“, sagte Konzernchef Marc Benioff. Der jährlich wiederkehrende Umsatz in diesem Bereich stehe kurz davor, die Marke von vier Milliarden Dollar zu überschreiten. Salesforce sieht in KI-gestützten Werkzeugen ‌und autonomen Agenten, die Aufgaben in Vertrieb, Service und Marketing automatisieren, einen wichtigen Wachstumstreiber.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce nun einen Umsatz zwischen 46,1 und 46,4 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 45,9 bis 46,2 Milliarden in Aussicht gestellt ‌worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie ‌soll auf 16,67 bis 16,71 Dollar steigen. Bislang war das Unternehmen aus San Francisco von 14,06 bis 14,12 Dollar ausgegangen.

Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag bei 11,35 Milliarden Dollar rund damit leicht über den 11,32 Milliarden, die LSEG zufolge von Experten erwartet wurden. ​Der Gewinn je Aktie von 5,90 Dollar lag ebenfalls ⁠über den prognostizierten 3,26 Dollar. Das Unternehmen selbst hatte hier Erlöse von 11,27 bis 11,35 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 3,25 und ​3,27 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.

Im vorangegangenen Quartal hatte Salesforce zwar ein Rekordergebnis erwirtschaftet, mit einem enttäuschenden Ausblick jedoch der Furcht vor einer „SaaSpocalypse“ neue ⁠Nahrung gegeben. Darunter verstehen ‌Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS). Einige Anleger befürchten, dass sich Unternehmen ihre Anwendungen für Buchhaltung oder Lagerverwaltung künftig zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von ChatGPT & Co programmieren lassen. Vor allem das Startup Anthropic hat in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen für seine ⁠KI „Claude“ wiederholt für ⁠Unruhe gesorgt. Daher haben die Aktien von Unternehmen wie Salesforce oder SAP seit Anfang 2025 teilweise knapp 50 Prozent ihres ⁠Wertes eingebüßt.

Zur Stärkung des ​KI-Geschäfts kündigte ⁠Salesforce vor einigen Wochen die Übernahme des Startups ​Fin für 3,6 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen bietet eine Plattform für sogenannte KI-Agenten ‌an, die komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen können. Diese können unter anderem Supportanfragen über Live-Chat, Telefon oder andere Kanäle bearbeiten. ​Zu den Kunden von Fin gehören unter anderem Anthropic ​und DoorDash, die Mutter des Essenslieferanten „Wolt“.

OpenAI nach KI-Ausbruch: Hätten früher reagieren können, um Angriff womöglich zu verhindern

Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hätte früher reagieren können, um den Hackerangriff seiner KI-Modelle auf die Plattform Hugging Face zu verhindern. Das teilte das Unternehmen in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht mit. „Im Nachhinein betrachtet hätten einige der in diesem Bericht identifizierten frühen Anzeichen eine frühzeitigere Reaktion auslösen können“, schrieb das Unternehmen. Laut dem Bericht führten die KI-Modelle den Großteil des Angriffs in 13 Stunden durch.

In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.

So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.

In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.

So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.

Der Bericht erläutert zudem, dass die Modelle mit weitreichenden Hacking-Aufgaben betraut wurden, um ihre Fähigkeit zum Aufspüren und Ausnutzen von Cybersicherheitslücken zu testen. Dafür wurden demnach die normalerweise in den kommerziellen Produkten von OpenAI verwendeten Sicherheitsvorkehrungen deaktiviert, um zu sehen, wie weit die Modelle gehen würden. Dem Bericht zufolge fehlten den Modellen Systeme, die potenziell riskante Aktivitäten automatisch überprüfen und blockieren. OpenAI hatte beabsichtigt, die Modelle in einem Testbereich zu belassen, der als „Sandbox“ bezeichnet wird — eine isolierte virtuelle Softwareumgebung, die dazu dient, Sicherheitstests durchzuführen oder unsicheren Code auf kontrollierte Weise zu testen. Diesem Testbereich entkamen sie aber letztendlich. 

In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.

Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.

In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.

Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.

Firmen beobachten mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste

Deutsche Unternehmen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten deutlich mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste wahrgenommen als im Jahr zuvor. Das deckt sich mit der Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), das seit einigen Monaten auf eine erhöhte Gefährdung hinweist. Nach Angaben des IT-Branchenverbands Bitkom sahen von den Unternehmen, die Sabotage, Spionage oder Diebstahl erlebt haben, 37 Prozent einen ausländischen Nachrichtendienst am Werke, nach 28 Prozent im Vorjahr. 62 Prozent der Betroffenen erlebten Angriffe durch kriminelle Banden, ein Rückgang um sechs Prozentpunkte gegenüber 2025. Jeweils acht Prozent der Unternehmen erlebten Angriffe von Kunden beziehungsweise Lieferanten. Mehrfachnennungen waren möglich.

Der Branchenverband hat für seinen aktuellen Wirtschaftsschutzbericht rund 1.000 Führungskräfte und IT-Verantwortliche in diesem Frühjahr gefragt, ob ihr Unternehmen binnen eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen war oder nicht. 67 Prozent der Befragten berichteten von entsprechenden Vorfällen; weitere 29 Prozent gaben an, das eigene Unternehmen sei "vermutlich betroffen" gewesen. Von den Betroffenen gaben 52 Prozent an, der Angriff sei von China aus gestartet worden. In 49 Prozent der Fälle gehen die Firmen davon aus, dass sich der Angreifer in Russland aufhielt.

In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der Führungskräfte, die einen solchen Angriff nicht mit Sicherheit erkennen, sondern lediglich vermuten konnten, mit jeweils zehn Prozent geringer gewesen. Wohl auch deshalb ist die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum mit mindestens 211 Milliarden Euro diesmal geringer als in den Jahren zuvor. 2025 waren es rund 289 Milliarden Euro gewesen, 2024 lag die Summe der entstandenen Schäden bei 266,6 Milliarden Euro.

In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der Führungskräfte, die einen solchen Angriff nicht mit Sicherheit erkennen, sondern lediglich vermuten konnten, mit jeweils zehn Prozent geringer gewesen. Wohl auch deshalb ist die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum mit mindestens 211 Milliarden Euro diesmal geringer als in den Jahren zuvor. 2025 waren es rund 289 Milliarden Euro gewesen, 2024 lag die Summe der entstandenen Schäden bei 266,6 Milliarden Euro.

Bill Gates fordert globale KI-Regeln und plant Treffen mit Chinas Präsident Xi

Microsoft-Mitgründer Bill Gates will sich noch in diesem Jahr mit dem chinesischen Staats- und Parteichef ​Xi Jinping treffen, um über globale Maßnahmen gegen die wachsenden Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) zu sprechen. Gates sagte ⁠der Nachrichtenagentur Reuters, China könnte einer Beschränkung potenziell gefährlicher KI-Modelle zustimmen, wenn die USA hierbei den ersten Schritt machten. „Die ganze Welt würde da mitziehen." Sein Sprecher erklärte, das Treffen mit Xi werde für November angepeilt. ‌Das chinesische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Präsident Xi „könnte überrascht sein, wie vehement ich bin", sagte Gates.

Während sich der Milliardär im Januar noch optimistischer zum Thema Künstliche Intelligenz geäußert hatte, zeigt er ‌sich nun besorgt, dass KI Angriffe ‌ausführen, Arbeitsplätze vernichten und Nutzer süchtig machen könnte. Eine besondere Gefahr sieht er in einer möglichen Fähigkeit von KI, Moleküle zu erschaffen und biologische Angriffe auszuführen. Staaten sollten das überwachen. Kürzlich hatten KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Cybersicherheits-Tests reale Websites gehackt. „Diese Sicherheitsvorfälle ​sind schockierend, und sie sollten die Leute aufrütteln", sagte ⁠Gates.

Er betonte, wie einzigartig die aktuelle Entwicklung mit KI sei: „In der Vergangenheit hat Technologie so etwas nie getan. Dieses Mal ist es ​anders. Dies ist wie ein evolutionärer Meilenstein." Die Gesellschaft müsse einen Weg finden, das zu regulieren. „Viele Beobachter sagen, dass dieser technologische Wandel ähnlich verlaufen wird wie frühere", schreibt er in einem neuen Blogbeitrag, und er fährt fort: „Sie führen als Beispiel an, wie sich die Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten von der Landwirtschaft hin zur Büroarbeit verlagert haben. Dieser Wandel vollzog sich jedoch über mehrere Generationen hinweg und schuf neue Arbeitsplätze, in denen menschliche Denkfähigkeit gefragt war."

In diesem Fall könne die Technologie die menschliche Denkfähigkeit ersetzen. „Da sie sehen, hören, sprechen und logisch denken kann und letztendlich körperliche Arbeit genauso reibungslos verrichten wird wie jeder Mensch, wird sie nicht nur einen einzigen Sektor betreffen. KI wird Aufgaben in den Bereichen Recht, Kundenservice, Medizin, Software und Fertigung übernehmen. Sie wird diese Branchen rasch erfassen – im Laufe eines Jahrzehnts statt über mehrere Generationen hinweg. Es wird zwar einige neue Arbeitsplätze geben, doch ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden es weit weniger sein als heute." Gates forderte zudem er eine neue ⁠internationale Organisation ‌zur Verwaltung von KI, ähnlich den Abkommen zu Atomkontrollen oder zum Schutz der Ozonschicht.

Der Unternehmer gehört zu den größten privaten Förderern weltweit in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe und Bildung. Seine Stiftung plant, bis zum Jahr 2045 rund 200 Milliarden Dollar mit dem Fokus auf KI auszugeben. ⁠Die „oberste Priorität der ⁠Welt" sei es, eine KI-Zukunft zu schaffen, die Ungleichheit nicht verschärfe. Um soziale Verwerfungen abzufedern, schlug Gates vor, Einnahmen aus KI-generierter ⁠Arbeit zu besteuern ​und bis ⁠zu 40 Prozent der Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren.

Neben ​seiner Reise nach China plant Gates in diesem Herbst auch ein Treffen ‌mit dem britischen Premierminister Andy Burnham. Bei all dem technologischen Wandel betonte der Philanthrop jedoch auch die Grenzen der Technologie. ​Mit Blick auf die Pflege, die sein Vater während seiner Alzheimer-Erkrankung ​erhielt, schrieb Gates in seinem Blog, diese sei „unersetzlich menschlich" gewesen.

In diesem Fall könne die Technologie die menschliche Denkfähigkeit ersetzen. „Da sie sehen, hören, sprechen und logisch denken kann und letztendlich körperliche Arbeit genauso reibungslos verrichten wird wie jeder Mensch, wird sie nicht nur einen einzigen Sektor betreffen. KI wird Aufgaben in den Bereichen Recht, Kundenservice, Medizin, Software und Fertigung übernehmen. Sie wird diese Branchen rasch erfassen – im Laufe eines Jahrzehnts statt über mehrere Generationen hinweg. Es wird zwar einige neue Arbeitsplätze geben, doch ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden es weit weniger sein als heute." Gates forderte zudem er eine neue ⁠internationale Organisation ‌zur Verwaltung von KI, ähnlich den Abkommen zu Atomkontrollen oder zum Schutz der Ozonschicht.

Der Unternehmer gehört zu den größten privaten Förderern weltweit in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe und Bildung. Seine Stiftung plant, bis zum Jahr 2045 rund 200 Milliarden Dollar mit dem Fokus auf KI auszugeben. ⁠Die „oberste Priorität der ⁠Welt" sei es, eine KI-Zukunft zu schaffen, die Ungleichheit nicht verschärfe. Um soziale Verwerfungen abzufedern, schlug Gates vor, Einnahmen aus KI-generierter ⁠Arbeit zu besteuern ​und bis ⁠zu 40 Prozent der Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren.

Neben ​seiner Reise nach China plant Gates in diesem Herbst auch ein Treffen ‌mit dem britischen Premierminister Andy Burnham. Bei all dem technologischen Wandel betonte der Philanthrop jedoch auch die Grenzen der Technologie. ​Mit Blick auf die Pflege, die sein Vater während seiner Alzheimer-Erkrankung ​erhielt, schrieb Gates in seinem Blog, diese sei „unersetzlich menschlich" gewesen.

Rekord-Einnahmen aus der Erbschaftsteuer

Die Einnahmen des deutschen Staates aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer sind ​im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert geklettert. Insgesamt setzten die Finanzverwaltungen 21,4 Milliarden Euro fest, ⁠wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte nach einem Bericht des Finanzdienstes Reuters. Dies ist ein Plus von 60,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste jemals gemessene Wert. Ausschlaggebend war demnach vor allem ein sprunghafter ‌Anstieg bei der Besteuerung sehr großer Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro. Hier hat sich die festgesetzte Steuer mehr als verdoppelt (plus 146,8 Prozent).

Sowohl die festgesetzte Erbschaftsteuer als auch die Schenkungsteuer ‌erreichten dabei neue Spitzenwerte. Das Steueraufkommen ‌auf Erbschaften erhöhte sich um 57,1 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2021 lag bei 9,0 Milliarden Euro. Bei den Schenkungen zu Lebzeiten gab es einen ​noch kräftigeren Zuwachs von 67,3 Prozent auf ⁠8,1 Milliarden Euro. Insgesamt wurde im Jahr 2025 Vermögen im Wert von 141,1 Milliarden Euro übertragen, ein Plus von gut ​23 Prozent.

Sowohl die festgesetzte Erbschaftsteuer als auch die Schenkungsteuer ‌erreichten dabei neue Spitzenwerte. Das Steueraufkommen ‌auf Erbschaften erhöhte sich um 57,1 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2021 lag bei 9,0 Milliarden Euro. Bei den Schenkungen zu Lebzeiten gab es einen ​noch kräftigeren Zuwachs von 67,3 Prozent auf ⁠8,1 Milliarden Euro. Insgesamt wurde im Jahr 2025 Vermögen im Wert von 141,1 Milliarden Euro übertragen, ein Plus von gut ​23 Prozent.

Grund für die höheren Veranlagungen waren vor allem Übertragungen von Unternehmensanteilen und Betriebsvermögen. So wurden mit 16,8 ⁠Milliarden Euro mehr ‌als doppelt so viele Anteile an Kapitalgesellschaften veranlagt wie im Vorjahr, was einem Plus von knapp 129 Prozent entspricht. Das übertragene Betriebsvermögen wuchs um 19 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro, wobei hier vor ⁠allem Schenkungen ins ⁠Gewicht fielen. Das übertragene Grundvermögen legte um 11,2 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro zu.

Das Bundesamt wies ⁠darauf hin, ​dass die ⁠meisten Vermögensübergänge innerhalb der persönlichen Freibeträge liegen. Diese ​sind in der Regel nicht steuerpflichtig und damit nicht in ‌der Statistik enthalten. Zudem weist die Statistik bestimmte Steuererlasse nicht aus. Bei der sogenannten Verschonungsbedarfsprüfung für Unternehmensvermögen ​wurden im vergangenen Jahr Steuern in Höhe ​von 3,7 Milliarden Euro erlassen. Davon entfielen 3,4 Milliarden Euro auf Schenkungen.