Zahlungsdienst Drogerieriese dm paktiert mit dem europäischen PayPal-Rivalen Wero

Der Drogerieriese dm führt die europäische Bezahlmethode Wero in seinem Onlineshop ein. „Wir glauben, dass Wero ein relevantes Zahlungsmittel werden kann. Deshalb wollen wir als einer der Ersten dabei sein“, sagte dm-Finanzchef Martin Dallmeier (55) dem manager magazin. Aktuell teste man, ob alles funktioniere. Ab dem 25. August soll die Checkout-Methode dann für alle Nutzerinnen und Nutzer ausgerollt werden. Online-Einkäufe können dann zusätzlich zu den bisherigen Bezahlmöglichkeiten wie Kreditkarte, Klarna, Apple Pay oder PayPal auch mit Wero bezahlt werden.

ist Redakteurin im Team Tech und Start-ups des manager magazins, Schwerpunkt: Fintechs. Sie verantwortet zudem den Newsletter „Finance Briefing“.

Wero ist ein Projekt der European Payment Initiative , kurz EPI. Der Zusammenschluss europäischer Banken möchte mit der Zahlmethode eine Antwort auf die amerikanischen Systeme PayPal, Visa und Mastercard geben, die den Zahlungsverkehr auch in Europa dominieren. Wero wird in der Branche deswegen manchmal als möglicher PayPal-Killer bezeichnet.

Wie jeder neue Zahlungsdienst kämpft Wero derzeit allerdings noch mit einem Henne-Ei-Problem: Ohne nennenswerte Reichweite ist die Lösung für Händler kaum relevant. Und ohne die Annahme in Onlineshops ist es auch für die Kunden weniger attraktiv, den neuen Dienst zu nutzen. Während PayPal in Deutschland auf 39 Millionen Nutzerinnen und Nutzer kommt, kann EPI bislang auf mehr als 7 Millionen verweisen, die bereits ein Konto angelegt haben.

Der Deal mit dem Karlsruher Drogeriehaus dm ist für EPI-Chefin Martina Weimert (61) daher ein wichtiger Meilenstein, um an Relevanz zuzulegen. Nach der kürzlich angekündigten Allianz mit dem Discounter Lidl ist es bereits ihre zweite Partnerschaft von nennenswerter Größe.

Die Drogeriemarktkette dm betreibt neben Amazon, Rewe und Picnic einen der größten Onlineshops für Produkte des täglichen Bedarfs in Deutschland. Laut der „Lebensmittelzeitung“ verzeichnete das Unternehmen in den zwölf Monaten bis Mitte 2025 einen Bruttoumsatz von 820 Millionen Euro. Nach Informationen des manager magazins ist das Geschäft seitdem zweistellig gewachsen und dürfte zuletzt wohl die Umsatzmilliarde geknackt haben. dm selbst kommentiert die Zahlen nicht.

„Wenn Wero im Onlinehandel gut anläuft, spricht vieles dafür, dass wir den Dienst auch im stationären Handel anbieten“, sagt Finanzchef Dallmeier. Der Bezahldienst punkte vor allem mit der einfachen Anbindung an das Bankkonto der Kunden, was eine schnelle und sichere Zahlung gewährleiste.

Zudem dürften auch die Gebühren eine Rolle gespielt haben: Wero dürfte für dm deutlich günstiger sein als etwa PayPal, das laut Erhebungen des EHI Retail Institute im Durchschnitt eine Gebühr von 1,94 Prozent vom Umsatz der Händler verlangt.

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Dallmeier zeigte sich im Gespräch mit dem manager magazin optimistisch, dass Wero schon bald in die Größenordnung bestehender Bezahlsysteme vorstoßen werde. „Ein guter Start und weiter ausbaufähig wäre, wenn Wero einen Anteil von 5 Prozent nach den ersten sechs bis zwölf Monaten erzielen könnte“, sagte er.