Business-Ticker : Warnstreiks in sechs deutschen Seehäfen

Stärkster Anstieg der Baugenehmigungen seit zehn Jahren +++ Für KI-Training? Google kauft Daten von Spirit Airlines +++ BASF drosselt wegen Rhein-Niedrigwasser erste Anlagen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Klarna überrascht Analysten mit Quartalsgewinn statt Verlust

Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat ​mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. ⁠Das Unternehmen, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen ‌mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. ‌Das bereinigte ‌Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 ​Milliarden Dollar und übertraf damit ⁠die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Steigende Kosten verhageln Xiaomi die Bilanz

Wegen gestiegener Preise für Speicherchips und andere Komponenten hat Xiaomi einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Ein ⁠weiterer Belastungsfaktor sei der verschärfte Wettbewerb, teilte der chinesische Smartphone- und Elektroautohersteller am Dienstag mit. Das Nettoergebnis sei im zweiten ‌Quartal um 42,6 Prozent auf umgerechnet 794,2 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz blieb mit 13,95 Milliarden Euro ebenfalls ‌hinter den Markterwartungen zurück.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

US-Baumarktkette Home Depot schlägt sich besser als erwartet

Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz legte in den drei Monaten bis zum 2. August um 5,7 Prozent auf knapp 47,9 Milliarden US-Dollar (41,3 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte. Auf vergleichbarer Basis seien die Erlöse um 1,7 Prozent gewachsen. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, auch ergebnisseitig schlug sich Home Depot besser als gedacht. Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um mehr als ein Prozent zu.

„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Finanzchef Richard McPhail laut Mitteilung. Das Unternehmen habe eine Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verzeichnet. Kunden würden weiterhin kleinere Projekte in Angriff nehmen.
Unter dem Strich zog der Gewinn im Quartal um 4,7 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar an. Der von Analysten viel beachtete bereinigte Gewinn je Aktie legte um 5,1 Prozent auf 4,92 Dollar zu. Die Branchenbeobachter hatten hier mit einem deutlich geringeren Plus gerechnet.

Für das laufende Geschäftsjahr peilen die US-Amerikaner weiterhin ein Umsatzplus von 2,5 bis 4,5 Prozent an. Dabei sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im ungünstigsten Fall stagnieren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um bis zu 4 Prozent zulegen, kann aber auch beim Vorjahreswert von 14,69 Dollar je Aktie herauskommen.

„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Finanzchef Richard McPhail laut Mitteilung. Das Unternehmen habe eine Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verzeichnet. Kunden würden weiterhin kleinere Projekte in Angriff nehmen.

Unter dem Strich zog der Gewinn im Quartal um 4,7 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar an. Der von Analysten viel beachtete bereinigte Gewinn je Aktie legte um 5,1 Prozent auf 4,92 Dollar zu. Die Branchenbeobachter hatten hier mit einem deutlich geringeren Plus gerechnet.

Für das laufende Geschäftsjahr peilen die US-Amerikaner weiterhin ein Umsatzplus von 2,5 bis 4,5 Prozent an. Dabei sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im ungünstigsten Fall stagnieren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um bis zu 4 Prozent zulegen, kann aber auch beim Vorjahreswert von 14,69 Dollar je Aktie herauskommen.

Hafenarbeiter bestreiken sechs deutsche Seehäfen

In deutschen Seehäfen haben bis zu 24-stündige Warnstreiks von Hafenarbeitern begonnen. Die Warnstreiks betreffen die drei nach Umschlag wichtigsten deutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie die Häfen Bremen, Emden und Brake. Umschlagsunternehmen berichten der Deutschen Presse-Agentur, dass der Warenumschlag eingeschränkt oder teils zum Erliegen gekommen ist. An einer Kundgebung am Hamburger Containerterminal Burchardkai beteiligen sich rund 2.100 Hafenarbeiter, wie eine Sprecherin von Verdi in Hamburg sagte. 

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, die Warnstreiks in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven dauerten seit Montagabend an. „Die anderen (Emden, Brake, Bremen) sind heute Morgen eingestiegen.“ Die Warnstreiks sollen alle am Abend enden. 

Der Bremer Hafenlogistiker Eurogate, der Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven betreibt, teilte mit, die Arbeit an den Terminals sei wegen der Warnstreiks weitgehend eingestellt. „Notbesatzungen nehmen zwar vereinzelt Containerbewegungen auf dem Yard vor, aber Schiffsabfertigungen sind aktuell nicht möglich.“

Drei der vier Containerterminals in Deutschlands größtem Hafen Hamburg betreibt der öffentlich-private Hafenlogistiker HHLA. Ein Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG sagte, am Containerterminal Burchardkai sei die Abfertigung eingeschränkt. Verzögerungen seien die Folge.  (dpa)

Großaktionär Frasers sichert sich fast die Hälfte der Anteile an Hugo Boss

Der Großaktionär Frasers Group hat seinen Anteil an Hugo Boss weiter aufgestockt. Frasers habe seine Beteiligung an dem Modekonzern auf 47,89 Prozent ausgebaut, teilten die Briten am Dienstag mit. Sie versuchen bereits seit Mitte Juni das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Angebots bewertete Frasers das M-Dax-Unternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro.

Die Konditionen hielt das Management von Hugo Boss zwar für nicht ausreichend. Offenbar gelingt es Frasers aber trotzdem, weitere Anteile einzusammeln. Die zusätzliche Annahmefrist lief bis zum 13. August. Die EU-Kommission hat der Übernahme zugestimmt. Frasers ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt.

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht. (dpa)

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht. (dpa)

Immer mehr Unternehmen machen dicht

Im Jahr 2025 ist die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Laut Berechnung des ZEW Mannheim und der Bonitätsauskunft Creditreform stieg die Zahl der Firmenschließungen um zehn Prozent auf 190.000.

Bemerkenswert sei, dass nur 13 Prozent der Schließungen in Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren standen. Etwa 86 Prozent der Schließungen entfielen auf Abmeldungen und Geschäftsaufgaben ohne Insolvenzverfahren sowie auf Unternehmen, die nicht mehr als aktiv eingestuft werden.

In einem Insolvenzverfahren wird versucht, das Unternehmen durch Zugeständnisse von Gläubigern und mit Hilfe von Investoren zu retten. Häufig führen Insolvenzen zu einem deutlichen Stellenabbau. Doch anschließend kann das betroffene Unternehmen oft weiterarbeiten.

Dazu sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform in Neuss: „Die Zahl der Marktaustritte steigt deutlich an. Große Unternehmen und Konzerne beherrschen derzeit die Nachrichten. Die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die leise verschwinden, ist aber ist um ein Vielfaches größer." Mittlerweile müssten laut Hantzsch selbst Unternehmen schließen, die eine gute oder zumindest mittlere Kreditwürdigkeit aufweisen.

Bemerkenswert sei, dass nur 13 Prozent der Schließungen in Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren standen. Etwa 86 Prozent der Schließungen entfielen auf Abmeldungen und Geschäftsaufgaben ohne Insolvenzverfahren sowie auf Unternehmen, die nicht mehr als aktiv eingestuft werden.

In einem Insolvenzverfahren wird versucht, das Unternehmen durch Zugeständnisse von Gläubigern und mit Hilfe von Investoren zu retten. Häufig führen Insolvenzen zu einem deutlichen Stellenabbau. Doch anschließend kann das betroffene Unternehmen oft weiterarbeiten.

Dazu sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform in Neuss: „Die Zahl der Marktaustritte steigt deutlich an. Große Unternehmen und Konzerne beherrschen derzeit die Nachrichten. Die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die leise verschwinden, ist aber ist um ein Vielfaches größer." Mittlerweile müssten laut Hantzsch selbst Unternehmen schließen, die eine gute oder zumindest mittlere Kreditwürdigkeit aufweisen.

Nach Einschätzung von Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ zeigen die erneut gestiegenen Schließungszahlen, dass sich der Anpassungsdruck auf die deutsche Wirtschaft weiter erhöht haben. "Unsichere Rahmenbedingungen, hohe Energie- und Personalkosten sowie der Fachkräftemangel treffen inzwischen Unternehmen aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen“, sagt die Wissenschaftlerin in einer Pressemitteilung des ZEW.

Auch der demographische Wandel trägt laut Gottschalk zu den steigenden Schließungszahlen bei. "Immer mehr Unternehmen schließen, weil ihre Inhaberinnen und Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden, obwohl diese Unternehmen geschäftsfähig wären."

Das Problem betrifft fast alle Branchen. Besonders stark betroffen sind laut ZEW und Creditreform allerdings das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau und Arztpraxen.

Auch der demographische Wandel trägt laut Gottschalk zu den steigenden Schließungszahlen bei. "Immer mehr Unternehmen schließen, weil ihre Inhaberinnen und Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden, obwohl diese Unternehmen geschäftsfähig wären."

Das Problem betrifft fast alle Branchen. Besonders stark betroffen sind laut ZEW und Creditreform allerdings das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau und Arztpraxen.

So viele neue Baugenehmigungen wie seit zehn Jahren nicht mehr

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im ersten ​Halbjahr so stark gestiegen wie seit einer Dekade nicht mehr. Sie nahm um 15,1 Prozent im Vergleich ⁠zum Vorjahreszeitraum auf 126.300 zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das sei das größte Plus für diesen Zeitraum seit 2016. „Allerdings erfolgte der aktuelle Anstieg vom niedrigen Niveau der ersten sechs Monate ‌der Jahre 2024 und 2025", fügten die Statistiker hinzu, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt.

„Der Wohnungsbau kommt zurück", sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD). Der Bau-Turbo ‌nehme Fahrt auf, Förderprogramme würden ‌breit angenommen und das Baugesetzbuch reformiert. Hubertz betonte aber auch: „Wir kommen von einem niedrigen Niveau, und wir sind noch längst nicht dort, wo dieses Land beim Wohnungsbau stehen muss." Deshalb werde mit einem massiven Mitteleinsatz für ​den Sozialbau, dem weiteren Abbau von Bürokratie und ⁠der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes für mehr bezahlbaren Wohnraum nachgelegt.

In neu zu errichtenden Gebäuden wurden im ersten Halbjahr insgesamt 103.100 Wohnungen ​genehmigt. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,7 Prozent ⁠auf 24.000. Bei ‌den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl um 27,3 Prozent auf 7700 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 67.000 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 16,9 Prozent.

Die deutschen Wohnungsbauer klagen derzeit wieder vermehrt über ⁠stornierte Projekte. Der ⁠Anteil der betroffenen Unternehmen erhöhte sich im Juli auf 13,1 Prozent, nach 11,4 Prozent im Vormonat, wie ⁠das Ifo-Institut bei ​seiner ⁠Umfrage herausfand. „Die Auftragslage entwickelt sich langsam in ​die richtige Richtung, gleichzeitig werden wieder mehr Projekte storniert", sagte der Chef ‌der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Das zeigt, wie fragil die Erholung im Wohnungsbau weiterhin ist." Ifo-Prognosen zufolge dürften in ​diesem Jahr nur 185.000 Wohnungen fertiggestellt werden - ein ​15-Jahres-Tief. Der Iran-Krieg und die anziehende Bauinflation dürften Projektentwickler und Häuslebauer belasten.

Google kauft Daten gescheiterter US-Airline

Google hat sich zum Training Künstlicher Intelligenz ein riesiges Datenpaket des pleitegegangenen US-Billigfliegers Spirit Airlines gesichert. Für ein Gebot von zehn Millionen Dollar (8,6 Millionen Euro) ersteigerte der Tech-Riese in einer Auktion unter anderem rund 100 Millionen E-Mails sowie 500 Millionen Unterhaltungen über die Messaging-Plattform Microsoft Teams, wie aus Unterlagen im Insolvenzverfahren hervorgeht. 

Google betonte, dass vor der Übergabe der Daten alle personenbezogenen Informationen von einem weiteren Unternehmen entfernt werden sollen. Der Datensatz könne helfen, „unsere Produkte und KI-Modelle zu verbessern“, hieß es in einer Stellungnahme beim Finanzdienst Bloomberg. Zu dem Paket gehören auch Software sowie Daten zur Preisgestaltung.

Der Kauf passt zu in jüngster Zeit bekanntgewordenen Versuchen von KI-Firmen, firmeninterne Kommunikation etwa gescheiterter Start-ups zum Training Künstlicher Intelligenz zu erwerben. Die Idee dabei ist unter anderem, zur Verbesserung der KI reale Abläufe in Unternehmen zu simulieren. Unterlegener Bieter bei der Spirit-Auktion war die KI-Firma Mercor mit einem Gebot von 7,5 Millionen Dollar

Google betonte, dass vor der Übergabe der Daten alle personenbezogenen Informationen von einem weiteren Unternehmen entfernt werden sollen. Der Datensatz könne helfen, „unsere Produkte und KI-Modelle zu verbessern“, hieß es in einer Stellungnahme beim Finanzdienst Bloomberg. Zu dem Paket gehören auch Software sowie Daten zur Preisgestaltung.

Der Kauf passt zu in jüngster Zeit bekanntgewordenen Versuchen von KI-Firmen, firmeninterne Kommunikation etwa gescheiterter Start-ups zum Training Künstlicher Intelligenz zu erwerben. Die Idee dabei ist unter anderem, zur Verbesserung der KI reale Abläufe in Unternehmen zu simulieren. Unterlegener Bieter bei der Spirit-Auktion war die KI-Firma Mercor mit einem Gebot von 7,5 Millionen Dollar

DB Cargo will britische Tochter verkaufen

Die krisengeplagte Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn ​will ihre britische Tochter abstoßen. Es gebe bereits Gespräche über ⁠einen möglichen Verkauf von DB Cargo UK, sagte ein Bahn-Sprecher am Montag auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht ‌von „Sky News“. „Diese Gespräche befinden sich jedoch in einer sehr frühen und unverbindlichen Phase“, so die Bahn. „Deshalb können wir derzeit weder einem ‌möglichen Ergebnis ‌vorgreifen noch Aussagen zu potenziellen Interessenten oder weiteren Details machen.“

Hintergrund sei die strategische Ausrichtung von DB Cargo auf das Kerngeschäft im kontinentalen europäischen Schienengüterverkehr. „Ziel ​ist es, die Wettbewerbsfähigkeit ⁠von DB Cargo in ihren Kernmärkten nachhaltig zu stärken und die laufende Transformation des ​Unternehmens erfolgreich voranzutreiben.“

DB Cargo gehört auf der Insel zu den größeren ⁠Anbietern und beschäftigt dort ‌rund 2200 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben verfügt DB Cargo UK über 228 Güterzüge und 6450 Waggons, um Fracht zu ⁠transportieren. DB Cargo ist ⁠seit langem die größte Baustelle im Bahn-Konzern. Gelingt nicht dieses Jahr ⁠die ​Sanierung ⁠mit dann schwarzen Zahlen, muss ​das Unternehmen auf Druck der EU-Kommission zerschlagen werden. ‌In Deutschland sollen 6200 der insgesamt rund 14.000 Stellen abgebaut ​werden.

Hintergrund sei die strategische Ausrichtung von DB Cargo auf das Kerngeschäft im kontinentalen europäischen Schienengüterverkehr. „Ziel ​ist es, die Wettbewerbsfähigkeit ⁠von DB Cargo in ihren Kernmärkten nachhaltig zu stärken und die laufende Transformation des ​Unternehmens erfolgreich voranzutreiben.“

DB Cargo gehört auf der Insel zu den größeren ⁠Anbietern und beschäftigt dort ‌rund 2200 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben verfügt DB Cargo UK über 228 Güterzüge und 6450 Waggons, um Fracht zu ⁠transportieren. DB Cargo ist ⁠seit langem die größte Baustelle im Bahn-Konzern. Gelingt nicht dieses Jahr ⁠die ​Sanierung ⁠mit dann schwarzen Zahlen, muss ​das Unternehmen auf Druck der EU-Kommission zerschlagen werden. ‌In Deutschland sollen 6200 der insgesamt rund 14.000 Stellen abgebaut ​werden.

BASF drosselt wegen Rhein-Niedrigwasser erste Anlagen

Der Chemiekonzern BASF spürt die Folgen des extremen Niedrigwassers am Rhein und ⁠kann erste Produkte nicht mehr in vollem Umfang liefern. Zwar gebe es bislang keine signifikanten Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis in diesem Jahr, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth am Rande des ersten Spatenstichs für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals am Stammsitz in Ludwigshafen. Mit ‌jeder weiteren Woche der Dürre steige jedoch das Risiko von Produktionsunterbrechungen.

BASF habe einzelne Produktionen schon zurückfahren müssen, aber noch nicht in einem außergewöhnlichen Umfang. „Und wir haben auch schon unsere Kunden informiert, dass wir bei einigen Produkten nicht ‌mehr voll lieferfähig sind", sagte Kamieth nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Dennoch halte sich ‌die Lage im Rahmen, da der Konzern deutlich besser auf Wetterextreme vorbereitet sei als im Dürrejahr 2018.

BASF habe einzelne Produktionen schon zurückfahren müssen, aber noch nicht in einem außergewöhnlichen Umfang. „Und wir haben auch schon unsere Kunden informiert, dass wir bei einigen Produkten nicht ‌mehr voll lieferfähig sind", sagte Kamieth nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Dennoch halte sich ‌die Lage im Rahmen, da der Konzern deutlich besser auf Wetterextreme vorbereitet sei als im Dürrejahr 2018.

Ende Juli hatte Kamieth bereits größere Auswirkungen auf das Unternehmen ausgeschlossen, allerdings vor Störungen in den europäischen Lieferketten gewarnt. In der vergangenen Woche hatte der Konzern schon erste Lieferengpässe ​eingeräumt. Um die Versorgung des Stammwerks in Ludwigshafen aufrechtzuerhalten, das rund ⁠40 Prozent seiner Rohstoffe über den Fluss bezieht, setzt das Unternehmen neben speziellen Niedrigwasser-Schiffen verstärkt auf Lastwagen und die Schiene.

Um die Logistik dauerhaft robuster aufzustellen, ​baut BASF das Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen aus. Für das bereits im Frühjahr angekündigte Projekt setzte Kamieth am Montag den symbolischen Spatenstich. Das Terminal gehört zu den ⁠größten Straße-Schiene-Umschlagplätzen Europas. ‌Täglich werden dort mehr als 1000 Ladeeinheiten umgeschlagen, auch für externe Kunden. BASF investiert einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung, durch die laut Kamieth jährlich 200.000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Der Bund fördert das Projekt mit knapp 51 Millionen Euro. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), der ⁠ebenfalls an dem ⁠Termin teilnahm, bezeichnete den kombinierten Verkehr als aktiven Klimaschutz, durch den sich bundesweit jeden Tag 17.000 Lastwagen-Fahrten einsparen ließen. Die Fertigstellung ⁠ist für 2027 geplant.

Die ​Pegelstände des ⁠Rheins waren am Wochenende auf neue Rekordtiefs gesunken. Am ​wichtigen Engpass im rheinland-pfälzischen Kaub fiel der Wasserstand am Freitagabend auf nur noch sechs ‌Zentimeter und lag damit deutlich unter dem bisherigen Tiefstwert von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Ein Großteil des Güterverkehrs auf ​der wichtigsten europäischen Wasserstraße wurde daher auf Lastwagen und Züge ​verlagert. Verkehrsminister Bilger rechnet frühestens Ende August mit einer Entspannung der Lage.

Ventilatoren-Hersteller EBM-Papst geht für 5,1 Milliarden Euro an US-Konzern

Der württembergische Ventilatoren- und Lüfter-Hersteller EBM-papst wird ​für mehr als fünf Milliarden Euro in die USA verkauft. ⁠Die drei Eigentümerfamilien Sturm, Ziehl und Philippiak verkaufen ihre Anteile an den US-Konzern Madison Air, der bereits zu den Kunden des Unternehmens aus ‌Mulfingen zwischen Heilbronn und Würzburg gehört. EBM-Papst werde dabei mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Den Kaufpreis bezifferte Firmenchef Klaus Geißdörfer am ‌Montag auf 4,775 ‌Milliarden Euro.

Die beiden Unternehmen ergänzten sich gut, hieß es in einer Mitteilung. EBM-Papst bekommt mit Madison einen langfristig orientierten Eigentümer, der helfen könne, ​das Wachstum zu beschleunigen. Die bisher ⁠vor allem in Nordamerika aktive Madison Air bekomme mit EBM-Papst Zugang zum europäischen Markt. Im ​Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März) hatte EBM-Papst einen Umsatz von 2,24 Milliarden Euro ⁠erwirtschaftet, bis 2030 ‌will Geißdörfer den Umsatz im Kerngeschäft auf 3,4 Milliarden Euro steigern. Das 1963 gegründete Familienunternehmen beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter, davon 5800 in ⁠Deutschland.  (Reuters)

Nestlé droht offenbar Verlust des Russland-Geschäfts

Nestlé könnte in Russland die Kontrolle über sein dortiges Geschäft verlieren. Das russische Unternehmen KS Logistika hat Präsident Wladimir Putin aufgefordert, fünf russische Nestlé-Gesellschaften unter eine vorübergehende Verwaltung zu stellen, wie die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ am Montag berichtete. Eine solche Maßnahme könnte laut der Zeitung ein erster Schritt zu einem späteren Eigentümerwechsel sein. Die russische Regierung will die Forderung bis Ende des Jahres prüfen. KS Logistika begründet den Vorstoß demnach unter anderem damit, dass Nestlé seine Produktionskapazitäten nicht ausbaue und keine in Russland hergestellten Waren mehr exportiere.

Die Berichte über eine mögliche Zwangsverwaltung belasteten am Montag die Nestlé-Aktie. Der Titel verlor am Vormittag 1,6 Prozent auf 79,70 Franken und war damit der schwächste Wert im Schweizer Leitindex SMI. Nestlé ist bislang nicht von staatlichen Stellen in dieser Sache kontaktiert worden, sagte ein Nestlé-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Die Fabriken und Büros arbeiteten weiter und der Konzern erfülle seine Verpflichtungen. Ein Rückzug aus dem Land sei derzeit kein Thema. Nestlé erwirtschaftet laut dem Sprecher in Russland rund 2 Prozent des Konzernumsatzes.

Die Berichte über eine mögliche Zwangsverwaltung belasteten am Montag die Nestlé-Aktie. Der Titel verlor am Vormittag 1,6 Prozent auf 79,70 Franken und war damit der schwächste Wert im Schweizer Leitindex SMI. Nestlé ist bislang nicht von staatlichen Stellen in dieser Sache kontaktiert worden, sagte ein Nestlé-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Die Fabriken und Büros arbeiteten weiter und der Konzern erfülle seine Verpflichtungen. Ein Rückzug aus dem Land sei derzeit kein Thema. Nestlé erwirtschaftet laut dem Sprecher in Russland rund 2 Prozent des Konzernumsatzes.

Helsing will offenbar mit Internetkonzern Rakuten Drohnen an japanische Armee verkaufen

Das deutsche Drohnen-Start-up Helsing will sein System ​HX-2 an die japanische Armee verkaufen und hat sich ⁠dafür Insidern zufolge Unterstützung vom japanischen Internetkonzern Rakuten geholt. Ein Helsing-Sprecher sagte, die Regierung in Tokio habe eine vorläufige Vereinbarung für das ‌System unterzeichnet. Das Geschäft sei durch einen lokalen Vermittler möglich gemacht worden. Um wen es sich dabei handelt, ließ der ‌Sprecher offen. Zwei ‌mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, Helsing arbeite mit dem Internet-Finanzierer Rakuten zusammen.

Rakuten-Chef Hideaki Mukai sagte, eine stärkere Einbindung von Start-ups in ​die japanische Rüstungsbranche sei eine ⁠wichtige Chance, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu verbessern. Helsing nannte er dabei nicht ​konkret. Rakuten setze seine Erfahrung und seine Möglichkeiten ein, um Start-ups ⁠und staatliche Stellen miteinander ‌in Kontakt zu bringen.

Rakuten ist ein japanisches Internetunternehmen, das unter anderem ⁠Online-Marktplätze und ⁠eine eigene Bank betreibt. Einem der Insider zufolge strebt der Konzern ⁠an, ​ausländischen Rüstungsunternehmen den ⁠Zugang zum japanischen Markt ​zu ebnen. So hat Rakuten zuletzt dem ukrainischen Drohnen-Softwarehersteller ‌Swarmer geholfen, sein System dem japanischen Militär vorzustellen.

Rakuten-Chef Hideaki Mukai sagte, eine stärkere Einbindung von Start-ups in ​die japanische Rüstungsbranche sei eine ⁠wichtige Chance, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu verbessern. Helsing nannte er dabei nicht ​konkret. Rakuten setze seine Erfahrung und seine Möglichkeiten ein, um Start-ups ⁠und staatliche Stellen miteinander ‌in Kontakt zu bringen.

Rakuten ist ein japanisches Internetunternehmen, das unter anderem ⁠Online-Marktplätze und ⁠eine eigene Bank betreibt. Einem der Insider zufolge strebt der Konzern ⁠an, ​ausländischen Rüstungsunternehmen den ⁠Zugang zum japanischen Markt ​zu ebnen. So hat Rakuten zuletzt dem ukrainischen Drohnen-Softwarehersteller ‌Swarmer geholfen, sein System dem japanischen Militär vorzustellen.

Shein strebt offenbar Marktwert von 25 Milliarden Dollar an

Der chinesische Onlinehändler Shein strebt Insidern zufolge beim geplanten Börsengang ​in Hongkong eine Marktkapitalisierung von rund 25 Milliarden US-Dollar an. Abhängig von der Angebotsspanne könnte ⁠der Börsenwert auch 28 Milliarden Dollar erreichen, fügte eine der mit dem Börsengang vertrauten Personen am Montag hinzu. Das für Billigmode und schnell wechselnde Kollektionen bekannte Unternehmen war für eine ‌Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Zeichnungsfrist für den geplanten Börsengang in Hongkong soll am 19. August beginnen. Die Erstnotiz ist für den 28. August vorgesehen.

Mit etwa 25 ‌Milliarden Dollar läge der Börsenwert ‌deutlich unter den von Shein bislang angepeilten 30 bis 40 Milliarden Dollar. In den vergangenen Wochen hatten Investoren wegen eines schwächelnden Wachstums Zweifel an diesem Ziel geäußert. Bei einer Finanzierungsrunde im Jahr 2022 ​war Shein noch mit 100 Milliarden Dollar ⁠bewertet worden.

Seither weht Shein und anderen chinesischen Billig-Anbietern wie Temu internationaler Gegenwind ins Gesicht: Sie hatten mit einem Direktversand ​aus der Fabrik zum Endkunden die Zollbestimmungen der Europäischen Union (EU) und der USA umgangen. Die dortigen Behörden reagierten ⁠mit einem ‌Mindestzoll beziehungsweise mit einer Aufhebung der Zollfreiheit für Waren unter einem Schwellenwert. Shein rutschte daraufhin im ersten Quartal in die Verlustzone.

Der inzwischen in Singapur ansässige Modehändler produziert seine Kleidung in China und vertreibt ⁠sie außerhalb ⁠der Volksrepublik. Er bringt täglich mehrere tausend neue Kleidungsstücke seiner zehn Marken auf den Markt, die ausschließlich ⁠über die ​eigene Webseite ⁠verkauft werden. Das Unternehmen hat zudem ein ​System entwickelt, um die Produktion rasch an die Nachfrage anzupassen. ‌Dadurch liegt der Anteil unverkaufter Ware nach eigenen Angaben durchgängig im niedrigen einstelligen Prozentbereich.  (Reuters)

Niedrigwasser verteuert Baustoffe

Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein und an anderen Flüssen belastet zunehmend auch Bauherren. Da Transportschiffe deutlich weniger laden können, verzögern sich Lieferungen für die Baubranche, während der Aufwärtsdruck bei den ohnehin hohen Materialpreisen steigt.

"Wir sehen etwa, dass Transporte auf dem Wasser zunehmend schwieriger werden. Das führt auch zu Problemen beim Bau von Mehrfamilienhäusern oder Schulen, da Lieferzeiten sich verlängern", sagte der Präsident des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. "Sand und Kies, die sonst oft per Schiff in großen Mengen zu den Betonwerken gelangen, werden knapper und somit teurer."

Noch sei der Preisanstieg eher überschaubar, aber Baumaterialien und insbesondere Transporte hätten sich in den vergangenen Jahren schon stark verteuert. "Wir erleben mit dem Niedrigwasser den dritten Preisanstieg innerhalb weniger Jahre nach der Energiekrise im Ukraine-Krieg und dem Iran-Konflikt. Und erfahrungsgemäß bleiben viele Preisanhebungen dauerhaft."

Auch der Bauindustrieverband HDB warnt vor den Folgen des Niedrigwassers.  Wegen der niedrigen Wasserstände schrumpften die Transportkapazitäten für wichtige Güter am Bau, die in großen Mengen per Schiff transportiert werden - darunter Bitumen, Split und Natursteine, aber auch Brenn- und Kraftstoffe sowie mineralische Bauabfälle. "Im Extremfall werden zusätzliche Schiffe benötigt oder Transporte müssen teilweise doch auf Schiene und Straße verlagert werden", sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller der dpa. Das sei aber nur begrenzt möglich und meist deutlich teurer. (dpa)