Business-Ticker : Südkorea will erstes Containerschiff durch Arktis schicken

dm plant Herz-Kreislauf-Check in Drogerien +++ Italienische Rettung für Stahlwerk in Taranto? +++ Heidelberger Druck will mit Drohnenabwehr wachsen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Südkorea will erstes Containerschiff durch Arktis schicken

Inmitten der starken Beeinträchtigungen des weltweiten Schiffsverkehrs durch den Iran-Krieg will Südkorea ab dieser Woche sein erstes Containerschiff durch die Arktis schicken. Geplant sei, dass die "Panstar Acro" der Reederei PanStar Line Dot Com am Samstagabend in Busan startet, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Meeres- und Fischereiministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Zeitplan könne sich angesichts der Wetterbedingungen jedoch noch ändern.

Das Containerschiff soll über die Arktis nach Felixstowe in Großbritannien, Rotterdam in den Niederlanden und Danzig in Polen fahren, ehe es anschließend zurückfährt. Die gesamte Reise soll rund 45 Tage dauern. Es ist ein Test, ob eine durch das schmelzende Eis eröffnete Route wirtschaftlich rentabel sein kann.

Die übliche Seeroute verläuft durch den Suezkanal und das Mittelmeer. Eine Fahrt durch die Arktis kann die Reise nach Angaben des Korea Institute for International Economic Policy um 7000 Kilometer und rund zehn Tage verkürzen.

Das weltweit erste Containerschiff fuhr 2018 durch die Arktis. Am Samstagabend brach das chinesische Containerschiff "Dubai Tower" in Ningbo im Osten Chinas zu einer Fahrt nach Europa durch die Arktis auf.

Umweltschützer befürchten, dass der erhöhte Schiffsverkehr das Eis der Arktis schneller schmelzen lässt. Mehrere Reedereien wie die deutsche Hapag-Lloyd, die Schweizer MSC und die französische CMA CGM haben deshalb zugesagt, Routen durch die Arktis vorerst zu meiden. (AFP)

Tonies steigert Umsatz – verdient aber weniger

Der Spielwarenhersteller Tonies hat im ersten Halbjahr dank der starken Nachfrage nach der Toniebox 2 den Umsatz deutlich gesteigert, operativ aber weniger verdient. „Das erste Halbjahr 2026 war stark – in jedem Segment, über alle Kategorien hinweg, und mit unterm Strich 41 Prozent Wachstum“, sagte Konzernchef Tobias Wann laut Mitteilung vom Donnerstag. An seiner Prognose für 2026 hält der Manager fest. 

Die Tonies-Aktie gab an der Börse jedoch im Kurs nach. Für das Papier ging es am Donnerstag zeitweise um rund sechs Prozent abwärts. Am Mittag gehörte es mit einem Abschlag von knapp drei Prozent auf rund zwölf Euro immer noch zu den größeren Verlierern im Kleinwerteindex S-Dax. Seit Jahresbeginn hat die Aktie aber fast 13 Prozent an Wert gewonnen. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Plus sogar bei etwas mehr als 90 Prozent. Treiber war hier der Erfolg der Toniebox 2.

Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler bescheinigte dem Spielwarenhersteller eine weiterhin solide Entwicklung. Der Umsatzanstieg rage in dieser Berichtssaison im Konsumgütersektor positiv heraus und stehe mit Blick auf die Regionen auf einer breiten Basis. Dies bestätige die Attraktivität der neuen Toniebox 2 und eine robuste Markendynamik.

Die Tonies-Aktie gab an der Börse jedoch im Kurs nach. Für das Papier ging es am Donnerstag zeitweise um rund sechs Prozent abwärts. Am Mittag gehörte es mit einem Abschlag von knapp drei Prozent auf rund zwölf Euro immer noch zu den größeren Verlierern im Kleinwerteindex S-Dax. Seit Jahresbeginn hat die Aktie aber fast 13 Prozent an Wert gewonnen. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Plus sogar bei etwas mehr als 90 Prozent. Treiber war hier der Erfolg der Toniebox 2.

Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler bescheinigte dem Spielwarenhersteller eine weiterhin solide Entwicklung. Der Umsatzanstieg rage in dieser Berichtssaison im Konsumgütersektor positiv heraus und stehe mit Blick auf die Regionen auf einer breiten Basis. Dies bestätige die Attraktivität der neuen Toniebox 2 und eine robuste Markendynamik.

Mayr-Melnhof mit Etragsdelle

Der österreichische Verpackungskonzern Mayr-Melnhof (MM) bilanziert zum Halbjahr mit einem scharfen Gewinnknick. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 81 Prozent auf 31,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Verantwortlich dafür ist vor allem der Sondereffekt aus dem Verkauf der auf Zigaretten-Spezialpapier spezialisierten TANN-Gruppe im Vorjahr.

Bereinigt um den TANN-Verkauf belief sich das Umsatzminus auf 4,7 Prozent, der bereinigte operative Ertrag vor Abschreibungen schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent auf 200,2 Millionen Euro.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der größte Hersteller von Recyclingkartons der Welt und Europas führender Produzent von Faltschachteln weiterhin eine verhaltene Konsumentennachfrage sowie höhere Transport-, Energie-, Chemikalien-, Holz- und Altpapierkosten.

Bereinigt um den TANN-Verkauf belief sich das Umsatzminus auf 4,7 Prozent, der bereinigte operative Ertrag vor Abschreibungen schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent auf 200,2 Millionen Euro.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der größte Hersteller von Recyclingkartons der Welt und Europas führender Produzent von Faltschachteln weiterhin eine verhaltene Konsumentennachfrage sowie höhere Transport-, Energie-, Chemikalien-, Holz- und Altpapierkosten.

dm plant Herz-Kreislauf-Check in Drogerien

Trotz anstehender Prozesse zu Gesundheitsdienstleistungen möchte die Drogeriemarktkette dm ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten. „Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland", sagte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing + Beschaffung. Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es beispielsweise, sich angezogen in eine Kabine zu stellen.

Einen genauen Termin für die Einführung eines solchen Angebots nannte Bayer nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen." Unklar blieb zunächst auch, mit welchen Partner das Karlsruher Unternehmen hierbei zusammenarbeiten möchte.

Vor rund einem Jahr hatte dm angefangen, in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen oder Augenscreenings anzubieten. Bei den Augenscreenings geht Bayer zufolge schon bald eine zweite Testphase los: Sowohl in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen es vergleichsweise wenige Augenärzte gebe, als auch in Großstädten wolle dm schauen, wie das Angebot dort jeweils angenommen wird. Die Zahl der Filialen, die ein solches Augenscreening anbieten, solle von derzeit 8 auf 30 steigen. Die Umbauarbeiten seien für Ende August und September geplant.

Die Analyse von Blutwerten sei im Moment ausgesetzt, habe sich aber als ein relevantes Angebot für Kundinnen und Kunden erwiesen, sagte Bayer. „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen." Mit Blick auf die Hautuntersuchungen gehe es aktuell vor allem darum, die Vermittlung an einen Online-Hautarzt zu verbessern.

Verbände von Haut- und Augenärzten hatten die Angebote kritisiert. Die Wettbewerbszentrale ist sogar wegen des Augenscreenings vor Gericht gezogen. Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, verlangt unter anderem, dass dm in den Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt. Am 9. September will hierzu das Landesgericht Karlsruhe verhandeln. Am Düsseldorfer Landgericht ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm.  (dpa-AFX) 

Luftfahrtboom befeuert österreichischen Zulieferer FACC

Das Unternehmen FACC erhält Rückenwind vom anhaltenden Luftfahrtboom. Zum Halbjahr stieg der Konzernumsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 8,6 Prozent auf 526 Millionen Euro. Operativ betrug die Marge 4,8 nach 3,8 Prozent.

Getragen werde die positive Entwicklung von einer anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Als Entwicklungspartner und Lieferant aller großen internationalen Flugzeug- und Triebwerkshersteller profitiert FACC unmittelbar davon. Demnach planen Airbus, Boeing, COMAC und Embraer in diesem Jahr, gemeinsam rund 1700 neue Flugzeuge an ihre Kunden auszuliefern. Gleichzeitig umfasse der weltweite Auftragsbestand der Fluglinien über 18.000 bestellte Flugzeuge, was die Produktion für die nächsten sieben bis zehn Jahre auslasten werde.

Die zivile Luftfahrtindustrie steht nach Einschätzung des Managements vor einem Wachstumsschub. "Man geht davon aus, dass sich die Zahl der Flugpassagiere in den kommenden zwanzig Jahren mehr als verdoppeln wird", skizzierte der Vorstand die Aussichten. Die aktuelle Krisensituation im Nahen Osten tue dem weltweiten Luftverkehrsaufkommen keinen Abbruch. 

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent und einer steigenden Ertragskraft. Entsprechend dürfte die operative Marge zwischen 5,25 und 6,25 Prozent ausfallen.

Italienische Rettung für Stahlwerk in Taranto?

Eine Allianz aus vierzehn italienischen Stahlunternehmen hat Interesse für die Übernahme des großen Stahlwerks in Taranto in Süditalien bekundet. Das als „Ex-Ilva“ bekannte Werk des Unternehmens Acciaierie d'Italia, das sich in einem Insolvenzverfahren befindet, war einst das größte Stahlwerk Europa, es vegetiert nach dem Ausstieg von Arcelor Mittal heute jedoch nur noch vor sich hin. Nun hat erstmals eine Reihe italienischer Mittelständler aus der Branche Zugang zum Datenraum beantragt. Nach eigenen Angaben ist die Gruppe der Unternehmen aber nur am so genannten Kaltbereich des Werkes interessiert, also etwa am Walzen, Beschichten, Lackieren und Zuschneiden. 

„Perspektivisch könnte man über einen Elektrolichtbogenofen nachdenken“, sagte der italienische Stahlverbandspräsident Antonio Gozzi. Denn im Fall einer Schließung des Warmbereichs müssten große Mengen von vier bis fünf Millionen Tonnen Stahl extern eingekauft werden, was schwierig sei. Wer die Hochöfen von Tarent modernisieren und betreiben will, ist derzeit aber unklar. Die Verhandlungen setzen sich fort.

Ein Mailänder Berufungsgericht hatte am 27. Juli entschieden, dass der zentrale Warmbereich mit seinen Hochöfen bis Ende Oktober stillgelegt werden muss, weil er durch Asbest und Feinstaub die Umwelt schädige. Das würde große Einschnitte in der Belegschaft nach sich ziehen. In diesem Jahr hatte die italienische Regierung mit dem indischen Unternehmen Jindal und mit der amerikanischen Flacks Group über die Übernahme des ganzen Werkes verhandelt. Sie sucht seit langer Zeit nach einer Lösung.

„Perspektivisch könnte man über einen Elektrolichtbogenofen nachdenken“, sagte der italienische Stahlverbandspräsident Antonio Gozzi. Denn im Fall einer Schließung des Warmbereichs müssten große Mengen von vier bis fünf Millionen Tonnen Stahl extern eingekauft werden, was schwierig sei. Wer die Hochöfen von Tarent modernisieren und betreiben will, ist derzeit aber unklar. Die Verhandlungen setzen sich fort.

Ein Mailänder Berufungsgericht hatte am 27. Juli entschieden, dass der zentrale Warmbereich mit seinen Hochöfen bis Ende Oktober stillgelegt werden muss, weil er durch Asbest und Feinstaub die Umwelt schädige. Das würde große Einschnitte in der Belegschaft nach sich ziehen. In diesem Jahr hatte die italienische Regierung mit dem indischen Unternehmen Jindal und mit der amerikanischen Flacks Group über die Übernahme des ganzen Werkes verhandelt. Sie sucht seit langer Zeit nach einer Lösung.

KI-Boom füllt Samsung die Auftragsbücher

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat Insidern ​zufolge wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) die Preise ⁠für seine Chip-Auftragsfertigung deutlich angehoben. Für einige moderne Verfahren seien die Preise für neue Aufträge um bis zu ‌15 Prozent erhöht worden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Die Nachfrage sei so hoch, dass die ‌Kapazitäten knapp ‌würden. Besonders stark sei der Andrang von chinesischen Kunden, die wegen US-Exportbeschränkungen auf ausländische Fertiger angewiesen sind und Insidern zufolge ​die höchsten Aufschläge akzeptieren. Samsung ⁠lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Preiserhöhungen markieren eine Wende für die lange verlustreiche Sparte, mit ​der Samsung versucht, zum Branchenführer TSMC aus Taiwan aufzuschließen. Da ⁠die Kapazitäten von TSMC ‌durch die hohe Nachfrage nach KI-Chips weitgehend ausgebucht sind, hat Samsung mehr Spielraum für Preisanhebungen. Analysten zufolge könnte ⁠die Sparte nun ⁠bereits im kommenden Jahr profitabel werden, früher als bisher erwartet. Zuletzt ⁠konnte ​Samsung ⁠eine Reihe namhafter Kunden wie Tesla ​und Apple gewinnen und ist ‌Insidern zufolge auch mit Google im Gespräch. (Reuters)

Munich Re verstärkt sich mit Cyberversicherer

Der Versicherungskonzern Munich Re baut sein Geschäft mit Cyberversicherungen aus: Für 575 Millionen Dollar erwirbt der Rückversicherer das amerikanische Start-up At-Bay Inc. Das Insurtech-Unternehmen hat sich auf Cyberversicherungen sowie Dienstleistungen im Bereich der proaktiven Cybersicherheit für kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet. Die Übernahme stellt für die Münchener Rück einen strategischen Schritt dar, um die marktführende Position im Bereich Cyber durch die Kombination von Versicherung, aktiver Risikoreduzierung und einer Technologieplattform zu stärken.

Darüber hinaus öffnet die Übernahme der Munich Re den Zugang zu einem Cyber-Markt, der sich von eigenständigen Versicherungslösungen hin zu integrierten Plattformen für das kontinuierliche Management und die Reduzierung von Risiken entwickelt. At-Bay bedient in erster Linie den US-amerikanischen Markt für kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liege dabei auf Unternehmen, die mit wachsenden Cyberrisiken konfrontiert seien, aber aufgrund ihrer geringen Größe häufig weder die Ressourcen noch das Fachwissen hätten, um ihre Cybersicherheit effektiv zu steuern. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.

Darüber hinaus öffnet die Übernahme der Munich Re den Zugang zu einem Cyber-Markt, der sich von eigenständigen Versicherungslösungen hin zu integrierten Plattformen für das kontinuierliche Management und die Reduzierung von Risiken entwickelt. At-Bay bedient in erster Linie den US-amerikanischen Markt für kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liege dabei auf Unternehmen, die mit wachsenden Cyberrisiken konfrontiert seien, aber aufgrund ihrer geringen Größe häufig weder die Ressourcen noch das Fachwissen hätten, um ihre Cybersicherheit effektiv zu steuern. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.

Heidelberger Druck will mit Drohnenabwehr wachsen

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck treibt seinen ​Umbau zum Technologiekonzern voran und steigt in die Geschäftsfelder Drohnenabwehr ⁠und Energiespeicher ein. Zusammen mit dem ukrainischen Entwickler Skyeton sollen autonome Luft-Boden-Systeme entstehen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. ‌Zudem wolle das Unternehmen in die Produktion von Natrium-Ionen-Batteriespeichern einsteigen. 

Trotz eines schwachen Starts ins ​neue Geschäftsjahr bestätigte Konzernchef Jürgen Otto seine ⁠Prognose, die einen stabilen Umsatz und eine spürbar bessere operative Marge vorsieht. ​Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 litt das Unternehmen unter herausfordernden ⁠Rahmenbedingungen. Der Umsatz ‌sank auf 404 Millionen Euro von 466 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern weitete sich auf einen ⁠Verlust von 32 Millionen ⁠Euro aus, nach einem Minus von elf Millionen Euro. ⁠Als Grund nannte Heidelberg unter ‌anderem das Auslaufen eines staatlichen Förderprogramms in Italien.  (Reuters)

Mehr ausländische Berufe in Deutschland anerkannt

In Deutschland werden immer mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt. Im vergangenen Jahr bewilligten die Behörden dem Statistischen Bundesamt zufolge 86.600 Anträge - knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu den Vorjahren 2024 und 2023, als die Anerkennungen um 21 und 25 Prozent stiegen, verlangsamte sich aber das Wachstum.

Die meisten Anerkennungen stammten 2025 wie schon in den vergangenen Jahren aus der Türkei (9.800), die auf einen Anteil von 11 Prozent an allen Anerkennungen kommt. Zudem wurden rund 8.300 Anerkennungen aus der Ukraine gemeldet. Stark vertreten waren ferner Berufsabschlüsse aus Syrien (6.100), Indien und Tunesien (je 5.400). Die Zahl der in Syrien erworbenen Berufsqualifikationen stieg mit 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders stark.

Dagegen wurden deutlich weniger Berufsabschlüsse aus Bosnien und Herzegowina anerkannt. Aus dem Balkanland stammten in den Jahren von 2016 bis 2023 noch die meisten oder zweitmeisten bewilligten Berufsqualifikationen.

Die meisten anerkannten Berufsabschlüsse drehten sich wie im Vorjahr um medizinische Berufe. Auf Platz eins lagen mit 32.000 Anerkennungen Pflegefachkräfte. Es folgten Ärzte (13.900) und Ingenieure (4.600). Diese drei Berufe machten mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller anerkannten Berufe aus. (dpa-AFX)

Fulminantes Börsendebüt: Roboterbauer Unitree startet mit über 600 Prozent Plus

Der chinesische Roboterbauer Unitree hat ​am Mittwoch ein fulminantes Börsendebüt in Schanghai gefeiert. ⁠Die Aktie des Unternehmens eröffnete bei rund 1100 Yuan und lag damit mehr als 600 Prozent über ihrem ‌Ausgabepreis von 150,80 Yuan. Unitree ist gemessen am Umsatz der weltgrößte Anbieter humanoider Roboter. Die Erstnotiz ist ‌das zweite ‌aufsehenerregende Debüt einer chinesischen Firma binnen weniger Wochen, nachdem sich der Kurs des Chip-Herstellers CXMT zeitweise versechsfacht hatte.

Das ​Unternehmen hatte für den ⁠Börsengang 40,45 Millionen neue Aktien ausgegeben und damit umgerechnet 783 Millionen Euro eingenommen. ​Der für Kleinanleger reservierte Teil der Emission war dem ⁠offiziell Yushu Technology ‌genannten Unternehmen zufolge mehr als 8000-fach überzeichnet. Das 2016 gegründete Unternehmen produzierte zunächst vierbeinige Roboter und sorgt ⁠inzwischen mit seinen ⁠humanoiden Modellen für Aufsehen, die rennen, tanzen oder Kung-Fu-Übungen ⁠vorführen ​können. ⁠Zu den wichtigsten Investoren gehören ​der Essenslieferant Meituan, der Videospiele-Entwickler Tencent und ‌der Onlinehändler Alibaba.

Das ​Unternehmen hatte für den ⁠Börsengang 40,45 Millionen neue Aktien ausgegeben und damit umgerechnet 783 Millionen Euro eingenommen. ​Der für Kleinanleger reservierte Teil der Emission war dem ⁠offiziell Yushu Technology ‌genannten Unternehmen zufolge mehr als 8000-fach überzeichnet. Das 2016 gegründete Unternehmen produzierte zunächst vierbeinige Roboter und sorgt ⁠inzwischen mit seinen ⁠humanoiden Modellen für Aufsehen, die rennen, tanzen oder Kung-Fu-Übungen ⁠vorführen ​können. ⁠Zu den wichtigsten Investoren gehören ​der Essenslieferant Meituan, der Videospiele-Entwickler Tencent und ‌der Onlinehändler Alibaba.

Donaustahl-Chef lebt wegen mutmaßlicher Mordpläne Russlands „de facto im Untergrund“

Der Gründer des Waffenherstellers Donaustahl, Stefan Thumann, lebt wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts Russlands seit Monaten an ständig wechselnden Orten. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagte Thumann dem Sender RTL und dem Magazin „Stern“ nach Angaben vom Dienstag. Er lebe „de facto im Untergrund“.

Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“.

Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“. Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland.

Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“.

Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“. Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland.

Unternehmen und Familienstiftungen spenden offenbar Milliarden für Putins Krieg

Angesichts immer höherer Kosten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine sind russische Geldgeber laut einem Medienbericht einem Spendenaufruf gefolgt und haben Milliarden in die Staatskasse gepumpt. Bis Mitte August seien 383,69 Milliarden Rubel (rund 3,9 Milliarden Euro) an freiwilligen Abgaben in den Haushalt geflossen, berichtete die russische Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Das sei anderthalbmal so viel wie für das gesamte Jahr 2025. Die Summe übertraf demnach alle Erwartungen.

Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation. Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte im März Berichte zurückgewiesen, dass Putin bei einer Sitzung des Unternehmer- und Industriellenverbandes selbst um Geld gebeten habe. Vielmehr sei die Initiative von einem Geschäftsmann ausgegangen. Putin habe das begrüßt.

Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation. Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte im März Berichte zurückgewiesen, dass Putin bei einer Sitzung des Unternehmer- und Industriellenverbandes selbst um Geld gebeten habe. Vielmehr sei die Initiative von einem Geschäftsmann ausgegangen. Putin habe das begrüßt.

Klarna überrascht Analysten mit Quartalsgewinn statt Verlust

Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat ​mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. ⁠Das Unternehmen, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen ‌mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. ‌Das bereinigte ‌Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 ​Milliarden Dollar und übertraf damit ⁠die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg ​im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden ⁠Dollar, in den USA ‌stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr ⁠von zuvor ⁠über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar ⁠und begründete ​dies ⁠mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem ​der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig ‌größten Markt“.

Steigende Kosten verhageln Xiaomi die Bilanz

Wegen gestiegener Preise für Speicherchips und andere Komponenten hat Xiaomi einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Ein ⁠weiterer Belastungsfaktor sei der verschärfte Wettbewerb, teilte der chinesische Smartphone- und Elektroautohersteller am Dienstag mit. Das Nettoergebnis sei im zweiten ‌Quartal um 42,6 Prozent auf umgerechnet 794,2 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz blieb mit 13,95 Milliarden Euro ebenfalls ‌hinter den Markterwartungen zurück.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

Xiaomi ‌bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen ⁠Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handyabsatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ⁠ein. Gleichzeitig ‌sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. ⁠Sie verbuchte zusammen ⁠mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab ⁠dem kommenden ⁠Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.