Business-Ticker : US-Wettbewerbsbehörde verklagt Amazon

Ein Lieferfahrzeug von Amazon an einem Warenhaus des Konzerns im US-Bundesstaat Massachusetts (Symbolbild)AP

Konzern soll Werbekunden getäuscht haben +++ VW-Gewerkschafter warnt: „Dann wird der Werkboden an allen Standorten brennen“ +++ Hensoldt soll indische Lufttaxis fliegen lassen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

US-Wettbewerbsbehörde FTC verklagt Amazon

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehr als ​20 Bundesstaaten haben Amazon wegen des Vorwurfs der ⁠Preismanipulation bei Werbeanzeigen verklagt. Dies geht aus am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor. Die Aktien des weltgrößten ‌Online-Händlers verloren im Zuge der Nachricht rund drei Prozent.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge wirft die Behörde ‌Amazon vor, Werbekunden ‌getäuscht zu haben. Amazon habe heimlich den Mindestpreis angehoben, den diese für die Platzierung ihrer Anzeigen zahlen ​mussten. Dadurch sei den ⁠Kunden ein Schaden in Milliardenhöhe entstanden, berichtete das Blatt unter Berufung auf ​FTC-Vertreter. Die beteiligten Bundesstaaten könnten nun zivilrechtliche Strafen fordern ⁠und versuchen, ‌einen Teil der Gelder zurückzuerlangen.

Vor rund einem Jahr hatte sich Amazon in einem anderen Fall mit ⁠der FTC geeinigt. ⁠Der Konzern stimmte damals zu, 2,5 Milliarden Dollar ⁠an ​Strafen ⁠und Rückerstattungen an Prime-Abonnenten zu ​zahlen. Die Behörde hatte Amazon vorgeworfen, Kunden ‌mit irreführenden Methoden zum Abschluss von Abonnements verleitet ​zu haben.

Werbegeschäft von OpenAI wächst

Beim Werbegeschäft von OpenAI stehen die Zeichen ​auf Wachstum. Die Plattform „ChatGPT Ads“ hat auf das Jahr ⁠hochgerechnet beim Umsatz die Marke von einer Milliarde Dollar geknackt, wie das US-Unternehmen am Montag mitteilte. Zudem weitet OpenAI das ‌Geschäft aus: Von Montag an können Werbekunden in Europa, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika Anzeigen direkt über ein ‌dafür eingerichtetes ‌Tool buchen. In den USA habe die Anwendung bisher vor allem kleine und mittlere Unternehmen angezogen. Diese machten inzwischen einen wesentlichen Teil ​des Werbegeschäfts aus.

KI-Analyst Nate ⁠Elliott vom Marktforscher Emarketer bezeichnete die neuen Zahlen zugleich als „unglaublich beeindruckend und schrecklich enttäuschend“. ​Der Wert von einer Milliarde Dollar deute darauf hin, dass OpenAI ⁠sein Werbeumsatzziel von ‌2,5 Milliarden Dollar für 2026 verfehlen könnte.

Mit dem Werbegeschäft fordert OpenAI die Branchenriesen Alphabet und Meta heraus, die jährlich dreistellige Milliardenbeträge ⁠mit Anzeigen ⁠einnehmen. Die Werbeerlöse sollen OpenAI beim geplanten Börsengang helfen. Das Unternehmen hatte ⁠in ​diesem ⁠Jahr einen vertraulichen Antrag ​für einen Börsengang in den USA eingereicht. ‌Ein Börsendebüt wird für 2027 oder früher erwartet.

KI-Analyst Nate ⁠Elliott vom Marktforscher Emarketer bezeichnete die neuen Zahlen zugleich als „unglaublich beeindruckend und schrecklich enttäuschend“. ​Der Wert von einer Milliarde Dollar deute darauf hin, dass OpenAI ⁠sein Werbeumsatzziel von ‌2,5 Milliarden Dollar für 2026 verfehlen könnte.

Mit dem Werbegeschäft fordert OpenAI die Branchenriesen Alphabet und Meta heraus, die jährlich dreistellige Milliardenbeträge ⁠mit Anzeigen ⁠einnehmen. Die Werbeerlöse sollen OpenAI beim geplanten Börsengang helfen. Das Unternehmen hatte ⁠in ​diesem ⁠Jahr einen vertraulichen Antrag ​für einen Börsengang in den USA eingereicht. ‌Ein Börsendebüt wird für 2027 oder früher erwartet.

VW-Gewerkschafter warnt: „Dann wird der Werkboden an allen Standorten brennen"

Nach einer Reihe von Betriebsversammlungen des Volkswagen-Konzerns hat sich der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger enttäuscht von den Äußerungen des Konzernvorstands zu den Sparplänen des kriselnden Autobauesr gezeigt. Die Erwartungen seien „unglaublich groß" gewesen, sagte Gröger nach der letzten Versammlung in Hannover. Im Großen und Ganzen falle die Bilanz nun aber „schon ein Stück weit enttäuschend" aus, denn den Beschäftigten sei keine klare Zukunftsperspektive über 2030 hinaus aufgezeigt worden.

„Also man kann ja wohl erwarten, dass es einen konkreten Plan gibt, wie man dieses Unternehmen" und die vielen Beschäftigten „in die Zukunft bringt", fuhr Gröger fort. In seiner Rede während der Versammlung kritisierte er die Kommunikation des Konzerns laut Redetext als „absolutes Desaster", wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Gröger verwies auf eine Einigung mit dem Vorstand aus dem Jahr 2024. Damals war schon die Rede von möglichen Werksschließungen gewesen. Die traditionell starken Arbeitnehmervertreter im VW-Konzern sowie das Land Niedersachsen als Anteilseigner rangen der Konzernspitze damals als Kompromiss ein Sparprogramm ab, das einen sozialverträglichen Abbau zehntausender Stellen bis zum Jahr 2030 vorsah.

Der Vorstand dürfe das im Jahr 2024 Vereinbarte nicht in Frage stellen, fuhr Gröger fort. Er versicherte, konstruktiv mit dem Management zusammenzuarbeiten. „Aber bleibt der Vorstand auf der falschen Richtung, dann scheuen wir den Konflikt nicht." Und er warnte: Wenn der Vorstand die damalige Vereinbarung wieder infrage stellen wolle, „dann wird der Werkboden an allen Standorten brennen".

Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in der Krise. Konzernchef Oliver Blume hat deshalb weitere Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen in den Raum gestellt, die Hälfte davon in Deutschland. Zudem stehen die VW-Werke Emden, Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm ab dem Jahr 2030 auf der Kippe. Auch der Standort in Hannover ist gefährdet.

Finanzvorstand Arno Antlitz bestätigte dies am Montag bei der Betriebsversammlung. „Aufgrund der großen Kostenunterschiede zu anderen europäischen Werken haben wir - aus heutiger Sicht - für vier deutsche Standorte keine wirtschaftliche Nachbelegung, wenn die aktuellen Produkte Anfang der 30er Jahre auslaufen. Darunter ist auch das Werk Hannover", sagte Antlitz nach Konzernangaben.

Eli Lilly übernimmt Biotechfirma für mehrere Milliarden

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly baut sein ​Geschäft mit Autoimmun- und Allergieerkrankungen durch einen Milliardenzukauf aus. ⁠Das Unternehmen übernimmt die Biotechfirma Merida Biosciences für bis zu 2,88 Milliarden Dollar in bar, wie Eli Lilly ‌am Montag mitteilte. Der Kaufpreis setzt sich aus einer Vorabzahlung und erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen zusammen. Der Abschluss des Deals ist für ‌das vierte ‌Quartal geplant.

Merida entwickelt Medikamente, die gezielt krankheitserregende Antikörper angreifen. Der wichtigste Wirkstoffkandidat MER511 wird derzeit in einer frühen klinischen Phase gegen ​Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow ⁠und schilddrüsenbedingte Augenerkrankungen getestet. Ersten Daten zufolge senkt das Mittel die verantwortlichen Antikörper deutlich. ​Zur Pipeline von Merida gehört zudem ein experimentelles Mittel gegen ⁠Lebensmittelallergien und Asthma.

Eli ‌Lilly finanziert den Zukauf mit den hohen Gewinnen aus dem Verkauf seiner Medikamente gegen Fettleibigkeit und Diabetes. Der Konzern ⁠befindet sich ⁠auf Einkaufstour, um sich breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von ⁠seinen Kassenschlagern ​zum ⁠Abnehmen zu verringern. Die Ausgaben ​für Übernahmen im Jahr 2026 übersteigen bereits ‌jetzt die der Vorjahre.

Merida entwickelt Medikamente, die gezielt krankheitserregende Antikörper angreifen. Der wichtigste Wirkstoffkandidat MER511 wird derzeit in einer frühen klinischen Phase gegen ​Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow ⁠und schilddrüsenbedingte Augenerkrankungen getestet. Ersten Daten zufolge senkt das Mittel die verantwortlichen Antikörper deutlich. ​Zur Pipeline von Merida gehört zudem ein experimentelles Mittel gegen ⁠Lebensmittelallergien und Asthma.

Eli ‌Lilly finanziert den Zukauf mit den hohen Gewinnen aus dem Verkauf seiner Medikamente gegen Fettleibigkeit und Diabetes. Der Konzern ⁠befindet sich ⁠auf Einkaufstour, um sich breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von ⁠seinen Kassenschlagern ​zum ⁠Abnehmen zu verringern. Die Ausgaben ​für Übernahmen im Jahr 2026 übersteigen bereits ‌jetzt die der Vorjahre.

Flüchtiger Windparkbetrüger Holt ohne Familie untergetaucht

Windkraftbetrüger Hendrik Holt hat bei seiner Flucht seine Ehefrau und sein Kind zurückgelassen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück der Nachrichtenagentur dpa. Holt ist auf der Flucht, seitdem er Anfang vergangener Woche nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt in Berlin zurückkehrte, wie die Staatsanwaltschaft Osnabrück mitteilte. In Berlin war Holt im offenen Vollzug. Nach dem 36-Jährigen aus dem emsländischen Haselünne wird mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Wo genau sich Holt aufhält und wie ihm die Flucht gelungen ist, dazu schweigen die Ermittler derzeit – mit Verweis auf „fahndungstaktische Gründe“. Wie die F.A.Z. berichtete, weisen Nachrichten in sozialen Netzwerken auf Moskau als Aufenthaltsort hin.

2022 hatte das Landgericht Osnabrück Holt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Der 36-Jährige war seit Ende Oktober 2024 im offenen Vollzug.

Holt, über den es auch eine ARD-Doku gibt („Holt – Der Windkraft-Schwindler“), hatte unter anderem angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.

OHB erhält Milliardenauftrag von der EU

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB soll 18 Satelliten für die Europäische Union bauen. Dafür bekommt der Konzern nach eigenen Angaben knapp eine Milliarde Euro. Die ersten Satelliten für das Programm „Iris²“ sollen 2029 ins All starten.

Das Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen. Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedriger und mittlerer Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.

„Iris²“ ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem „Galileo“ und dem Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar.

Das Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen. Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedriger und mittlerer Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.

„Iris²“ ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem „Galileo“ und dem Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar.

Frankfurter Dienstsitz der Bafin rückt näher ans Zentrum

Die Finanzaufsicht Bafin will im Herbst 2028 in ein Gebäude in der Stephensonstraße nahe der Galluswarte, eine S-Bahn-Station vom Hauptbahnhof entfernt, einziehen. Das Gebäude mit dem Namen „Raw“ beherbergte bis Ende 2021 die Hauptverwaltung der Deutschen Bahn. Seit Anfang 2025 wird es unter der Ägide der Münchener Immobiliengesellschaft Vivao kernsaniert.

Derzeit arbeiten etwa 1000 Mitarbeiter der Bafin im Frankfurter Norden. Dort unterhält die Behörde zwei Standorte in der Marie-Curie-Straße und der Lurgiallee, in der Nähe des Riedberg-Campus der Goethe-Universität. Am zweiten Dienstsitz der Bafin in der Graurheindorfer Straße in Bonn ändert sich nichts.

Derzeit arbeiten etwa 1000 Mitarbeiter der Bafin im Frankfurter Norden. Dort unterhält die Behörde zwei Standorte in der Marie-Curie-Straße und der Lurgiallee, in der Nähe des Riedberg-Campus der Goethe-Universität. Am zweiten Dienstsitz der Bafin in der Graurheindorfer Straße in Bonn ändert sich nichts.

 Die zentralere Lage des Frankfurter Bafin-Gebäudes dürfte in Zukunft die Zusammenarbeit mit in der Innenstadt gelegenen Frankfurter Geldhäusern erleichtern. Ebenso erscheint der Umzug im Lichte der geplanten Verlegung der Bundesbankzentrale in die Frankfurter Innenstadt sinnvoll. Bundesbank und Bafin kooperieren in der Bankenaufsicht eng.

Das „Raw“ zeichnet sich mit seinen massiven Betonsäulen und -streben, die die Glasfassade einsäumen, durch ihren betont brutalistischen Baustil aus und ragt markant über die Dächer des ansonsten niedriger gebauten Gallusviertels hinaus. Das Gebäude wurde 1989 nach Plänen des Kölner Architekten Stephan Böhm fertiggestellt und ist mittlerweile denkmalgeschützt.

Früher zierte die Spitze des in der Mitte des Komplexes gelegenen Turmes das Logo der Deutschen Bahn. Ob die Bafin sich nun an diese Spitze setzt, ist noch unklar, denn sie wird nicht der einzige Mieter des Bürokomplexes. Im vergangenen Jahr kündigte auch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte an, Flächen im Gebäude zu mieten.

Das „Raw“ zeichnet sich mit seinen massiven Betonsäulen und -streben, die die Glasfassade einsäumen, durch ihren betont brutalistischen Baustil aus und ragt markant über die Dächer des ansonsten niedriger gebauten Gallusviertels hinaus. Das Gebäude wurde 1989 nach Plänen des Kölner Architekten Stephan Böhm fertiggestellt und ist mittlerweile denkmalgeschützt.

Früher zierte die Spitze des in der Mitte des Komplexes gelegenen Turmes das Logo der Deutschen Bahn. Ob die Bafin sich nun an diese Spitze setzt, ist noch unklar, denn sie wird nicht der einzige Mieter des Bürokomplexes. Im vergangenen Jahr kündigte auch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte an, Flächen im Gebäude zu mieten.

Hensoldt lässt Indiens Lufttaxis fliegen

Das Rüstungs- und Technologieunternehmen Hensoldt hat einen wichtigen Auftrag aus Indien erhalten. Der Auftraggeber ist Ubifly, auch bekannt als ePlane Company. Es handelt sich um einen indischen Entwickler von elektrischen Senkrechtstartern. 

Das Unternehmen will die Avionik für sein Flaggschiff bei Hensoldt bestellen. Laut einer am Montag von Hensoldt veröffentlichten Pressemitteilung geht es um das „digitale Nervensystem“ für Navigation, Lageerfassung und sichere Konnektivität im dichten städtischen Luftraum.

Verschiedene Kamerabilder sollen der Besatzung der Lufttaxis eine klare Sicht insbesondere in kritischen Situationen wie Starts und Landungen verschaffen. Das System soll zudem die Besatzung vor anderen Luftfahrzeugen in der Nähe warnen. Der Lufttaxi-Entwickler ePlane sei mit dem Prototypen e200X von der Konstruktions- in die Testphase übergegangen. Bevor Flugversuche stattfinden, müssten zunächst Tests am Boden absolviert werden.

Das Unternehmen will die Avionik für sein Flaggschiff bei Hensoldt bestellen. Laut einer am Montag von Hensoldt veröffentlichten Pressemitteilung geht es um das „digitale Nervensystem“ für Navigation, Lageerfassung und sichere Konnektivität im dichten städtischen Luftraum.

Verschiedene Kamerabilder sollen der Besatzung der Lufttaxis eine klare Sicht insbesondere in kritischen Situationen wie Starts und Landungen verschaffen. Das System soll zudem die Besatzung vor anderen Luftfahrzeugen in der Nähe warnen. Der Lufttaxi-Entwickler ePlane sei mit dem Prototypen e200X von der Konstruktions- in die Testphase übergegangen. Bevor Flugversuche stattfinden, müssten zunächst Tests am Boden absolviert werden.

Streit über Mini-Grundstück am Tagebau Hambach

Ein Rechtsstreit über ein nur rund 500 Quadratmeter großes Grundstück am Tagebau Hambach könnte in die nächste Runde gehen. Das Stück Land gehört dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Nordrhein-Westfalen. Die Organisation stemmt sich dagegen, dass große Bagger von RWE dort künftig Sand und Kies für die Tagebau-Rekultivierung abbauen. 

Aus Sicht des Verbands hat der Fall Bedeutung über das Mini-Grundstück hinaus, weil es um die Frage geht: Dürfen Enteignungen nur für den tatsächlichen Kohlebergbau stattfinden oder darf dort auch anderes Material abgebaut werden, das für die Rekultivierung der Gruben gedacht ist?

Eigentlich hatte der BUND seine Klage, die sich gegen die Bezirksregierung Arnsberg richtet, schon im Juli vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes verloren. Nun legt der Verband Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil ein und gibt bekannt, "im Zweifel bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ziehen zu wollen".

Aus Sicht des Verbands hat der Fall Bedeutung über das Mini-Grundstück hinaus, weil es um die Frage geht: Dürfen Enteignungen nur für den tatsächlichen Kohlebergbau stattfinden oder darf dort auch anderes Material abgebaut werden, das für die Rekultivierung der Gruben gedacht ist?

Eigentlich hatte der BUND seine Klage, die sich gegen die Bezirksregierung Arnsberg richtet, schon im Juli vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes verloren. Nun legt der Verband Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil ein und gibt bekannt, "im Zweifel bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ziehen zu wollen".

Asiens Börsen fürchten steigende US-Zinsen

Ein Kommentar des US-Notenbankchefs Kevin Warsh hat die Aktienkurse an den asiatischen Börsen am letzten Handelstag des Monats laut einem Marktbericht von „Bloomberg“ fallen lassen. Auch Futures auf US-Aktien gaben nach. Die Investoren erwarten wegen Warshs Äußerungen offenbar eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve im September.

Die Aussicht auf steigende Zinsen lässt Aktien in der Regel weniger attraktiv erscheinen als verzinsliche Wertpapiere. Südkoreas Kospi-Index verlor 1,6 Prozent. Am stärksten gaben die Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix nach.

Wegen neuer US-Angriffe auf Iran stieg der Ölpreis, während die Erwartung steigender US-Zinsen den Goldpreis sinken ließ. Warsh hatte Sorgen darüber geäußert, dass die Inflation nicht wesentlich nachgelassen habe. Politiker hätten seiner Einschätzung nach noch Arbeit zu tun.

Die Aussicht auf steigende Zinsen lässt Aktien in der Regel weniger attraktiv erscheinen als verzinsliche Wertpapiere. Südkoreas Kospi-Index verlor 1,6 Prozent. Am stärksten gaben die Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix nach.

Wegen neuer US-Angriffe auf Iran stieg der Ölpreis, während die Erwartung steigender US-Zinsen den Goldpreis sinken ließ. Warsh hatte Sorgen darüber geäußert, dass die Inflation nicht wesentlich nachgelassen habe. Politiker hätten seiner Einschätzung nach noch Arbeit zu tun.

Biontech stoppt klinische Studie zu Darmkrebs-Therapie

Der Mainzer Biotechkonzern Biontech hat ​eine klinische Studie für eine mRNA-basierte Therapie ⁠gegen eine bestimmte Art von Darmkrebs eingestellt. Ein unabhängiges Kontrollkomitee habe den Abbruch empfohlen, da ‌eine Fortsetzung der Studie voraussichtlich nicht die erhoffte Wirksamkeit zeigen würde, teilte das Unternehmen am Freitag ‌mit. Daraufhin ‌fielen die in den USA gelisteten Aktien der Firma um gut neun Prozent.

Biontech-Ko-Gründerin Özlem Türeci ​erklärte, das Ergebnis sei zwar ⁠nicht das, was man sich erhofft habe. Es liefere aber wichtige ​wissenschaftliche Erkenntnisse für die weitere Entwicklung. Den Impfstoff „Autogene Cevumeran“ hatte ‌Biontech gemeinsam mit der Roche-Tochter Genentech als alleinige Therapie für Patienten im Hochrisiko-Stadium II oder ⁠III entwickelt, deren Tumor ⁠bereits operativ entfernt wurde. Ziel war es, das Risiko für einen Krebsrückfall zu senken und das Immunsystem zu reaktivieren. Eine andere Phase-2-Studie mit ⁠dem ​Wirkstoff ⁠zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sei ​von dem Stopp nicht betroffen ‌und werde wie geplant fortgesetzt.

Erst vor Kurzem hatte US-Konkurrent Moderna mit dessen Partner Merck & Co. einen wichtigen Durchbruch bei einem mRNA-Krebsimpfstoff zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs in einer zulassungsrelevanten Studie erzielt. Statt allein wird ein mRNA-Wirkstoff in Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda eingesetzt. Schwarzer Hautkrebs zählt dabei zu den sogenannten „heißen“ Tumoren, die tendenziell besser auf Immuntherapien ansprechen, während die meisten Formen von Darmkrebs „kalte“ Tumoren sind.

Biontech-Ko-Gründerin Özlem Türeci ​erklärte, das Ergebnis sei zwar ⁠nicht das, was man sich erhofft habe. Es liefere aber wichtige ​wissenschaftliche Erkenntnisse für die weitere Entwicklung. Den Impfstoff „Autogene Cevumeran“ hatte ‌Biontech gemeinsam mit der Roche-Tochter Genentech als alleinige Therapie für Patienten im Hochrisiko-Stadium II oder ⁠III entwickelt, deren Tumor ⁠bereits operativ entfernt wurde. Ziel war es, das Risiko für einen Krebsrückfall zu senken und das Immunsystem zu reaktivieren. Eine andere Phase-2-Studie mit ⁠dem ​Wirkstoff ⁠zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sei ​von dem Stopp nicht betroffen ‌und werde wie geplant fortgesetzt.

Erst vor Kurzem hatte US-Konkurrent Moderna mit dessen Partner Merck & Co. einen wichtigen Durchbruch bei einem mRNA-Krebsimpfstoff zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs in einer zulassungsrelevanten Studie erzielt. Statt allein wird ein mRNA-Wirkstoff in Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda eingesetzt. Schwarzer Hautkrebs zählt dabei zu den sogenannten „heißen“ Tumoren, die tendenziell besser auf Immuntherapien ansprechen, während die meisten Formen von Darmkrebs „kalte“ Tumoren sind.

Was passiert mit den Filialen der insolventen Baumarktkette Hellweg?

Die Baumarktkette Hellweg aus Nordrhein-Westfalen hatte Mitte Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Wie viele Geschäfte noch eine Zukunft haben würden, war zu diesem Zeitpunkt offen. Am Freitag teilte die Baumarktkette Obi mit, dass sie im Bieterverfahren um die Übernahme von Standorten von Hellweg und BayWa Bau & Garten den Zuschlag für mindestens fünf Filialen erhalten habe. Die Freigabe durch das Bundeskartellamt stehe aber noch aus. Nach Unternehmensangaben kommt Obi außerdem für weitere Standorte als bevorzugter Investor in Betracht. Insgesamt strebe das Unternehmen an, bis zu zwölf bisherige Läden von Hellweg und BayWa zu übernehmen.

Merz plant offenbar zunächst keine Gespräche mit UniCredit zur Commerzbank

Bundeskanzler Friedrich Merz plant derzeit keine Gespräche mit ​der italienischen UniCredit zur Übernahme der Commerzbank. Ein Regierungssprecher sagte am Freitag ⁠in Berlin, er habe keine Treffen dazu anzukündigen. Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle für die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland und sei damit ‌wichtig für Finanzstandort. Dies müsse auch künftig sichergestellt werden.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegenüber einer Übernahme der Commerzbank aufgibt. ‌Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ‌wolle nun doch mit UniCredit-Chef Andrea Orcel reden und habe ihn zu einem Treffen am 14. September 2026 nach Berlin eingeladen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus ​Regierungskreisen erfahren. Orcel nahm die Einladung ⁠einem Vertrauten zufolge an.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, die Position der Bundesregierung sei bekannt. Sie ​habe sich nicht geändert und solle in dem Gespräch deutlich gemacht werden. Das Treffen komme ⁠zustande, weil ‌auch die beiden Banken mittlerweile in Gesprächen seien.

Die Mailänder haben mittlerweile Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Commerzbank-Anteile. Der Bund, der nach der ⁠Rettung in der globalen ⁠Finanzkrise aktuell noch gut zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut hält, hatte ⁠sich ​lange gegen ⁠die Übernahme gestemmt, ebenso wie das ​Management der Commerzbank. Das Vorgehen von Orcel wurde ‌als feindselig und aggressiv beschrieben. Der UniCredit-Chef hatte seinerseits auf Gespräche mit der ​Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern gedrängt.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegenüber einer Übernahme der Commerzbank aufgibt. ‌Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ‌wolle nun doch mit UniCredit-Chef Andrea Orcel reden und habe ihn zu einem Treffen am 14. September 2026 nach Berlin eingeladen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus ​Regierungskreisen erfahren. Orcel nahm die Einladung ⁠einem Vertrauten zufolge an.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, die Position der Bundesregierung sei bekannt. Sie ​habe sich nicht geändert und solle in dem Gespräch deutlich gemacht werden. Das Treffen komme ⁠zustande, weil ‌auch die beiden Banken mittlerweile in Gesprächen seien.

Die Mailänder haben mittlerweile Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Commerzbank-Anteile. Der Bund, der nach der ⁠Rettung in der globalen ⁠Finanzkrise aktuell noch gut zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut hält, hatte ⁠sich ​lange gegen ⁠die Übernahme gestemmt, ebenso wie das ​Management der Commerzbank. Das Vorgehen von Orcel wurde ‌als feindselig und aggressiv beschrieben. Der UniCredit-Chef hatte seinerseits auf Gespräche mit der ​Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern gedrängt.

Chemieindustrie bewertet Geschäftslage erstmals seit vier Jahren positiv

In der deutschen Chemieindustrie zeichnet sich eine Trendwende ab: Die ​Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage erstmals seit vier Jahren wieder positiv. Das entsprechende Barometer stieg im ⁠August auf plus 11,6 Punkte, von minus 14,6 Zählern im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag in seiner Manager-Umfrage mitteilte. Auch die Erwartungen hellten sich deutlich auf von minus ‌37,2 auf minus 15,5 Punkte. Dadurch kletterte das Barometer für das Geschäftsklima, das sich aus Lage und Erwartungen zusammensetzt, von minus 26,3 Punkten im Juli auf nunmehr minus ‌2,4 Zähler.

„Die anhaltende Blockade ‌der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichne, rechneten die Unternehmen mit einer ​Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuten auf ⁠eine Ausweitung der Fertigung hin.

„Auch das Exportgeschäft gewinnt weiter an Schwung“, hieß es. Der entsprechende Indikator stieg auf ​plus 10,1 Punkte, von minus 22,7 Zählern im Juli. Zugleich hat sich die Versorgungslage etwas entspannt: Im dritten ⁠Quartal berichteten nur noch ‌13,8 Prozent der Chemieunternehmen von Materialknappheit, während es im zweiten Quartal noch jeder dritte Betrieb war.

Die strukturellen Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasten die Chemiebranche jedoch weiter, betonte das Ifo-Institut. Die ⁠Unternehmen rechnen daher ⁠trotz der Belebung mit weiterem Personalabbau. „Mittelfristig könnten allerdings die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen ⁠stützen, sofern ​die angekündigten ⁠Projekte zügig umgesetzt werden“, sagte Ifo-Expertin Wolf.

„Die anhaltende Blockade ‌der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichne, rechneten die Unternehmen mit einer ​Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuten auf ⁠eine Ausweitung der Fertigung hin.

„Auch das Exportgeschäft gewinnt weiter an Schwung“, hieß es. Der entsprechende Indikator stieg auf ​plus 10,1 Punkte, von minus 22,7 Zählern im Juli. Zugleich hat sich die Versorgungslage etwas entspannt: Im dritten ⁠Quartal berichteten nur noch ‌13,8 Prozent der Chemieunternehmen von Materialknappheit, während es im zweiten Quartal noch jeder dritte Betrieb war.

Die strukturellen Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasten die Chemiebranche jedoch weiter, betonte das Ifo-Institut. Die ⁠Unternehmen rechnen daher ⁠trotz der Belebung mit weiterem Personalabbau. „Mittelfristig könnten allerdings die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen ⁠stützen, sofern ​die angekündigten ⁠Projekte zügig umgesetzt werden“, sagte Ifo-Expertin Wolf.

Hat die Deko-Kette Depot noch eine Zukunft?

Das hinter der Kette Depot stehende Unternehmen, die insolvente GDC Deutschland GmbH, stellt Ende September seinen Geschäftsbetrieb ein. Das sagte Inhaber Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur. Sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie Mietverträge werden zum 30. September gekündigt. Die Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwoch. Die Marke solle jedoch fortbestehen, so Gries. 

Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe nannte Gries Zölle, zunehmende Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. 

Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August folgten rund 30 weitere. Dass nun auch alle übrigen Verträge gekündigt werden, begründete Gries mit Masseunzulänglichkeit. Das Vermögen der Firma reicht demnach nicht, um alle Verbindlichkeiten zu bezahlen. Zu Ende September wird laut Gries nun etwa 730 Beschäftigten gekündigt, zu Ende Juli waren es bereits 350. 

Für Depot muss dies laut Gries jedoch nicht das Aus bedeuten. Trotz der gekündigten Verträge sollen nach seinen Vorstellungen nicht alle der rund 50 noch verbliebenen Filialen bis Ende September schließen. Er will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen.