Wachstumsprognosen erhöht : Ein Aufschwung, den keiner spürt
Deutschland sei seit Jahresende 2025 im Aufschwung, sagen Ökonomen. Doch die Stimmung ist düster. Der Staat plustert sich auf und legt Bürgern und Unternehmen Stolpersteine in den Weg.
Das Ärgerliche an diesem Aufschwung aber ist, dass ihn niemand spürt. Die Stimmung der privaten Verbraucher ist gedrückt. Jeder Tag mit hohen Benzin- und Energiepreisen, mit neuen Nachrichten über höhere Sozialbeiträge oder Steuern und mit einer hohen Arbeitslosigkeit belastet das Konsumklima.
Auch in den privaten Unternehmen hat die Stimmung sich bisher recht selektiv verbessert. Das Geschäft der Unternehmen der Elektrotechnik läuft gut, Investitionen in Künstliche Intelligenz lassen grüßen, leider kaum in Deutschland. Insgesamt aber ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen verhalten, nicht nur in der krisengeschüttelten Automobilwirtschaft. Ein Aufschwung, der private Unternehmen in großem Stil zu zusätzlichen Investitionen anregt, ist nach Prognose der Institute bis 2028 nicht zu sehen. Steigende Baugenehmigungen haben bislang nicht zu einer Erholung des Wohnungsbaus gereicht. Absehbare Zinserhöhungen lassen mögliche Bauherren weiter zurückschrecken.
Der Aufschwung stützt sich auf Nachfrage aus dem Ausland und auf die öffentliche Hand, die munter den Schuldenberg aufhäuft. Gerade darin aber liegt die Schwäche. Der Staat plustert sich auf und bürdet Bürgern und Unternehmen höhere Lasten auf. Er drückt in der Konkurrenz um Fachkräfte das Lohnniveau in die Höhe und treibt mit seiner Schuldengier das Zinsniveau. Die Regierung legt der privaten Wirtschaft Stolpersteine in den Weg und wundert sich, warum die Konjunktur nicht läuft. Gute Standortpolitik für mehr private Investitionen ist das nicht.