Tk Accelis Thyssenkrupp-Tochter soll im Herbst an die Börse

Die Thyssenkrupp-Werkstoff-Handelstochter Tk Accelis soll im Herbst an der Börse notiert werden. Die Abspaltung werde mit der Eintragung in die Handelsregister ‌der Thyssenkrupp AG rechtswirksam, erklärte Thyssenkrupp-Vorstand Volkmar Dinstuhl am Montag in einer vorab veröffentlichten Rede für die außerordentliche Thyssenkrupp-Hauptversammlung am 7. August. Tk Accelis ist der neue Name der als bislang bekannten Thyssenkrupp-Materials-Services-Sparte.

„Wir rechnen gegenwärtig mit einer Eintragung Ende Oktober 2026“, fügte er hinzu: „Unmittelbar im Anschluss erfolgt die Börsennotierung der Tk Accelis Group AG & Co. KGaA am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse.“

Fortschritte bei Finanzholding

Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez (61) erklärte laut Redetext, mit der Abspaltung ​könne Tk Accelis sein Potenzial voll entfalten. „Zugleich kommen wir bei der Entwicklung der Thyssenkrupp AG hin zu einer ⁠Finanzholding ein ⁠großes Stück voran.“

Accelis soll an die Frankfurter Börse gebracht werden. Die Thyssenkrupp-Aktionäre bekommen dabei zu je 20 ihrer Aktien eine Tk-Accelis-Aktie zusätzlich. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent der Anteile.

Materials Services war ‌im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die ​Sparte, die den Handel mit ‌und die Verarbeitung von Materialien wie Stahl und Kunststoffen umfasst, beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Sie hatte bei einem Investorentag im Juli angekündigt, den Umsatz steigern und profitabler arbeiten zu wollen. Accelis strebe mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 4 Prozent an und wolle bei ‌der Gewinnmarge (bereinigte Ebitda-Marge) 4 bis 5 Prozent erreichen.

Wachstum erwartet das Unternehmen unter anderem in Nordamerika. Chefin Ilse Henne hatte gesagt, ihr Unternehmen sei für die Börse gerüstet.

Töchter sollen eigenständiger handeln

Thyssenkrupp-Vorstandschef Lopez will ‌den Traditionskonzern in eine Finanzholding mit Mehrheitsbeteiligungen umwandeln. ​Die Töchter sollen eigenständiger handeln und sich besser ‌Kapital beschaffen können. „Als eigenständiges Unternehmen erhält Tk Accelis die unternehmerische und finanzielle ‌Flexibilität, seine Stärken noch ​gezielter auszubauen“, unterstrich Lopez.

Die Wasserstoff-Tochter Thyssenkrupp Nucera hat er ebenso bereits an die Börse gebracht wie die Rüstungsschmiede TKMS. Für das Stahlgeschäft ​sucht er noch eine Lösung. „Für Thyssenkrupp Steel ⁠gilt zudem unverändert: Die Verselbstständigung mit einer ​möglichen Minderheitsbeteiligung der ​Thyssenkrupp AG bleibt mittelfristig unser erklärtes Ziel“, unterstrich Lopez. Nun ist aber zunächst Tk Accelis am Zug.