Panzerbauer Renk erhöht Getriebeproduktion deutlich

Der Rüstungszulieferer Renk schaltet bei seiner Produktion von Panzergetrieben einen Gang hoch. „2023 waren wir bei unter 600 Panzergetrieben, dieses Jahr sind es mehr als 800 und 2030 werden es mehr als 2000 sein“, sagte der Operativvorstand des Konzerns, Emmerich Schiller (60), in Rheine. Angesichts der von der Politik ausgerufenen „Zeitenwende“ seien die Perspektiven für Rüstungsgeschäfte sehr gut. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine rüsten Nato-Staaten auf und bestellen viel mehr Panzer und andere Waffensysteme als früher.

Die Aktie des Rüstungskonzerns notierte zuletzt leicht im Minus. Nachdem das Papier bis Mitte 2025 eine Dauerrallye hingelegt hatte, verlor es in den vergangenen zwölf Monaten 29 Prozent an Wert.

Renk will bis 2028 in Deutschland bis zu 325 Millionen Euro in die Digitalisierung und den Kapazitätsausbau investieren. In Rheine weihte der Manager neue Maschinen ein, die die Produktion von Getriebeteilen beschleunigen sollen. Im Vergleich zu früher sinke die Arbeitszeit, die für die Bauteile – sogenannte Planetenträger – nötig ist, dadurch um circa 60 Prozent.

Man schalte vom Manufakturbetrieb auf eine Kleinserienproduktion um, sagte Renk-Vorstand Schiller. Hierfür wurden in Rheine in den vergangenen Jahren neue Maschinen für 20 Millionen Euro angeschafft, in den kommenden Jahren sollen weitere 20 Millionen Euro folgen.

Defense-Sparte wird gestärkt

Wie andere Industriekonzerne auch schwenkt Renk zunehmend auf die Rüstungsbranche um, weil dort die Nachfrage deutlich höher ist als im zivilen Bereich. Bisher produziert Renk in Rheine fast komplett Bauteile für den zivilen Bereich, etwa Getriebeteile für Containerschiffe. Nun wird das Werk teils auf den militärischen Markt umgestellt, etwa mit Planetenträgern für Panzergetriebe.

Baut (auf) Panzer: Renk-COO Emmerich Schiller hält einen Planetenträger in der Hand, ein Bauteil für ein Panzergetriebe

Foto: Wolf von Dewitz / dpa

2030 sollen bis zu 30 Prozent der Produktion in Rheine bei militärischen Kunden landen, aktuell sind es nur circa 5 Prozent, etwa Getriebegehäuse für Fregatten. Die Mitarbeiterzahl in Rheine soll bis 2030 von derzeit gut 450 auf mehr als 500 steigen. „Wir haben einen signifikanten Bedarf an Spezialisten hier“, sagt Schiller. Die Panzergetriebe werden im Stammwerk in Augsburg fertig montiert.

Laufen Drohnen Panzern den Rang ab?

Die Renk-Getriebe werden im Kampfpanzer Leopard und anderen Panzern verbaut. Der Ukrainekrieg zeigt, dass Drohnen eine viel größere Rolle spielen als früher. Manch Branchenexperte bezweifelt, dass Kampfpanzer im Krieg der Zukunft noch so wichtig sein werden wie derzeit. Stattdessen könnte es zunehmend ein Drohnenkrieg werden – mit Panzern in der Nebenrolle.

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Manager Schiller meint trotzdem: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man noch jahrzehntelang Kampfpanzer und andere Panzer brauchen wird – mir fehlt die Fantasie, mir vorzustellen, dass man auf dem Gefechtsfeld ausschließlich mit Drohnen operieren kann.“ Es werde um einen Kampfverbund gehen, in dem Panzer und Drohnen gemeinsam operierten.