Der Mittwoch im Überblick Porsche streicht 5000 Jobs, KI gerät außer Kontrolle

Das Porsche-Werk in Zuffenhausen gilt als Heimat und Keimzelle des Sportwagenbauers. Es gehört zu den teuersten des Konzerns, galt aber lange als unantastbar. Umso größer war die Überraschung, als Zuffenhausen jetzt auf einer Liste der Problemwerke des VW-Vorstands auftauchte – neben Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.

Zwar soll die Produktion in Zuffenhausen nicht auslaufen. Aber von einem Rückbau war während der Sitzung des Topmanagements die Rede. Von einem „Rightsizing“, wie mein Kollege Michael Freitag berichtet. Die Botschaft von Konzernchef Oliver Blume (58) war klar: Porsche wird bei der radikalen Sanierung des VW-Konzerns nicht geschont werden. Der neue Porsche-Chef Michael Leiters (54) wird außerdem wohl 5000 Stellen zusätzlich streichen, die Gesamtzahl der wegfallenden Jobs steigt damit auf 9000. Die neuen Details zum Umbau von Porsche und VW lesen Sie hier .

Einigung: Porsche-Chef Michael Leiters hat sich mit dem Betriebsrat auf ein Sparpaket verständigt

Foto: Porsche

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Klingt wie von KI-Kritikern ausgedacht, ist aber Realität: Ein KI-Modell von OpenAI ist bei einem Testlauf eigenständig aus der Test-Umgebung ausgebrochen und hat sich in das System einer Fremdfirma eingehackt. OpenAI nennt es einen „beispiellosen Vorfall“.

  • Razzia bei der Deutschen Bank: Deutschlands größtes Geldhaus muss wieder einmal Staatsanwälte in seine Räume lassen. Dabei geht es offenbar um lange zurückliegende Geschäfte der Postbank.

  • München ist in Deutschland spitze, beim Fußball wie beim Mietniveau: Mit im Schnitt 23,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter liegt es landesweit weit vorn, die Mieten sind mehr als doppelt so hoch wie in der ostdeutschen Großstadt Leipzig.

Der Umsteiger des Tages:

  • Das Stifteimperium Faber-Castell braucht einen neuen Chef. CEO Stefan Leitz (62) wird nach Informationen des manager magazins seinen Vertrag nicht verlängern , die Suche nach einem Nachfolger läuft schleppend. Helfen, schreibt mein Kollege Martin Mehringer, könnte eine Liaison mit einer der reichsten Familien der Welt: Bleistifterbin Victoria Faber-Castell (29) ließ sich bereits vor Wochen mit Jean Arnault (27), dem jüngsten Spross des Luxusmagnaten Bernard Arnault (77), ablichten. Seitdem wird eifrig über eine mögliche Übernahme des Unternehmens durch LVMH spekuliert .

Auf neuen Wegen: Gräfin Victoria von Faber-Castell, Noch-CEO Stefan Leitz (2. von rechts) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (rechts)

Foto: Friedrich; Jürgen / action press

Was Ihnen im Unternehmen weiterhilft:

  • Viele Employer-Branding-Videos sind öde und lösen kaum Bewerbungen aus. Der folgende Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie als Arbeitgeber auch junge Menschen der Generation TikTok ansprechen – und Talente überzeugen, statt sie zu vergraulen.

  • Ikea hat geschafft, wovon viele Unternehmen träumen: Es hat sich in die Antworten der KI-Modelle hineingedreht . Was Sie von der Inbus-Methode des Möbelkonzerns lernen können.

Meine Empfehlung für den Abend:

Kölsche Jung: Lukas Podolski, hier bei seinem letzten Spiel für den 1. FC Köln 2024, wirbt aktuell für die US-Kryptobörse Kraken

Foto: Federico Gambarini / dpa
  • Kryptofreunde müssen umziehen: Anfang Juli hat sich die weltgrößte Kryptobörse Binance aus Europa verabschiedet. Die Offshore-Firma von Changpeng Zhao (49) hatte es versäumt, sich rechtzeitig um eine Lizenz zu kümmern. Eine Steilvorlage für den Erzrivalen Kraken: Die 13 Milliarden Dollar schwere US-Kryptobörse schaltet in Deutschland gerade die teuerste Werbekampagne, die sie je außerhalb der USA gebucht hat. Mithilfe von Multiunternehmer und Markenbotschafter Lukas Podolski (41) will Kraken den Umsatz binnen eines Jahres verdoppeln. Dafür hat man jedoch nur eine einzige Mitarbeiterin in Deutschland eingestellt: DACH-Wachstumschefin Nazli Visne (44). Meine Kollegin Hannah Schwär hat sich die Expansionspläne genauer angeschaut: Kann Krakens One-Woman-Show (plus Poldi) gelingen?

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