Börse am Abend Kräftig fallende Ölpreise stützen Dax und Dow
Nach dem Rücksetzer vom vergangenen Freitag ist der Dax am Montag gleich wieder erholt in den November gestartet. Förderlich war, dass die Ölpreise etwas zurückgingen. Ein Bericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Krieg zwischen den USA und dem Iran wurde unter anderem für Aktien aus der Reisebranche wie Tui und Lufthansa zu einer Stütze.
Der Dax ging 0,63 Prozent höher bei 25.981 Punkten aus dem Handel. Er setzte sich am Nachmittag ins Plus ab, als an den New Yorker Börsen eine Erholung nach dem Kursrutsch vom Freitag einsetzte. Diesen hatte vor allem die technologielastige Nasdaq durchgemacht. In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax am Montag um 1,26 Prozent auf 30.855 Zähler zu.
Bevor am Dienstag die Zwischenwahlen in den USA für Spannung sorgen dürften, veröffentlicht in der laufenden Berichtssaison am Montag nach US-Börsenschluss der iPhone-Hersteller Apple als vorletztes Unternehmen aus der Gruppe der Magnificent 7 seine Quartalszahlen.
Der US-Techsektor stand zuletzt unter Druck. Erneut hohe Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur hatten in den vergangenen Tagen Aktien wie Meta, Alphabet und Amazon deutlich belastet und am Markt die Zweifel größer werden lassen, ob und wann sich die hohen Ausgaben rentieren.
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Fresenius und Ryanair gefragt
Der Gesundheitskonzern Fresenius baut mit einer Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsforscher und -fertiger WuXi Biologics seine Pipeline von Nachahmerpräparaten deutlich aus. Fresenius erhalte einen exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten, hieß es. Auf dem höchsten Kursniveau seit Anfang März gewannen die Aktien am Nachmittag 2 Prozent.
Die Papiere von Siemens Energy stabilisierten sich mit plus 0,9 Prozent nach ihrem fast 7-prozentigen Kursrutsch vom Freitag. Eine markantere Erholung blieb aus.
Alstom-Aktien brechen ein
An der Börse in Paris brachen die Aktien von Alstom um mehr als ein Viertel ein. Der französische Zughersteller hat wegen Problemen bei Großprojekten in Deutschland seinen Jahresausblick erneut gesenkt. Ursache seien vor allem Verzögerungen bei der Zertifizierung und Auslieferung von Regionalzügen vom Typ Coradia Max, nannte der Siemens-Rivale als Hauptgrund für die Prognosesenkung.
Abwärts ging es auch für Rheinmetall. Ein Medienbericht über eine verzögerte Großbestellung von Rüstungsfahrzeugen hat am Montagnachmittag die Rheinmetall-Aktien auf Talfahrt geschickt. Mit bis zu 5 Prozent rutschte der Kurs des Rüstungskonzerns am Nachmittag ins Minus ab, wobei erstmals seit Mitte Oktober wieder zeitweise Kurse unterhalb der 1.000-Euro-Marke gezahlt wurden. Später sank der Abschlag auf zuletzt etwas über 3 Prozent.
Händler wiesen darauf hin, dass das Online-Branchenportal „Hartpunkt“ berichtete, eine deutsche Großbestellung für Radfahrzeuge des Typs Boxer komme offenbar erst im Februar 2027. Laut dem Bericht war im Sommer noch die Rede davon, dass die Beschaffung durch die Bundeswehr wohl Anfang Dezember erfolgen werde. In diesem Falle hätten es die Aufträge noch in diesem Kalenderjahr in die Bücher des Rüstungskonzerns geschafft.
US-Standardwerte erholen sich
Die New Yorker Börsen haben sich am Montag von ihren teils herben Freitagsverlusten erholt. Der Nasdaq 100 schaffte in der ersten Handelsstunde ein Plus von 1,04 Prozent auf 28.680 Punkte. Vor dem Wochenende war der technologielastige Auswahlindex mit negativen Geschäftsaussagen des Internetriesen Amazon und des Halbleiterherstellers Intel um rund 3,5 Prozent eingebrochen.
Der Leitindex Dow Jones Industrial, der gut ein Prozent abgegeben hatte, machte am Montag mit einem Anstieg um 1,14 Prozent auf 52.358 Punkte diesen Verlust praktisch wieder wett. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,93 Prozent auf 7651 Punkte bergauf.
Marvell übernimmt Lumentum für 115 Milliarden Dollar
Dem US-Halbleiterkonzern Marvell Technology brockte der nun bestätigte Ausbau des KI-Infrastrukturgeschäfts mit der Übernahme von Lumentum einen weiteren Kursrutsch von 5,3 Prozent ein. Dabei wird für den Laserspezialisten ein Unternehmenswert inklusive Schulden von rund 115 Milliarden US-Dollar angesetzt. Der Kauf soll komplett mit Marvell-Aktien bezahlt werden. Die Lumentum-Aktien büßten am Nasdaq-100-Ende weitere 10 Prozent ein. Bereits in der Vorwoche waren entsprechende Spekulationen aufgekommen.
Dass Oracle laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC für rund 10 Milliarden US-Dollar neue Aktien ausgeben will, ließ die Titel um 5,2 Prozent sinken. Zudem begab Oracle Anleihen für 10 Milliarden Dollar. Der Softwarekonzern hatte vergangene Woche angekündigt, sich bis Mitte 2030 nur noch 20 Milliarden Dollar am Finanzmarkt zur Wachstumsfinanzierung beschaffen zu wollen.
Die A-Aktien von Alphabet erholten sich etwas mit plus 2 Prozent. Der Google-Mutterkonzern startet Kreisen zufolge eine zweite Euro-Anleiheemission im laufenden Jahr und will damit die Investorennachfrage testen. Die Emission folgt auf die Quartalszahlen von Alphabet, die die Besorgnis über das Ausmaß der KI-Investitionen verstärkt und allein vergangenen Donnerstag fast 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vernichtet hatten.
Inovio-Aktie mit Kursfeuerwerk
Die Anteilscheine von Inovio Pharmaceuticals schossen um 190 Prozent nach oben. Das Biotech-Unternehmen erhielt von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für Voceryq, eine Immuntherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit der Atemwegserkrankung rezidivierende respiratorische Papillomatose.
Die Papiere von Estée Lauder verloren 1,4 Prozent, obwohl der Kosmetikkonzern unerwartet gute Quartalszahlen vorgelegt und die Jahresziele erhöht hatte. Die Aktien waren zuletzt allerdings gut gelaufen. Die Geschäftsaussagen seien ein weiteres Zeichen dafür, dass die Sanierungsbemühungen des Unternehmens bei den Verbrauchern Anklang fänden, hieß es aus dem Markt.
Ölpreis fällt deutlich
Die Ölpreise haben am Montag anfängliche Kursverluste deutlich ausgeweitet. Händler verwiesen auf verbesserte Aussichten auf Verhandlungen zwischen Iran und den USA. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Januar fiel um 6,5 Prozent auf 106,41 US-Dollar. Damit kostete die Referenzsorte 6,20 Dollar weniger als am Vortag.
Der oberste Führer von Iran, Modschtaba Chamenei, habe grünes Licht für Verhandlungen gegeben, die den seit Monaten andauernden Krieg mit den USA beenden könnten, wie aus einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA hervorgeht. Der Krieg hat die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten belastet und die Preise nach oben getrieben.
Zuvor hatte bereits ein Medienbericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Iran die Ölpreise sinken lassen. Sorgen vor einer baldigen Wiederaufnahme amerikanischer Militärangriffe wurden so verringert.
Trump will der Diplomatie mit Iran einem Bericht des Nachrichtenportals „Axios“ zufolge mehr Zeit geben, bevor er nach den US-Zwischenwahlen in dieser Woche möglicherweise neue Angriffe anordnet. Der US-Präsident habe dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu seine Präferenz für eine diplomatische Lösung in einem Telefonat mitgeteilt.