TickerKrieg in der Ukraine

USA hoffen auf direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew ++ «Echter Krieg»: Lawrow eskaliert verbal gegen Berlin

Am 24. Februar 2022 hat Russland seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Ein Ende ist nicht absehbar. Die Entwicklungen im Ticker.

Das Wichtigste im Überblick

  • Russlands Invasion begann am 24. Februar 2022. Seither herrscht in der gesamten Ukraine Krieg – mit Frontverläufen im Osten und Süden des Landes.
  • Millionen Menschen sind auf der Flucht. Über 6 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer leben laut Uno-Angaben im Ausland, viele weitere sind Binnenvertriebene.
  • Die westliche Welt unterstützt die Ukraine. Nato-Staaten liefern Waffen, Hilfsgelder und Luftabwehrsysteme – eine direkte Kriegsbeteiligung lehnen sie aber ab.

USA hoffen auf direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew

Auch nach den Gesprächen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew ist weiterhin unklar, welche Vorschläge für eine Friedenslösung sie den Kriegsparteien vorgelegt haben. Offen ist auch, ob es zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter US-Vermittlung kommen wird. Die Rückkehr zum trilateralen Format könnte Fortschritte bringen, sagte Kushner zum Abschluss des ersten Besuchs der US-Gesandten in der ukrainischen Hauptstadt.

Trumps Unterhändler Steve Witkoff (M.) und Jared Kushner (l.) am Sonntag beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (r.) in Kiew.

Zuletzt hatten die USA im Februar bei direkten Unterredungen zwischen Russland und der Ukraine auf dem Bürgenstock als Vermittler am Tisch gesessen. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche auf Eis – auch weil die USA durch den Iran-Krieg abgelenkt waren. Sowohl die ukrainische Führung als auch ihre europäischen Verbündeten werfen der Regierung in Washington vor, nicht genügend Druck auf Russland auszuüben.

US-Präsident Donald Trump hatte vor der Reise seiner Unterhändler gesagt, Witkoff und sein Schwiegersohn Kushner würden einen neuen Vorschlag mitbringen, um den Krieg zu beenden. Zwar traten Selenskyj und die beiden US-Gesandten in Kiew vor die Presse, doch konkrete Details aus ihren Gesprächen wurden nicht bekannt. Kushner gab zu: «Es ist wirklich ein schwieriges Problem.» Er betonte aber immer wieder, wie viel Trump – der sich einst damit gebrüstet hatte, den Krieg binnen 24 Stunden beenden zu können – daran liege, eine Lösung zu finden.

An den Verhandlungen in Kiew hatten zeitweise auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien teilgenommen. «Wir haben vereinbart, dass sich die Ukraine, Europa und Amerika in Kürze treffen werden», sagte Selenskyj im Anschluss. Einen konkreten Termin nannte er nicht. Selenskyj bekräftigte die Ansicht, dass zur Lösung der wichtigsten Fragen im Ukraine-Konflikt, wie etwa der Aufteilung umkämpfter Gebiete, ein Treffen auf höchster Ebene nötig sei.

Selenskyj mit wenig Hoffnung auf baldigen Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach seinen Unterredungen mit Vertretern der USA und Europas wenig optimistisch über die Aussichten auf einen baldigen Frieden geäussert. «Sollte sich der Krieg bis zum Winter ziehen, und danach sieht es aktuell aus, brauchen wir ein Winterpaket«, sagte Selenskyj nach Angaben ukrainischer Medien. Darüber habe er länger mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner sowie den Vertretern Europas gesprochen. Die Unterredungen selbst nannte er lediglich "äusserst inhaltsvoll».

«Wir haben vereinbart, dass sich die Ukraine, Europa und Amerika in Kürze treffen werden», sagte Selenskyj nach den Verhandlungen in Kiew, an denen sich auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien beteiligt hatten. Einen konkreten Termin nannte Selenskyj nicht.

Im Scherz meinte er, die Anwesenheit Witkoffs und Kushners habe «besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme». Die beiden Emissäre von US-Präsident Donald Trump sollten öfter nach Kiew kommen, um den Bewohnern eine Chance zu geben, ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft zu holen. Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause in den Angriffen auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete dafür in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau.

Selenskyj bekräftigte zu guter Letzt die Ansicht, dass zur Lösung der wichtigsten Fragen im Ukraine-Konflikt, wie etwa der territorialen Aufteilung, ein Treffen auf höchster Ebene nötig sei. Putin hat bisher ein direktes Treffen mit Selenskyj an einem neutralen Ort kategorisch abgelehnt. Stattdessen forderte er Selenskyj auf, zu Gesprächen nach Moskau zu kommen. Dies wiederum lehnte der ukrainische Staatschef ab.

Wolodymyr Selenskyj hat wenig Hoffnung auf baldigen Frieden.

Kushner: Trump strebt dauerhaften Frieden in der Ukraine an

US-Präsident Donald Trump strebt nach den Worten seines Schwiegersohns Jared Kushner einen dauerhaften Frieden für die Ukraine an. Alle künftigen Vereinbarungen sollten die Möglichkeiten eines weiteren Kriegs ausschliessen und der Ukraine die Gelegenheit geben, den während der Kriegsjahre bewiesenen Einfallsreichtum für die weitere Entwicklung des Landes einzusetzen, sagte Kushner nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian am Rande der Unterredungen in Kiew.

Kushner war mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammengekommen. Tags zuvor hatten die beiden US-Vertreter in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin über Möglichkeiten zur Beendigung des über viereinhalb Jahre dauernden russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland gesprochen.

Auch Witkoff äusserte sich positiv zu den «sehr gehaltvollen» Diskussionen in Kiew. «Wir sind motiviert und bereit, so lange wie nötig weiterzuarbeiten», wurde er von Unian zitiert.

«Echter Krieg»: Lawrow eskaliert verbal gegen Berlin

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow nennt die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen in Leipzig den «Beginn eines echten Krieges».

Dem russischen Staatsfernsehen sagte der Minister: «Leipzig, Flughafen (...) Da haben sie eine Drohne gefunden. Haben gesagt, dass es eine russische Drohne ist. Geklärt hat das niemand. Das ist genau genommen der Beginn eines echten Krieges.»

Die deutschen Sanktionen wie die Schliessung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Kulturinstituts in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow. Offenbar wollten die Deutschen wieder Krieg, wurde er auf der Website der Nachrichtensendung «Westi» zitiert. Der russische Chefdiplomat ist für seine harte Wortwahl bekannt.

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Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine Drohne mit einem Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs gefunden worden. Eine Explosion gab es nicht. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden. Nach vier Wochen Prüfung schrieb die Bundesregierung Anfang September den versuchten Anschlag russischen Geheimdiensten zu.

Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Operationen russischer Nachrichtendienste ist.

Schlechte Omen für Friedensgespräche

«Bloomberg» berichtet, dass der Besuch von Steve Witkoff und Jared Kushner nicht unter dem Eindruck stand, der Kreml wäre kompromissbereit. Quellen aus dem Umfeld von Wladimir Putin suggerieren, der russische Präsident würde nur unter seinen Bedingungen Frieden schliessen. Ein Entgegenkommen sei nicht zu erwarten, weil Moskau glaube, es sei militärisch im Vorteil.

«Es gibt absolut keine Chance, an der Front eine Einigung zu erzielen, solange Putin nicht die Eroberung des restlichen Teils der Region Donezk abgeschlossen hat», stösst eine Quelle der Nachrichtenagentur Reuters ins selbe Horn.

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Witkoff und Kushner in Kiew eingetroffen

Im Rahmen neuer Friedensbemühungen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen in Kiew eingetroffen. Die beiden Vertreter der Trump-Regierung befanden sich heute zu ihrem ersten offiziellen Besuch in der ukrainischen Hauptstadt.

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Drohnen attackieren russisches Schiff im Mittelmeer

Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar einen russischen Frachter im Mittelmeer in der Nähe von Kreta angegriffen.

Das Ro-Ro-Schiff Lady Mariia sei von Moskau für den Transport von Waffen benutzt und nach dem Auslaufen aus Oran in Algerien auf dem Weg ins östliche Mittelmeer getroffen worden.

Das Schiff wird von den USA und der Ukraine sanktioniert. Ein Video zeigt, wie eine Drohne Munition auf das Schiff wirft und ein Feuer entfacht.

The sanctioned Russian Ro-Ro cargo ship LADY MARIIA, IMO 9220641, was struck by multiple drones in the Mediterranean while sailing from Oran, Algeria, toward the eastern Mediterranean.Footage circulating online shows a series of strikes on the vessel, with claims of up to 12 hits.

— 🦋Special Kherson Cat🐈🇺🇦 (@specialkhersoncat.bsky.social) 6. September 2026 um 11:34
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Beide Seiten greifen aus der Luft an – Kiew und Moskau bleiben verschont

Während einer US-Vermittlungsmission haben Russland und die Ukraine wie vereinbart die Hauptstädte Kiew und Moskau von Angriffen verschont, an anderen Stellen aber aus der Luft attackiert.

In der Ukraine wurde die frontnahe Grossstadt Saporischschja beschossen, es gab nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow Opfer.

While Witkoff is delighted to see Pootin, and thank him for those great memories...Zaporizhzhia : 1 killed, 3 wounded.Thank you to the USA to brought those 💩 on the main stage of the world !

— @steffrichard73.bsky.social 💙💛🦈🌻🍉🦝🚜✊🇺🇦 (@steffrichard73.bsky.social) 6. September 2026 um 09:11
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An der Grenze der Ukraine nach Rumänien trafen russische Drohnen nach Angaben örtlicher Behörden einen Grenzübergang. Dieser musste zeitweise geschlossen werden.

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Gestern Agabend tötete eine russische Drohne in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw drei Mitglieder einer Familie.

Three people were killed in Chuhuiv, including an 11-year-old child.

— Maria Drutska (@mariadrutska.bsky.social) 6. September 2026 um 06:34
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In Russland verursachte ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Raffinerie von Rjasan südöstlich von Moskau, wie Telegramkanäle inoffiziell berichteten.

🚁🔥 Ka-52 continues to fly against the backdrop of a burning oil refinery in Ryazan.

— MAKS 26 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 6. September 2026 um 09:00
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Regionalgouverneur Pawel Malkow bestätigte den Angriff und ein Feuer in einem nicht näher bezeichneten Industriebetrieb. Drohnenattacken wurden auch aus dem Gebiet Rostow in Südrussland gemeldet.

— MAKS 26 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 6. September 2026 um 09:09
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Tass: US-Vermittler sprachen auch über Wirtschaft

In der englischsprachigen Ausgabe berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur nur knapp über das Treffen von Steve Witkoff und Jared Kushner mit Wladimir Putin, das drei Stunden und zehn Minuten gedauert habe – sieh auch die beiden vorherigen Einträge.

Steve Witkoff and Jared Kushner left Moscow and are expected to arrive in Kyiv tomorrow for talks with Zelensky. Kirill Dmitriev, Putin's envoy involved in Russia-US negotiations, called the two US representatives "peacemakers." #Ukraine

— NOELREPORTS (@noelreports.com) 5. September 2026 um 23:21
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In der russischsprachigen Variante fliessen aber noch weitere Informationen. Putin habe betont, man müsse alle Wurzeln des Konflikts ausmerzen: Die Regierung in Kiew sei ein Nazi-Regime. Das macht wenig Hoffnung auf konstruktive Friedensgespräche.

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Weiter heisst es, man habe in Moskau nicht nur über die Ukraine gesprochen: Es seien auch potenzielle bilaterale «Projekte» mit den Amerikanern erörtert worden. Das tönt nach einer möglichen ökonomischen Zusammenarbeit.

Lage zwischen Kriegsparteien «an einem toten Punkt»

«Die Visite Witkoffs und Kushners hat erwartungsgemäss zu nichts geführt – ausser einer formellen Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, der seit dem Frühjahr pausierte – mit dem Beginn der amerikanischen Aggression gegen Iran», sagte der Moskauer Amerikanist Dmitri Nowikow.

Steve Witkoff werde in Moskau geschätzt, weil er weniger harte Töne anschlage als andere US-Vertreter. Die Lage in dem Konflikt sei so verfahren, dass blosse diplomatische Mittel den Prozess nicht vom «toten Punkt» wegbekämen.

New statements from the Kremlin talks: Putin said he welcomed the high level of the US negotiating team, said Russia had not agreed to any ceasefire lasting more than three days, and promised to ensure the safety of the US representatives. Trump also sent Putin his best wishes. #Russia

— NOELREPORTS (@noelreports.com) 5. September 2026 um 19:53
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Eine US-Regierungsmaschine, die Witkoff und Kushner zu transportieren schien, flog in der Nacht von Moskau nach Rzeszów im Südosten Polens. Von dort dürften die US-Gesandten mit dem Zug weiter nach Kiew reisen. Offiziell gab es keine Informationen zum genauen Reiseverlauf der Vermittler.