Der Dienstag im Überblick Aufruhr bei VW und vier Männer für Kühnes Erbe
Der US-Bundesstaat Florida gilt als Sunshine State. Für den deutschen Luxusmakler Engel & Völkers jedoch ist Florida ein Battleground: Seit Monaten zofft sich E&V dort mit Ex-Lizenzpartnern vor Gericht. Diese hatten 2025 Klage gegen die US-Tochter des Konzerns eingeleitet und fordern – wegen angeblich geschäftsschädigenden Verhaltens – Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe.
Jetzt holt Engel & Völkers zum juristischen Gegenschlag aus – mit einer Schadensersatzklage gegen die ehemaligen Lizenznehmer. Meine Kollegin Hannah Steinharter, die die rechtlichen Baustellen von E&V dies- und jenseits des Atlantiks aufmerksam verfolgt, erklärt, warum die neuen Co-CEOs Till-Fabian Zalewski (39) und Stefan Eck (57) mit einer Gegenklage vor einem New Yorker Gericht in die Offensive gehen. Alles Wichtige zum Maklerzoff im Sunshine State lesen Sie hier .
Begehrte Immobilien: Luxusanwesen in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida
Foto:Ali Kabas / Amazing Aerial Agency / picture alliance
Die Wirtschaftsnews des Tages:
Volkswagen in Aufruhr: Bei der emotional aufgeheizten VW-Betriebsversammlung in Wolfsburg hat Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) Konzernchef Oliver Blume (58) scharf kritisiert. Sie sieht das Vertrauen in den Vorstand beschädigt. Blume verteidigte die radikalen Sanierungspläne des Konzerns. Es geht um deutsche Werke und um Zehntausende Jobs. Wie um Volkswagens Zukunft gestritten wird, lesen Sie hier im Überblick.
Der Energietechnikkonzern und Dax-Darling Siemens Energy treibt den möglichen Verkauf seines hochprofitablen Dampfturbinengeschäfts voran. Laut einem Bloomberg-Bericht haben sich schon zahlreiche prominente Interessenten in Stellung gebracht.
Die Aufsteiger des Tages:
Nach dem Tod des kinderlosen Logistikpatriarchen Klaus-Michael Kühne geht das Erbe größtenteils an die wohltätige Kühne-Stiftung. Vier Männer sollen nun dafür sorgen, dass das über Jahrzehnte aufgebaute Milliardenreich bestehen bleibt: Karl Gernandt (66), Präsident der Kühne Holding, sein CEO Dominik de Daniel (50) sowie Jörg Wolle (69), Chairman von Kühne + Nagel International. Zudem rückt der Schweizer Notar Thomas Staehelin (78) an die Spitze der Kühne-Stiftung. Mein Kollege Theodor Harzer stellt Ihnen die vier Männer vor, die das Erbe von Klaus-Michael Kühne bewahren sollen.
Vier Bewahrer von Kühnes Erbe: In der Kühne Holding und Kühne Stiftung haben Karl Gernandt, Thomas Staedelin, Jörg Wolle und Dominik de Daniel (von links) das Sagen
Fotos: [M] manager magazin; Hapag-Lloyd; FROMER Advokatur und Notariat; Oliver Ruhnke / imago; Markus Forte / Ex-Press / IMAGO; Kühne Holding; Adobe StockDie Umsteigerin des Tages:
Von der Uno zur Uni: Annalena Baerbock (45; Grüne) wird ihr einjähriges Amt als Präsidentin der Uno-Generalversammlung zum 8. September niederlegen. Nach Deutschland wird sie jedoch vorerst nicht zurückkehren: Berichten zufolge wird Baerbock eine Lehrtätigkeit an der Columbia-Universität in New York aufnehmen. Der mehrjährige Posten sei eine „praxisorientierte Professur“ und keine klassische Forschung. Baerbocks Parteikollege Robert Habeck (56) war im vergangenen Jahr als Gastprofessor an der US-Universität Berkeley aktiv, bevor er als Berater in die Wirtschaft wechselte.
Bald Professorin an der Columbia University: Annalena Baerbock bleibt vorerst in New York
Foto:Was Sie im Unternehmen voranbringt:
Return on Investment (ROI) kennen Sie, Sie sind ja nicht zufällig hier. Doch wie sieht es aus mit Return on Life (ROL)? Es ist eine lebensbezogene Kennziffer: Fühlt sich die Art und Weise, wie Sie leben und arbeiten, stimmig an? Die Gründerin und Managerin Christiane Stark erklärt, wie Leistung und Sinn besser zusammenfinden .
Meine Empfehlung für den Abend:
Helfer oder Rivale? Welche Rolle die KI in der Vermögensverwaltung spielen kann, ist bisher noch offen
Illustration: Benedikt Rugar / manager magazin
KI werde eines Tages Probleme lösen, die wir derzeit nicht lösen können, lautet das Heilsversprechen der Techindustrie. Schon jetzt sei künstliche Intelligenz ein praktischer Helfer im Alltag, zum Beispiel bei der Geldanlage: Algorithmen wühlen sich emotionslos durch Datenberge und sind 24/7 auf der Jagd nach mehr Gewinn. Doch kann KI die Portfoliomanager wirklich ersetzen? Meine Kollegen Thomas Mersch und Stefan Merx haben 17 führende Investmentfirmen und Neobroker befragt, was sie KI beim Fondsmanagement zutrauen – und was nicht. Darunter ist Omphalos-Chef Borno Janekovic (56), der für seinen Fonds jeden Monat 1000 KI-Agenten ins Trader-Training schickt. „Die Maschine“, so nennt Janekovic sein Gesamtkonstrukt, rotiert ständig die Aktien und Anleihen auf allen Kontinenten; sie bewegt Edelmetalle und Währungen wie ein hyperaktiver Finanzquirl. Ob sich damit höhere Renditen erzielen lassen als durch breit gestreute ETF, ist offen: KI gegen Fondsmanager – wer macht mehr aus Ihrem Geld?
Ich wünsche Ihnen einen erkenntnisreichen Abend, Ihr Kai Lange
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