Energie
Der Verein Oikia sieht Potenzial, sich zu einem „Hub“ für Energiespeicherung zu entwickeln
Der Ausbau erneuerbarer Energien in Katalonien schreitet trotz der dringenden Notwendigkeit, die Wirtschaft und Industrie des Landes zu elektrifizieren, weiterhin nur langsam voran. Doch obwohl ihr Anteil am Strommix im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, steigt die Nachfrage nach Batterien, mit denen der durch diese Technologien erzeugte Strom gespeichert werden kann. Der Verein Oikia, der sich für die Förderung der ökologischen Wende einsetzt, erklärte am Dienstag, dass in Katalonien bereits 2,3 GW an Batteriespeicherprojekten vorliegen, für die die Zugangs- und Anschlussgenehmigungen erteilt wurden, während weitere 2 GW derzeit geprüft werden.
Insgesamt entspricht diese Leistung 22 % der in ganz Spanien genehmigten Kapazität und liegt damit vor Regionen wie Kastilien und León oder Andalusien. Nach Ansicht des Verbandes hat Katalonien die Chance, sich zu einem Knotenpunkt für Energiespeicherung zu entwickeln und diesen Vorteil bei der Elektrifizierung seiner Industriestruktur zu nutzen. „In Katalonien gibt es zwar nur wenig erneuerbare Energieerzeugung, aber dezentrale, gemeinsam genutzte Speichersysteme könnten hier Potenzial haben“, erklärt Joan Herrera, ehemaliger nationaler Koordinator der „Iniciativa per Catalunya Verds“ und Gründungsmitglied von Oikia. Genau aus diesem Grund findet diese Woche auf der Fira de Barcelona die erste Ausgabe der „Battery & Energy Storage Tech Europe“ statt, einer Messe zur Förderung der europäischen Batterieindustrie.
Über die großen Stand-alone-Batterien hinaus, die autonom und unabhängig von einer Erzeugungsquelle funktionieren, steht die Verabschiedung eines Königlichen Erlasses durch die spanische Regierung noch aus, der den Weg dafür ebnen würde, dass eine einzige Batterie im Rahmen eines kollektiven Eigenverbrauchsmodells mehrere Haushalte versorgen könnte. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise aufgrund geopolitischer Turbulenzen vertritt der Verband die Ansicht, dass diese Systeme es ermöglichen würden, Energie in Zeiten niedriger Kosten zu speichern, um sie dann zu verbrauchen, wenn sie teurer ist, was Einsparungen für Familien und Unternehmen mit sich bringen würde.
Der Verband setzt sich für Batterien ein, um Energie zu Zeiten niedriger Kosten zu speichern und sie dann zu verbrauchen, wenn sie teurer ist
Der Vorsitzende von Oikia, der Meteorologe Francesc Mauri, wies darauf hin, dass Katalonien bereits führend im Bereich des Eigenverbrauchs ist und dass es den Schwung anderer Projekte wie Pumpspeicherkraftwerke (oder reversible Kraftwerke) nutzen könnte, Systeme, die Stromüberschüsse nutzen, um Wasser in ein höher gelegenes Reservoir zu pumpen und es wieder abfließen zu lassen, um Energie zu erzeugen, wenn das Netz dies benötigt. In Katalonien laufen derzeit mindestens drei große Projekte dieser Art: das neue reversible Wasserkraftwerk in La Baells, der Ausbau von Moralets an der Noguera Ribagorçana und das europäische Großprojekt Gira (Gironès-Raimat) zwischen der Terra Alta und der Ribera d’Ebre.
Oikia nutzte das Treffen am Dienstag zudem, um „EcoNòmics“ anzukündigen, eine Tagung zum Thema „Wandel hin zu einer grünen Wirtschaft“, die am 8. und 9. Oktober in den Gärten von Cap Roig stattfinden wird. Zu den Referenten gehören die Ministerin für ökologischen Wandel, Sara Aagasen, die Präsidentin von Red Eléctrica, Beatriz Corredor, sowie die Regionalministerin für Raumordnung der Generalitat, Sílvia Paneque.