Investor kauft Marke : Insolventer Ost-Discounter Groschen Markt lebt weiter

Viele Filialen der ostdeutschen Ladenkette Groschen Markt und 80 Arbeitsplätze werden von Einzelhändlern übernommen. Einer davon lässt in Thüringen sogar den Markennamen weiterleben.

Nach der Insolvenz der Einzelhandelskette Groschen Markt können immerhin mehr als die Hälfte der Filialen fortgeführt werden. Das ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen des Insolvenzverwalters Olaf Spiekermann mit namhaften Investoren aus dem deutschen Einzelhandel. „Insgesamt 22 Filialen werden fortgeführt, größtenteils unter neuem Namen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Insolvenzverwalters vom Mittwoch.

Ganz verschwinden wird der Markenname aber nicht. Denn drei thüringische Filialen bleiben als Groschen Markt erhalten. Der erfahrene Einzelhandelsunternehmer Wolfhart Lampe hat laut der Mitteilung zusätzlich die Wort-Bild-Marke von Groschen Markt erworben.

Die anderen 19 Standorte werden dagegen unter fremden Marken und neuer Leitung fortgeführt. Weil Groschen Markt die Filialen gemietet hatte, war die Zustimmung jedes Vermieters nötig. Auch wegen des schwierigen Marktumfeldes seien die Verhandlungen schwierig gewesen. „Umso mehr freut es mich, dass 22 Filialen mit etwa 80 Arbeitsplätzen erhalten bleiben“, sagt Insolvenzverwalter Spiekermann.

Konkurrenz mit Onlinehandel belastete

Betrieben wurden die zuletzt 41 Filialen von Groschen Markt durch die DEC Handelsgesellschaft aus Dingelstädt in Thüringen. Diese hatte im Dezember 2025 einen Insolvenzantrag gestellt. Grund war die Kaufzurückhaltung der von Inflation und Jobängsten verunsicherten Verbraucher.

Als weiterer Grund wurde die aggressive Konkurrenz durch Onlinehändler genannt. Groschen Markt verkauft Haushaltswaren sowie Gartenbedarf, Schreibwaren, Heimwerkerartikel oder Dekoration. Solche Produkte werden von Internetkonkurrenten häufig noch billiger angeboten und direkt zu den Kunden geschickt.

Die 22 fortgeführten Filialen befinden sich in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. In Thüringen bleiben zehn Filialen erhalten, unter anderem in Dingelstädt, Ellrich, Friedrichroda oder Saalfeld an der Saale. In Sachsen-Anhalt bleiben die Filialen Bad Schmiedeberg, Blankenburg, Dessau-Roßlau, Ilsenburg, Langenbogen und Möser geöffnet. In Sachsen leben die Filialen Dresden, Frohburg, Meerane und Naunhof weiter.

Hoffnung gibt es wohl auch noch für Filialen, die von der nun verkündeten Lösung nicht betroffen sind. Insolvenzverwalter Spiekermann erwartet laut der Pressemitteilung eine weitere Übernahme für Anfang November.