Hauspreise : Auf die Heizung schauen

Wärmepumpen erhöhen oft den Immobilienwert. Haben es Häuser mit Gasheizung oder Ölkessel schwer? Auf die Heizung kommt es an.

Ob sich vor zehn oder 20 Jahren viele Hauskäufer für den Heizungskeller interessiert haben? Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 blickten Eigentümer und Mieter genauer auf ihre Wärmeversorgung: Die Erdgaspreise stiegen rasch an und damit die Nebenkosten für viele.

Ohne Lieferungen aus Russland drohten sogar ein Engpass und das Frieren in den eigenen vier Wänden. Dazu kam es nicht. Aber wer sich zu der Zeit nach einer anderen Heizung umsah, tat dies oft auch, um unabhängiger vom russischen Erdgas zu werden.

Mit weitgehenden Heizungsvorgaben weg vom Heizen mit Erdgas oder Öl hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Gebäudeenergiegesetz allerdings im Jahr 2023 den Bogen überspannt. Einige Pflichten hat die Koalition von Union und SPD im Sommer mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz zurückgenommen. Dennoch bleiben die langfristigen Klimaziele erhalten. Die Kosten für das Heizen mit Erdgas oder Öl dürften in den nächsten Jahren steigen.

Allein durch die Debatte spielt die Heizungsfrage oftmals eine Rolle für den Immobilienerwerb. Die Tendenz im Umfeld der Großstädte: Für eine Wohnung oder ein Haus mit Wärmepumpe verlangen Verkäufer im Durchschnitt mehr als für solche mit Erdgas oder Heizöl. Ein älteres Haus hat damit meist einen geringeren Kaufpreis, aber auch ein älteres Heizsystem mit geringer Energieeffizienz. Vor dem Immobilienkauf lohnt sich der Blick in den Heizungskeller und auf die Betriebskosten.