Hausgerätehersteller BSH : Potentielle Käufer besichtigen Bosch-Werk in Bretten
Die Entscheidung, ob es doch noch eine Rettung für das Brettener Werk von Bosch-Siemens-Hausgeräten gibt, rückt näher. Bis Mitte September erwartet der Hausgerätehersteller ernsthafte Absichtserklärungen der Interessenten.
Die Beschäftigten der Fabrik von Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) im badischen Bretten hoffen weiter, dass der Münchner Konzern für das Traditionswerk einen Käufer findet. In den vergangenen Wochen haben mehrere Unternehmen Vertreter in das Städtchen östlich von Karlsruhe geschickt, die sich die Produktion für Backöfen und Dunstabzugshauben angeschaut haben. BSH bietet die Fabrik nach eigenen Angaben nur potentiellen Käufern aus Europa an, mehrheitlich kommen die Interessenten aus Deutschland.
Nach Informationen der F.A.Z. haben sich bereits mindestens vier Delegationen das Werk angeschaut. Weitere Besuche sind nach BSH-Angaben geplant. Bis Mitte September sollen die Rückmeldungen kommen, ob die potentiellen Käufer in ernsthafte Verkaufsverhandlungen einsteigen wollen.
BSH hatte eigentlich die Absicht, das Werk in Bretten mit rund 1000 Mitarbeitern komplett zu schließen. Nachdem der Betriebsrat ein Alternativkonzept vorgelegt hatte, änderte der Hausgerätehersteller seine Pläne. Nun sucht das Unternehmen für den Teil der Fabrik, der die Dunstabzugshauben produziert, einen Käufer, um im Anschluss als Ankerkunde weiter Dunstabzugshauben aus Bretten zu beziehen. „Die Idee eines eigenständigen Unternehmens mit Zugang zu neuen Kunden und Märkten bietet aus unserer Sicht die Chance, einen relevanten Teil des Standorts und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, hatte BSH-Chef Matthias Metz Mitte Juli der F.A.Z. gesagt.
Die Fertigung von Backöfen will das Unternehmen an andere Standorte verlegen, weil die BSH-Fabriken insgesamt zu wenig ausgelastet sind. Wie groß der Anteil der Beschäftigten ist, die in Produktion von Dunstabzugshauben arbeiten, und ob diese Stellen durch einen Verkauf gerettet werden können, sagt BSH nicht. „Unser Ziel ist es, die neue Perspektive mit ganzer Kraft zu unterstützen“, erklärt eine Sprecherin. „Daher haben wir alle Aktivitäten zur Verlagerung der Dunstabzugshauben-Produktionsaktivitäten an den polnischen BSH-Standort ausgesetzt.“
Der Betriebsrat begrüßt die Gespräche, ist aber auch skeptisch. „Wir sehen die Chance, dass ein Investor kommt“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Thomas Rudolph. „Wir wissen aber auch, dass es nicht ganz einfach ist, unser Werk aus dem BSH-Verbund zu lösen.“