Premiumzugang gestartet 100.000 Dollar pro Monat für Donald Trumps Posts in Echtzeit

Kritiker sprechen von Bereicherung, die Gegenseite von freiem Kapitalismus: Seit Samstag (Ortszeit) können zahlungsfähige Kunden die Posts von US-Präsident Donald Trump (80) auf der Social-Media-Plattform Truth Social per Expresszugang abonnieren. Billig ist das nicht: Bis zu 100.000 US-Dollar pro Monat ruft Plattformbetreiber Trump Media & Technology Group für den Dienst auf.

Trotz dieser horrenden Kosten könnte sich das Abo lohnen. Denn was Trump bei dem Onlinedienst verbreitet, hat immer wieder direkte Auswirkungen auf die Märkte. Börsenhändler und Investoren – und an solche richtet sich das neue Modell Truth API – bekämen diese Informationen vor allen anderen und könnten damit gezielt investieren. Auch ein kleiner Zeitvorteil kann dabei eine Menge Geld wert sein.

Die Trump Media & Technology Group erklärte, zahlende Abonnenten bekämen „direkten, lizenzierten, Echtzeitzugriffe auf die marktbewegenden Truths“.

„Ungeheuerlicher Plan“

Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren (77) hatte im Vorfeld von einem „ungeheuerlichen Plan, um von der Präsidentschaft zu profitieren“ gesprochen. Kritiker werfen Trump und seiner Familie vor, sich durch politische Entscheidungen seiner Regierung bereichern ‌zu wollen.

In seiner jüngsten Offenlegung der Finanzen meldete Trump für das vergangene Jahr Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus den Kryptogeschäften seiner Familie, nachdem diese von Richtlinien profitiert hatten, die er angekündigt hatte. Allein im vergangenen Jahr haben die Vermögensverwalter des US-Präsidenten mehr als 21.000 Börsendeals für ihn durchgeführt.

Truth Social besteht praktisch nur aus Trump

Die mit weitem Abstand meisten Follower in seinem eigenen Netzwerk hat Trump selbst. Knapp 13 Millionen Konten folgen dem US-Präsidenten auf dessen Plattform. Er nutzt sie intensiv, um Ankündigungen zu machen oder seine Meinung zu aktuellen Ereignissen zu teilen. Damit sorgt er regelmäßig und weltweit für Schlagzeilen.

Belege für einen kausalen Zusammenhang zwischen seinen Investmententscheidungen und Trumps Rolle als US-Präsident gibt es nicht. Die „New York Times“ fand keine Hinweise, dass Trump die Investmententscheidungen seiner Broker beeinflusst habe oder diese Insiderinformationen genutzt hätten. Trump bestreitet diesen Verdacht zudem.