Archion-Beteiligung reduziert Daimler Truck erlöst 600 Millionen Euro
Der Verkauf eines Teils der Anteile an dem Lkw-Hersteller Archion spült dem Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck Geld in die Kasse. Der Mittelzufluss betrage rund 600 Millionen Euro, teilte Finanzvorständin Eva Scherer (42) in Leinfelden-Echterdingen in Stuttgart mit. Mit der Reduzierung der Beteiligung auf 25 Prozent habe man einen wichtigen strategischen Meilenstein für Daimler Truck erreicht. Ende Juni hatte der Anteil der Schwaben noch etwas mehr als 40 Prozent betragen. Die Aktien des schwäbischen Lkw-Herstellers zogen in Folge der Bekanntgabe an.
An Archion ist auch Toyota beteiligt. Das japanische und das deutsche Unternehmen hatten ihre japanischen Töchter unter der gemeinsamen Holding an die Börse gebracht. Unter ihr sind die Daimler-Truck-Tochter Mitsubishi Fuso sowie die Toyota-Tochter Hino gebündelt.
„Wir bleiben ein wichtiger, langfristiger und strategischer Anteilseigner und werden Archion auch künftig unterstützen“, so Finanzvorständin Scherer. Die Reduzierung der Anteile beider Großaktionäre war von Anfang an geplant und war in den vergangenen Wochen in zwei Schritten umgesetzt worden. Insgesamt sind Daimler Truck einem Sprecher zufolge mit der Fusion 1,7 Milliarden Euro zugeflossen, 1,1 Milliarden davon waren bereits im zweiten Quartal verbucht worden. Daimler Truck hatte mit 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro gerechnet.
Die Archion-Aktien wurden zu einem Preis von 260 Yen bei internationalen Investoren platziert. Am Mittwoch schlossen sie bei 284 Yen. Mit dem erhöhten Streubesitz kann Archion künftig am Hauptmarkt der Börse in Tokio gelistet werden.
Daimler Truck hofft auf starkes zweites Halbjahr
Das Jahr 2026 lief für Daimler Truck bislang nicht gerade rosig. Der Gewinn war im zweiten Quartal um 48 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank das Konzernergebnis von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro.
Für das restliche Jahr zeigte sich der Konzern zuletzt jedoch optimistisch. Vor allem deutlich anziehende Geschäfte in den USA sowie die Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen und damit einhergehende Verbesserungen bei den Zöllen machen den Schwaben Hoffnung. Der Hersteller von Lkw und Bussen rechnet mit einem beschleunigten Ergebniswachstum in der zweiten Jahreshälfte und hatte seine Prognose zuletzt erhöht.