Corporate Governance : Kodex für Unternehmen soll gestrafft werden
Seit 25 Jahren gibt der Corporate-Governance-Kodex börsennotierten Aktiengesellschaften Empfehlungen für eine gute Unternehmensführung. Er wurde 15 Mal reformiert. Zu oft, findet die Kodex-Chefin und will ihn straffen.


Das Benimmbuch für börsennotierte Unternehmen soll kürzer und schlanker werden. Das hat die Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ am Mittwoch angekündigt. Die Überarbeitung des Regelwerks soll sich dieses Mal aber auf Streichungen und Vereinfachungen beschränken – ohne neue oder zusätzliche materielle Anforderungen. „Das ist der zentrale Unterschied gegenüber den vergangenen Überarbeitungen“, heißt es von der Kommission, die damit auch der schon häufiger vorgetragenen Kritik entgegenkommt, die Regeln würden zu oft reformiert.
Insgesamt wurden die Regeln in den vergangenen 25 Jahren schon 15 Mal überarbeitet, zuletzt vor vier Jahren. Die Struktur und Systematik des Kodex soll im Wesentlichen erhalten bleiben. Von den bisher 66 Empfehlungen und Anregungen sollen 13 ganz oder teilweise gestrichen werden, fünf vereinfacht oder zusammengelegt und zwei Empfehlungen in Anregungen umgewandelt werden. „Wer den heutigen Kodex erfüllt, entspricht auch dem künftigen, verschlankten Kodex“, sagt die seit drei Jahren amtierende Vorsitzende der Kommission Clara Streit: „Es entsteht kein zusätzlicher Aufwand, ganz im Gegenteil: Die Anwendung wird einfacher.“
Die Kommission hat ihre Änderungsvorschläge mit Begründungen auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Bis zum 4. September haben Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften nun im Rahmen eines Konsultationsverfahrens Zeit, sich schriftlich zu den vorgeschlagenen Änderungen zu äußern. Anschließend wird die Kommission nochmals über die Stellungnahmen beraten, im Herbst soll die Neufassung dann beschlossen werden.