Business-Ticker : Sam Altman: „Wir sind jetzt in der Singularität“
Open AI-Chef Sam Altman im Juni auf dem G7-Gipfel in Frankreich.AFP
Ifo-Geschäftsklima steigt stärker als erwartet +++ Nvidia bereitet wohl eine 250-Milliarden-Bürgschaft für Open AI vor +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Open AI-Chef Altman: Wir befinden uns in der Singularität
Sam Altman, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen KI-Unternehmens Open AI, glaubt, dass die Menschheit nun einen Punkt erreicht hat, der bislang vor allem Thema in Science-Fiction-Romanen gewesen ist. „Wir sind jetzt in der Singularität, das ist der Moment“, sagte er im Relentless-Podcast mit dem Investor Tilo Morse. Vor zehn Jahren noch sei dies ein „weit entfernter Traum" gewesen, „bestenfalls“. Doch die Technologie habe sich schneller weiterentwickelt und nun dieses Niveau erreicht.
Unter Singularität diskutieren Informatiker einen Moment, ab dem sich technischer Fortschritt quasi aus sich selbst heraus extrem beschleunigt, Technologie für den Menschen zumindest vorübergehend weniger befreifbar wird und darum einen enormen Veränderungsdruck auslöst – technisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, politisch. Innerhalb der KI ist damit mitunter auch die Situation gemeint, in der Computer so etwas wie eine allgemeine Superintelligenz erreicht haben, das menschliche Gehirn also in seiner Breite zu überflügeln beginnen. Die Ansichten, ob die derzeit existierenden großen KI-Basismodelle der richtige Weg dorthin sind, gehen freilich auseinander. Mitarbeiter vor allem in den führenden Unternehmen, gehen häufig davon aus, Wissenschaftler an Universitäten sind meist etwas zurückhaltender.
Der Begriff der Singularität wird mehreren Vordenkern zugeschrieben. Der Mathematiker und Computerfachmann John von Neumann soll ihn ähnlich in den fünfziger Jahren gegenüber dem Informatiker Stanislaw Ulam erwähnt haben. Der britische Statistiker I. J. Good schreibt in den sechziger Jahren von einer „ultraintelligenten Maschine“, die möglicherweise bessere Maschinen bauen können und sagte ab diesem Zeitpunkt eine „Intelligenzexplosion" voraus. Science-Fiction-Autor und Mathematiker Vernor Vinge verwendete ihn in den achtziger und neunziger Jahren.
Open AI wiederum fokussiert sich wie andere führende KI-Unternehmen seit einiger Zeit darauf, allgemein kompetentere KI-Agenten zu konstruieren. Altman, aber beispielsweise auch der Meta-Gründer Mark Zuckerberg haben mehrmals öffentlich darüber gesprochen, dass sie nun künstliche Superintelligenz erschaffen wollen. Gegenwärtig muss sich Open AI vor allem mit dem Skandal um die aus einem unternehmensinternen Test ausgebrochenen KI befassen, die hernach die Plattform Hugging Face angegriffen hat.
Open AI wiederum fokussiert sich wie andere führende KI-Unternehmen seit einiger Zeit darauf, allgemein kompetentere KI-Agenten zu konstruieren. Altman, aber beispielsweise auch der Meta-Gründer Mark Zuckerberg haben mehrmals öffentlich darüber gesprochen, dass sie nun künstliche Superintelligenz erschaffen wollen. Gegenwärtig muss sich Open AI vor allem mit dem Skandal um die aus einem unternehmensinternen Test ausgebrochenen KI befassen, die hernach die Plattform Hugging Face angegriffen hat.
Audi kappt Prognose – Finanzchef pocht auf Einsparungen
Der Ingolstädter Autobauer Audi kappt nach dem schwächsten ersten Halbjahr seit 2021 seine Prognose. Für das Gesamtjahr sagte die Volkswagen-Tochter am Montag nur noch Erlöse von 58 bis 63 Milliarden Euro voraus, das sind fünf Milliarden Euro weniger als noch im April prognostiziert. Auch die Rendite dürfte mit fünf bis sieben Prozent um einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als bislang angenommen. Derzeit ist Audi von dieser Rendite aber noch weit entfernt: Im ersten Halbjahr lag sie lediglich bei 3,8 Prozent.
Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus. „Wir müssen in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen“, sagte er. Dabei werde es kein Gegeneinander der beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt geben. „Wir haben Möglichkeiten, an beiden Standorten die Effizienz zu steigern“, sagte Rittersberger. „Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren.“
VW-Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt in einem intern veröffentlichten Interview gesagt, dass in Europa Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen abgebaut werden müssten. Bislang könne in den 2030er Jahren keine Werksbelegung für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bestätigt werden. Derzeit können in Neckarsulm jährlich 225.000 Fahrzeuge gebaut werden, das sind rund 75.000 weniger als noch vor wenigen Jahren. An dem Standort laufen derzeit ausschließlich Verbrennerfahrzeuge vom Band. Laut Rittersberger ist bereits beschlossen, die Nachtschicht in dem Werk zu streichen. „Wir sind kontinuierlich dabei, die Kapazitäten auf die Marktlage anzupassen.“
Audi leidet unter der Marktflaute in China und unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Mit 29,2 Milliarden Euro erwirtschaftete der Autobauer mit den vier Ringen als Logo im ersten Halbjahr so wenig Umsatz wie in der Corona-Krise 2021 nicht mehr, der Gewinn lag mit 1,1 Milliarden Euro unter dem Strich um 220 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.
Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus. „Wir müssen in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen“, sagte er. Dabei werde es kein Gegeneinander der beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt geben. „Wir haben Möglichkeiten, an beiden Standorten die Effizienz zu steigern“, sagte Rittersberger. „Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren.“
VW-Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt in einem intern veröffentlichten Interview gesagt, dass in Europa Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen abgebaut werden müssten. Bislang könne in den 2030er Jahren keine Werksbelegung für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bestätigt werden. Derzeit können in Neckarsulm jährlich 225.000 Fahrzeuge gebaut werden, das sind rund 75.000 weniger als noch vor wenigen Jahren. An dem Standort laufen derzeit ausschließlich Verbrennerfahrzeuge vom Band. Laut Rittersberger ist bereits beschlossen, die Nachtschicht in dem Werk zu streichen. „Wir sind kontinuierlich dabei, die Kapazitäten auf die Marktlage anzupassen.“
Audi leidet unter der Marktflaute in China und unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Mit 29,2 Milliarden Euro erwirtschaftete der Autobauer mit den vier Ringen als Logo im ersten Halbjahr so wenig Umsatz wie in der Corona-Krise 2021 nicht mehr, der Gewinn lag mit 1,1 Milliarden Euro unter dem Strich um 220 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.
Erwartungen der Unternehmen verbessern sich
Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli aufgehellt. Der vom Ifo-Institut im München ermittelte Geschäftsklimaindex stieg auf über 86 Punkte und damit etwas stärker als erwartet. Grund dafür sind bessere Erwartungen für die künftige Entwicklung der Geschäfte. Ihre aktuelle Lage schätzen die Unternehmen dagegen schlechter ein. Grund dafür ist der Krieg zwischen den USA und Iran. Dieser hat zu steigenden Ölpreisen und Einschränkungen für den Schiffsverkehr geführt.
Langfristig kämpft die deutsche Wirtschaft mit strukturellen Krisen und sinkenden Investitionen. Beispiel dafür ist die Autobranche als einstiger Exportgarant. Sie streicht nun Stellen und diskutiert über die Schließung von Fabriken.
Der Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht die Ifo-Daten als positives Signal für den Start der deutschen Wirtschaft in das dritte Quartal und erwartet für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.
„Das Ifo-Geschäftsklima überrascht im Juli positiv und steigt auf den höchsten Stand seit Februar“, sagt Schattenberg. Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene abermalige Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier laut Schattenberg belastet haben und auch für die nächsten Monate ein Risiko bleiben.
Langfristig kämpft die deutsche Wirtschaft mit strukturellen Krisen und sinkenden Investitionen. Beispiel dafür ist die Autobranche als einstiger Exportgarant. Sie streicht nun Stellen und diskutiert über die Schließung von Fabriken.
Der Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht die Ifo-Daten als positives Signal für den Start der deutschen Wirtschaft in das dritte Quartal und erwartet für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.
„Das Ifo-Geschäftsklima überrascht im Juli positiv und steigt auf den höchsten Stand seit Februar“, sagt Schattenberg. Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene abermalige Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier laut Schattenberg belastet haben und auch für die nächsten Monate ein Risiko bleiben.
Nvidia bereitet wohl eine 250-Milliarden-Bürgschaft für OpenAI vor
Der amerikanische Chipkonzern Nvidia verhandelt offenbar über eine Finanzierungsgarantie von rund 250 Milliarden Dollar für den ChatGPT-Entwickler OpenAI. Die Garantie solle OpenAI das Leasing eines riesigen Rechenzentrums ermöglichen, berichten das „Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg und berufen sich auf Insider. Das von der Softbank-Tochtergesellschaft entwickelte Zehn-Gigawatt-Projekt soll im Süden des US-Bundesstaates Ohio entstehen.
Für OpenAI wäre ein solcher Deal der erste Schritt zur Kontrolle der eigenen Infrastruktur, anstatt diese von Microsoft, Amazon und Oracle zu mieten. Nvidia wiederum würde sich damit auf Jahre hinaus die Nachfrage nach seinen Chips sichern. Die Gesamtkosten des Projekts werden dem Bericht zufolge auf mehr als 500 Milliarden Dollar geschätzt.
Die 250-Milliarden-Dollar-Garantie decke die Pacht für das Rechenzentrum und die Fremdfinanzierung ab, nicht jedoch die Nvidia-Chips. Der Chipkonzern erwäge zudem eine Finanzierung von Chip-Käufen durch OpenAI im Wert von bis zu 350 Milliarden Dollar, hieß es weiter. Die erste Phase des Projekts soll 2028 fertiggestellt sein. Den Berichten zufolge haben auch die KI-Firma Anthropic sowie Microsoft und Google Interesse an dem Projekt bekundet. Nvidia, OpenAI und das US-Handelsministerium reagierten demnach zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
US-Abgeordnete verlangen „Kill Switch" für KI-Modelle
Politiker beider Parteien in Washington verlangen nach der außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz von Open AI, dass die Regierung mächtige KI-Systeme abschalten kann, wenn sie gefährlich werden. Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu und der republikanische Kongressabgeordnete Nathaniel Moran haben einen Gesetzentwurf mit dem Titel „AI Kill Switch Act“ eingebracht.
Zuvor hatte der KI-Anbieter Open AI eingestanden, dass seine Technologie auf „beispiellose“ Weise außer Kontrolle geraten sei und infolgedessen die Technologie-Plattform Hugging Face angegriffen habe. Der Kongressabgeordnete Lieu sagte einem Bericht der BBC zufolge, es sei „unabdingbar“, dass KI-Systeme über einen „Kill-Switch" verfügten „und dass die Bundesregierung die klare Befugnis und ein klares Verfahren habe, um außer Kontrolle geratene KI-Modelle abzuschalten“.
Zuvor hatte der KI-Anbieter Open AI eingestanden, dass seine Technologie auf „beispiellose“ Weise außer Kontrolle geraten sei und infolgedessen die Technologie-Plattform Hugging Face angegriffen habe. Der Kongressabgeordnete Lieu sagte einem Bericht der BBC zufolge, es sei „unabdingbar“, dass KI-Systeme über einen „Kill-Switch" verfügten „und dass die Bundesregierung die klare Befugnis und ein klares Verfahren habe, um außer Kontrolle geratene KI-Modelle abzuschalten“.
„KI wird sich weiterentwickeln, und das sollte sie auch“, fügte Moran hinzu. „Verantwortungsvoller Umgang bedeutet, sicherzustellen, dass Menschen die Fähigkeit behalten, die von uns entwickelte Technologie zu kontrollieren.“ Der „Kill Switch Act“ sieht vor, dem Ministerium für Innere Sicherheit die Befugnis zu erteilen, ein privates Unternehmen anzuweisen, ein KI-Modell oder -Tool abzuschalten, und dass die Unternehmen, die solche KI-Technologie entwickeln, „die technische Fähigkeit zur Drosselung, Aussetzung oder Abschaltung“ aufrechterhalten müssen.
Steffen Bilger wird neuer Verkehrsminister
Der baden-württembergische Abgeordnete Steffen Bilger soll Nachfolger des bisherigen Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder werden. Das teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius laut Nachrichtenagentur dpa am Sonntagabend mit. Schnieder hatte Bundeskanzler Friedrich Merz um Entlassung gebeten. Der Wechsel an der Spitze des Verkehrsressorts ist Teil einer Umbildung der Bundesregierung, die durch den Rücktritt von Jens Spahn ins Rollen gekommen war.
Zunächst war nicht klar, wer neuer Verkehrsminister werden soll.
Auf den Nachfolger von Schnieder warten mit der maroden Infrastruktur und der verspätungsgeplagten Bahn schwere und dringende Aufgaben.
Zunächst war nicht klar, wer neuer Verkehrsminister werden soll.
Auf den Nachfolger von Schnieder warten mit der maroden Infrastruktur und der verspätungsgeplagten Bahn schwere und dringende Aufgaben.
Regierung knüpft US-Übernahme von Hanauer Magnethersteller wohl an Bedingungen
Die Bundesregierung wird einem Medienbericht zufolge die geplante Übernahme des Magnetherstellers Vacuumschmelze (VAC) durch das US-Bergbauunternehmen Energy Fuels an Auflagen knüpfen. Die Bedingungen seien Teil einer laufenden Investitionsprüfung des 1,9 Milliarden Dollar schweren Zukaufs, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums teilte am Samstag mit: „Mir liegen derzeit keine Erkenntnisse dazu vor."
Es sei unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung die Übernahme untersage, sagten die Insider laut Bloomberg. Sie dürfte jedoch Zugeständnisse fordern, um sicherzustellen, dass das Werk des Unternehmens im Raum Frankfurt für das Geschäft von zentraler Bedeutung bleibe. Das Unternehmen aus dem hessischen Hanau ist einer der wenigen Produzenten von Magneten aus Seltenen Erden außerhalb Chinas. Die USA und ihre Verbündeten versuchen derzeit verstärkt, ihre Abhängigkeit vom Marktführer China bei kritischen Mineralien zu verringern.
Wie Bloomberg berichtete, hätten deutsche Regierungsvertreter betont, dass es sich bei der Investitionsprüfung nach den gesetzlichen Vorgaben um einen Routinevorgang handele, sobald Transaktionen Unternehmen in strategischen oder kritischen Wirtschaftssektoren beträfen. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Prüfung in einem Schreiben an einen Abgeordneten, das Bloomberg vorliege, bestätigt.
Der amerikanische Konzern Energy Fuels hatte Ende Juni angekündigt, den deutschen Magnethersteller Vacuumschmelze (VAC) für 1,9 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. VAC beschäftigt 3600 Mitarbeiter und beliefert mehr als 1000 Kunden, darunter den Autokonzern General Motors. Mit dem Zukauf will das US-Unternehmen zu einem der weltweit größten nicht-chinesischen Produzenten von Magneten für die Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und erneuerbare Energien aufsteigen.
Der amerikanische Konzern Energy Fuels hatte Ende Juni angekündigt, den deutschen Magnethersteller Vacuumschmelze (VAC) für 1,9 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. VAC beschäftigt 3600 Mitarbeiter und beliefert mehr als 1000 Kunden, darunter den Autokonzern General Motors. Mit dem Zukauf will das US-Unternehmen zu einem der weltweit größten nicht-chinesischen Produzenten von Magneten für die Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und erneuerbare Energien aufsteigen.
VAC-Chef Erik Eschen sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, er gehe davon aus, dass eine Prüfung der geplanten Übernahme stattfinde und auch andere europäische Länder das Geschäft untersuchten. Er sei offen dafür, sich zum deutschen Standort zu bekennen. „Dies wird kein einfacher Prozess, aber Deutschland weiß, wie wichtig wir sind, und wird hoffentlich die richtige Entscheidung treffen." Er sehe in der Übernahme seines Unternehmens eine Chance für Deutschland, sich über die Kanäle von Energy Fuels den Zugang zu Rohstoffen zu sichern. Er räumte jedoch ein, dass es ein Risiko gebe, dass US-Kunden bevorzugt behandelt werden könnten.
US-Firmen klagen gegen Trumps neue Zölle
Zwei amerikanische Kleinunternehmen haben gegen die jüngsten Zölle von Präsident Donald Trump auf Waren aus 60 Partnerländern geklagt. Die neue Politik gehe wie die meisten früheren Zölle Trumps über die Befugnisse des Präsidenten zur Besteuerung von Importen hinaus, hieß es in der am Freitag beim US-Handelsgericht in New York eingereichten Klageschrift, wie der Finanzdienst Reuters berichtet.
Für eine rechtliche Rechtfertigung seien detailliertere, länderspezifische Feststellungen zum Thema „Zwangsarbeit" erforderlich. Die Kläger werden von einer gemeinnützigen Rechtsgruppe unterstützt, die schon erfolgreich gegen frühere Zollrunden geklagt hatte.
Für eine rechtliche Rechtfertigung seien detailliertere, länderspezifische Feststellungen zum Thema „Zwangsarbeit" erforderlich. Die Kläger werden von einer gemeinnützigen Rechtsgruppe unterstützt, die schon erfolgreich gegen frühere Zollrunden geklagt hatte.
Die Trump-Regierung hatte am Freitag neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent auf Waren aus 60 Handelspartnern, darunter auch die Europäische Union, verhängt. Zur Begründung hieß es, die Länder unternähmen nicht genug, um den Export von mit Zwangsarbeit hergestellten Waren zu unterbinden. Die neuen Abgaben wurden angekündigt, als ein vorübergehender weltweiter Zoll von zehn Prozent auslief. Die Zölle vom Freitag wurden nach Absatz 301 des Handelsgesetzes von 1974 verhängt, der zur Bekämpfung unfairer oder diskriminierender Wirtschaftspraktiken anderer Nationen dient.
Zölle sind eine zentrale Säule der Außenpolitik Trumps. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte jedoch am 20. Februar gegen die meisten der weitreichendsten Zölle Trumps entschieden. Die Richter befanden, dass das Gesetz über internationale wirtschaftliche Notstandsbefugnisse (IEEPA) den Präsidenten nicht zu einseitig verhängten Zöllen ermächtige. Die Kläger argumentieren nun, dass Zölle nach Absatz 301 in der Vergangenheit gezielt auf bestimmte Nationen und Industrien ausgerichtet waren. Trumps pauschaler Ansatz habe hingegen kein historisches Vorbild.
Zölle sind eine zentrale Säule der Außenpolitik Trumps. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte jedoch am 20. Februar gegen die meisten der weitreichendsten Zölle Trumps entschieden. Die Richter befanden, dass das Gesetz über internationale wirtschaftliche Notstandsbefugnisse (IEEPA) den Präsidenten nicht zu einseitig verhängten Zöllen ermächtige. Die Kläger argumentieren nun, dass Zölle nach Absatz 301 in der Vergangenheit gezielt auf bestimmte Nationen und Industrien ausgerichtet waren. Trumps pauschaler Ansatz habe hingegen kein historisches Vorbild.
Nvidia und Südkoreas SK Group starten KI-Initiative über 500 Milliarden Dollar
Der amerikanische KI-Konzern Nvidia und die südkoreanische SK Group haben eine mehr als 500 Milliarden Dollar schwere KI-Initiative für große KI-Rechenzentren und Speicher der nächsten Generation vorgestellt. Die Initiative umfasse eine langfristige Partnerschaft mit SK Hynix, um die Versorgung mit Speicherchips der nächsten Generation für Nvidia zu sichern und gemeinsam Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen zu entwickeln, teilte Nvidia mit.
Im Rahmen der Initiative plane SK Telecom zudem den Bau eines zwei Gigawatt starken KI-Rechenzentrums, das mit Nvidias Vera-Rubin-Chips und dem HBM4-Hochleistungsspeicher von SK Hynix betrieben werde. Die erste Anlage solle im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wollen Nvidia, Naver und Brookfield das KI-Rechenzentrum von Naver in Südkorea erweitern.
Im Rahmen der Initiative plane SK Telecom zudem den Bau eines zwei Gigawatt starken KI-Rechenzentrums, das mit Nvidias Vera-Rubin-Chips und dem HBM4-Hochleistungsspeicher von SK Hynix betrieben werde. Die erste Anlage solle im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wollen Nvidia, Naver und Brookfield das KI-Rechenzentrum von Naver in Südkorea erweitern.
Paramount stoppt Warner-Übernahme nach Wettbewerbsklagen
Der Hollywood-Konzern Paramount setzt den geplanten Kauf des Konkurrenten Warner Brothers nach Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft vorerst aus. Die mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Übernahme soll erst nach einer Entscheidung zu den Klagen oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt.
Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt.
Trump droht EU: „wird sehr hohen Preis“ für Google-Rekordstrafe zahlen
US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union wegen einer neuen Wettbewerbsstrafe für den Google-Konzern mit erhöhten Zöllen gedroht. Die EU werde einen „sehr hohen Preis“ für die Rekordbuße von 890 Millionen Euro zahlen, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte eine neue Zolluntersuchung gegen die EU an und begründete diese mit dem angeblichen „Ausrauben amerikanischer Unternehmen“ und damit auch der Steuerzahler.
Trump schrieb weiter, den Europäern werde „so bald wie möglich ein erheblicher Zoll auferlegt“. Die EU-Kommission hatte die Strafe gegen Google am Donnerstag verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen dem Techkonzern unter anderem vor, bei der Anzeige von Google-Suchergebnissen eigene Dienste zu bevorzugen und damit Konkurrenten zu benachteiligen.
Munich Re verdient mehr als erwartet
Der Rückversicherer Munich Re hat wegen geringerer Schäden im zweiten Quartal mehr verdient, als am Markt erwartet worden war. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, lag der Nettogewinn nach vorläufigen Zahlen in den drei Monaten von April bis Ende Juni bei 2,2 Milliarden Euro. Die Prognosen der Analysten lagen im Mittel bei 1,8 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Münchener Rück 2,1 Milliarden Euro verdient. Die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal wird die Munich Re am 7. August veröffentlichen.
Nach den ersten sechs Monaten liegt der Nettogewinn bei 3,9 Milliarden Euro. Damit sieht sich der Konzern auf einem guten Weg, das Gewinnziel für das Gesamtjahr von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Neben einer insgesamt erfreulichen Entwicklung und einer sehr geringen Belastung durch Großschäden wie zum Beispiel Naturkatastrophen berichtete die Munich Re von einem sehr starken Kapitalanlageergebnis. Dieses schlage sich auch in dem „außerordentlich guten Nettoergebnis“ des Erstversicherers Ergo von 0,3 Milliarden Euro nieder.
Nach den ersten sechs Monaten liegt der Nettogewinn bei 3,9 Milliarden Euro. Damit sieht sich der Konzern auf einem guten Weg, das Gewinnziel für das Gesamtjahr von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Neben einer insgesamt erfreulichen Entwicklung und einer sehr geringen Belastung durch Großschäden wie zum Beispiel Naturkatastrophen berichtete die Munich Re von einem sehr starken Kapitalanlageergebnis. Dieses schlage sich auch in dem „außerordentlich guten Nettoergebnis“ des Erstversicherers Ergo von 0,3 Milliarden Euro nieder.
An der Börse steht die Aktie der Munich Re unter Druck. Sie hat in den vergangenen zwölf Monaten zwölf Prozent an Wert verloren, weil der Markt für Rückversicherungen schwächer wird. Damit kann das Geschäft nur zu niedrigeren Preisen gezeichnet werden oder es wird darauf gänzlich verzichtet. Der Vorstand um den Vorsitzenden Christoph Jurecka strebt im laufenden Jahr einen Versicherungsumsatz von 40 Milliarden Euro an. Das Ziel ist nach Aussage von Finanzvorstand Andrew Buchanan wegen der weiterhin bröckelnden Rückversicherungspreise anspruchsvoller geworden.
Varta stellt Insolvenzantrag
Der Batteriehersteller Varta hat vier Insolvenzanträge gestellt. Das bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts in Stuttgart am Freitag. Die Anträge würden derzeit von der zuständigen Richterin geprüft. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Donnerstag erfahren, dass das abermals in Schieflage geratene Unternehmen aus Ellwangen Insolvenz anmelden werde, nachdem die bisherigen Eigentümer, der Sportwagenbauer Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner, nicht mehr zu einer weiteren Kapitalspritze bereit seien.
Varta steht damit vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds, wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien – etwa Knopfzellen für Hörgeräte – angemeldet.
Varta steht damit vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds, wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien – etwa Knopfzellen für Hörgeräte – angemeldet.
SK-Hynix-Milliardär soll umgerechnet 566 Millionen Euro an Ex-Frau zahlen
Der südkoreanische Milliardär Chey Tae-won wurde von einem Gericht dazu verurteilt, seiner ehemaligen Ehefrau im Rahmen eines Scheidungsvergleichs 944 Milliarden Won (566 Millionen Euro) zu zahlen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die langjährige Fehde des Aufsichtsratsvorsitzenden des Großkonzerns SK, zu dem auch der Halbleiterhersteller SK Hynix gehört, und der Museumsdirektorin Roh Soh-yeong scheint sich damit ihrem Ende zuzuneigen. Das Ehepaar hatte schon 2015 die Scheidung eingereicht. Der Streit um die Vermögensaufteilung des Paares hatte sich seither hingezogen.
Sollten beide Parteien keine Berufung einlegen, wäre das am Freitag vom Oberlandesgericht Seoul verkündete Urteil die teuerste Scheidung in der Geschichte Südkoreas. Die Auszahlung würde jedoch deutlich unter den fast 1,4 Billionen Won zurückbleiben, die von Roh, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Roh Tae-woo, gefordert wurden. Analysten gehen nicht davon aus, dass das Urteil Auswirkungen auf die Kontrolle über SK Hynix haben wird.
Sollten beide Parteien keine Berufung einlegen, wäre das am Freitag vom Oberlandesgericht Seoul verkündete Urteil die teuerste Scheidung in der Geschichte Südkoreas. Die Auszahlung würde jedoch deutlich unter den fast 1,4 Billionen Won zurückbleiben, die von Roh, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Roh Tae-woo, gefordert wurden. Analysten gehen nicht davon aus, dass das Urteil Auswirkungen auf die Kontrolle über SK Hynix haben wird.
Cheys Vermögen ist im Zuge des Booms im Bereich der künstlichen Intelligenz, der eine enorme Nachfrage nach den fortschrittlichen Speicherchips von SK Hynix befeuert, sprunghaft angestiegen. Das Unternehmen rückte ins globale Rampenlicht, nachdem es Anfang Juli im Zuge eines Börsengangs in den USA 26,5 Milliarden US-Dollar eingenommen hatte – ein Rekord für einen ausländischen Emittenten. Allein im vergangenen Jahr hat sich Cheys Nettovermögen laut dem Bloomberg Billionaires Index auf rund 5,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.
Das Paar heiratete 1988 und vereinte damit zwei traditionsreiche südkoreanische Politik- und Wirtschaftsdynastien, bevor es gemeinsam drei Kinder bekam. Ihre Beziehung begann sich 2015 öffentlich aufzulösen, als Chey offenbarte, dass er ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Die Geschichte fesselte die Koreaner, und das Urteil könnte einen Präzedenzfall für die Anerkennung des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines riesigen Wirtschaftsimperiums schaffen, insbesondere in Fällen der Vermögensaufteilung – ein zentrales Argument, das Roh vorbrachte und welches das Gericht berücksichtigte.
Der am Freitag vereinbarte Vergleichsbetrag liegt um fast ein Drittel unter dem Betrag, zu dessen Zahlung Chey im Jahr 2024 von einem untergeordneten Gericht verurteilt worden war. Damals hatte Roh mehr als 40 Prozent von Cheys Anteilen an SK gefordert, was seine Kontrolle über das Unternehmen in Frage gestellt hätte. Später änderte sie ihre Forderung in eine Barzahlung um. Das Gericht erklärte am Freitag, es habe bei seiner Entscheidung den Wert von Cheys Aktienbesitz berücksichtigt. Chey hatte argumentiert, seine Aktien seien geerbt und sollten nicht Teil des Vergleichs sein.
Die Aktien von SK Inc. schlossen nach einem volatilen Handel an der koreanischen Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent. Chey hält zwar direkt keine bedeutende Beteiligung an SK Hynix, ist jedoch der größte Aktionär von SK Inc., das SK Square Co. kontrolliert, den größten Anteilseigner des Chipherstellers.
„Am Markt gab es Befürchtungen, dass er gezwungen sein könnte, seine Beteiligung zu verkaufen, doch das Urteil beseitigt einen Großteil der unmittelbaren Risiken“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global in Singapur. Yun erklärte, es sei entscheidend, dass das Gericht Chey erlaube, die Kontrolle über SK Inc. zu behalten und die Dividenden des Unternehmens zur Begleichung des Vergleichs zu verwenden.
Das Urteil hing davon ab, wie koreanische Gerichte den Wert des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes bewerten würden. Roh argumentierte, dass die politische Unterstützung ihrer Familie dazu beigetragen habe, dass sich SK von einem mittelständischen Energieunternehmen zu einem der größten Konzerne Südkoreas entwickelt habe.
Der Vergleich könnte einen wichtigen Maßstab dafür setzen, wie Gerichte den Beitrag eines Ehepartners zum Vermögen bewerten, insbesondere in Scheidungsfällen, bei denen familiengeführte Unternehmen und wertvolle Beteiligungen eine Rolle spielen. Das sagte Hae Jin Lim, Partner und Rechtsanwalt bei der DongIn Law Group.
„Streitigkeiten über Unternehmensnachfolge, Scheidung und Erbschaft werden immer häufiger, da sich das Unternehmensumfeld und die Erbschaftssituation in Südkorea weiterentwickeln“, so Lim. „Auch wenn andere Unternehmen möglicherweise nicht mit denselben Umständen konfrontiert sind wie die SK-Gruppe, könnte dieser Fall als Referenz für künftige Streitigkeiten von erheblicher Bedeutung sein.“
Das Paar heiratete 1988 und vereinte damit zwei traditionsreiche südkoreanische Politik- und Wirtschaftsdynastien, bevor es gemeinsam drei Kinder bekam. Ihre Beziehung begann sich 2015 öffentlich aufzulösen, als Chey offenbarte, dass er ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Die Geschichte fesselte die Koreaner, und das Urteil könnte einen Präzedenzfall für die Anerkennung des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines riesigen Wirtschaftsimperiums schaffen, insbesondere in Fällen der Vermögensaufteilung – ein zentrales Argument, das Roh vorbrachte und welches das Gericht berücksichtigte.
Der am Freitag vereinbarte Vergleichsbetrag liegt um fast ein Drittel unter dem Betrag, zu dessen Zahlung Chey im Jahr 2024 von einem untergeordneten Gericht verurteilt worden war. Damals hatte Roh mehr als 40 Prozent von Cheys Anteilen an SK gefordert, was seine Kontrolle über das Unternehmen in Frage gestellt hätte. Später änderte sie ihre Forderung in eine Barzahlung um. Das Gericht erklärte am Freitag, es habe bei seiner Entscheidung den Wert von Cheys Aktienbesitz berücksichtigt. Chey hatte argumentiert, seine Aktien seien geerbt und sollten nicht Teil des Vergleichs sein.
Die Aktien von SK Inc. schlossen nach einem volatilen Handel an der koreanischen Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent. Chey hält zwar direkt keine bedeutende Beteiligung an SK Hynix, ist jedoch der größte Aktionär von SK Inc., das SK Square Co. kontrolliert, den größten Anteilseigner des Chipherstellers.
„Am Markt gab es Befürchtungen, dass er gezwungen sein könnte, seine Beteiligung zu verkaufen, doch das Urteil beseitigt einen Großteil der unmittelbaren Risiken“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global in Singapur. Yun erklärte, es sei entscheidend, dass das Gericht Chey erlaube, die Kontrolle über SK Inc. zu behalten und die Dividenden des Unternehmens zur Begleichung des Vergleichs zu verwenden.
Das Urteil hing davon ab, wie koreanische Gerichte den Wert des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes bewerten würden. Roh argumentierte, dass die politische Unterstützung ihrer Familie dazu beigetragen habe, dass sich SK von einem mittelständischen Energieunternehmen zu einem der größten Konzerne Südkoreas entwickelt habe.
Der Vergleich könnte einen wichtigen Maßstab dafür setzen, wie Gerichte den Beitrag eines Ehepartners zum Vermögen bewerten, insbesondere in Scheidungsfällen, bei denen familiengeführte Unternehmen und wertvolle Beteiligungen eine Rolle spielen. Das sagte Hae Jin Lim, Partner und Rechtsanwalt bei der DongIn Law Group.
„Streitigkeiten über Unternehmensnachfolge, Scheidung und Erbschaft werden immer häufiger, da sich das Unternehmensumfeld und die Erbschaftssituation in Südkorea weiterentwickeln“, so Lim. „Auch wenn andere Unternehmen möglicherweise nicht mit denselben Umständen konfrontiert sind wie die SK-Gruppe, könnte dieser Fall als Referenz für künftige Streitigkeiten von erheblicher Bedeutung sein.“
Weidmann fordert Unicredit zu direkten Gesprächen über die Commerzbank auf
Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann fordert die italienische Unicredit zu direkten Gesprächen über eine Übernahme des Frankfurter Geldhauses auf. „Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar", erklärte Weidmann am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. „Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen.“ Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank hätten mehrmals betont, dass sie dazu bereit seien. „Alle sollten sich jetzt wie Erwachsene verhalten, denn eins ist klar: diese Gespräche sind auch im Interesse der Unicredit, und es wird keine Abkürzung über Berlin geben.“
Weidmann reagiert damit auf die Ankündigung von Unicredit-Chef Andrea Orcel, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seiner Bank und der Commerzbank zu sprechen. Unicredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Regierung und Arbeitnehmervertreter hatten darauf verwiesen, dass der Vorstand der Bank der erste Ansprechpartner sei. Das Gremium um Bettina Orlopp hatte Orcel am Donnerstag aber nicht als Gesprächspartner erwähnt. Orlopp hatte stets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont, mehrere Anläufe zu Gesprächen auf Chef-Ebene waren aber ergebnislos verlaufen.
Weidmann reagiert damit auf die Ankündigung von Unicredit-Chef Andrea Orcel, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seiner Bank und der Commerzbank zu sprechen. Unicredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Regierung und Arbeitnehmervertreter hatten darauf verwiesen, dass der Vorstand der Bank der erste Ansprechpartner sei. Das Gremium um Bettina Orlopp hatte Orcel am Donnerstag aber nicht als Gesprächspartner erwähnt. Orlopp hatte stets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont, mehrere Anläufe zu Gesprächen auf Chef-Ebene waren aber ergebnislos verlaufen.