Business-Ticker : OpenAI nach KI-Ausbruch: Hätten früher reagieren können, um Angriff womöglich zu verhindern
Bill Gates nennt KI-Angriffe „schockierend“ und fordert globale Regeln +++ Rekord-Einnahmen aus der Erbschaftsteuer +++ VW-Chef Blume am Mittwoch in Emden und Zwickau +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
OpenAI nach KI-Ausbruch: Hätten früher reagieren können, um Angriff womöglich zu verhindern
Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hätte früher reagieren können, um den Hackerangriff seiner KI-Modelle auf die Plattform Hugging Face zu verhindern. Das teilte das Unternehmen in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht mit. „Im Nachhinein betrachtet hätten einige der in diesem Bericht identifizierten frühen Anzeichen eine frühzeitigere Reaktion auslösen können“, schrieb das Unternehmen. Laut dem Bericht führten die KI-Modelle den Großteil des Angriffs in 13 Stunden durch.
In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.
So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.
In dem Bericht erklärt der ChatGPT-Entwickler, dass das Unternehmen bereits Ende Mai gewusst habe, dass die von ihm getesteten KI-Modelle eine Software-Sicherheitslücke nutzten, um auf das offene Internet zuzugreifen. Ein internes Team habe die Aktivitäten entdeckt. Der Bericht enthält eine Zeitleiste der Ereignisse, die zu dem Vorfall führten. Auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, werden dort aufgeführt.
So soll eine Reihe von Änderungen an der Bewertung leistungsfähiger KI-Modelle vorgenommen werden, beispielsweise durch die Einführung sichererer Sandbox-Umgebungen mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass OpenAI strengere Systeme zur Überwachung und Absicherung von Modellen in der Entwicklungsphase einführen will. Künftig würden KI-Entwickler automatisch benachrichtigt, wenn Modelle gefährliche oder fehlgeleitete Handlungen ausführten, wenn also die KI Anweisungen unterlaufe, um eigene Ziele zu verfolgen.
Der Bericht erläutert zudem, dass die Modelle mit weitreichenden Hacking-Aufgaben betraut wurden, um ihre Fähigkeit zum Aufspüren und Ausnutzen von Cybersicherheitslücken zu testen. Dafür wurden demnach die normalerweise in den kommerziellen Produkten von OpenAI verwendeten Sicherheitsvorkehrungen deaktiviert, um zu sehen, wie weit die Modelle gehen würden. Dem Bericht zufolge fehlten den Modellen Systeme, die potenziell riskante Aktivitäten automatisch überprüfen und blockieren. OpenAI hatte beabsichtigt, die Modelle in einem Testbereich zu belassen, der als „Sandbox“ bezeichnet wird — eine isolierte virtuelle Softwareumgebung, die dazu dient, Sicherheitstests durchzuführen oder unsicheren Code auf kontrollierte Weise zu testen. Diesem Testbereich entkamen sie aber letztendlich.
In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.
Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.
In einer separaten, unabhängigen Untersuchung des Vorfalls, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärten die gemeinnützigen KI-Forschungsorganisationen „Model Evaluation & Threat Research“ und „Redwood Research“, dass die Modelle KI-Agenten einsetzten, die versuchten, automatisierte Sicherheitsprüfungen sowohl von OpenAI als auch von Hugging Face zu umgehen.
Der Bericht von OpenAI erscheint mehr als einen Monat nachdem der KI-Entwickler mitgeteilt hat, dass seine Modelle versehentlich in die Plattform Hugging Face eingedrungen seien, die KI-Modelle und Datensätze hostet. In diesem Zusammenhang sprach das Unternehmen damals von einem bisher „beispiellosen Vorfall". Zusammen mit mehreren anderen jüngsten Sicherheitsverletzungen in der Branche sind die Befürchtungen gewachsen, dass die KI-Modelle außer Kontrolle geraten könnten.
Salesforce hebt Jahresziele dank KI-Boom an
Eine starke Nachfrage nach neuen Werkzeugen für Künstliche Intelligenz stimmt Salesforce zuversichtlicher: Der SAP-Rivale hob am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Die Aktien des US-Konzerns legten im nachbörslichen Handel um sieben Prozent zu.
„Wir sehen eine unglaubliche Nachfrage nach unseren KI- und Datenprodukten“, sagte Konzernchef Marc Benioff. Der jährlich wiederkehrende Umsatz in diesem Bereich stehe kurz davor, die Marke von vier Milliarden Dollar zu überschreiten. Salesforce sieht in KI-gestützten Werkzeugen und autonomen Agenten, die Aufgaben in Vertrieb, Service und Marketing automatisieren, einen wichtigen Wachstumstreiber.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce nun einen Umsatz zwischen 46,1 und 46,4 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 45,9 bis 46,2 Milliarden in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 16,67 bis 16,71 Dollar steigen. Bislang war das Unternehmen aus San Francisco von 14,06 bis 14,12 Dollar ausgegangen.
Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag bei 11,35 Milliarden Dollar rund damit leicht über den 11,32 Milliarden, die LSEG zufolge von Experten erwartet wurden. Der Gewinn je Aktie von 5,90 Dollar lag ebenfalls über den prognostizierten 3,26 Dollar. Das Unternehmen selbst hatte hier Erlöse von 11,27 bis 11,35 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 3,25 und 3,27 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.
Im vorangegangenen Quartal hatte Salesforce zwar ein Rekordergebnis erwirtschaftet, mit einem enttäuschenden Ausblick jedoch der Furcht vor einer „SaaSpocalypse“ neue Nahrung gegeben. Darunter verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS). Einige Anleger befürchten, dass sich Unternehmen ihre Anwendungen für Buchhaltung oder Lagerverwaltung künftig zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von ChatGPT & Co programmieren lassen. Vor allem das Startup Anthropic hat in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen für seine KI „Claude“ wiederholt für Unruhe gesorgt. Daher haben die Aktien von Unternehmen wie Salesforce oder SAP seit Anfang 2025 teilweise knapp 50 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Zur Stärkung des KI-Geschäfts kündigte Salesforce vor einigen Wochen die Übernahme des Startups Fin für 3,6 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen bietet eine Plattform für sogenannte KI-Agenten an, die komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen können. Diese können unter anderem Supportanfragen über Live-Chat, Telefon oder andere Kanäle bearbeiten. Zu den Kunden von Fin gehören unter anderem Anthropic und DoorDash, die Mutter des Essenslieferanten „Wolt“.
Firmen beobachten mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste
Deutsche Unternehmen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten deutlich mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste wahrgenommen als im Jahr zuvor. Das deckt sich mit der Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), das seit einigen Monaten auf eine erhöhte Gefährdung hinweist. Nach Angaben des IT-Branchenverbands Bitkom sahen von den Unternehmen, die Sabotage, Spionage oder Diebstahl erlebt haben, 37 Prozent einen ausländischen Nachrichtendienst am Werke, nach 28 Prozent im Vorjahr. 62 Prozent der Betroffenen erlebten Angriffe durch kriminelle Banden, ein Rückgang um sechs Prozentpunkte gegenüber 2025. Jeweils acht Prozent der Unternehmen erlebten Angriffe von Kunden beziehungsweise Lieferanten. Mehrfachnennungen waren möglich.
Der Branchenverband hat für seinen aktuellen Wirtschaftsschutzbericht rund 1.000 Führungskräfte und IT-Verantwortliche in diesem Frühjahr gefragt, ob ihr Unternehmen binnen eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen war oder nicht. 67 Prozent der Befragten berichteten von entsprechenden Vorfällen; weitere 29 Prozent gaben an, das eigene Unternehmen sei "vermutlich betroffen" gewesen. Von den Betroffenen gaben 52 Prozent an, der Angriff sei von China aus gestartet worden. In 49 Prozent der Fälle gehen die Firmen davon aus, dass sich der Angreifer in Russland aufhielt.
In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der Führungskräfte, die einen solchen Angriff nicht mit Sicherheit erkennen, sondern lediglich vermuten konnten, mit jeweils zehn Prozent geringer gewesen. Wohl auch deshalb ist die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum mit mindestens 211 Milliarden Euro diesmal geringer als in den Jahren zuvor. 2025 waren es rund 289 Milliarden Euro gewesen, 2024 lag die Summe der entstandenen Schäden bei 266,6 Milliarden Euro.
In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der Führungskräfte, die einen solchen Angriff nicht mit Sicherheit erkennen, sondern lediglich vermuten konnten, mit jeweils zehn Prozent geringer gewesen. Wohl auch deshalb ist die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum mit mindestens 211 Milliarden Euro diesmal geringer als in den Jahren zuvor. 2025 waren es rund 289 Milliarden Euro gewesen, 2024 lag die Summe der entstandenen Schäden bei 266,6 Milliarden Euro.
Bill Gates fordert globale KI-Regeln und plant Treffen mit Chinas Präsident Xi
Microsoft-Mitgründer Bill Gates will sich noch in diesem Jahr mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping treffen, um über globale Maßnahmen gegen die wachsenden Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) zu sprechen. Gates sagte der Nachrichtenagentur Reuters, China könnte einer Beschränkung potenziell gefährlicher KI-Modelle zustimmen, wenn die USA hierbei den ersten Schritt machten. „Die ganze Welt würde da mitziehen." Sein Sprecher erklärte, das Treffen mit Xi werde für November angepeilt. Das chinesische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Präsident Xi „könnte überrascht sein, wie vehement ich bin", sagte Gates.
Während sich der Milliardär im Januar noch optimistischer zum Thema Künstliche Intelligenz geäußert hatte, zeigt er sich nun besorgt, dass KI Angriffe ausführen, Arbeitsplätze vernichten und Nutzer süchtig machen könnte. Eine besondere Gefahr sieht er in einer möglichen Fähigkeit von KI, Moleküle zu erschaffen und biologische Angriffe auszuführen. Staaten sollten das überwachen. Kürzlich hatten KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Cybersicherheits-Tests reale Websites gehackt. „Diese Sicherheitsvorfälle sind schockierend, und sie sollten die Leute aufrütteln", sagte Gates.
Er betonte, wie einzigartig die aktuelle Entwicklung mit KI sei: „In der Vergangenheit hat Technologie so etwas nie getan. Dieses Mal ist es anders. Dies ist wie ein evolutionärer Meilenstein." Die Gesellschaft müsse einen Weg finden, das zu regulieren. „Viele Beobachter sagen, dass dieser technologische Wandel ähnlich verlaufen wird wie frühere", schreibt er in einem neuen Blogbeitrag, und er fährt fort: „Sie führen als Beispiel an, wie sich die Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten von der Landwirtschaft hin zur Büroarbeit verlagert haben. Dieser Wandel vollzog sich jedoch über mehrere Generationen hinweg und schuf neue Arbeitsplätze, in denen menschliche Denkfähigkeit gefragt war."
In diesem Fall könne die Technologie die menschliche Denkfähigkeit ersetzen. „Da sie sehen, hören, sprechen und logisch denken kann und letztendlich körperliche Arbeit genauso reibungslos verrichten wird wie jeder Mensch, wird sie nicht nur einen einzigen Sektor betreffen. KI wird Aufgaben in den Bereichen Recht, Kundenservice, Medizin, Software und Fertigung übernehmen. Sie wird diese Branchen rasch erfassen – im Laufe eines Jahrzehnts statt über mehrere Generationen hinweg. Es wird zwar einige neue Arbeitsplätze geben, doch ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden es weit weniger sein als heute." Gates forderte zudem er eine neue internationale Organisation zur Verwaltung von KI, ähnlich den Abkommen zu Atomkontrollen oder zum Schutz der Ozonschicht.
Der Unternehmer gehört zu den größten privaten Förderern weltweit in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe und Bildung. Seine Stiftung plant, bis zum Jahr 2045 rund 200 Milliarden Dollar mit dem Fokus auf KI auszugeben. Die „oberste Priorität der Welt" sei es, eine KI-Zukunft zu schaffen, die Ungleichheit nicht verschärfe. Um soziale Verwerfungen abzufedern, schlug Gates vor, Einnahmen aus KI-generierter Arbeit zu besteuern und bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren.
Neben seiner Reise nach China plant Gates in diesem Herbst auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham. Bei all dem technologischen Wandel betonte der Philanthrop jedoch auch die Grenzen der Technologie. Mit Blick auf die Pflege, die sein Vater während seiner Alzheimer-Erkrankung erhielt, schrieb Gates in seinem Blog, diese sei „unersetzlich menschlich" gewesen.
In diesem Fall könne die Technologie die menschliche Denkfähigkeit ersetzen. „Da sie sehen, hören, sprechen und logisch denken kann und letztendlich körperliche Arbeit genauso reibungslos verrichten wird wie jeder Mensch, wird sie nicht nur einen einzigen Sektor betreffen. KI wird Aufgaben in den Bereichen Recht, Kundenservice, Medizin, Software und Fertigung übernehmen. Sie wird diese Branchen rasch erfassen – im Laufe eines Jahrzehnts statt über mehrere Generationen hinweg. Es wird zwar einige neue Arbeitsplätze geben, doch ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden es weit weniger sein als heute." Gates forderte zudem er eine neue internationale Organisation zur Verwaltung von KI, ähnlich den Abkommen zu Atomkontrollen oder zum Schutz der Ozonschicht.
Der Unternehmer gehört zu den größten privaten Förderern weltweit in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe und Bildung. Seine Stiftung plant, bis zum Jahr 2045 rund 200 Milliarden Dollar mit dem Fokus auf KI auszugeben. Die „oberste Priorität der Welt" sei es, eine KI-Zukunft zu schaffen, die Ungleichheit nicht verschärfe. Um soziale Verwerfungen abzufedern, schlug Gates vor, Einnahmen aus KI-generierter Arbeit zu besteuern und bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren.
Neben seiner Reise nach China plant Gates in diesem Herbst auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham. Bei all dem technologischen Wandel betonte der Philanthrop jedoch auch die Grenzen der Technologie. Mit Blick auf die Pflege, die sein Vater während seiner Alzheimer-Erkrankung erhielt, schrieb Gates in seinem Blog, diese sei „unersetzlich menschlich" gewesen.
Rekord-Einnahmen aus der Erbschaftsteuer
Die Einnahmen des deutschen Staates aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer sind im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert geklettert. Insgesamt setzten die Finanzverwaltungen 21,4 Milliarden Euro fest, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte nach einem Bericht des Finanzdienstes Reuters. Dies ist ein Plus von 60,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste jemals gemessene Wert. Ausschlaggebend war demnach vor allem ein sprunghafter Anstieg bei der Besteuerung sehr großer Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro. Hier hat sich die festgesetzte Steuer mehr als verdoppelt (plus 146,8 Prozent).
Sowohl die festgesetzte Erbschaftsteuer als auch die Schenkungsteuer erreichten dabei neue Spitzenwerte. Das Steueraufkommen auf Erbschaften erhöhte sich um 57,1 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2021 lag bei 9,0 Milliarden Euro. Bei den Schenkungen zu Lebzeiten gab es einen noch kräftigeren Zuwachs von 67,3 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Insgesamt wurde im Jahr 2025 Vermögen im Wert von 141,1 Milliarden Euro übertragen, ein Plus von gut 23 Prozent.
Sowohl die festgesetzte Erbschaftsteuer als auch die Schenkungsteuer erreichten dabei neue Spitzenwerte. Das Steueraufkommen auf Erbschaften erhöhte sich um 57,1 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2021 lag bei 9,0 Milliarden Euro. Bei den Schenkungen zu Lebzeiten gab es einen noch kräftigeren Zuwachs von 67,3 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Insgesamt wurde im Jahr 2025 Vermögen im Wert von 141,1 Milliarden Euro übertragen, ein Plus von gut 23 Prozent.
Grund für die höheren Veranlagungen waren vor allem Übertragungen von Unternehmensanteilen und Betriebsvermögen. So wurden mit 16,8 Milliarden Euro mehr als doppelt so viele Anteile an Kapitalgesellschaften veranlagt wie im Vorjahr, was einem Plus von knapp 129 Prozent entspricht. Das übertragene Betriebsvermögen wuchs um 19 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro, wobei hier vor allem Schenkungen ins Gewicht fielen. Das übertragene Grundvermögen legte um 11,2 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro zu.
Das Bundesamt wies darauf hin, dass die meisten Vermögensübergänge innerhalb der persönlichen Freibeträge liegen. Diese sind in der Regel nicht steuerpflichtig und damit nicht in der Statistik enthalten. Zudem weist die Statistik bestimmte Steuererlasse nicht aus. Bei der sogenannten Verschonungsbedarfsprüfung für Unternehmensvermögen wurden im vergangenen Jahr Steuern in Höhe von 3,7 Milliarden Euro erlassen. Davon entfielen 3,4 Milliarden Euro auf Schenkungen.
Weitere VW-Betriebsversammlungen in Emden und Zwickau
Wie geht es weiter mit den VW -Standorten? Nach dem Auftakt in Wolfsburg reist Volkswagen-Chef Oliver Blume am Mittwoch nach Emden und Zwickau. In beiden Werken des Autobauers sind außerordentliche Betriebsversammlungen einberufen, bei denen die VW-Führung der Belegschaft Rede und Antwort zu ankündigten Sparmaßnahmen stehen soll.
Die Produktionen in Ostfriesland und Sachsen stehen seit der Ankündigung weiterer Sparvorhaben Fokus. Sie gehören nach Angaben der VW-Führung neben dem Werk für VW-Nutzfahrzeuge in Hannover und dem Audi-Werk in Neckarsulm zu den Standorten, für die es noch keine wettbewerbsfähige Nutzung für die 2030er-Jahre gibt.
„Das heißt aber nicht, dass Werksschließungen beschlossen sind“, betonte Blume zuletzt immer wieder. Ziel sei es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen. In Emden und Zwickau hatte VW in den vergangenen Jahren viel Geld in den Umstieg auf Elektromobilität investiert.
Die Produktionen in Ostfriesland und Sachsen stehen seit der Ankündigung weiterer Sparvorhaben Fokus. Sie gehören nach Angaben der VW-Führung neben dem Werk für VW-Nutzfahrzeuge in Hannover und dem Audi-Werk in Neckarsulm zu den Standorten, für die es noch keine wettbewerbsfähige Nutzung für die 2030er-Jahre gibt.
„Das heißt aber nicht, dass Werksschließungen beschlossen sind“, betonte Blume zuletzt immer wieder. Ziel sei es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen. In Emden und Zwickau hatte VW in den vergangenen Jahren viel Geld in den Umstieg auf Elektromobilität investiert.
Instagram-Chef gibt niedrige Nutzungsraten von Schutzfunktionen zu
Im US-Prozess gegen den Meta-Konzern wegen Social-Media-Sucht hat Instagram-Chef Adam Mosseri Versäumnisse zugegeben. Instagram verschwieg bei der Einführung neuer Funktionen zum Schutz junger Nutzerinnen und Nutzern, dass diese in Testphasen kaum genutzt worden waren, wie Mosseri in seiner Aussage vor Gericht sagte. Die „enttäuschend niedrige Nutzungsrate“ habe sich seitdem aber „deutlich verbessert“.
Unmittelbar vor einer Kongressanhörung Mosseris im Jahr 2021 hatte Instagram die Funktion „Mach eine Pause“ angekündigt, die Nutzerinnen und Nutzer nach einer festgelegten Zeit daran erinnert, eine Pause beim Scrollen einzulegen. Mosseri hatte damals in einem Blog-Eintrag geschrieben, erste Testergebnisse hätten gezeigt, dass mehr als 90 Prozent der Jugendlichen, die die Pausen-Funktion aktivierten, diese auch eingeschaltet ließen. Unerwähnt ließ er aber, dass gerade einmal ein bis zwei Prozent die Funktion aktiviert hatten.
Auch nutzten nur wenige Jugendliche den 2023 eingeführten Schlafmodus – in dieser Zeit sind Benachrichtigungen von Instagram stummgeschaltet. Vor Gericht sagte Mosseri nun, seit 2024 handele es sich bei beiden Funktionen um Standardeinstellungen sogenannter Teen-Konten, bei denen die Eltern Zeitlimits festlegen können.
Unmittelbar vor einer Kongressanhörung Mosseris im Jahr 2021 hatte Instagram die Funktion „Mach eine Pause“ angekündigt, die Nutzerinnen und Nutzer nach einer festgelegten Zeit daran erinnert, eine Pause beim Scrollen einzulegen. Mosseri hatte damals in einem Blog-Eintrag geschrieben, erste Testergebnisse hätten gezeigt, dass mehr als 90 Prozent der Jugendlichen, die die Pausen-Funktion aktivierten, diese auch eingeschaltet ließen. Unerwähnt ließ er aber, dass gerade einmal ein bis zwei Prozent die Funktion aktiviert hatten.
Auch nutzten nur wenige Jugendliche den 2023 eingeführten Schlafmodus – in dieser Zeit sind Benachrichtigungen von Instagram stummgeschaltet. Vor Gericht sagte Mosseri nun, seit 2024 handele es sich bei beiden Funktionen um Standardeinstellungen sogenannter Teen-Konten, bei denen die Eltern Zeitlimits festlegen können.
Reichinnek kritisiert VW-Zahlungen an Aktionäre der letzten fünf Jahre
In der Krise bei Volkswagen ist aus Sicht der Linken-Politikerin Heidi Reichinnek die Bundesregierung gefordert. „Statt das Verbrenner-Aus zurückzudrehen, braucht es konsequente Schritte zur E-Mobilität durch verlässliche und klare Vorgaben sowie ein großangelegtes Investitionspaket“, sagte die Chefin der Linksfraktion im Bundestag der Deutschen Presse-Agentur. Auch brauche es mehr Mitbestimmung in den Betrieben, um das Know-how der Beschäftigten zu nutzen.
Reichinnek übte scharfe Kritik am Management des Konzerns. „VW hat in den letzten fünf Jahren fast 30 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet, statt ausreichend in die Zukunft des Unternehmens zu investieren“, sagte sie. „Dafür will die Konzernspitze nun die Belegschaft bluten lassen, indem vier Werke geschlossen und weitere 50.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.“ Durch den Fokus auf Rendite für wenige fahre das Management das Unternehmen an die Wand, sagte Reichinnek.
Reichinnek übte scharfe Kritik am Management des Konzerns. „VW hat in den letzten fünf Jahren fast 30 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet, statt ausreichend in die Zukunft des Unternehmens zu investieren“, sagte sie. „Dafür will die Konzernspitze nun die Belegschaft bluten lassen, indem vier Werke geschlossen und weitere 50.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.“ Durch den Fokus auf Rendite für wenige fahre das Management das Unternehmen an die Wand, sagte Reichinnek.
Insider: VW-Arbeitnehmervertreter und Land Niedersachsen mit eigenen Konzepten
Im Ringen um die Zukunft von Volkswagen wollen die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen Insidern zufolge jeweils eigene Konzepte vorschlagen. Zur Aufsichtsratssitzung des Dax-Konzerns am 4. September gebe es drei Beschlussvorlagen, sagten drei mit dem Vorgang Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
Neben der des Konzernvorstandes gebe es einen Vorschlag vom Großaktionär Niedersachsen und einen von den Vertretern der Arbeitnehmerschaft. Ein Sprecher des Aufsichtsrats, der Betriebsrat und das Land Niedersachsen lehnten einen Kommentar ab.
Der Umbau- und Sparplan von VW-Chef Oliver Blume, der den Fortbestand deutscher Werke und von 50.000 Arbeitsplätze in Frage stellt, war im Juli durch die Ablehnung der Arbeitnehmer und der Vertreter des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat gescheitert. Am 4. September soll das Kontrollgremium abermals beraten.
Neben der des Konzernvorstandes gebe es einen Vorschlag vom Großaktionär Niedersachsen und einen von den Vertretern der Arbeitnehmerschaft. Ein Sprecher des Aufsichtsrats, der Betriebsrat und das Land Niedersachsen lehnten einen Kommentar ab.
Der Umbau- und Sparplan von VW-Chef Oliver Blume, der den Fortbestand deutscher Werke und von 50.000 Arbeitsplätze in Frage stellt, war im Juli durch die Ablehnung der Arbeitnehmer und der Vertreter des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat gescheitert. Am 4. September soll das Kontrollgremium abermals beraten.
VW-Chef: Hälfte des Stellenabbaus in Deutschland
Der Volkswagen-Konzern will die Hälfte von möglicherweise rund 50.000 zu streichenden Stellen in Deutschland abbauen. „Aus heutiger Sicht entfällt etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs auf Deutschland, die andere international – in insgesamt rund 170 Gesellschaften“, sagte Konzernchef Oliver Blume nach Angaben des Unternehmens am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Der Vorstand werde „auch künftig so weit wie möglich auf freiwillige Personalinstrumente setzen“.
Blume nannte etwa Renteneintritte, einvernehmliche Vereinbarungen, „natürliche Fluktuation sowie eine restriktive Einstellungspolitik“. Auch solle die Altersteilzeit „für weitere Jahrgänge“ geöffnet werden, fuhr er fort. „Die konkreten Schritte werden wir mit den Arbeitnehmervertretern beraten.“ Der Konzernchef bekräftigte dabei, dass die „häufig genannte Zahl von rund 50.000 Stellen“ weltweit „keine Zielgröße“ sei. „Sie ist eine theoretische Rechengröße – abgeleitet von unseren Kosten. Heute liegen wir rund 30 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen“, gab Blume weiter an. Der Konzernvorstand stehe „geschlossen hinter dem Zukunftsplan“.
Im Juli hatten zunächst Medien tagelang über mögliche Stellenstreichungen in dem Konzern sowie Standortschließungen berichtet. Blume sagte nun, das Ziel sei es, „in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“. „Für Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm können wir heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen“, wiederholte er. „Das heißt aber nicht, dass Werksschließungen beschlossen sind. Sie sind immer die letzte und teuerste Lösung.“
Blume nannte etwa Renteneintritte, einvernehmliche Vereinbarungen, „natürliche Fluktuation sowie eine restriktive Einstellungspolitik“. Auch solle die Altersteilzeit „für weitere Jahrgänge“ geöffnet werden, fuhr er fort. „Die konkreten Schritte werden wir mit den Arbeitnehmervertretern beraten.“ Der Konzernchef bekräftigte dabei, dass die „häufig genannte Zahl von rund 50.000 Stellen“ weltweit „keine Zielgröße“ sei. „Sie ist eine theoretische Rechengröße – abgeleitet von unseren Kosten. Heute liegen wir rund 30 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen“, gab Blume weiter an. Der Konzernvorstand stehe „geschlossen hinter dem Zukunftsplan“.
Im Juli hatten zunächst Medien tagelang über mögliche Stellenstreichungen in dem Konzern sowie Standortschließungen berichtet. Blume sagte nun, das Ziel sei es, „in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“. „Für Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm können wir heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen“, wiederholte er. „Das heißt aber nicht, dass Werksschließungen beschlossen sind. Sie sind immer die letzte und teuerste Lösung.“
Auftakt am Stammwerk: VW-Betriebsversammlung hat begonnen
In der Wolfsburger VW-Zentrale hat die Serie von Betriebsversammlungen beim kriselnden Autobauer begonnen. VW-Chef Oliver Blume betonte gegenüber der Belegschaft die Notwendigkeit weiterer Einsparungen. „Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken“, sagte Blume in seiner Rede bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk. An mehreren VW-Standorten soll der Vorstand der Belegschaft in den kommenden Tagen Rede und Antwort stehen.
Als Ziel des Umbauplans für Europas größten Autokonzern nannte Blume belastbare Perspektiven für alle Standorte. „Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“, sagte er. Die Konzernmarken hätten den Auftrag, gemeinsam mit den Werken konkrete Optionen zu erarbeiten. Werksschließungen in Emden, Hannover und Zwickau sowie beim Audi-Werk in Neckarsulm seien nicht beschlossen. „Sie sind immer die letzte und teuerste Lösung.“
„Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken: Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck“, sagte Blume. Der VW-Konzern habe „frühzeitig gegengesteuert“ und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten. „Unsere Marktanteile wachsen. Aber das reicht noch nicht aus“, sagte er. Vor allem die Kosten außerhalb der Fahrzeugproduktion müssten sinken.
Dabei sei die von ihm früher genannte Zahl von 50.000 Stellen keine Zielgröße, sondern eine theoretische Rechengröße. „Aus heutiger Sicht entfällt etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs auf Deutschland, die andere international – in insgesamt rund 170 Gesellschaften“, ergänzte Blume nach Angaben des Konzerns.
Seit der Ankündigung weiterer Einsparungen wird bei Europas größtem Autobauer über den Abbau von Zehntausenden Stellen und die Zukunft von vier Werken gerungen. Nach Wolfsburg sind in den nächsten Tagen acht weitere Betriebsversammlungen in Braunschweig, Emden, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Kassel-Baunatal, Salzgitter und Hannover geplant.
Gerresheimer-Interimschef verlässt das Unternehmen
Knapp ein Jahr nach seiner Rückkehr als Vorstandschef nimmt Uwe Röhrhoff beim Verpackungshersteller Gerresheimer vorzeitig den Hut. Die Nachricht sorgte am Dienstag an der Börse für einen Kursrutsch. Die Papiere verloren vorbörslich rund neun Prozent. Röhrhoff habe sein Mandat auf eigenen Wunsch beendet, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. Seine Aufgaben übernähmen bis auf Weiteres die beiden Vorstände Wolf Lehmann und Achim Schalk. Röhrhoffs Vertrag lief ursprünglich bis Oktober 2026.
Als Gerresheimer im vergangenen Jahr ins Visier der Finanzaufsicht BaFin geraten war, musste Vorstandschef Dietmar Siemsen gehen und sein Vor-Vorgänger Röhrhoff übernahm das Ruder interimistisch. Die BaFin hatte gerügt, dass Gerresheimer 2024 Umsätze vorzeitig verbucht hatte, obwohl die Waren noch nicht ausgeliefert worden waren. Das hatte den Traditionskonzern ins Wanken gebracht.
In seiner Amtszeit sei es Röhrhoff gelungen, das Unternehmen zu stabilisieren, betonte nun Aufsichtsratschef Axel Herberg. Dazu zähle der Ende Juli unterzeichnete Vertrag zum Verkauf der US-Tochter Centor und des Geschäfts mit Kunststoff-Primärverpackungen. Mit dem Verkauf könne Gerresheimer seinen Verschuldungsgrad erheblich senken. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, am 27. August die Bilanz zum ersten Quartal 2026 zu veröffentlichen.
Als Gerresheimer im vergangenen Jahr ins Visier der Finanzaufsicht BaFin geraten war, musste Vorstandschef Dietmar Siemsen gehen und sein Vor-Vorgänger Röhrhoff übernahm das Ruder interimistisch. Die BaFin hatte gerügt, dass Gerresheimer 2024 Umsätze vorzeitig verbucht hatte, obwohl die Waren noch nicht ausgeliefert worden waren. Das hatte den Traditionskonzern ins Wanken gebracht.
In seiner Amtszeit sei es Röhrhoff gelungen, das Unternehmen zu stabilisieren, betonte nun Aufsichtsratschef Axel Herberg. Dazu zähle der Ende Juli unterzeichnete Vertrag zum Verkauf der US-Tochter Centor und des Geschäfts mit Kunststoff-Primärverpackungen. Mit dem Verkauf könne Gerresheimer seinen Verschuldungsgrad erheblich senken. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, am 27. August die Bilanz zum ersten Quartal 2026 zu veröffentlichen.
VW-Betriebsratschefin Cavallo: Kündigungen und Werksschließungen „keine Option“
Die Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat sich klar gegen Entlassungen und Werksschließungen bei VW ausgesprochen. „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen definitiv aus“, sagte die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende am Montagabend nach einem Treffen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover. Auch Werksschließungen seien „für uns keine Option“.
Vor zusätzlichen Betriebsversammlungen an mehreren Standorten forderte Cavallo den Vorstand auf, den Beschäftigten seine Pläne zu erklären. Ein Zukunftsprogramm könne nicht allein aus Personalabbau, niedrigeren Arbeitskosten und infrage gestellten Standorten bestehen. Die Arbeitnehmerseite erwarte eine „Vorwärtsstrategie“.
VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt einen zusätzlichen Abbau von rechnerisch rund 50.000 Stellen ins Gespräch gebracht. Für die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gibt es nach Konzernangaben für die Zeit nach Auslaufen der derzeitigen Fahrzeugproduktion Anfang der 2030er Jahre bislang keine gesicherte Belegung.
Lies forderte, gemeinsam Perspektiven für die Standorte zu entwickeln. „Hier geht es um ein bisschen mehr als nur um die Frage einer Rendite, eines Cashflows oder einer Dividende“, sagte der Regierungschef. Die Sorgen der Beschäftigten und die Bedeutung der Werke für ganze Regionen müssten berücksichtigt werden.
Zugleich stellte sich Lies deutlich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz. Wer sich als Vorstand damit beschäftige, wie sich Mitbestimmung oder VW-Gesetz reduzieren ließen, sei „nicht auf der richtigen Spur unterwegs“. Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen als Großaktionär besonderen Einfluss auf Volkswagen und erschwert wichtige Entscheidungen des Unternehmens gegen den Willen des Landes und der Arbeitnehmervertreter.
Vor zusätzlichen Betriebsversammlungen an mehreren Standorten forderte Cavallo den Vorstand auf, den Beschäftigten seine Pläne zu erklären. Ein Zukunftsprogramm könne nicht allein aus Personalabbau, niedrigeren Arbeitskosten und infrage gestellten Standorten bestehen. Die Arbeitnehmerseite erwarte eine „Vorwärtsstrategie“.
VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt einen zusätzlichen Abbau von rechnerisch rund 50.000 Stellen ins Gespräch gebracht. Für die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gibt es nach Konzernangaben für die Zeit nach Auslaufen der derzeitigen Fahrzeugproduktion Anfang der 2030er Jahre bislang keine gesicherte Belegung.
Lies forderte, gemeinsam Perspektiven für die Standorte zu entwickeln. „Hier geht es um ein bisschen mehr als nur um die Frage einer Rendite, eines Cashflows oder einer Dividende“, sagte der Regierungschef. Die Sorgen der Beschäftigten und die Bedeutung der Werke für ganze Regionen müssten berücksichtigt werden.
Zugleich stellte sich Lies deutlich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz. Wer sich als Vorstand damit beschäftige, wie sich Mitbestimmung oder VW-Gesetz reduzieren ließen, sei „nicht auf der richtigen Spur unterwegs“. Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen als Großaktionär besonderen Einfluss auf Volkswagen und erschwert wichtige Entscheidungen des Unternehmens gegen den Willen des Landes und der Arbeitnehmervertreter.
Xpengs Roboter-Sparte mehr als 6,3 Milliarden Dollar wert
Die Roboter-Sparte des chinesischen Autobauers Xpeng hat bei ihrer ersten Finanzierungsrunde mehr als 900 Millionen Dollar eingesammelt. Damit werde der Bereich mit über 6,3 Milliarden Dollar bewertet, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Runde, die von IDG Capital angeführt und von den strategischen Investoren Tencent und Alibaba unterstützt wurde, stellt einen neuen Rekord für eine einzelne private Finanzierung im chinesischen Sektor für physische Künstliche Intelligenz (KI) auf.
Die Mittel sollen in die Entwicklung von Hard- und Software, das Training von KI-Modellen sowie den Aufbau von Anlagen für die Serienfertigung fließen. Zudem sei eine weltweite Expansion geplant, hieß es. Xpeng will bis Ende des Jahres mit der Serienproduktion seines humanoiden Roboters „Xpeng IRON“ beginnen. Dieser soll zunächst in den eigenen Einzelhandelsgeschäften und auf den Werksgeländen eingesetzt werden. Der kommerzielle Verkauf und die Auslieferung in China sowie auf ausländischen Märkten sind für 2027 vorgesehen.
Die Mittel sollen in die Entwicklung von Hard- und Software, das Training von KI-Modellen sowie den Aufbau von Anlagen für die Serienfertigung fließen. Zudem sei eine weltweite Expansion geplant, hieß es. Xpeng will bis Ende des Jahres mit der Serienproduktion seines humanoiden Roboters „Xpeng IRON“ beginnen. Dieser soll zunächst in den eigenen Einzelhandelsgeschäften und auf den Werksgeländen eingesetzt werden. Der kommerzielle Verkauf und die Auslieferung in China sowie auf ausländischen Märkten sind für 2027 vorgesehen.
VW-Belegschaft kritisiert „desaströse Kommunikation“ des Managements
Die Mitarbeiter von VW gehen laut einer internen Umfrage hart mit der Außendarstellung des Unternehmens ins Gericht. Wegen der „desaströsen Kommunikation nach außen durch den Vorstand“ seien die Mitarbeiter und deren Familien „verunsichert und verängstigt“, heißt es in einem Intranet-Artikel, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
In der vom Betriebsrat initiierten Online-Erhebung zur Stimmungslage habe die Belegschaft in der vergangenen Woche im Intranet des Unternehmens die Möglichkeit gehabt, Kritik und Erwartungen an Konzernchef Oliver Blume und den übrigen Vorstand zu formulieren. Zu dem Aufruf habe die Möglichkeit gehört, per Like Zustimmung für die jeweiligen Vorschläge zu signalisieren.
Mehr als 100 Fragen hätten am Ende zur Auswahl gestanden. Zusammengefasst thematisierten die meistgenannten Fragen demnach folgende Aspekte:
- Kritik an der Kommunikation des Konzernvorstandes
- Angst der Belegschaft um ihre Arbeitsplätze
- Die Zukunft sozialverträglicher Abbauhebel sowie von Altersteilzeit und Aufhebungsverträgen
- Die Perspektiven für die Werke Emden, Hannover, Neckarsulm, Osnabrück und Zwickau
- Die Strategie für Kundenvertrauen, Zukunftsprodukte und die Abläufe in der eigenen Organisation
Diese hätten alle eine dreistellige Zahl an Likes erreicht, was für das Intranet Spitzenwerte bedeute.
Der Konzern kämpft mit hohen Kosten und einem schwierigen Umfeld. Die VW-Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um zehntausende Arbeitsplätze und um die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
„Die Lage ist mehr als kritisch“, sagte Blume jüngst in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt. Blume zufolge verdient VW zu wenig, um damit die Zukunft finanzieren zu können. Bisherige Einsparungen reichten nicht aus. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert“, beschrieb der VW-Boss das Problem.
Erste Antworten auf die Fragen und Reaktionen auf die Kritik könnte der Konzernvorstand in den kommenden Tagen liefern. Gleich neun außerordentliche Betriebsversammlungen stehen bei Volkswagen auf dem Programm. Die erste Betriebsversammlung findet am Dienstag in Wolfsburg statt.