Bundesverkehrsminister : „Generelles Tempolimit würde Spaltung im Land verstärken“
Auch Frust über Verkehrsprobleme führe zu Stimmen für die AfD, sagt Steffen Bilger. Anders als eine Mehrheit der ADAC-Mitglieder will der Verkehrsminister kein Tempolimit auf allen Autobahnen. Bei der Bahn wünscht er sich die Rückkehr einer abgeschafften Option.
Eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen hält Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt für nicht sinnvoll. „Ein Tempolimit würde die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Menschen führen schon heute mit Tempomat oder freiwillig langsamer.
Daher zweifle er daran, dass es ein „großes Potenzial an CO₂-Einsparungen durch ein Tempolimit“ gäbe. Auch bei der Verkehrssicherheit sieht der Politiker „keinen nennenswerten Effekt“: Die deutschen Autobahnen seien sicherer als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit. Für das Erreichen der Klimaziele setzt er vielmehr auf Elektromobilität.
Selbst ADAC-Mitglieder für Tempolimit
Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit sind Ursache Nummer 1 für tödliche Verkehrsunfälle, wie Zahlen des ADAC zeigen. In einer Umfrage des Automobilclubs hatte sich Anfang 2024 eine Mehrheit der Mitglieder (55 Prozent) für ein Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen.
Für Rückkehr der Familienreservierung
Zudem kündigte der Minister an, mit der Bahn über eine Wiedereinführung der Familienreservierung zu sprechen, die vor gut einem Jahr abgeschafft worden war. Bis dahin konnten Familien für 10,40 Euro bis zu fünf Sitzplätze gemeinsam reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden. Eine vom Verkehrsclub Deutschland gestartete Petition für die Wiedereinführung unterzeichneten mehr als 128.000 Menschen.
Bilger sagte, wegen des Wegfalls der Familienreservierung gebe es „zurecht viel Unzufriedenheit“. „Deswegen habe ich es damals auch kritisiert.“ Zugleich betonte er: „Die Bahn hat für Familien grundsätzlich viele gute Angebote.“