Nach Absatzeinbruch Opel-Mutter Stellantis fasst wieder Fuß

Der Autokonzern Stellantis hat sich im zweiten Quartal nach dem Einbruch der Verkaufszahlen wieder berappelt. So stieg der Absatz gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum insgesamt um 10 Prozent auf 1,6 Millionen Fahrzeuge, teilte die Opel-Mutter am Montag in Amsterdam auf Basis vorläufiger Schätzungen mit.

Vor allem ein dickes Plus in Nordamerika von 38 Prozent auf 445.000 Einheiten sorgte für den Aufschwung. Insbesondere neue oder aufgefrischte Modelle mit weiteren Antriebsvarianten seien bei den Kunden gut angekommen, hieß es.

Im stückzahlenmäßig größten Markt Europa ging es um 5 Prozent auf 762.000 Fahrzeuge nach oben. Dies sei auf ein allgemein höheres Marktvolumen zurückzuführen. In dieser Zahl sind ‌rund 33.000 Fahrzeuge des chinesischen Partners Leapmotor enthalten, ​die Stellantis ‌in der Region vertreibt.

Besonders gefragt waren günstige Modelle wie der Citroën C3 und der Opel Frontera. Ein Rückgang im Nahen Osten und in Afrika wegen des ‌dortigen Konflikts sowie ein schwächerer Markt in Argentinien dämpften das Gesamtwachstum jedoch.

Auch Volkswagen steigerte den Absatz im zweiten ‌Quartal in Europa und Nordamerika, ​erlitt aber einen ‌Einbruch in China mit einem Rückgang um mehr ‌als ​ein Drittel. Stellantis ist in China und Asien hingegen kaum präsent. Insgesamt schrumpfte der ​Absatz der VW-Gruppe von ⁠April bis Juni um 8,6 ​Prozent ​auf 2,08 Millionen Einheiten.

Der Vielmarkenkonzern Stellantis (unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler) war in den vergangenen Jahren auf seinem lukrativsten Markt USA in schwere Bedrängnis geraten. Stellantis hatte in der Vergangenheit neben hausgemachten Problemen mit Überkapazitäten zu kämpfen. Zugleich litt der Hersteller unter der politischen Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump bei Elektroautos, der primär wegen hoher Abschreibungen auf eingestellte Plattformen und Modelle vergangenes Jahr einen Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro schrieb.

Der neue Chef Antonio Filosa (53) setzt in den USA nun wieder verstärkt auf Verbrennerantriebe bei den großen SUVs und Pick-ups der Marken wie Ram und Jeep. Überhaupt konzentriert er fortan die meisten Investitionen auf die Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Die Europasparte des VW-Rivalen soll insgesamt schrumpfen, die Produktionskapazitäten werden gekürzt.