Business-Ticker : TKMS erhält offenbar Mega-U-Boot-Auftrag aus Kanada
Ein U-Boot U34 der Klasse 212A der deutschen Bundesmarine liegt beim U-Boot-Hersteller TKMS am Kai.dpa
Aktie elf Prozent im Plus +++ Porsche streicht wohl weitere 4000 Stellen +++ Uber stoppt offenbar Expansion von Essenslieferdienst in Europa +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
TKMS erhält offenbar Mega-U-Boot-Auftrag aus Kanada
Die Rüstungstochtergesellschaft von Thyssenkrupp, TKMS, hat einem Zeitungsbericht zufolge den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten erhalten. TKMS habe sich in dem kanadischen Bieterverfahren durchgesetzt, berichtete die Zeitung „The Globe and Mail“ am Montag. Die TKMS-Aktie legte elf Prozent zu. TKMS lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Bundesregierung hatte zuvor darauf gehofft, die Rüstungskooperation mit Kanada zum Nato-Gipfel deutlich vertiefen zu können. „Wenn es gelingt, dann wird das Kanada für Jahrzehnte an uns binden“, hieß es einen Tag vor Beginn des Gipfels aus deutschen Regierungskreisen. „Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit.“ Und es wäre „ein sehr gutes Signal“, wenn eine solche Entscheidung „im Kontext“ des Nato-Gipfels kommuniziert würde. Das Spitzentreffen beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara.
Auch die südkoreanische Werft Hanwha Ocean hatte sich um den Milliardenauftrag beworben. Zum genauen Volumen machen weder Kanada noch TKMS Angaben. Nach Berichten kanadischer Medien könnte es inklusive Wartung und Betrieb für die nächsten Jahrzehnte um rund 100 Milliarden kanadische Dollar (rund 62 Mrd. Euro) gehen.
Medienbericht: Porsche streicht weitere 4000 Stellen
Dem angekündigten weiteren Stellenabbau beim Sportwagenhersteller Porsche könnten nach Informationen des „Handelsblatts“ bis zu 4000 weitere Jobs zum Opfer fallen. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter in den Bereichen Management und Verwaltung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand.
Ein Porsche-Sprecher wollte die konkrete Zahl der Stellen auf dpa-Anfrage nicht bestätigen, verwies aber auf ein umfassendes Zukunftspaket, das derzeit in Arbeit sei, um das Unternehmen zu verschlanken. Das Paket solle bis Ende Juli vorgestellt werden.
Derzeit verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter über ein weiteres Sparpaket. Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden weiteren Stellenabbau angekündigt ‒ zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Auch die Verträge von etwa 2000 befristeten Angestellten sind ausgelaufen. Zudem hatte Porsche im Mai angekündigt, drei Tochterfirmen zu schließen ‒ was weitere 500 Beschäftigte betrifft.
Uber stoppt offenbar Expansion von Essenslieferdienst in Europa
Der US-Fahrdienstvermittler Uber hat einem Zeitungsbericht zufolge den Großteil seiner geplanten Expansion bei Essenslieferungen in Europa gestoppt. Hintergrund sei die angestrebte Übernahme des deutschen Konkurrenten Delivery Hero, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag unter Berufung auf Insider. Uber plane nicht länger, seinen Lieferdienst in fünf der sieben bisher anvisierten Länder einzuführen, hieß es in dem Bericht weiter. Darunter seien Österreich, Norwegen und Griechenland. Uber hatte die Expansionspläne für Uber Eats erst Mitte Februar angekündigt. Geplant wurde ein Markteintritt noch in diesem Jahr auch in Dänemark, Finnland, Tschechien und Rumänien. Laut der „FT“ wertet Uber den Start in Finnland und Dänemark als großen Erfolg.
Continental besiegelt Verkauf von Contitech
Continental hat die Tochtergesellschaft Contitech in einem Milliardengeschäft an den Finanzinvestor Lone Star Funds verkauft. Die Continental AG habe nach Zustimmung des Vorstands und des Aufsichtsrats einen Vertrag über die Veräußerung unterzeichnet, erklärte der Dax-Konzern am Samstag. Der vereinbarte Unternehmenswert beträgt demnach 4 Milliarden Euro zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren. Der Vollzug stehe unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und könnte noch bis Ende 2026 erfolgen. Den Aktionären winkt laut Continental eine Sonderdividende.
Continental rechnet laut der Mitteilung durch den Verkauf mit einem Mittelzufluss in Höhe von rund 3,1 Milliarden Euro. Die endgültigen finanziellen Effekte hängen demnach aber noch von den bei solchen Vorgängen üblichen Faktoren ab. Continental beabsichtige, mit den Erlösen die Finanzverschuldung des Konzerns weiter zu reduzieren sowie voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro für die Beteiligung der Aktionäre zu verwenden. Dies solle entweder mittels einer Sonderdividende oder durch eine Kombination aus Aktienrückkäufen und Sonderdividende geschehen.
Mit dem Verkauf von Contitech wird Continental zum reinen Reifenhersteller. Contitech stellt Kautschuk- und Kunststoffprodukte für industrielle Anwendungen her. Die Sparte beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter, davon rund 7700 in Deutschland. Zuletzt hatte Continental angekündigt, 3000 Stellen in der Sparte zu streichen.
Flughäfen beklagen lange Wartezeiten an der Grenzkontrolle
Der deutsche Flughafenverband ADV hat überlange Wartezeiten an den Grenzkontrollen beklagt. Die Abfertigungszeiten für Reisende aus Drittstaaten seien mit Einführung des neuen europäischen Entry/Exit-System (EES) deutlich angestiegen, sagte die ADV-Präsidentin und Berliner Flughafenchefin Aletta von Massenbach der Deutschen Presse-Agentur. Es komme vielfach zu „unzumutbar langen Wartezeiten“, die an einzelnen Standorten bereits bis zu zwei Stunden betragen hätten.
Mit dem EES werden seit Oktober 2025 die Grenzkontrollen in Europa schrittweise modernisiert. Bürger aus dem Nicht-Schengen-Raum müssen vor jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten abgeben, was im Vorlauf über Selbstbedienungs-Kioske laufen soll und länger dauert als das bisherige Verfahren. Das System soll der Terror- und Kriminalitätsabwehr dienen.
„Die größten Engpässe entstehen durch die zeitaufwendige biometrische Erfassung beim erstmaligen Grenzübertritt sowie durch das Fehlen einer digitalen Voraberfassung der Passagierdaten“, sagte die ADV-Präsidentin. Die Flughäfen erwarteten von Bundesinnenministerium und der Bundespolizei, dass die bestehenden Flexibilitätsmöglichkeiten konsequent genutzt würden. Nach EU-Vorgaben darf die biometrische Erfassung zeitweise ausgesetzt werden, wenn sich unzumutbar lange Warteschlangen bilden. Digitale Lösungen wie die Vorbereitungs-App müssten mit höchster Priorität vorangetrieben werden.
Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet sich von Microsoft
Mit Open-Source-Lösungen will das Bundesland seine digitale Unabhängigkeit sichern. Langfristig sollen über 50.000 Beschäftigte mit den neuen Systemen arbeiten. Wie das Finanz- und Digitalisierungsministerium bekannt gab, trennt sich das Land schrittweise von der Software großer Tech-Konzerne wie Microsoft. Stattdessen wird eine landesweite Plattform auf Open-Source-Basis aufgebaut. Dabei gehe es nicht nur darum, die digitale Souveränität zu erlangen, sondern auch mittel- und langfristig Geld einzusparen, sagte Finanzminister Heiko Geue (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.
Im Zentrum der neuen Strategie steht die Einführung der in Deutschland entwickelten quelloffenen Online-Plattform Nextcloud, mit der man Dateien sicher speichern, teilen sowie gemeinsam in Teams chatten und Videokonferenzen abhalten kann, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten an fremde Anbieter zu verlieren. Der bisherige Umstieg von Microsoft SharePoint sei für die ersten 5000 Beschäftigten bereits reibungs- und datenverlustfrei abgeschlossen worden, berichtet Marco Anschütz, der als Chief Information Officer (CIO) für IT und Digitalisierung im Bundesland verantwortlich ist. Mittelfristig ist das Projekt viel größer angelegt: Über 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst - von den Ministerien bis hin zu den kommunalen Einrichtungen - sollen künftig mit dem System arbeiten.
Mecklenburg-Vorpommern geht diesen Weg nicht allein. Bereits im Oktober 2025 schloss das Land eine Kooperationsvereinbarung mit Schleswig-Holstein, das bundesweit als Pionier beim Wechsel auf Open-Source-Software gilt. Zusammen bilden die beiden Bundesländer eine technologische Allianz im Norden. Man stimme die Infrastrukturen aufeinander ab, um insbesondere die IT-Sicherheit zu erhöhen und gegenseitige Notfallszenarien abzusichern.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) versucht Mecklenburg-Vorpommern von vornherein eine Abhängigkeit von US-Techriesen wie Microsoft, OpenAI, Google oder Amazon zu vermeiden. Bei der Entwicklung des Verwaltungs-Chatbots „Lea“ werde bewusst auf US-amerikanische Hyperscaler verzichtet. „Stattdessen wollen wir auf europäische Sprachmodelle wie Mistral aus Frankreich oder Tilde aus Lettland setzen“, sagt Anschütz.
Der Verzicht auf Microsoft-Lösungen im Bereich Cloud und KI heißt allerdings nicht, dass Mecklenburg-Vorpommern dem weltgrößten Softwarekonzern komplett den Rücken kehren wird. Es sei nicht geplant, die in der Verwaltung eingesetzten Windows-PCs kurzfristig durch Rechner mit dem offenen Betriebssystem Linux zu ersetzen. Dies habe derzeit noch keine Priorität, betont Anschütz. (dpa)
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) versucht Mecklenburg-Vorpommern von vornherein eine Abhängigkeit von US-Techriesen wie Microsoft, OpenAI, Google oder Amazon zu vermeiden. Bei der Entwicklung des Verwaltungs-Chatbots „Lea“ werde bewusst auf US-amerikanische Hyperscaler verzichtet. „Stattdessen wollen wir auf europäische Sprachmodelle wie Mistral aus Frankreich oder Tilde aus Lettland setzen“, sagt Anschütz.
Der Verzicht auf Microsoft-Lösungen im Bereich Cloud und KI heißt allerdings nicht, dass Mecklenburg-Vorpommern dem weltgrößten Softwarekonzern komplett den Rücken kehren wird. Es sei nicht geplant, die in der Verwaltung eingesetzten Windows-PCs kurzfristig durch Rechner mit dem offenen Betriebssystem Linux zu ersetzen. Dies habe derzeit noch keine Priorität, betont Anschütz. (dpa)
Renk baut Marine-Geschäft mit Übernahme aus
Der Getriebehersteller Renk verstärkt sich im Marinegeschäft. Dazu übernimmt das Unternehmen den britischen Hersteller David Brown Defence, wie Renk am Freitag in Augsburg mitteilte. Finanzielle Details nannte der Konzern nicht. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Bewertung bei 200 bis 250 Millionen US-Dollar liegen könnte.
David Brown Defence ist den Angaben zufolge auf Getriebe für die Marine- und Landverteidigung spezialisiert. Renk verspricht sich durch den Zukauf den Zugang zu Marineprojekten sowie zu einem langfristigen Auftragsbestand im Rahmen der wichtigsten Marineprogramme in Großbritannien, Kanada und Australien. Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden. Den Abschluss erwartet Renk im vierten Quartal.
David Brown Defence ist den Angaben zufolge auf Getriebe für die Marine- und Landverteidigung spezialisiert. Renk verspricht sich durch den Zukauf den Zugang zu Marineprojekten sowie zu einem langfristigen Auftragsbestand im Rahmen der wichtigsten Marineprogramme in Großbritannien, Kanada und Australien. Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden. Den Abschluss erwartet Renk im vierten Quartal.
Lockheed Martin ist offenbar Favorit für Milliarden-Übernahme von Ultra Maritime
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin ist einem Zeitungsbericht zufolge der Favorit im Bieterwettstreit um den Marinespezialisten Ultra Maritime. Ein möglicher Deal könnte das Unternehmen des Finanzinvestors Advent International mit rund 3,5 Milliarden Dollar bewerten, berichtete die „Financial Times“ am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Die Gespräche dauerten an und eine Einigung könnte bereits in der kommenden Woche verkündet werden, hieß es weiter. Es seien jedoch noch weitere Interessenten im Rennen.
Ultra Maritime ist auf U-Boot-Abwehr und Unterwasserverteidigung spezialisiert und gehört zur Gruppe Cobham Ultra, die Advent nach Übernahmen in den Jahren 2019 und 2022 geformt hatte. Rüstungsunternehmen bauen derzeit angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten ihr Angebot an Militärtechnologie aus. Advent lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage ab, Lockheed Martin reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.
Ultra Maritime ist auf U-Boot-Abwehr und Unterwasserverteidigung spezialisiert und gehört zur Gruppe Cobham Ultra, die Advent nach Übernahmen in den Jahren 2019 und 2022 geformt hatte. Rüstungsunternehmen bauen derzeit angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten ihr Angebot an Militärtechnologie aus. Advent lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage ab, Lockheed Martin reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.
Julius Bär ernennt Peter Burrill zum neuen Finanzchef
Die Schweizer Bank Julius Bär bekommt ab August einen neuen Finanzchef. Peter Burrill übernimmt zum 17. August die Position von Evie Kostakis, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im April hatte die Bank bekannt gegeben, dass Kostakis nach vier Jahren im Amt zurücktritt. Burrill war bei Standard Chartered als Interim-Finanzvorstand und davor bei der Deutschen Bank und KPMG tätig.
Julius-Bär-Chef Stefan Bollinger sagte in einer Mitteilung: „Er bringt umfangreiche internationale Erfahrung in unseren Kernmärkten und wertvolle Sachkenntnis aus seiner Tätigkeit bei einer stark auf Vermögensverwaltung ausgerichteten Bank mit.“
Julius-Bär-Chef Stefan Bollinger sagte in einer Mitteilung: „Er bringt umfangreiche internationale Erfahrung in unseren Kernmärkten und wertvolle Sachkenntnis aus seiner Tätigkeit bei einer stark auf Vermögensverwaltung ausgerichteten Bank mit.“
Meta-Chef Zuckerberg unzufrieden mit KI-Fortschritten und Konzernumbau
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat sich einer Tonaufnahme zufolge intern unzufrieden mit dem Fortschritt bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) geäußert. Die Entwicklung von KI-Agenten habe sich in den vergangenen vier Monaten nicht wie erwartet beschleunigt, sagte Zuckerberg am Donnerstag auf einer Mitarbeiterversammlung laut der Aufnahme, die die Nachrichtenagentur Reuters anhören konnte.
Zudem sei der Konzernumbau samt massiven Stellenstreichungen nicht so reibungslos verlaufen wie erhofft. Die Erwartungen an die neue Struktur hätten sich noch nicht erfüllt. Zuckerberg rechnet jedoch damit, dass sich die KI-Investitionen in den kommenden drei bis sechs Monaten stärker auszahlen werden. Meta wird in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 145 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
Zudem sei der Konzernumbau samt massiven Stellenstreichungen nicht so reibungslos verlaufen wie erhofft. Die Erwartungen an die neue Struktur hätten sich noch nicht erfüllt. Zuckerberg rechnet jedoch damit, dass sich die KI-Investitionen in den kommenden drei bis sechs Monaten stärker auszahlen werden. Meta wird in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 145 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
KI-Boom: Wertvollste Unternehmen weltweit noch wertvoller
Die wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr weiter deutlich gesteigert. Zusammengenommen waren die 100 teuersten Unternehmen weltweit Ende Juni 61,9 Billionen Dollar wert - 18 Prozent mehr als zu Jahresbeginn, wie die Beratungsfirma EY am Freitag mitteilte. Besonders stark entwickelten sich erneut große US-Techkonzerne vor dem Hintergrund des KI-Booms.
Technologieunternehmen innerhalb der Top100 legten laut EY um 30 Prozent auf 35,2 Billionen Dollar Marktwert zu. „Genauso stark legten Industrieunternehmen zu, von denen viele als KI-Infrastruktur-Titel gelten, da sie am Bau von Rechenzentren beteiligt sind“, erklärten die Experten von EY. Es folgt die Rohstoffbranche mit einem Plus von 27 Prozent. Konsumgüterhersteller und Finanzunternehmen legten den Angaben nach hingegen nur um ein Prozent zu, Kommunikations- und Medienunternehmen büßten sogar an Wert ein (minus acht Prozent).
Unter den zehn wertvollsten Unternehmen finden sich acht US-Konzerne, darunter auch das erst kürzlich an die Börse gegangene Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk. Wertvollstes Unternehmen ist weiterhin der Chiphersteller Nvidia mit 4,8 Billionen Dollar Marktkapitalisierung, gefolgt von Alphabet (Google) mit 4,3 Billionen und Apple mit 4,2 Billionen. Neben US-Konzernen finden sich noch TSMC aus Taiwan und Saudi Aramco aus Saudi-Arabien in den Top10.
Die USA dominieren auch das restliche Ranking. 56 der Top-Unternehmen kommen von dort. Außerdem haben zwölf Konzerne ihren Sitz in China (inklusive Hongkong) und jeweils fünf in Großbritannien und Japan. Deutschland ist nur noch mit Siemens vertreten. SAP und Allianz, die zu Jahresbeginn noch dazu gehörten, sind aus den Top100 ausgeschieden. Insgesamt kommen nur 16 der Unternehmen aus Europa.
Der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) „treibt die Börsen weltweit an und verändert die globale Unternehmenslandschaft nachhaltig“, erklärte EY-Deutschland-Chef Henrik Ahlers. „Die größten Player sitzen weiterhin vor allem in den USA und zunehmend auch in Asien. Europa hingegen spielt bei der Entwicklung bislang nur eine Nebenrolle - und der Abstand droht weiter zu wachsen.“
Die KI-getriebenen Umbrüche an den Weltbörsen könnten sich in den kommenden Monaten fortsetzen, erklärte Ahlers weiter. Weitere große Börsengänge von KI-Unternehmen könnten das Gewicht der USA zusätzlich erhöhen und die regionale Konzentration an den Kapitalmärkten weiter verstärken. "Für Europa bedeutet das: Die Zeit drängt. Es reicht nicht, gute Forschung und starke industrielle Anwender zu haben“, mahnte der EY-Deutschlandchef. Entscheidend sei, ob aus technologischer Kompetenz auch „skalierbare Geschäftsmodelle, große Kapitalmarkterfolge und weltweit führende Unternehmen entstehen“.
Renk vor Übernahme von britischem U-Boot-Zulieferer?
Der Augsburger Rüstungszulieferer Renk steht einem Medienbericht zufolge vor der Übernahme des britischen Getriebeherstellers David Brown Defence. Der Zukauf bewerte das Unternehmen aus Großbritannien mit 200 bis 250 Millionen Dollar, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Eine offizielle Ankündigung könnte demnach noch am Freitag erfolgen.
Renk baue mit dem Schritt sein Geschäft im Marinesektor aus und sichere sich Technologie für U-Boot-Antriebssysteme. David Brown Defence mit Sitz im englischen Huddersfield entwickelt maßgeschneiderte Getriebesysteme für Land- und Wasserfahrzeuge. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft von David Brown Santasalo, die 2023 von Stellex gekauft wurde. Stellungnahmen von Renk, David Brown sowie dessen Eigentümer, dem Finanzinvestor Stellex Capital Management, lagen zunächst nicht vor. Seit dem Börsengang 2024 hat sich der Aktienkurs von Renk vor dem Hintergrund der anhaltenden Rüstungsausgaben europäischer Regierungen mehr als verdreifacht. Der Börsenwert lag zum Handelsschluss am Donnerstag bei rund 4,7 Milliarden Euro.
Eine offizielle Ankündigung könnte demnach noch am Freitag erfolgen.
Renk baue mit dem Schritt sein Geschäft im Marinesektor aus und sichere sich Technologie für U-Boot-Antriebssysteme. David Brown Defence mit Sitz im englischen Huddersfield entwickelt maßgeschneiderte Getriebesysteme für Land- und Wasserfahrzeuge. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft von David Brown Santasalo, die 2023 von Stellex gekauft wurde. Stellungnahmen von Renk, David Brown sowie dessen Eigentümer, dem Finanzinvestor Stellex Capital Management, lagen zunächst nicht vor. Seit dem Börsengang 2024 hat sich der Aktienkurs von Renk vor dem Hintergrund der anhaltenden Rüstungsausgaben europäischer Regierungen mehr als verdreifacht. Der Börsenwert lag zum Handelsschluss am Donnerstag bei rund 4,7 Milliarden Euro.
Mahle-Belegschaft verzichtet auf Geld - Jobs vorerst sicher
Die Beschäftigten des Autozulieferers Mahle verzichten an den Standorten Stuttgart und Kornwestheim (Landkreis Ludwigsburg) auf Einkommen, um ihre Jobs zu sichern. Der Sonderkündigungsschutz gilt bis zum 31. Dezember 2029, wie das Stuttgarter Unternehmen sowie der Mahle-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall getrennt voneinander mitteilten. Die Vereinbarung ermöglicht dem Zulieferer demnach, das im November 2025 angekündigte Sparprogramm in der Verwaltung und Entwicklung umzusetzen. Ursprünglich war dazu auch ein Stellenabbau geplant. Grund für die Einschnitte in Millionenhöhe sind den Angaben nach eine deutlich nachlassende Markt- und Umsatzentwicklung sowie zunehmender Kostendruck.
Konkret verzichten der Arbeitnehmerseite zufolge knapp 4000 Mitarbeiter von Mahle auf die für 2026 vorgesehene Tariferhöhung und nehmen Kürzungen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld hin. Außerdem wird im laufenden Jahr eine Sonderzahlung verpflichtend in Freistellungstage umgewandelt. Außertariflich Beschäftigte leisten demnach einen gleichwertigen Beitrag.
Vorstandschef Arnd Franz zufolge ist die Einigung elementar, um Mahle an die verschärften Marktbedingungen anzupassen. Man stehe vor immens großen Herausforderungen. IG-Metall-Verhandlungsführer Matthias Fuchs bezeichnete die Vereinbarung als schmerzhaften, aber verantwortungsvollen Kompromiss. Mahle hat in den vergangenen Jahren mehrere Sparprogramme aufgelegt, in deren Zuge auch zahlreiche Stellen abgebaut wurden. (dpa)
Neue bundesweite Warnstreiks im Handel
Die Gewerkschaft Verdi ruft in den laufenden Tarifverhandlungen im Handel abermals zu bundesweiten Warnstreiks auf. An diesem Freitag sollen Tausende Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen, wie Verdi mitteilte. In Dortmund, Berlin, Wiesbaden, Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Hamburg sind demnach zentrale Streikkundgebungen geplant.
Welche Handelsunternehmen bestreikt werden, teilte Verdi nicht mit. Die Gewerkschaft hatte kürzlich bereits mehrfach zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, zuletzt standen unter anderem Kaufland und Ikea im Mittelpunkt. Die Auswirkungen der Ausstände bleiben für Kunden häufig überschaubar.
Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel begannen im April in den ersten Landesbezirken. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Arbeitgeber haben im Einzelhandel zuletzt in mehreren Bundesländern ein überarbeitetes Angebot vorgelegt. Dies sieht von November an eine Erhöhung um 2,4 Prozent vor und von August 2027 an eine weitere um 2 Prozent, bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Die Gewerkschaft lehnte das ab. In der kommenden Woche werden die Verhandlungen in mehreren Bundesländern fortgesetzt.
René Benko ist schuldig
Der österreichische Finanzjongleur René Benko ist rechtskräftig schuldig gesprochen worden. Der Österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat das erstinstanzliche Urteil gegen den Signa-Gründer im Wesentlichen bestätigt. Benko war im Oktober 2025 vom Landesgericht Innsbruck wegen betrügerischer Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen teilschuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Dem Immobilienunternehmer wird vorgeworfen, seiner Mutter 300.000 Euro übertragen und damit seinen Gläubigern vorenthalten zu haben.
Der OGH hat auch das Rechtsmittel der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bestätigt und einen Teilfreispruch aufgehoben und an das Erstgericht Innsbruck zurückverwiesen. Benko sitzt seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft und war bei der Verhandlung abwesend.
Die strafrechtliche Aufarbeitung des Zusammenbruchs des Signa-Konglomerats geht unterdessen weiter. Die WKStA führt derzeit Ermittlungen in 17 getrennten Sachverhaltskomplexen. Neben Benko stehen dabei auch weitere frühere Führungskräfte des Konzerns im Fokus der Behörden.
Der OGH hat auch das Rechtsmittel der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bestätigt und einen Teilfreispruch aufgehoben und an das Erstgericht Innsbruck zurückverwiesen. Benko sitzt seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft und war bei der Verhandlung abwesend.
Die strafrechtliche Aufarbeitung des Zusammenbruchs des Signa-Konglomerats geht unterdessen weiter. Die WKStA führt derzeit Ermittlungen in 17 getrennten Sachverhaltskomplexen. Neben Benko stehen dabei auch weitere frühere Führungskräfte des Konzerns im Fokus der Behörden.