Business-Ticker : Hamburger Hafenkonzern HHLA senkt seine Prognose
Containerschiffe werden im Hamburger Hafen beladen: Betreiber HHLA kassiert die Prognose.dpa
Amazon erhöht Einstiegslohn +++ Oettinger-Brauerei braucht schon wieder neuen Chef +++ Thyssen-Tochter TK Accelis setzt sich neue Umsatz- und Gewinnziele +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Hamburger Hafenkonzern HHLA kassiert seine Prognose
Der Hamburger Hafenkonzern HHLA senkt seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Containerterminals hätten zu stärkeren operativen Beeinträchtigungen geführt als erwartet, teilte das von der Stadt Hamburg und der weltgrößten Reederei MSC kontrollierte Unternehmen am Montag mit.
Auch die Auswirkungen des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht mehr vollständig kompensieren. Für den Teilkonzern Hafenlogistik wird nunmehr ein weniger starker Umsatzanstieg erwartet, auch das operative Betriebsergebnis (Ebit) soll mit 135 bis 155 (zuvor: 160 bis 180) Millionen Euro geringer ausfallen als bisher erwartet.
Auch die Auswirkungen des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht mehr vollständig kompensieren. Für den Teilkonzern Hafenlogistik wird nunmehr ein weniger starker Umsatzanstieg erwartet, auch das operative Betriebsergebnis (Ebit) soll mit 135 bis 155 (zuvor: 160 bis 180) Millionen Euro geringer ausfallen als bisher erwartet.
Oettinger-Brauerei braucht schon wieder neuen Chef
Die Großbrauerei Oettinger muss sich nach wenigen Monaten abermals einen neuen Geschäftsführer suchen. Wie das Unternehmen berichtet, hat sich Thilo R. Pomykala entschieden, sein Amt als Chef der Geschäftsführung der Brauerei im schwäbischen Oettingen niederzulegen. Die Entscheidung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen mit der Gesellschafterfamilie. "Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Ausrichtung des Unternehmens", hieß es zur Begründung. Es sei bereits die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin eingeleitet.
Pomykala hatte erst im April den Posten übernommen, nachdem der vorhergehende Unternehmenschef Stefan Blaschak nach drei Jahren bei Oettinger seinen Vertrag auslaufen ließ und nicht verlängerte. Zu der Geschäftsführung des Unternehmens gehört auch Inhaberin Pia Kollmar, die die Bereiche Finanzen und Strategie verantwortet.
Dritte Geschäftsführerin ist Dominika Steinberg, die unter anderem für die Produktion zuständig ist. Das Familienunternehmen hat rund 700 Beschäftigte und produziert außer am Stammsitz in Bayern auch in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen.
Laut einer Statistik des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg war der Bierausstoß von Oettinger im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 674 Millionen Liter gesunken. Damit ist das Unternehmen nach Bierausstoß weltweit die Nummer 32, innerhalb Deutschlands die Nummer vier hinter Radeberger, Paulaner und der TCB Beteiligungsgesellschaft, zu der unter anderem Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen und die Gilde Brauerei gehören. (dpa-AFX)
Thyssen-Tochter TK Accelis setzt sich neue Umsatz- und Gewinnziele
Die Thyssenkrupp-Werkstoff-Handelstochter TK Accelis will nach ihrem angestrebten Börsengang den Umsatz steigern und profitabler arbeiten. Accelis strebe mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent an und wolle bei der Gewinnmarge (bereinigte Ebitda-Marge) vier bis fünf Prozent erreichen, teilte das Unternehmen in einer im Internet veröffentlichten Präsentation für seinen Kapitalmarkttag am Montag mit. Chancen für eine weitere Expansion sehe die Thyssenkrupp-Tochter vor allem in Nordamerika. Auch Zukäufe seien möglich, um das Wachstum zu stützen.
Die Tochter TK Accelis (bisher Thyssenkrupp Materials Services), soll an die Frankfurter Börse gebracht werden. Die Thyssenkrupp-Aktionäre bekommen dabei zu je 20 ihrer Aktien eine TK-Accelis-Aktie zusätzlich. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent der Anteile. Über die Transaktion sollen die Thyssenkrupp-Aktionäre am 7. August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. Materials Services war im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die den Handel mit und die Verarbeitung von Materialien wie Stahl und Kunststoffen umfasst, beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter.
Die Tochter TK Accelis (bisher Thyssenkrupp Materials Services), soll an die Frankfurter Börse gebracht werden. Die Thyssenkrupp-Aktionäre bekommen dabei zu je 20 ihrer Aktien eine TK-Accelis-Aktie zusätzlich. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent der Anteile. Über die Transaktion sollen die Thyssenkrupp-Aktionäre am 7. August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. Materials Services war im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die den Handel mit und die Verarbeitung von Materialien wie Stahl und Kunststoffen umfasst, beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter.
Teures Kerosin kostet Ryanair viel Gewinn – Aktienkurs sackt ab
Der Anstieg der Kerosinpreise infolge des Irankriegs hat dem Billigflieger Ryanair überraschend viel Gewinn gekostet. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2026/27 sank der Überschuss im Jahresvergleich um gut ein Drittel auf 538 Millionen Euro. Um die Kunden anzulocken, verkauft Ryanair Flugtickets auch für den Sommer trotzdem günstiger als im Vorjahr. An der Börse kamen die Neuigkeiten vom Montagmorgen schlecht an.
Die Ryanair-Aktie verlor in Dublin zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 24,11 Euro. Damit wurde sie rund 18 Prozent billiger gehandelt als noch zum Jahreswechsel, allerdings noch deutlich teurer als zu den Tiefständen vom April und Mai. Analysten zeigten sich von dem jüngsten Gewinneinbruch negativ überrascht. Sie hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.
Europas größte Billigfluggesellschaft hatte zwar 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Der Preis für die restlichen 20 Prozent habe sich aber mehr als verdoppelt, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. Daher konnte die Gesellschaft den Kostenanstieg nicht ausgleichen, zumal die Kundschaft wegen der allgemeinen Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten beim Buchen eher zögert.
Die Ryanair-Aktie verlor in Dublin zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 24,11 Euro. Damit wurde sie rund 18 Prozent billiger gehandelt als noch zum Jahreswechsel, allerdings noch deutlich teurer als zu den Tiefständen vom April und Mai. Analysten zeigten sich von dem jüngsten Gewinneinbruch negativ überrascht. Sie hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.
Europas größte Billigfluggesellschaft hatte zwar 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Der Preis für die restlichen 20 Prozent habe sich aber mehr als verdoppelt, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. Daher konnte die Gesellschaft den Kostenanstieg nicht ausgleichen, zumal die Kundschaft wegen der allgemeinen Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten beim Buchen eher zögert.
Amazon erhöht Einstiegslohn an vielen Standorten auf 17 Euro je Stunde
Der amerikanische Internetkonzern Amazon will seinen Beschäftigten in der Logistik in Deutschland ab September mehr Lohn zahlen. Dann würden die Einstiegslöhne für Logistikjobs in Deutschland von derzeit durchschnittlich 16 Euro auf im Mittel 16,66 Euro brutto pro Stunde und mehr steigen, kündigte Amazon am Montag an. An 40 Standorten liege der Einstiegslohn ab September bei mindestens 17 Euro. In den vergangenen fünf Jahren seien die Einstiegslöhne damit um rund 29 Prozent gestiegen. Die Erhöhung betreffe 23 Logistikzentren, neun Sortierzentren und mehr als 70 Verteilzentren. Die Gespräche mit den Betriebsräten haben dem Unternehmen zufolge begonnen.
"Mit einem durchschnittlichen Einstiegslohn von 16,66 Euro pro Stunde deutschlandweit und nirgends unter 16,22 Euro investieren wir weiter in wettbewerbsfähige Vergütung und langfristige Karrieremöglichkeiten", erklärte Amazon-Deutschlandchef Rocco Bräuniger der Nachrichtenagentur Reuters. Amazon beschäftigt in Deutschland mehr als 40.000 Menschen, den Löwenanteil davon in der Logistik. Der Konzern baut zudem seine Präsenz in Deutschland weiter aus. Bis Ende 2026 soll ein neues Logistikzentrum in Zweibrücken mit rund 1000 Arbeitsplätzen eröffnen. Auch entstehen im laufenden Jahr fünf neue Verteilzentren.
Amazon liegt in Deutschland seit Jahren mit der Gewerkschaft Verdi im Streit. Verdi fordert, dass der US-Konzern die Flächentarifverträge für den Handel anerkennt und unterstreicht dies immer wieder mit Protesten. „Dass Amazon jährliche Lohnerhöhungen eingeführt hat, ist der Entschlossenheit der Beschäftigten zu verdanken, die seit nunmehr zwölf Jahren für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpfen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. „Trotz der Lohnerhöhungen bleibt es dabei: Die Beschäftigten fordern rechtsverbindliche Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und Verhandlungen auf Augenhöhe", unterstrich sie. Amazon betont dagegen immer wieder, Bezahlung, Zusatzleistungen und Karrierechancen in dem Unternehmen seien „exzellent".
Mieten steigen um vier Prozent
Wohnungsmieten sind einer Studie zufolge im Frühjahrsquartal deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten zogen bundesweit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht, über die der Finanzdienst Reuters berichtet. Zum Vergleich: Die allgemeine Inflationsrate lag trotz infolge des Iran-Kriegs stark gestiegener Energiepreise mit rund 2,6 Prozent deutlich niedriger. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.
„Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus", erklärten die Autoren Pekka Sagner und Michael Voigtländer. Hier habe der Zuwachs bei 4,9 Prozent gelegen. Im Umland dieser Städte fiel das Plus mit 3,9 Prozent ebenfalls kräftig aus. In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf fiel das Plus mit 2,9 Prozent geringer aus.
Die Angebotsmieten stiegen in nahezu allen Großstädten deutlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Köln mit 7,9 Prozent. Auch Hamburg mit 5,5 Prozent, Leipzig mit 5,4 Prozent und Essen mit 5,0 Prozent wiesen eine hohe Dynamik auf. In Dortmund legten die Mieten um 4,7 Prozent zu, in Düsseldorf und München um 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Moderater fielen die Zuwächse in Frankfurt am Main mit 2,9 Prozent aus. Stuttgart und Berlin liegen mit 0,9 und ein Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Städte.
Gestiegen sind auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal legten die Preise um 0,2 beziehungsweise ein Prozent zu. "Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden", betonten Sagner und Voigtländer.
Regional nimmt die Differenzierung zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge in den Top-7-Städten, während die übrigen Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Bei den Kaufpreisen reicht die Jahresentwicklung von einem Plus von fünf Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München.
Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gestiegen, fanden die Forscher heraus: Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. "Das ist vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands", hieß es.
Das Mietangebot bleibt dagegen vielerorts deutlich reduziert: Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig aber weiterhin deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück, so das IW.
Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.
Das Mietangebot bleibt dagegen vielerorts deutlich reduziert: Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig aber weiterhin deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück, so das IW.
Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.
Bafin verhängt Geldbuße gegen Teamviewer
Die Finanzaufsicht Bafin hat eine Geldbuße gegen das schwäbische Softwareunternehmen Teamviewer wegen Insiderinformationen im Zusammenhang mit einer Cyberattacke verhängt. Gegen Teamviewer sei am 16. Juli eine Buße in Höhe von 240.000 Euro festgesetzt worden, teilte die Behörde am Montag mit. Demnach habe das Unternehmen gegen die Marktmissbrauchsverordnung verstoßen. Die Tatsache, dass Teamviewer Opfer eines Cyberangriffs wurde, hätte das Unternehmen unverzüglich als Insiderinformation transparent machen müssen.
Adidas setzt viel mehr WM-Trikots ab
Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat im Zuge der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft viermal so viele Trikots verkauft wie beim vorangegangenen Turnier. Die Ballverkäufe hätten sich zugleich verdoppelt, teilte der Dax-Konzern am Wochenende auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Insgesamt erwarte Adidas nun Verkäufe mit Blick auf die WM in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro, sagte Adidas-Chef Björn Gulden laut Mitteilung. Dies entspricht dem oberen Ende der bisher angepeilten Spanne. Darin enthalten ist auch Freizeitkleidung mit WM-Bezug.
Insgesamt spielten 14 Teams im Adidas-Outfit. Am besten hätten sich die Trikots von Mexiko verkauft, berichtete der Hersteller. Im Finale spielen nun Spanien und Argentinien gegeneinander, beide in Trikots von Adidas, ebenso wie die Schiedsrichter.
Tesla will in Deutschland expandieren
Der US-Elektroautohersteller Tesla setzt dank wachsender Nachfrage und einer Gewinnsteigerung auf einen rasanten Ausbau der Produktion im deutschen Werk in Grünheide bei Berlin. „Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert die Gesellschaft eine deutlich steigende Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr“, heißt es im Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025. Die Kapazitätsauslastung solle entsprechend steigen. Mehr als 30 Märkte würden aus Grünheide beliefert, weitere Märkte sollten erschlossen werden. Der „Tagesspiegel“ hatte darüber bereits berichtet.
Tesla kündigte in diesem Jahr schon das Ziel an, seine Produktion in Grünheide auf bis zu 7500 Fahrzeuge pro Woche – das wären 375.000 im Jahr – hochzufahren und die Batteriezellfertigung auszubauen. Insgesamt sollen 3500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Tesla-Tochtergesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2025 trotz eines bis dahin schwierigen Marktumfelds mit einem höheren Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro ab, das war ein Plus von rund 20 Millionen Euro zu 2024. Die Kapazitätsauslastung lag mit 54 Prozent leicht unter dem Jahr zuvor mit 56 Prozent. Aktuell wird dort das Model Y produziert.
Die Umsatzerlöse sanken von 7,7 Milliarden Euro 2024 auf 7,1 Milliarden Euro 2025. Dies gehe vor allem auf gesunkene Produktionskosten zurück. Im Jahr 2025 rollten 202.000 Fahrzeuge von den Bändern in Grünheide, das war ein Minus von 9000 Fahrzeugen. Die Entwicklung sei vor allem durch die Modellumstellung sowie die Integration neuer Varianten beeinflusst worden. Dennoch sei eine stabile Produktionsmenge erreicht worden.
Indiens erste private entwickelte Trägerrakete gestartet
Erstmals hat eine privat entwickelte indische Trägerrakete Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Der erste Testflug der Vikram-1 sei erfolgreich gewesen, teilte das Unternehmen Skyroot Aerospace auf der Plattform X mit. Die erste privat entwickelte Orbitalrakete des Landes habe ihre Nutzlasten in einer Umlaufbahn in etwa 450 Kilometer Höhe ausgesetzt.
Mit dem Start sei Indien das weltweit dritte Land, das über die Fähigkeit zu privaten Orbitalstarts verfüge, hieß es. Der Start sollte die Rakete auf ihren kommerziellen Einsatz hin testen. Bisher können die USA und China Orbitalstarts mit privaten Unternehmen ausführen. In Europa arbeiten Firmen wie Isar Aerospace daran.
Glückwünsche für den geglückten Start kamen unter anderem von Premierminister Narendra Modi sowie der indischen Weltraumbehörde Isro. „Die Mission markiert einen bedeutenden Meilenstein für den privaten Raumfahrtsektor Indiens und spiegelt die wachsende Leistungsfähigkeit des Raumfahrt-Ökosystems des Landes wider“, erklärte Isro auf X.
Die mehrstufige Rakete hob zuvor um kurz nach 12 Uhr (Ortszeit) im Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre an der Ostküste Indiens ab, wie Livebilder indischer Sender zeigten.
Skyroot Aerospace entwickelt nach eigenen Angaben „On-Demand-Trägerraketen“, die auf Abruf Satelliten ins All befördern sollen. Die Vikram-1 des Start-ups ist für kleine Satelliten bis zu 350 Kilogramm ausgelegt. Beim Testflug im Rahmen der Mission „Aagman“ (Sanskrit für „Ankunft») beförderte sie sechs Nutzlasten. Darunter befanden sich ein Roboterarm, mit dem Weltraumschrott im Orbit aufgesammelt werden soll, sowie kleinere Satelliten.
Der Weltraumsektor Indiens durchläuft nach Angaben der Regierung derzeit eine Periode wichtiger Veränderungen. Vor drei Jahren habe die Weltraumpolitik es ermöglicht, dass auch nicht-staatliche Akteure an der gesamten Wertschöpfungskette der Raumfahrt teilnehmen könnten.
Salzgitter-Chef warnt vor Lockerung beim EU-Emissionshandel
Salzgitter-Chef Gunnar Groebler kritisiert die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels. Die Pläne gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. „Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen“, schreibt Groebler auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.
Sein Unternehmen habe bereits Milliarden in den Umstieg auf grünen Stahl investiert – „im Vertrauen auf einen stabilen und verlässlichen Rechtsrahmen“. Das dürfe nicht durch Lockerungen beim Emissionshandels entwertet werden. „Wer im Vertrauen auf die europäische Gesetzgebung investiert oder so wie wir bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden“, so Groebler.
Der niedersächsische Stahlkonzern hat Ende 2023 mit der Umrüstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land fördern den Umbau mit gut 1,3 Milliarden Euro. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff laufen kann.
„Die Entlastungen, die für die Zeit nach 2030 geplant sind, könnten schon heute die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Dekarbonisierungsprojekten in Europa erschweren“, warnt Groebler. „Innovative, CO2-arme Geschäftsmodelle drohen dadurch an Attraktivität zu verlieren – mit nachteiligen Folgen für die Investitionsbereitschaft und die industrielle Resilienz Europas.“
Salzgitter hebt Prognose an
Der Stahlhersteller Salzgitter hat nach dem ersten Halbjahr und der Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) seine Jahresprognosen angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2026 taxiert der Vorstand des M-Dax-Konzerns nun im Bereich von 725 bis 825 Millionen Euro statt bisher jeweils 100 Millionen Euro weniger, wie das Unternehmen am Freitag in Salzgitter mitteilte. Einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag führte das Management dabei auf die Konsolidierung des Zukaufs HKM zurück. Beim Umsatz visiert der Stahlkocher nun rund 10,0 Milliarden Euro an, eine halbe Milliarde mehr als bisher. Soviel – ein mittlerer dreistelliger Betrag – steuert dazu der Zukauf bei. Die Salzgitter-Aktie zog um bis zu gut fünf Prozent an, Analysten hatten für das Gesamtjahr bisher beim operativen Gewinn weniger auf dem Zettel.
Im ersten Halbjahr blieb der Außenumsatz mit 4,6 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert, wie es auf Basis vorläufiger Zahlen hieß. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg hingegen deutlich von 117 auf 459 Millionen Euro. In den Ergebnissen sei auch ein gestiegener Beitrag der Beteiligung Aurubis enthalten. Der Kupferkonzern trug 193 Millionen Euro in der Rechnungslegungsmethode „at-equity“ bei, ein Jahr zuvor waren es nur 72 Millionen Euro gewesen.
Im ersten Halbjahr blieb der Außenumsatz mit 4,6 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert, wie es auf Basis vorläufiger Zahlen hieß. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg hingegen deutlich von 117 auf 459 Millionen Euro. In den Ergebnissen sei auch ein gestiegener Beitrag der Beteiligung Aurubis enthalten. Der Kupferkonzern trug 193 Millionen Euro in der Rechnungslegungsmethode „at-equity“ bei, ein Jahr zuvor waren es nur 72 Millionen Euro gewesen.
Apple stößt Nvidia wieder vom Börsenthron
Apple ist wieder das wertvollste Unternehmen der Welt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Marktkapitalisierung des US-Techkonzerns überstieg am Freitag die des Spitzenreiters der vergangenen Monate – Nvidia. Die Aktie des Chip-Herstellers sackte zum Börsenstart in den USA um mehr als vier Prozent ab. Nvidia wurde am Freitagnachmittag mitteleuropäischer Zeit zeitweise mit 4,8 Billionen Dollar (4,2 Billionen Euro) bewertet, Apple dagegen mit 4,9 Billionen Dollar.
Der Aktienkurs von Nvidia war in den vergangenen Jahren stark mit den Ertragshoffnungen im KI-Bereich gewachsen. Grafikprozessoren von Nvidia stellten sich als besonders geeignet für die Rechenaufgaben heraus, die nötig sind, um Large Language Models (LLMs) zu betreiben. Diese LLMs liegen etwa Chatbots wie ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic zugrunde. Viele KI-Rechenzentren wurden mit Nividia-Chips ausgestattet. Zuletzt gerieten diese Hoffnungen jedoch ins Stocken. Investoren stellen mittlerweile Fragen nach der Rentabilität der Geschäftsmodelle der KI-Unternehmen.
Aktien von Apple waren weniger von der KI-Konjunktur abhängig, nicht zuletzt, da die bisherigen Anstrengungen des Unternehmens in diesem Bereich von wenig Erfolg gekrönt waren. Nun scheinen Investoren aber wieder mehr Vertrauen in den Hardwarehersteller zu legen. Die britische Großbank HSBC korrigierte am Freitag ihre Einschätzung der Aktie von "Halten" auf "Kaufen". Im entsprechenden Bericht lobten die Analysten von HSBC die innovative Produktpipeline – unter anderem soll bald ein faltbares iPhone auf den Markt kommen – auf der Apple mit seinem Assistenten Siri, der um KI-Fähigkeiten erweitert werden soll, aufsetzen kann. Seit Ende Juni ist der Aktienkurs von Apple um 20 Prozent gestiegen.
Bericht: Millionenverlust bei Krankenkassen durch Investments in Immobilienfonds
Mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) haben einem Medienbericht zufolge millionenschwere Verluste mit Investments in Immobilienfonds erlitten. Sie sollen insgesamt mindestens 170 Millionen Euro über Umwege in Immobilienfonds gesteckt haben, berichteten NDR, WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Freitag. Diese Fonds seien später in Schieflage geraten und verloren mutmaßlich den allergrößten Teil der Beitragsgelder, die nun bei Kassen und KVen fehlen. SPD und Linke forderten eine Aufklärung der Vorgänge.
Den Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kämen die KVen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.
Insgesamt beläuft sich die Summe der bestätigten Investments der Recherche der drei Medien zufolge auf mindestens 170 Millionen Euro, wobei die tatsächliche Summe noch höher liegen könnte. Viele der Krankenkassen und KVen verweigern dem Bericht zufolge eine konkrete Aussage zu ihren Investments und den verlorenen Geldern.
Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen. Im Sozialgesetzbuch IV ist geregelt, dass dabei ein Verlust ausgeschlossen erscheinen muss. Fraglich sei, ob das bei diesen Investments zutreffe, führen NDR, WDR und „SZ“ aus. Die Fonds investierten demnach über eine komplizierte Struktur in riskante Immobiliendeals, die trotz Niedrigzinsphase nach Angaben der beteiligten Finanzinstitute angeblich bis zu sieben Prozent an Rendite auszahlten.
Den Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kämen die KVen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.
Insgesamt beläuft sich die Summe der bestätigten Investments der Recherche der drei Medien zufolge auf mindestens 170 Millionen Euro, wobei die tatsächliche Summe noch höher liegen könnte. Viele der Krankenkassen und KVen verweigern dem Bericht zufolge eine konkrete Aussage zu ihren Investments und den verlorenen Geldern.
Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen. Im Sozialgesetzbuch IV ist geregelt, dass dabei ein Verlust ausgeschlossen erscheinen muss. Fraglich sei, ob das bei diesen Investments zutreffe, führen NDR, WDR und „SZ“ aus. Die Fonds investierten demnach über eine komplizierte Struktur in riskante Immobiliendeals, die trotz Niedrigzinsphase nach Angaben der beteiligten Finanzinstitute angeblich bis zu sieben Prozent an Rendite auszahlten.
Die Kassen und KVen verklagen die beteiligten Finanzinstitute laut Bericht auf Schadensersatz in Höhe der Investments. Die den Medien vorliegenden Klageschriften lesen sich demnach nahezu identisch. Der Anwalt der Kläger argumentiert darin, die Kassen und KVen seien „vorsätzlich getäuscht“ worden, indem den Betroffenen in Telefonkonferenzen immer wieder ein risikoarmes Investment versprochen worden. Die beteiligte Bank wies nach Angaben der Medien den Vorwurf der Täuschung zurück, will sich aber zu Einzelfällen nicht äußern.
Die SPD-Fraktion forderte eine „umfassende“ Aufklärung der Vorgänge. „Dabei muss auch geklärt werden, wie Investitionen dieser Größenordnung möglich waren und ob die bestehenden Aufsichts- und Kontrollmechanismen ausreichend funktioniert haben“, erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis.
„Beitragsgelder sind das Geld der Versicherten und Arbeitgeber. Wer damit umgeht, trägt eine besondere Verantwortung“, betonte Pantazis. Es sei „nicht hinnehmbar, wenn diese Mittel durch fragwürdige Finanzgeschäfte in erheblichem Umfang verloren gehen“.
„Eine lückenlose Aufklärung und klare Konsequenzen für die Verursacher“ forderte auch der Linken-Gesundheitsexperte Ates Gürpinar. „Gesundheit ist keine Spielwiese für Finanzspekulationen und Beitragsgelder gehören erst recht nicht in Immobilienfonds, deren Renditemodell auf immer höheren Mieten beruht“, erklärte er.
Die SPD-Fraktion forderte eine „umfassende“ Aufklärung der Vorgänge. „Dabei muss auch geklärt werden, wie Investitionen dieser Größenordnung möglich waren und ob die bestehenden Aufsichts- und Kontrollmechanismen ausreichend funktioniert haben“, erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis.
„Beitragsgelder sind das Geld der Versicherten und Arbeitgeber. Wer damit umgeht, trägt eine besondere Verantwortung“, betonte Pantazis. Es sei „nicht hinnehmbar, wenn diese Mittel durch fragwürdige Finanzgeschäfte in erheblichem Umfang verloren gehen“.
„Eine lückenlose Aufklärung und klare Konsequenzen für die Verursacher“ forderte auch der Linken-Gesundheitsexperte Ates Gürpinar. „Gesundheit ist keine Spielwiese für Finanzspekulationen und Beitragsgelder gehören erst recht nicht in Immobilienfonds, deren Renditemodell auf immer höheren Mieten beruht“, erklärte er.
Schienennetz: Ab 2028 mehr Wettbewerb für die Bahn
Die Bundesnetzagentur hat trotz Bedenken aus den Ländern ihre Entscheidung für einen stärkeren Wettbewerb im Schienennetz bestätigt. „Mehr Wettbewerb hat das Potential, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen“, sagte Behördenchef Klaus Müller am Freitag. Die jetzt endgültige Entscheidung könne Bewegung in den Fernverkehr in Deutschland bringen.
Die Infrastrukturtochter der Bahn – die DB InfraGO – wird verpflichtet, auf stark genutzten und jetzt schon ausgelasteten Streckenabschnitten künftig nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten an ein einzelnes Unternehmen zu vergeben. Das zielt auf die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr einen Marktanteil von 95 Prozent hat. Vor allem die Strecken zwischen den Metropolen sind besonders begehrt. Den genauen Prozentwert muss die DB InfraGO bei ihrer jährlichen Aufstellung des Fahrplans festlegen. So werde sichergestellt, dass es mindestens einen Wettbewerber gebe, so die Bonner Behörde.
„Die Bundesnetzagentur ist sich bewusst, dass die Entscheidung einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann.“ Die DB InfraGO müsse dies nun in ihre Nutzungsbedingungen einbauen. „Die Wettbewerberklausel wirkt dann bei der Erstellung des Netzfahrplans für 2028, die im Jahr 2027 stattfindet.“
Die Infrastrukturtochter der Bahn – die DB InfraGO – wird verpflichtet, auf stark genutzten und jetzt schon ausgelasteten Streckenabschnitten künftig nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten an ein einzelnes Unternehmen zu vergeben. Das zielt auf die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr einen Marktanteil von 95 Prozent hat. Vor allem die Strecken zwischen den Metropolen sind besonders begehrt. Den genauen Prozentwert muss die DB InfraGO bei ihrer jährlichen Aufstellung des Fahrplans festlegen. So werde sichergestellt, dass es mindestens einen Wettbewerber gebe, so die Bonner Behörde.
„Die Bundesnetzagentur ist sich bewusst, dass die Entscheidung einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann.“ Die DB InfraGO müsse dies nun in ihre Nutzungsbedingungen einbauen. „Die Wettbewerberklausel wirkt dann bei der Erstellung des Netzfahrplans für 2028, die im Jahr 2027 stattfindet.“
In den vergangenen Tagen hatten mehrere Bundesländer in Schreiben, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, versucht, die Entscheidung noch in eine andere Richtung zu lenken. Beispielsweise befürchtet der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), dass sowohl der Nah- als auch der Fernverkehr in der Fläche ins Hintertreffen geraten dürfte. Längere Verbindungen für Schnellzüge bringen der DB InfraGO höhere Einnahmen.
Auch Brandenburg und Hamburg äußerten sich in ihren Stellungnahmen ähnlich. „Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich der Fernverkehr künftig verstärkt auf wirtschaftlich attraktive Strecken und Trassen fokussieren dürfte“, argumentierte Brandenburg. „Die bisherige Quersubventionierung schwach ausgelasteter Fernverkehrsverbindungen durch Einnahmen aus lukrativen Strecken entfällt.“ Deswegen sei die Gefahr einer Verdrängung konkret. Hamburg fürchtet, dass Haltestellen oder ganze Trassen rund um die Hansestadt wegfallen könnten. Dies würde dann den Nahverkehr schnell überlasten, insbesondere zu Hauptverkehrszeiten.
Hintergrund der Entscheidung der Netzagentur sind die Pläne von Italo. Der private Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen will ab April 2028 auch in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Das Vorhaben hängt maßgeblich davon ab, welchen Zugang die Italiener zum bereits jetzt überlasteten Netz in Deutschland erhalten. Über die Trassenzugänge entscheidet die DB InfraGO, die wiederum unter der Aufsicht der Netzagentur steht. Italo fordert wegen Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro langfristige Perspektiven – konkret Rahmenverträge für bis zu 15 Jahre. Dazu dürfte es aber bis 2031 nicht kommen.
Auch Brandenburg und Hamburg äußerten sich in ihren Stellungnahmen ähnlich. „Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich der Fernverkehr künftig verstärkt auf wirtschaftlich attraktive Strecken und Trassen fokussieren dürfte“, argumentierte Brandenburg. „Die bisherige Quersubventionierung schwach ausgelasteter Fernverkehrsverbindungen durch Einnahmen aus lukrativen Strecken entfällt.“ Deswegen sei die Gefahr einer Verdrängung konkret. Hamburg fürchtet, dass Haltestellen oder ganze Trassen rund um die Hansestadt wegfallen könnten. Dies würde dann den Nahverkehr schnell überlasten, insbesondere zu Hauptverkehrszeiten.
Hintergrund der Entscheidung der Netzagentur sind die Pläne von Italo. Der private Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen will ab April 2028 auch in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Das Vorhaben hängt maßgeblich davon ab, welchen Zugang die Italiener zum bereits jetzt überlasteten Netz in Deutschland erhalten. Über die Trassenzugänge entscheidet die DB InfraGO, die wiederum unter der Aufsicht der Netzagentur steht. Italo fordert wegen Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro langfristige Perspektiven – konkret Rahmenverträge für bis zu 15 Jahre. Dazu dürfte es aber bis 2031 nicht kommen.