Gesunkene Luxusjacht Eigentümer der „Bayesian“-Werft meldet Insolvenz an

Der italienische Konstrukteur der vor knapp zwei Jahren untergegangenen Segeljacht „Bayesian“ ist zahlungsunfähig und steht zum Verkauf. Seit Anfang der Woche sei das Verkaufsverfahren für die Holding The Italian Sea Group (TISG) eröffnet, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). TISG-Gründer und -Präsident Giovanni Costantino sowie sein Sohn, der dem Verwaltungsrat angehört habe, hätten ihre Ämter niedergelegt.

Bei dem Untergang der Luxusjacht vor Sizilien waren sieben Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch der britische Milliardär Mike Lynch und dessen Tochter. 15 Menschen konnten gerettet werden. Der Software-Unternehmer hatte auf der Segeltour mit Familie, Freunden und Geschäftspartnern einen Freispruch vor Gericht feiern wollen.

Kamen bei dem Unglück ums Leben: Der britische Milliardär Mike Lynch und seine Tochter Hannah

Foto: Family / dpa

TISG wurde vor 17 Jahren von Costantino gegründet, der nach wie vor die Mehrheit an dem Unternehmen hält. Die Holding ist inzwischen in Bezug auf Boote von mehr als 24 Metern der fünftgrößte Anbieter der Welt. Zu der Gruppe gehört unter anderem auch die Werft Perini Navi, die die Bayesian im Jahr 2008 gebaut hatte.

Massiver Reputationsverlust

Der massive Reputationsverlust infolge der Tragödie hätten TISG in eine Existenzkrise gestürzt, heißt es in dem Bericht weiter. Darüber hinaus habe es zuletzt Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen sowie falsche Kostenabschätzungen gegeben.

Die Schuldfrage in der Tragödie um die „Bayesian“ ist nach wie vor ungeklärt. Die TISG behauptet, die Jacht sei „unsinkbar“, und wirft der Crew schwerwiegende Fehler vor. Die britische Marinebehörde MAIB hat in einem Zwischenbericht dagegen Zweifel am Design geäußert und infrage gestellt, ob die Besatzung ausreichend über Risiken informiert worden war.