Fokus auf Europa Airbus strebt Verkauf seiner US-Raumfahrtsparte an
Der europäische Flugzeugbauer Airbus erwägt, seine Raumfahrtsparte in den USA zu verkaufen. Airbus wolle sich künftig auf die geplante Zusammenarbeit mit Thales und Leonardo in Europa konzentrieren, berichtete die britische Zeitung "Financial Times " am Samstag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Das Unternehmen sondiert demnach, ob es potenzielle Käufer für seine US-Aktivitäten gibt.
Airbus war 2024 alleiniger Eigentümer von Airbus OneWeb Satellites (AOS) geworden, nachdem es die hälftigen Anteile des Joint-Venture-Partners Eutelsat-OneWeb übernommen hatte. AOS stellt Kommunikationssatelliten für kommerzielle und staatliche Kunden her. Zu dem Unternehmen gehören eine Fabrik in Florida und die "Arrow"-Serie kleinerer Satelliten.
Das 2016 gegründete Unternehmen hat laut eigener Website mehr als 600 Satelliten für die erste Generation der OneWeb-Konstellation gebaut – ein Netzwerk in niedriger Erdumlaufbahn, das satellitengestützte Internetabdeckung ermöglicht.
Europäisches Satellitenunternehmen ist das Ziel
Airbus ist wie viele Unternehmen in der europäischen Raumfahrtbranche mit großen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere bei Kommunikationssatelliten. In Zusammenarbeit mit dem französischen Rüstungskonzern Thales und mit Leonardo aus Italien soll ein gemeinsames Satellitenunternehmen aufgebaut werden, um dem US-Unternehmen SpaceX von Elon Musk (55) und der wachsenden Konkurrenz aus China zu begegnen. Vorbehaltlich der Genehmigung der EU-Kommission soll das Unternehmen 2027 an den Start gehen.
Airbus verlagert dem Bericht zufolge die Satellitenproduktion bereits seit einiger Zeit von den USA zurück nach Europa und baut unter anderem 440 Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn in seinem Werk in Toulouse, was das Unternehmen als "weiteren Schritt zur Stärkung der europäischen Souveränität" bezeichnet.