Wohnungsbau in Berlin : Auch Sozialwohnungen bringen Rendite
Der Wohnungsmarkt in Berlin ist das Gegenteil von investorenfreundlich. Statt nur in Luxusimmobilien sollten Sie Ihr Geld künftig lieber in den Bau sozialer Wohnungen stecken.
Die Miete frisst das Einkommen. Eine repräsentative Studie, die Yougov für die Postbank erhoben hat, hat diesen Trend zuletzt deutlich gemacht. Danach muss die Mehrheit der Mieter mindestens 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens aufbringen, um ihre Wohnkosten zu bezahlen. Knapp die Hälfte dieser Gruppe kann sich ihre Wohnkosten „gerade so leisten“. Da können in Berlin noch so viele neue Wohnungen gebaut werden.
Solche, bei denen der Quadratmeter mehr als 20 Euro kostet, drohen leer zu stehen. Zumal es der geplante Mietenkataster teuren Wohnungen am Markt zusätzlich schwer machen dürfte: Nettokaltmieten, Nebenkosten und Wohnflächen sämtlicher Mietwohnungen werden in der Datenbank künftig transparent erfasst.
Wie lassen sich bezahlbare Wohnräume mit den Renditezielen von Investoren vereinen? Immerhin hat der Berliner Senat sein Ziel, jedes Jahr rund 5000 sozial geförderte Wohnungen zu realisieren, 2025 übererfüllt. Das deutet darauf hin, dass Investoren erkennen, dass Sozialwohnungen durchaus Vorteile bieten. Nicht nur müssen sie sich angesichts der hohen Nachfrage um Leerstand keine Sorgen machen. Auch sind Mietausfälle selten. Zudem senken zinsverbilligte Baudarlehen und Zuschüsse der Bundesländer die Kosten. Allerdings erzielen Investoren eine geringere Rendite, weil sie Mieten kaum erhöhen können. Hinzu kommt ein größerer bürokratischer Aufwand.
Möglicherweise ist das aber der Trade-off, den Investoren künftig verstärkt hinnehmen müssen, sollte in Berlin ab Herbst ein rot-rot-grünes Bündnis regieren. Die Förderregeln hat Berlin im Mai erneuert – trotz angespannter Kassenlage.